Einige Ökonomen sehen hinter dem Börsencrash von 1929 eine gezielte Politik der Federal Reserve und Präsident Hoovers. Auf jeden Fall werfen Parallelen zu aktuellen Handelskonflikten und Dollar-Politik neue Fragen auf.
Eine These behauptet, dass die US-Notenbank und die Regierung Hoover das System bewusst kollabieren ließen, um die Kontrolle zurückzugewinnen.
Sie ließen das System zusammenbrechen, weil die Banken die Kontrolle an den privaten Kreditmarkt verloren.
Ähnliche Muster sollen sich heute zeigen: Der private Kreditmarkt, aber auch der Anleihenmarkt, sich vollkommen überzogen. Ein geplanter, lancierter und kontrollierter Crash scheint für einige “Global Player” eine bessere Option zu sein als ein ungeplanter Crash, der für die Großinvestoren überraschend kommt.
Die Rolle der Federal Reserve: Zufall oder Kalkül?
Eine zentrale These zum Crash von 1929 lautet: Die Federal Reserve habe die Zinsen trotz erkennbarer wirtschaftlicher Probleme angehoben und die Geldmenge bewusst knapp gehalten. Hatte die Notenbank Angst vor Inflation, während die Wirtschaft bereits in die Tiefe stürzte? Historische Quellen zeigen, dass die Fed ab 1928 eine straffere Geldpolitik verfolgte, vor allem um Spekulationen am Aktienmarkt einzudämmen. Die Diskontsätze stiegen, und offene Marktoperationen entzogen dem System Liquidität.
Viele Historiker und Ökonomen argumentieren, dies sei keine böswillige Absicht gewesen, sondern eine Fehleinschätzung. Die Fed orientierte sich am Goldstandard und wollte übermäßige Spekulation bremsen. Andere halten dies für Absicht.
Dennoch verschärfte die restriktive Haltung die Krise, als der Börsencrash im Oktober 1929 einsetzte und die Wirtschaft in eine Spirale geriet. War die Furcht vor Inflation in einer bereits deflationären Phase ein tragischer Fehler – oder Teil eines größeren Plans?
Der Handelskrieg als Auslöser: Zerstörte das Smoot-Hawley-Gesetz das Wachstum?
Ein weiterer Punkt der These: Trotz des zerstörerischen Handelskriegs hielt die Politik an einer engen Geldversorgung fest. Das Smoot-Hawley-Zollgesetz von 1930 hob Importzölle stark an und löste weltweite Vergeltungsmaßnahmen aus. Der internationale Handel brach dramatisch ein, und zwar um bis zu 65 Prozent zwischen 1929 und 1934.
Ökonomen sehen darin einen schweren Politikfehler unter Präsident Hoover, der die Depression verschärfte, aber nicht allein verursachte. Die These einer bewussten Kollaboration mit der Fed, um das System zum Einsturz zu bringen, bleibt umstritten. Gab es Hinweise auf eine gezielte Sabotage, oder handelte es sich um protektionistische Fehlentscheidungen in unsicheren Zeiten?
Blase aufbauen, dann platzen lassen – zur Rückgewinnung der Kontrolle?
Eine weitere These lautet: Die Banken hätten durch privaten Kreditmarkt an Macht verloren. Deshalb sei eine massive Blase durch Geldschöpfung zugelassen und anschließend bewusst zum Platzen gebracht worden. Tatsächlich gab es in den 1920er Jahren einen Boom mit Spekulationen, gefolgt von einer straffen Politik. Die meisten Ökonomen erklären dies jedoch primär mit Fehlern in der Geldpolitik und dem Goldstandard, andere sprechen von einer Verschwörung.
Eine weitere mögliche Erklärung wäre: Die Fed wollte Stabilität wahren, unterschätzte aber die Folgen. Eine absichtliche Zerstörung des Systems, um private Kreditgeber zu schwächen, fehlt in seriösen historischen Analysen. Dennoch bleibt die Frage: Welche Interessen spielten wirklich eine Rolle bei den Entscheidungen?
Parallelen zur Gegenwart: Dasselbe Drehbuch mit modernem Twist?
Heutige Beobachter sehen Ähnlichkeiten: Handelsblockaden und Zölle unter der aktuellen US-Regierung führen zu Vergeltungsmaßnahmen und belasten den globalen Handel. Gleichzeitig bleibt die Dollar-Politik straff, was Dollars in die USA zurücklenkt und anderswo Knappheit erzeugt.
Stellt die US-Politik bewusst eine Dollar-Knappheit her, um die eigene Position zu stärken? Oder sind es normale Reaktionen auf geopolitische Spannungen und Inflationssorgen?
Klar ist: Ökonomen warnen vor Eskalationen wie in den 1930er Jahren! Aber die heutige Weltwirtschaft auch durch andere Mechanismen geschützt und gestützt.
Lehren müssen trotzdem aus der Vergangenheit gemacht werden
Ob Fehler, Fehleinschätzungen oder gezielte Strategien: Die Ereignisse von 1929 zeigen die Gefahren restriktiver Politik in Krisenzeiten. Die offenen Fragen erinnern daran, dass wirtschaftspolitische Entscheidungen weitreichende Folgen haben. Eine Wiederholung der Krise im neuen Gewand ist jedenfalls nicht auszuschließen.
https://www.freiewelt.net/artikel/redaktion/politik/wiederholt-sich-die-geschichte-die-grossen-fragen-zur-finanzkrise-von-1929-und-ihrer-moeglichen-wiederholung-heute/44694
























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