Plan Inter­na­tionals‘ Umfrage zum Sicher­heits­gefühl von Mädchen und Frauen – ein Kommentar

In der Umfrage des Kin­der­hilfs­werks „Plan Inter­na­tional“, wurde fest­ge­stellt, dass Frauen und Mädchen sich zunehmend unsicher in Städten, Öffent­lichen Ver­kehrs­mitteln und auf Grün­flächen fühlen. Die Fol­gerung: Das Rol­len­ver­ständnis der Männer müsse sich ändern. Um welche Männer genau es sich handelt, wurde ver­schwiegen. Wundert das noch jemanden?

(von Maria Schneider)

Ich wurde bereits zwei Mal von Plan Inter­na­tional mit der Bitte um Spenden ange­schrieben. Jedes Mal prangten die Kon­terfeis der Unter­stüt­ze­rinnen und Weiß­west­le­rinnen Senta Berger und Dunja Hayali auf dem rie­sigen Wer­be­falt­blatt. Inzwi­schen scheint Frau Hayali ihr Amt als Bot­schaf­terin nie­der­gelegt zu haben. Ob der Miss­brauchs­skandal 2018 bei min­destens sechs Kindern bei Plan Inter­na­tional — analog zum Fra­ter­ni­sieren mit Ras­sisten — bei Frau Hayali die Angst vor Kon­takt­schuld geweckt hat und sie deshalb aus­ge­stiegen ist, ist unbe­kannt. Nahe­lie­gender ist wohl, dass Frau Hayali schlicht zu sehr damit beschäftigt ist, unbe­scholtene Bürger auf Ber­liner Demos mit frechen Fragen zu trak­tieren, statt sich zur Abwechslung einmal als Christin und beken­nende Lesbe mit der Situation ihrer Glau­bens­schwestern und den ver­folgten Schwulen und Lesben in ihrer ira­ki­schen Heimat zu befassen.

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Nach meinen per­sön­lichen Erfah­rungen werden die Täter – nämlich mehr­heitlich aus­län­dische Straf­täter – aus Wirk­lich­keits­ver­wei­gerung, Ego­ismus, Bequem­lichkeit und Wirk­lich­keits­ver­kennung nicht benannt. Wie überall spielt natürlich auch hier die Angst vor der Kon­takt­schuld und Kon­ta­mi­nation mit, wenn man sich mit einer als „rechts­ra­dikal“, „ras­sis­tisch“ usw. gebrand­markten Person abgibt oder gar ihre Meinung teilt.

Da ich von 1994 bis 2004 eng mit syri­schen Christen befreundet war und tat­sächlich fast mein letztes Hemd für sie gegeben hätte, bevor ich die Freund­schaft mit dem Nehmer-Clan beendete, wusste ich genau, was mit dem Grenz­putsch 2015 auf uns zukommt. Zwar bin ich für die Auf­nahme der ver­folgten Christen, dennoch teilen sie viele archaische Sitten mit ihren mus­li­mi­schen Lands­leuten, wie Jung­fräu­lichkeit vor der Ehe und streng patri­ar­chale Strukturen.

Meine ver­zwei­felten und mitt­ler­weile been­deten Auf­klä­rungs­ver­suche seit 2015 kos­teten mich die Mit­glied­schaft in 2 Berufs­ver­bänden und zahllose Freund­schaften mit Femi­nis­tinnen, Lesben, Schwulen und Frau­en­not­ruf­mit­ar­bei­te­rinnen. ALLE beschul­digten mich des Rechts­ra­di­ka­lismus und der maß­losen Übertreibung.

Die Not­ruf­mit­ar­bei­terin — eine sehr femi­nis­tische Lesbe, die ich seit 25 Jahren kannte — ver­wei­gerte 2017 die Teil­nahme an unserem Stra­ßen­stand zu Migran­ten­gewalt gegen Frauen, denn, „Jeder Mensch hat das Recht, zu leben, wo er will. Man MUSS bei JEDEM erst einmal annehmen, dass er Schlimmes erlebt hat und trau­ma­ti­siert ist. NIEMAND – auch nicht die archaisch sozia­li­sierten Männer – darf abge­wiesen werden, da es einfach keine Grenzen geben darf.“

Wir ver­an­stal­teten dennoch unseren Stand zu Gewalt von zuge­wan­derten Männern und wurden von Grünen Frauen mit aus­ge­bleichter Öko­kleidung, strup­pigen Haaren — kurz: mit einem Erschei­nungsbild, mit dem sie gewiss keine Über­griffe zu befürchten haben werden — besonders scharf ange­griffen. Über Stunden stellten sich außerdem bullige SPD-Mit­glieder gegenüber unserem Stand auf und beob­ach­teten uns.

