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Schulen und Uni­ver­si­täten als Brut­stätten linker Ideologie

Dr. Erwin Rigo

Seit über 100 Jahren basiert die Bil­dungs­phi­lo­sophie auf Prag­ma­tismus, Instru­men­ta­lismus und Erfah­rungs­päd­agogik. Lernen soll durch „learning by doing“, Pro­jekt­arbeit und soziale Inter­aktion erfolgen; die Schule wird immer noch als „embryonic society“ ver­standen, in der die gesell­schaft­liche Trans­for­mation vor­be­reitet wird. Diese beiden catch phrases gehen auf den Vater der Pro­gressive Edu­cation (Demo­cracy and Edu­cation, 1916) zurück, bei uns Reform­päd­agogik genannt. Sie ori­en­tiert sich nicht mehr an über­lie­ferten Idealen, sondern an unmit­tel­barer Nütz­lichkeit, augen­blick­lichem Nutzen und situa­tiver Pro­blem­lösung. Der Lehrer wurde damit auch bei uns, spe­ziell seit den 70er-Jahren etap­pen­weise mit ent­spre­chenden Lehr­plänen vom Wis­sens­ver­mittler zum Lern­be­gleiter, zum Coach, Bildung zur Qua­li­fi­kation für Lebens­be­wäl­tigung umprogrammiert.

Selbst ein SPD-Urge­stein wie Thilo Sar­razin kommt aktuell zu fol­gendem, trau­rigen Befund: „Die Schulen und Uni­ver­si­täten sind zu Brut­stätten einer linken Ideo­logie geworden, die statt Wissen und Leistung vor allem Gesinnung ver­mitteln. Mul­ti­kul­tu­ra­lismus und Ver­achtung der eigenen Kultur sind dort Programm“.

Jedoch die Kritik an diesen Bil­dungs­kon­zepten ist nicht neu. „Neue Lehr- und Lern­formen“ wurden bei uns schon in den 1970–80er Jahren als Eti­ket­ten­schwindel erkannt. Die öffent­liche Wahr­nehmung verhält sich ähnlich beim Begriff „ Pro­gressiv“. Vor allem die Schwä­cheren Schüler brauchen einen ange­lei­teten Unter­richt, weshalb man erneut die Lehr­person als wich­tigsten Faktor für den Lern­erfolg wieder ent­deckt. Deshalb wurde in der Schweiz erst jüngst, im Frühling 2026, das „Manifest für einen bil­dungs­wirk­samen Unter­richt lan­ciert (Dr. C. Bossard und Dr. B. Kissling), in den USA posaunen Kri­tiker seit den 1970–80er Jahren:“Back to the 3 R’s – reading – writing, arithmetics!“ 

Diese Spirale der aka­de­mi­schen Abwärts­ent­wicklung ist ein­her­ge­gangen mit einer neuen päd­ago­gi­schen Sprache: Erziehung wurde zu Sozia­li­sation, Lehren zur Steuerung kogni­tiver Pro­zesse, die Person zum Rol­len­ag­gregat. Wissen, Moral und Cha­rak­ter­bildung haben bei uns spe­ziell nach 1968 an Bedeutung zugunsten „mess­barer Kom­pe­tenzen“ und sozialer Anpassung verloren.

Der zen­trale Irrtum der Reform­päd­agogik, die intrin­sische Moti­vation hat sich abermals ent­zaubert. Insider erinnern sich noch an den Flop der Wie­der­be­lebung von Anti­au­to­rotären Erziehung von Alex­ander Neill (Sum­merhill School 1921) in den 70-er Jahren. Trotzdem wurde Ele­mente der Anti­päd­agogik, die auf dem Natur­op­ti­mismus von Rousseau beruht. Alle Erlö­sungs­hoff­nungen der Reform­päd­ago­gi­schen Pro­jekte nach dem Ersten Welt­krieg wurden auf das Kind pro­ji­ziert mit dem uto­pi­schen Glauben durch Erziehung eine bessere Menschheit pro­du­zieren zu können. An allen nega­tiven Ent­wick­lungen im Kind sei nur die Gesell­schaft und die Umwelt schuld. Selbst die extremste Form der Sum­merhill School wurde wieder als Emp­fehlung nach 1968 pro­pa­giert. Beträcht­liche reform­päd­ago­gische Anteile davon sind selbst in den Regel­schulen über­nommen worden.

