Wodarg, Schiffmann, Köhler ent­larven neu­esten Tönnies-Fehl­alarm mit klarer Theorie (+Video)

Während sich die Medien wieder mit Panik­mache und sinn­losen Betrach­tungen eines irrele­vanten R‑Werts über­schlagen, betrachten Dr. Wodarg, Dr. Schiffmann und der inter­es­sierte Beob­achter – Herr Björn Köhler – die Sache nüchtern um fest­zu­stellen: Es ist wahr­scheinlich WIE IMMER alles nur ein RIESEN FEHLALARM. 

Treibt man also die Covid-19-Sau weiter durch’s Dorf um die Angst am Köcheln zu halten? Wie gefährlich ist Covid-19 denn nun wirklich?

Hier noch ein inter­es­santes Bei­spiel, wie man mit Pani­k­er­zeugung durch völlig ent­gleiste Hoch­rech­nungen eine voll­kommen falsche Wahr­nehmung erzeugt, die jedoch hart­näckig im Bewusstsein ver­ankert bleibt: Schweden.

Jeder, den man fragt, sagt, ja, sicher, die haben nicht so einen scharfen Lockdown gemacht, AAAAABER: Sie hatten unglaublich viele Tote!

Das stimmt so nicht. Sehen wir uns dieses Dia­gramm an:

Die ocker­farbene Kurve ist die, die das bri­tische Imperial College für Schwedens Coro­natote vor­aus­gesagt hatte, wenn kei­nerlei Maß­nahmen ergriffen werden. Die graue Kurve zeigt die Todes­zahlen, die das Imperial College für Schweden vor­aus­be­rechnete, wenn nur moderate Maß­nahmen gegen Covid-19 ergriffen werden – und die blaue Kurve ist der tat­säch­liche Verlauf der Coro­na­toten. Die voll­kommene Fehl­ein­schätzung wird hier sehr deutlich – wird aber bis heute noch weithin so gesehen und geglaubt.

Hier ein sehr genau auf­ge­drö­selter, wis­sen­schaft­licher Beitrag zu den wahren Todes­zahlen und  wie man alles durch falsche Benutzung der Zahlen ver­zerren kann:

Klaus-Dieter Kolenda, ein deut­scher Medi­zin­pro­fessor schrieb auf der Plattform Heise, die Sterb­lich­keitsrate von Covid-19 (IFR, Infection Fatality Rate) sei „fünf- bis zehnmal höher“ anzu­setzen, als die IFR der jähr­lichen Grip­pe­epi­demien. Die Seite Swiss Policy Research argu­men­tiert jedoch, er habe zwei klas­sische Fehler begangen:

Zum Ersten ver­gleiche er die IFR der sai­so­nalen Influenza (bis zu 0,1%) mit frühen Modell­vor­hersagen der Covid-19-IFR. Diese frühen Modell­vor­her­sagen erwiesen sich jedoch als völlig unrea­lis­tisch (siehe die Grafik oben). Zuletzt redu­zierte sogar die US-Gesun­d­heits­­­be­hörde CDC ihren (immer noch vor­sich­tigen) Covid-IFR-Wert auf nur noch 0,26% (“best estimate”).

Der Pro­fessor schreibt sodann, dass Anti­kör­per­studien in Bra­silien und Spanien eine IFR von 1% oder mehr ergaben. Doch das stimmt nicht: Der Pro­fessor ver­wechselt die soge­nannte „rohe IFR“ (Todes­fälle geteilt durch Infek­tionen in einer Stu­di­en­gruppe) mit der bevölkerungs­basierten IFR, die an das Alters- und das Risi­ko­profil einer Bevöl­kerung ange­passt ist.

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Diese Unter­scheidung ist zentral, da Covid-19 haupt­sächlich ältere Hoch­ri­si­ko­gruppen (tödlich) betrifft: Tat­sächlich ereig­neten sich 40 bis 80% der „Covid-bedingten“ Todes­fälle in Pfle­ge­heimen. Wenn jedoch zehn von ein­hundert Pfle­ge­pa­ti­enten sterben, bedeutet das nicht, dass 10% der gesamten Bevöl­kerung sterben werden.

Bei­spiels­weise hatte das berühmte Kreuz­fahrt­schiff Diamond Princess mit seinen meist älteren Pas­sa­gieren eine “rohe IFR” von etwa 1,5%. Basierend auf diesem Wert berechnete Stanford-Pro­fessor John Ioannidis bereits im März eine bevölkerungs­basierte Covid-IFR von etwa 0,13% für die gesamte US-Gesellschaft.

