screenshot youtube

Ukraine: Babys nach Bestellung – WDR zeigt die dunkle Wahrheit der Leihmutterschaft

(David Berger) Eine WDR-Doku­men­tation ent­larvt das Geschäft mit Miet­mut­ter­schaft in der Ukraine: Kinder nach Bestellung, Frauen als Gebärmaschinen.

Aus­ge­rechnet der öffentlich-recht­liche Rundfunk liefert das wohl ein­dring­lichste Gegen­ar­gument gegen jene, die Miet­mut­ter­schaft als modernen Aus­druck indi­vi­du­eller Freiheit ver­klären. Die WDR-Doku­men­tation „Babys für die Welt – Das Geschäft mit ukrai­ni­schen Leih­müttern“ zeigt scho­nungslos, was hinter dem mil­li­ar­den­schweren Geschäft mit den soge­nannten Wunsch­kindern steckt: Frauen, deren Körper ver­mietet werden, und Kinder, die immer häu­figer wie ein bestell­bares Produkt behandelt werden.

Gleich zu Beginn schildert die Reportage einen Fall, der sprachlos macht. Ein Auf­trag­geber wollte unbe­dingt ein Mädchen. Als sich her­aus­stellte, dass das unge­borene Kind ein Junge war, wurde die Leih­mutter massiv unter Druck gesetzt, das Kind abzu­treiben. Man behauptete, es liege ein Gen­defekt vor. Tat­sächlich waren sämt­liche Unter­su­chungen unauf­fällig. Der einzige „Makel“ des Kindes bestand darin, das falsche Geschlecht zu haben.

Mädchen uner­wünscht – also abgetrieben

Wer nach solchen Szenen noch behauptet, Leih­mut­ter­schaft habe nichts mit Men­schen­handel oder einer Kom­mer­zia­li­sierung des Men­schen zu tun, muss sich fragen lassen, welche Grenze über­haupt noch exis­tiert. Wenn Kinder nach Geschlecht aus­ge­wählt, rekla­miert oder gar aus­sor­tiert werden können, wird der Mensch end­gültig zur Ware.

Die Ukraine ent­wi­ckelte sich über Jahre zu einem inter­na­tio­nalen Zentrum des kri­mi­nellen, aber mil­lio­nen­schweren Men­schen- und Organ­handels, besonders kom­mer­zi­eller Leih­mut­ter­schaft. Agen­turen lockten Kunden aus aller Welt mit Rundum-sorglos-Paketen, Erfolgs­ga­rantien und Preisen, die weit unter denen anderer Länder lagen. Schon für knapp 40.000 Euro wurde das Ver­sprechen eines „eigenen Kindes“ ver­marktet – inklusive Geld-zurück-Garantie, falls die Schwan­ger­schaft schei­terte. Dass hinter dieser Sprache ein Men­schenbild steht, das Kinder zu Pro­dukten und Frauen zu Dienst­leis­te­rinnen degra­diert, arbeitet die Doku­men­tation ein­drucksvoll heraus.

Besonders erschüt­ternd ist dabei das Schicksal der Leih­mütter selbst. Viele stammen aus wirt­schaftlich schwie­rigen Ver­hält­nissen. Was ihnen als Chance auf finan­zi­ellen Auf­stieg ver­kauft wird, endet nicht selten in psy­chi­scher Belastung, gesund­heit­lichen Risiken und völ­liger recht­licher Abhän­gigkeit von Agen­turen und Auf­trag­gebern. Über ihren eigenen Körper können sie häufig nur ein­ge­schränkt ver­fügen. Schwan­ger­schaft, Geburt und medi­zi­nische Ein­griffe werden weit­gehend von den Inter­essen der zah­lenden Kunden bestimmt.

Ukraine-Krieg: Bestellte Babys wurden nicht aus­ge­liefert oder abgeholt

Hinzu kommen die Kinder, die nicht den Erwar­tungen ent­sprechen. Früh­ge­burten, Behin­de­rungen oder gesund­heit­liche Kom­pli­ka­tionen passen nicht in das Geschäfts­modell einer Branche, die per­fekte Wunsch­kinder ver­spricht. Die Reportage zeigt ein­dringlich, dass gerade diese Kinder zu den eigent­lichen Ver­lierern gehören.

