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Acht Schiffe der Klasse F127 könnten mehr als 40 Mil­li­arden Euro ver­schlingen — Marine-Auf­rüstung ver­schlingt Mil­li­arden: Kos­ten­ex­plosion bei neuen Flugabwehr-Fregatten

Die deutsche Marine will acht moderne Flug­abwehr-Fre­gatten erhalten. Doch die geplanten Kosten steigen massiv. Statt 26 Mil­li­arden Euro werden nun mehr als 40 Mil­li­arden Euro ver­an­schlagt. Vor allem ame­ri­ka­nische Waf­fen­systeme treiben den Preis in die Höhe.

Geld fürs Militär, Schulden für die Steu­er­zahler! Die Bun­deswehr steht erneut vor einer teuren Über­ra­schung bei einem Groß­projekt der Marine. Nach Infor­ma­tionen des “Spiegel” sollen die acht Flug­abwehr-Fre­gatten des Typs F127 deutlich mehr kosten als bisher angenommen.

Aktuelle Schät­zungen belaufen sich auf über 40 Mil­li­arden Euro. Ursprünglich waren rund 26 Mil­li­arden Euro vor­ge­sehen. Damit liegt der Preis pro Schiff bei mehr als fünf Mil­li­arden Euro.

Teure US-Technik als Preistreiber

Haupt­grund für die Kos­ten­stei­gerung sind die hoch­mo­dernen Aegis-Waf­fen­systeme aus den Ver­ei­nigten Staaten. Diese Systeme sollen die Schiffe in die Lage ver­setzen, Raketen, Drohnen und sogar Hyper­schall­waffen von See aus abzu­fangen. Die Beschaffung läuft über das soge­nannte Foreign Military Sales-Ver­fahren. Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­terium setzt sich der Finanz­bedarf aus dem Schiff­bau­vertrag, den US-Waf­fen­sys­temen und wei­teren Bei­stel­lungen zusammen.

Die Planung für die F127 läuft bereits seit Jahren. Bisher wurden nur Vor­ver­träge mit Thys­sen­krupp Marine Systems und der NVL-Gruppe geschlossen. Eine end­gültige Ent­scheidung steht noch aus. Im Minis­terium werde das Vor­haben wegen der Preis­stei­ge­rungen derzeit “intensiv betrachtet”. Auch unter den Haus­hältern der Merz-Klingbeil-Koalition gibt es Zweifel, ob das Projekt in dieser Form noch rea­li­sierbar ist.

Hin­ter­grund und par­allele Marineprojekte

Die F127-Fre­gatten sollen die älteren Schiffe der Sachsen-Klasse (F124) ersetzen und die Luft­ver­tei­di­gungs­fä­hig­keiten der Marine deutlich stärken. Sie gelten als zen­trales Element der soge­nannten Zei­ten­wende und sollen NATO-Ver­pflich­tungen erfüllen. Frühere Pla­nungen gingen von nied­ri­geren Stück­zahlen und Kosten aus. Die Aus­weitung auf acht Ein­heiten und die ambi­tio­nierte Aus­stattung haben die Zahlen nach oben getrieben.

Erst vor zwei Monaten hatte das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­terium unter Boris Pis­torius ein anderes Fre­gat­ten­projekt gestoppt. Die sechs geplanten F126-Schiffe wurden wegen Ver­zö­ge­rungen und dro­hender Kos­ten­stei­ge­rungen auf­ge­geben. Statt­dessen setzt die Marine nun auf acht kleinere MEKO-Fre­gatten des Typs A‑200, die vor allem der U‑Boot-Jagd dienen sollen. Für die ersten vier dieser Schiffe sind rund 6,3 Mil­li­arden Euro vor­ge­sehen. Eine Option auf vier weitere könnte etwa 5,3 Mil­li­arden Euro kosten. Bei der F126 waren bereits über zwei Mil­li­arden Euro geflossen.

Unge­wisse Zukunft für die F127: Wird das Projekt ein Milliardengrab?

Offi­ziell gibt das Wehr­ressort keine detail­lierten Aus­künfte zum aktu­ellen Stand der F127. Eine Spre­cherin verwies lediglich auf die Zusam­men­setzung der Kosten. Sicher­heits­experten und Oppo­si­ti­ons­po­li­tiker kri­ti­sieren die wie­der­holten Kos­ten­stei­ge­rungen bei Mari­ne­pro­jekten. Sie fordern eine rea­lis­ti­schere Planung und strengere Kon­trolle der Ausgaben.

Ob die acht Flug­abwehr-Fre­gatten in der geplanten Form und zum jetzt geschätzten Preis kommen, bleibt offen. Die Ent­scheidung dürfte in den kom­menden Monaten fallen und den Ver­tei­di­gungs­haushalt sowie den Bun­destag stark beschäftigen.

https://www.freiewelt.net/artikel/redaktion/konflikte/marine-aufruestung-verschlingt-milliarden-kostenexplosion-bei-neuen-flugabwehr-fregatten/44989

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