Der deutsche Pro­fessor erwähnt zwar die Streeck-Anti­kör­per­studie zum Hotspot in Gangelt, die eine bevöl­ke­rungs­ba­sierte IFR von 0,36% ergab. Er erwähnt jedoch nicht, dass dies eine Ober­grenze war: Der berei­nigte IFR betrug 0,27% und das mittlere Todes­alter betrug 81 Jahre.

Die meisten Anti­kör­per­studien zeigen eine bevöl­ke­rungs­ba­sierte IFR zwi­schen 0,1% und 0,3%, was mit einer schweren Influenza ver­gleichbar ist. Für Men­schen unter 50 Jahren liegt die Covid-IFR sogar eher tiefer als bei der Influenza. Einige Hot­spots zeigten lokal höhere IFRs von bis zu 0,7%, aber diese Orte waren zumeist von einem Zusam­men­bruch des Pfle­ge­systems betroffen.

In jün­gerer Zeit haben immu­no­lo­gische Unter­su­chungen zudem gezeigt, dass sero­lo­gische (d.h. Blut-) Anti­kör­per­studien höchstens 20% der Infek­tionen nach­weisen, da die meisten Men­schen das Coro­na­virus mit ihrem muko­salen (d.h. Schleimhaut-) oder zel­lu­lären Immun­system neu­tra­li­sieren, ohne über­haupt (per­ma­nente) Anti­körper im Blut ent­wi­ckeln zu müssen.

Das bedeutet, dass der reale Covid-19-IFR deutlich unter 0,1% und damit in den Bereich der sai­so­nalen Influenza fallen kann. Das bedeutet auch, dass “Covid-19-Immu­ni­täts­pässe” und obli­ga­to­rische Impf­stoffe nicht funk­tio­nieren können. Und es erklärt, warum selbst Hot­spots wie New York City und Stockholm Anti­körper bei nicht mehr als 20% der Bevöl­kerung fanden.

Trotz der relativ geringen Leta­lität (IFR) kann die Mor­ta­lität (Gesamtzahl der Todes­fälle) lokal und vor­über­gehend stark erhöht sein, wenn sich das Coro­na­virus sehr rasch aus­breitet und dabei Hoch­risiko­gruppen in Pfle­ge­heimen und Kran­ken­häusern infi­ziert, wie das in vielen Hot­spots wie z.B. Nord­italien und Ost­frank­reich tat­sächlich der Fall war.

Dennoch blieb die kumu­lierte Gesamt­mor­ta­lität seit Jah­res­beginn selbst in stark betrof­fenen Ländern wie den USA und UK oder in Schweden (ohne Lockdown) im Bereich einer starken Influenza-Saison. Länder wie Deutschland und die Schweiz erlebten eine milde „Influenza-Saison“.

Die fol­gende Grafik zeigt, dass die globale Covid-19-Mor­ta­lität mit der berüch­tigten „fal­schen Pan­demie“ der Schwei­negrippe von 2009/10 ver­gleichbar ist und eine ganze Größen­ordnung unter den Grip­pe­pan­demien von 1957 (asia­tische Grippe) und 1968 (Hongkong-Grippe) liegt. Diese beiden waren ernst, aber das gesell­schaft­liche Leben konnte dennoch normal wei­ter­gehen.

Dabei sind diese Sterb­lich­keits­raten zwar an das Bevöl­ke­rungs­wachstum ange­passt, aber noch nicht an die Alterung der Bevöl­kerung: Denn die Alters­gruppe, die heute am stärksten von Covid-19 betroffen ist (80+), gab es in den 1950er Jahren noch kaum. Eine Anpassung an die Alterung würde Covid-19 daher im Ver­gleich sogar noch weniger dra­ma­tisch erscheinen lassen.

Im Gegensatz dazu warnt die UNO, dass auf­grund der poli­ti­schen Reaktion auf Covid-19 die Hälfte der Arbeiter der Welt oder rund 1,6 Mil­li­arden Men­schen nun unmit­telbar davon bedroht sind, ihren Lebens­un­terhalt zu ver­lieren. Allein in den USA wurden bereits 46 Mil­lionen Men­schen arbeitslos.

Siehe auch: Fakten zu Covid-19

Wie gefährlich Covid-19 im Ver­gleich zu anderen Epi­demien ist, zeigt diese Grafik der Deut­schen Bank Research:

Quelle: https://swprs.org/covid-19-letalitat-wie-man-es-nicht-macht/

 

https://youtu.be/OvbZTZOqAvg