Eine Frau­en­be­auf­tragte sprach mich am Stand an und warf mir vor, mit dieser Aktion die enorme häus­liche Gewalt unter Deut­schen zu ver­harm­losen. Ich dankte für den Hinweis und klärte sie auf, dass man das eine nicht ver­harmlost, nur weil man auch auf das andere hin­weist. Nach ein paar wei­teren Minuten uner­freu­licher Kon­ver­sation mit der miss­lau­nigen Dame, die gerade eine Anti-Zucker-Diät machte, wandte ich mich ab und ließ mich lieber von einem jungen Kampf­sportler in Selbst­ver­tei­di­gungs­tech­niken einweisen.

Meine Kol­le­ginnen sind mehr­heitlich weiblich. Fast alle finden Mul­ti­kulti toll, denn sie wollen eine plu­ra­lis­tische Gesell­schaft, in der nicht nur Deutsche leben. Sie wollen sich auf dem Wochen­markt im voll­kommen über­frem­deten Offenbach an den Waren aus ver­schie­densten Regionen der Welt erfreuen. Rühr­selige Geschichten werden dar­ge­boten, um zu belegen, dass man Hundert illegale Migranten zunächst wie Gerechte behandeln muss, um den einen Gerechten dar­unter nicht zu ver­lieren. Bei­spiels­weise den süßen Afghanen, der in seiner eigenen Bäckerei haus­ge­machte Kuchen ver­kauft, deren Rezepte er von den netten, alten, Offen­bacher Urein­woh­ne­rinnen bekommen hat. Mensch, was täte unser Land nur ohne diesen Mann!

Viele meiner ehe­ma­ligen Bekannten möchten unbe­dingt wei­terhin unter den Restau­rants ver­schie­dener Länder aus­wählen können. Das ist wahn­sinnig wichtig!! Viel wich­tiger, als die ver­ge­wal­tigten Frauen und Mädchen, für die gerade meine Kol­le­ginnen ekla­tantes Des­in­teresse und eine für mich bis heute nicht nach­voll­ziehbare Her­zens­kälte an den Tag legen.

Außerdem müsse man Ver­ständnis für die Afri­kaner haben — wie mir eine weitere Freundin letzt­malig erklärte, bevor sie den Kontakt abbrach — denn in Afrika müsse ein Afri­kaner die gesamte, riesige Familie mit­ver­sorgen. Hier hätte er endlich einmal die Gele­genheit, für sich selbst etwas auf­zu­bauen. Und dies sei ein valider Grund, ihn nicht abzuschieben.

Meine ehemals zahl­reichen, schwulen Freunde ver­weigern bis heute den Blick auf die Rea­lität, denn wich­tiger ist der nächste Urlaub am Schwu­len­strand mit den netten, jungen Körpern, der nächste Son­nen­un­tergang, das Früh­buchen des 5‑S­terne-Hotels zu Schnäpp­chen­preisen und die Sauna oder der Dark Room in der Disko für die anonyme Befrie­digung. Über unan­ge­nehme Dinge reden – „Nein, nein, und nochmals nein“ – ist es doch viel ange­nehmer, geziert am Pro­secco zu nippen und hys­te­risch über sinn­loses Geschwätz zu gackern.

Und die Lesben? Die Moslems sind doch auch eine ver­folgte Min­derheit! Wie die Schwulen und Lesben. Des­wegen ist frau soli­da­risch und sieht groß­zügig über das Kopftuch hinweg. Die AfD wählt frau auf keinen Fall, auch wenn Alice Weidel dabei ist, denn die AfD ist gegen die „Ehe für alle“. Mein Einwand, dass ich doch lieber die kon­ser­vative Ein­stellung der AfD statt einen Kran im Iran in Kauf nehmen würde, an dem Schwule erhängt werden, erreicht das Pavlow’sche, pro­gram­mierte Hirn nicht.

Daher habe ich auf­ge­geben und lasse sie alle — die Kol­legin, die sich erdreistet, einem ost­deut­schen Kol­legen zu sagen, wie ungern sie im Osten wegen der vielen Nazis sei, die les­bische Notruf-Frau, die sich weigert, migran­tische Gewalt anzu­er­kennen, das schwule Paar, das lieber seinen nächsten Luxus­urlaub plant und jedes unan­ge­nehme Gespräch abblockt und ja, sogar die Pas­torin, die — nur, um mich und andere, „ver­stockte Ras­sisten, Ego­isten und Kon­ser­vative“ zu ärgern — einen Afri­kaner im Got­tes­dienst trommeln lässt — ich lasse sie alle in Ruhe in ihrer Ver­wei­gerung, ihrer Scheinwelt und warte ab, bis die Rea­lität zuschlägt. Denn der Tag wird kommen, an dem ihr Wol­ken­ku­ckucksheim zusam­men­bricht. Und ja, ich gebe es zu: An jenem Tag, werden sie ver­gebens nach mir rufen.

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Maria Schneider ist freie Autorin und Essay­istin. In ihren Essays beschreibt sie die deutsche Gesell­schaft, die sich seit der Grenz­öffnung 2015 in atem­be­rau­bendem Tempo ver­ändert. Darüber hinaus ver­fasst sie Reiseberichte.
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Maria_Schneider@mailbox.org