Wie­derum muss man mutig seine Stimme erheben und betonen, dass die Schule keine Selbst­fin­dungs­werk­statt, sondern eine Pflicht­in­sti­tution ist, wo Sys­te­ma­ti­sches Üben, auch zuhause (Haus­übungen), Garant für einen Leis­tungs­erfolg bleiben. Selbst­or­ga­ni­sation mit dem Lehrer als Coach kann bei einem leis­tungs­s­taken Schüler sich bewähren, aber nicht beim Leis­tungs­schwachen, Aber jedes Kind hat ein Recht ange­leitet und ver­ant­wor­tungsvoll unter­richtet zu werden, auch eines aus einer bil­dungs­fernen Schicht.

Ideo­lo­gi­sierung, Cancel Culture und Diskursverengung

Gegen­wärtig erfahren wir allerorts eine Zuspitzung dieser Ent­wicklung. Bildung dient zunehmend der Ein­übung „rich­tiger Hal­tungen“ zu poli­ti­schen Groß­themen wie Klima, Migration, Pan­demie oder Iden­tität. Schüler werden zur öffent­lichen Arti­ku­lation poli­ti­scher Anliegen ange­halten, während abwei­chende Mei­nungen mora­lisch sank­tio­niert werden.

Cancel Culture, Des­in­for­ma­ti­ons­be­kämpfung und staatlich geför­derte Wahr­heits­ver­waltung haben zu einer Ver­engung des Dis­kurses geführt. Wahrheit wird nicht mehr dis­ku­tiert, sondern admi­nis­triert; Irrtum nicht widerlegt, sondern iso­liert. Der demo­kra­tische Streit wird durch mora­lische Eti­ket­tierung ersetzt.

Die Schule ver­liert damit ihre eman­zi­pa­to­rische Funktion und ist zum Instrument ideo­lo­gi­scher Formung geworden. Lehrer fühlen sich in die Rolle von Hal­tungs­ver­mittlern gedrängt, Schüler zu Objekten päd­ago­gi­scher Steuerung ohne Zukunfts­per­spektive für die Jugend.

Über Ideo­lo­gi­sierung und Cancel Culture zur Diskursverengung

In der Gegenwart sieht man allerorts eine Zuspitzung dieser Ent­wicklung. Bildung dient zunehmend der Ein­übung „rich­tiger Hal­tungen“ zu poli­ti­schen Groß­themen wie Klima, Migration, Pan­demie oder Iden­tität. Schüler werden zur öffent­lichen Arti­ku­lation poli­ti­scher Anliegen ange­halten, während abwei­chende Mei­nungen mora­lisch sank­tio­niert werden.

Cancel Culture, Des­in­for­ma­ti­ons­be­kämpfung und staatlich geför­derte Wahr­heits­ver­waltung mittels DSA-Gesetz haben zu einer Ver­engung des Dis­kurses geführt. Wahrheit wird nicht mehr dis­ku­tiert, sondern admi­nis­triert; Irrtum nicht widerlegt, sondern iso­liert. Der demo­kra­tische Streit wird durch mora­lische Eti­ket­tierung ersetzt.

Die Schule ver­liert damit ihre eman­zi­pa­to­rische Funktion und ist zum Instrument ideo­lo­gi­scher Formung geworden. Lehrer fühlen sich in die Rolle von Hal­tungs­ver­mittlern gedrängt, Schüler zu Objekten päd­ago­gi­scher Steuerung ohne Zukunfts­per­spektive für die Jugend.

Wer noch tiefer in die The­matik der Umer­ziehung ein­steigen möchte, dem emp­fehle ich mein Buch „Umer­ziehung zum neuen Men­schen“, das im Dezember 2025 erschienen ist.

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