Gesundheit, Natur & Spiritualität

Sacha Inchi – Das Öl aus der Inka-Nuss

9. August 2018

Sacha Inchi (gesprochen: Satscha Inschi), die Berg-Erdnuss aus Peru, ist plötzlich in aller Munde und gilt als neue Wunderpflanze. Zu Recht? Diese Frage kann eindeutig mit Ja beantwortet werden, denn das Öl aus der Rankpflanze mit ihren sternförmigen Springfrüchten verfügt über ein einzigartiges Fettsäureprofil, dem zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden.

Schon die Inkas und deren Vorfahren bauten die Berg-Erdnuss in den hochgelegenen Regenwäldern der Anden Südamerikas an. So fand man etwa Darstellungen der Pflanze und ihrem Früchten auf Gefäßen in Inka-Gräbern. Sacha bedeutet Hügel, Inchi steht für Erdnüsse. Ihre Kultivierung kann also auf eine mehrere Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken. Doch erst als die peruanische Regierung die Inka-Nuss vor einigen Jahren zur bedrohten Art erklärt hat und nun Agrarprogramme unterstützt, die ihren nachhaltigen Anbau zum Ziel haben, rückt sie ins Ziel der Öffentlichkeit. Auch die Änderung der Novel-Food-Ordnung trägt zu ihrer Wiederentdeckung bei.

Bis vor kurzem durfte das Öl nur bei der Kosmetikherstellung verwendet werden, inzwischen hat man die hochwertigen Inhaltsstoffe erkannt und es auch als Nahrungsmittel zugelassen.
„Das Besondere an Sacha Inchi beziehungsweise dem daraus gewonnenen Öl ist der ungewöhnlich hohe Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren“, sagt Biologe und Buchautor Dr. Josef Pies aus Bonn. So enthält Sacha-Inchi-Öl allein von der Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure (ALS) mehr als
50 Prozent. Hinzu kommen etwa 40 Prozent Linolsäure (Omega 6) plus knapp zehn Prozent Ölsäure (Omega 9). Von gängigen Ölen wird es vor allem hinsichtlich ALS nur vom Leinöl übertroffen. Doch das verdirbt schnell und wird dann ranzig.

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Sacha-Inchi-Öl ist dagegen kühl gelagert bis zu einem Jahr haltbar. „Der Grund dafür sind seine Ölbegleitstoffe, allen voran das Antioxidans Vitamin E“, erklärt Pies. Vitamin E schützt nicht nur das Öl vor dem Oxidieren, sondern auch den menschlichen Körper vor schädlichen freien Radikalen. Die Inka-Nuss ist also aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sehr wertvoll.

Dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die aus pflanzlichen Quellen stammen, gesünder sind als gesättigte, die in tierischen Produkten vorkommen, ist längst bekannt. „Hintergrund dafür ist, dass etwa die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure und die Omega-6-Fettsäure Linolsäure um das gleiche Enzym konkurrieren – nämlich um die Delta-6-Desaturase“, erläutert der 60-jährige Wissenschaftler. Dieses Enzym produziert hormonähnliche Botenstoffe, die im Körper fein aufeinander abgestimmt sind. Gerät das Verhältnis dauerhaft zugunsten der Linolsäure aus dem Gleichgewicht, entsteht zu viel schädliche Arachidonsäure. Diese wird dann in den Zellen angereichert – mit der Folge: Das Immunsystem ist in ständiger Alarmbereitschaft und neigt zu entzündlichen Überreaktionen.

Ein Zuviel an Transfettsäuren in der Nahrung kann mit der Zeit dann zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen oder Krebs führen. Während ungesättigte Fettsäuren entzündungshemmend wirken, für geschmeidige Gefäße sorgen und den Blutdruck senken. Dennoch wird in unserer westlichen Gesellschaft nach wie vor zu viel Fleisch und zu wenig Obst und Gemüse gegessen. „Umso mehr sollte man auf wertvolle Speiseöle achten“, betont Pies. Schon ein bis zwei Esslöffel Sacha-Inchi-Öl decken den täglichen Tagesbedarf eines Erwachsenen an Omega-3-Fettsäuren.

