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Cles­ro­vimab gegen RSV: Wirk­samkeit unter der Lupe so gut wie nicht sichtbar

Cles­ro­vimab gegen RSV: Wirk­samkeit unter der Lupe so gut wie nicht sichtbar

(HT) Anlässlich der aktu­ellen Säug­lings-Impf­kam­pagne gegen RSV mit dem Passiv-Impf­stoff Cles­ro­vimab von Merck Sharp & Dohme, vor­an­ge­tragen u.a. im aktu­ellen EpiBull Nr. 37/2006 des RKI und im News­letter der Gelben Liste, wollte ich wissen, was an der angeb­lichen Wirk­samkeit der mono­klonalen Anti­körper wirklich dran ist. Mein Fazit nach einem ganzen Tag Recherche: Wenig bis nix.

Was ist Clesrovimab?

Cles­ro­vimab (Han­delsname Enf­lonsia) ist ein künstlich her­ge­stellter Anti­körper, der Babys in ihrer ersten RSV-Saison gegen das Virus schützen soll. Anders als eine Impfung, die den Körper zur eigenen Abwehr anregt, wird hier fertige Abwehr von außen gespritzt – ein­malig statt wie beim Vor­gänger Pali­vi­zumab monatlich.

Was die Studien ergeben

Cles­ro­vimab wurde an über 3.600 Säug­lingen getestet. Die Wirk­samkeit wurde zunächst bis Tag 150 aus­ge­wertet, ergänzend bis Tag 180.

Nicht schwer­wie­gende uner­wünschte Ereig­nisse wurden bis Tag 42 erfasst; schwer­wie­gende uner­wünschte Ereig­nisse (SAE) wurden bis Tag 365 und anschließend bis Tag 515 weiterverfolgt.

Die offi­zi­ellen Ergeb­nisse: Im Ver­gleich zum Placebo (sterile 0,9‑prozentige Koch­salz­lösung) wurden RSV-bedingte Infek­tionen der unteren Atemwege von 6,5 % auf 2,6 % gesenkt. Daraus errechnet der Her­steller einen 60%igen Schutz.

RSV-bedingte Kran­ken­haus­ein­wei­sungen wurden im Ver­gleich zu Placebo von 2,3 % auf 0,4 % gesenkt. Draus errechnet der Her­steller einen 84%igen Schutz.

Hos­pi­tal­ein­wei­sungen mit Infek­tionen der unteren Atemwege jeg­licher Ursache (!) waren in der Ver­um­gruppe mit 51 % der Pla­ce­bo­gruppe halb so häufig.

Soweit die Werbung. Der Haken liegt jedoch im Detail.

Relative und absolute Werte

Rechnet man in absolute Zahlen um, sieht es gleich wesentlich beschei­dener aus:

Bei RSV-bedingten Infek­tionen der unteren Atemwege pro­fi­tieren den Angaben der Studie zufolge nur etwa 4 von 100 Kindern (6,5 — 2,6 = 3,9): Man muss also rund 26 Babys behandeln, damit bei einem davon eine ärztlich behan­delte RSV-bedingte Infektion der unteren Atemwege ver­hindert wird.

Und bei den Kran­ken­haus­auf­nahmen wegen Atem­wegs­er­kran­kungen mit posi­tivem RSV-PCR-Befund pro­fi­tieren der Studie zufolge nur etwa 2 von 100 Kindern (2,3 – 0,4 = 1,9).

Und jetzt das Wich­tigste: Misst man, ob die Kinder ins­gesamt weniger ärztlich behan­delte Infek­tionen der unteren Atemwege durch­machen – unab­hängig von der jewei­ligen Ursache –, schrumpft der Effekt auf 13 Prozent und ist sta­tis­tisch nicht mehr nachweisbar.

Anders gesagt: Die Häu­figkeit von Erkran­kungen der unteren Atemwege in der Ver­um­gruppe unter­scheidet sich nicht sta­tis­tisch signi­fikant von der Placebogruppe.

Oder nochmal anders gesagt: In der Studie ließ sich kein sta­tis­tisch gesi­cherter Ein­fluss der Pas­siv­impfung auf das Risiko nach­weisen, an einer Infektion der unteren Atemwege jeg­licher Ursache zu erkranken.

Wie kommt so ein gewal­tiger Unter­schied zustande?

(…)

hier wei­ter­lesen:
https://tolzin.substack.com/p/clesrovimab-gegen-rsv-wirksamkeit

https://impfkritik.de/pressespiegel/2026091201.html

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