Der Ukraine-Kon­flikt lie­ferte nicht nur die Beweise für gefähr­liche Bio­labore in Selen­skyjs Reich, sondern machte auch die mora­li­schen Abgründe dieses Kin­der­handel-Systems schließlich weltweit sichtbar. Plötzlich saßen Säug­linge in Kellern fest, weil ihre Auf­trag­geber sie nicht mehr abholen konnten oder wollten. Leih­mütter mussten ihre Familien ver­lassen und in ver­meintlich sichere Regionen umziehen, damit die Ver­träge erfüllt werden konnten. Babys war­teten auf ihre „Aus­lie­ferung“, während über ihnen Bomben ein­schlugen. Kaum ein Bild ver­deut­licht dras­ti­scher, wie weit die indus­trielle Repro­duk­ti­ons­me­dizin den Men­schen bereits zur Ware gemacht hat.

Vor diesem Hin­ter­grund wirkt die gegen­wärtige poli­tische Debatte in Deutschland erstaunlich ober­flächlich. Seit bekannt wurde, dass CDU-Frak­ti­onschef Jens Spahn und sein Ehemann durch eine Leih­mutter in den USA einen Sohn bekommen haben, dis­ku­tieren viele über recht­liche Fragen oder den uner­füllten Kin­der­wunsch homo­se­xu­eller Paare. Weit sel­tener wird gefragt, welche Rechte eigentlich das Kind besitzt oder welche Folgen die Leih­mut­ter­schaft für die betei­ligten Frauen hat.

Leih­mut­ter­schaft ist das Gegenteil von Freiheit

Dabei sollte gerade das Kin­deswohl im Mit­tel­punkt stehen. Ein Kind hat keine Mög­lichkeit, diesem Arran­gement zuzu­stimmen. Es wird bewusst in eine Situation hin­ein­ge­boren, in der Schwan­ger­schaft, Geburt und Eltern­schaft von­ein­ander getrennt und ver­traglich geregelt werden. Das wider­spricht der Würde des Men­schen, wie sie das Men­schenbild unseres Grund­ge­setzes ebenso wie das klas­sische Natur­recht verstehen.

Die WDR-Doku­men­tation ver­dient deshalb Aner­kennung. Sie zeigt nicht ideo­lo­gische Schlag­worte, sondern kon­krete Schicksale. Gerade weil sie ohne mora­lische Über­höhung arbeitet, ent­faltet sie eine enorme Wirkung. Wer sie unvor­ein­ge­nommen sieht, wird Mühe haben, Leih­mut­ter­schaft wei­terhin als bloße Erwei­terung indi­vi­du­eller Freiheit zu betrachten. Nach dem Ansehen der Doku­men­tation ist mir auch schlag­artig klar geworden, warum nahezu alle X‑Accounts die der Lega­li­sierung und Ver­harm­losung der Leih­mut­ter­schaft das Wort reden, eine Ukrai­ne­flagge in ihrem Profil haben …

Und in Deutschland?

Und weil die Ukraine – wie Frau von der Leyen sagt – das Herz der Werte der EU ist, hat ihre Genossin Karin Prien Ver­ständnis für die For­de­rungen nach einer Reform des Embryo­nen­schutz­rechts signa­li­siert und ange­kündigt, das gel­tende Embryo­nen­schutz­gesetz über­prüfen zu lassen. Damit rückt eine grund­le­gende Neu­be­wertung des recht­lichen Rahmens für Fort­pflan­zungs­me­dizin und Repro­duk­ti­ons­ver­fahren auf die poli­tische Agenda –  mit dem Ziel ähnlich unmensch­liche Ver­hält­nisse auch in Deutschland her­zu­stellen. Mit den Steuern, die über diesen Kin­der­markt ein­ge­nommen werden, können dann wieder Drohnen für die Ukraine bzw. gegen Russland finan­ziert werden. Läuft!

Sie sehen gerade einen Platz­hal­ter­inhalt von Standard. Um auf den eigent­lichen Inhalt zuzu­greifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Dritt­an­bieter wei­ter­ge­geben werden.

Weitere Infor­ma­tionen

  • Top Artikel

  • Service-Hotline:
    0179-6695802

  • Servicezeiten:
    Mo. und Do.: 10:00 - 12:00 Uhr
    Mi.: 15:00 - 18:00 Uhr