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Abgesehen vom hohen ALS-Gehalt hat das Sacha-Inchi-Öl noch weitere zahlreiche Vorteile. Erstens riecht das daraus gewonnene gelb-grüne Speiseöl zart nach zerriebenen Blättern und hat einen leckeren, leicht nussigen Geschmack. Zweitens ist es rein pflanzlich und daher auch für Vegetarier geeignet. Drittens ist es bekömmlich und leicht verdaulich. Viertens ist der nachhaltige Anbau nicht nur ökologisch verträglich, sondern hilft auch der Landbevölkerung Perus. Und fünftens enthält Sacha Inchi – wie bereits erwähnt – wichtige Ölbegleitstoffe wie Vitamin E. Vor allem im Vergleich zum Omega-3-haltigen Fischöl, das tranig schmeckt, mit Schwermetallen belastet ist und gern im Magen liegt, ist Sacha Inchi zweifellos die bessere Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Nur Krillöl, das in der Regel in Kapseln angeboten wird, ist da noch eine gute Alternative.

Ohne Öl geht in der Küche nichts. Sei es zum Braten, Frittieren oder fürs Salatdressing. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Öle gleich verwendet werden können. „Öle mit hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Lein- oder Sacha-Inchi-Öl sind nicht zum Erhitzen geeignet, sondern nur für kalte Gerichte, da diese Fettsäuren beim Erhitzen ungesunde Transfettsäuren bilden“, sagt Dr. Josef Pies.

Am besten schmeckt das Öl aus der Inka-Nuss auf Pellkartoffeln oder Gemüse, im Quark, in der Suppe oder der Salatsoße. Man kann es konzentriert verwenden oder mit anderen Ölen mischen, um neue Geschmacksnuancen zu kreieren. Sacha-Inchi-Öl ist eine schmackhafte Bereicherung für jede Küche.

Wissenswertes zu Sacha Inchi

Die Inka-Nuss gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse. Man kennt etwa 6000 Arten, von denen zehn auch in den Tropen Südamerikas zu finden sind. Die Berg-Erdnuss ist eine Laub abwerfende mehrjährige Rankpflanze mit vielen Zweigen und Blättern. Sie wächst in den hochgelegenen Regenwäldern der Anden Südamerikas. Am besten gedeiht sie im feuchtwarmen Klima in bis zu 1700 Metern Höhe. Die schnell wachsende Pflanze braucht viel Wasser sowie saure Böden.
Sacha Inchi hat lang gestielte, spitze, ovale Blätter mit gezackten Rändern. Drei bis fünf Monate nach dem Pflanzen blüht die Berg-Erdnuss bis zu 19 Tage lang. Zuerst gehen die weißen männlichen Blüten in Büscheln auf und kurz darauf einige wenige weibliche Blüten. Während der nächsten drei bis vier Monate reifen dann die Früchte heran. Sie sind anfangs grün, verfärben sich aber mit der Zeit dunkelbraun. Rund acht Monate nach der Aussaat erfolgt die erste Ernte.
Bei den sogenannten Springfrüchten, die sternförmig angeordnet sind, handelt es sich um Kapseln mit einer Größe von drei bis fünf Zentimetern. Diese enthalten wiederum die länglichen Samenkörner, aus denen das Öl gepresst wird.

Durch den hohen Gehalt an der Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure (ALA) ist Sacha Inchi-Öl auch sehr gut für die Haut. ALA kann bei entzündlicher Haut sowie trockener und reifer Haut auch äußerlich helfen. Alpha Linolensäure wirkt stark zellregenerierend und zellaktivierend. Manche Kosmetikerinnen empfehlen für die äußere Anwendung Sacha Inchi-Öl mit Sheabutter zu vermischen, damit die mehrfach ungesättigten Fettsäuren besser in die Haut geschleust werden.
Durch den geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren wirkt das Öl aus Peru auch Verhornungsstörungen entgegen. Als leichtes, niedrigviskoses Öl eignet es sich auch zur Pflege fettender Haut. Sacha Inchi zieht im Vergleich zu anderen Ölen schnell ein. Der hohe Vitamin E-Gehalt pflegt und regeneriert die Haut zusätzlich.

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