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Politik

ADAC – Allgemeiner Deutscher Automobil-Club: „Wir sind nicht Deutsch!“

5. September 2018

Stellen Sie sich mal vor, BMW – die „Bayerischen Motorenwerke“ – kämen plötzlich als „IMW“ – als „Internationale Motorenwerke“ – daher. Oder die „Deutsche Bank“ als „Internationale Bank AG“ usw. Der Beispiele gibt es viele. Ungläubiges Kopfschütteln wäre das Mindeste, was eine solche Namens- und damit Marken-Änderung hervorriefe.

(Von Peter Helmes)

Niemand gibt einen weltweit bekannten Namen ohne triftigen Grund auf. Der ADAC tut es – und erlebt einen Proteststurm der Sonderklasse. Man wartet auf eine schlüssige Erklärung. Was der ADAC dazu von sich gibt – siehe unten, Brief Andrea Häußler – ist aber keine schlüssige Erklärung, sondern hilfloses Gewürge.

Machen wir es dem ADAC mit seiner Begründung einfacher:

  • Entweder er bekennt sich zur politischen Absicht, die unübersehbar hinter der „Werbe-Botschaft“ hervorscheint, oder
  • der ADAC nimmt diese Beleidigung der deutschen Mitglieder des Clubs zurück.

Ich bin seit 1964, also seit 54 Jahren, ADAC-Mitglied und habe das nie bereut, zumal ich oft die Dienste „meines“ Autoclubs in Anspruch nehmen mußte. Das ist nun vorbei. Es gibt auch Alternativen, die „Deutsch“ oder „Deutschland“ stolz im Vereinsnamen tragen.

—–

Hier sind drei Wortmeldungen dazu, die stellvertretend für die vielen Protestschreiben an den ADAC stehen:

Der langjährige conservo-Autor Klaus Hildebrandt kündigt dem ADAC

Betr. : Meine Mitgliedsnummer 209791794, Hier  : Sofortige Kündigung

Sehr geehrte Damen und Herren vom ADAC,

Ihre an Herrn Dr. Sch. gerichteten Zeilen sprechen eine klare Sprache. Vermutlich gibt es sogar eine „politische Abteilung“ in Ihrem Club, der sich der deutschen Politik anbiedert und unterordnet. Um politisch berieselt zu werden, bin ich jedoch nicht Mitglied in Ihrem „Verein“ geworden, sondern der „Starthilfe“ halber, sollte mal eins meiner Autos nicht anspringen.

Hiermit kündige ich meine ADAC-Plus Mitgliedschaft auf der Stelle zum frühestmöglichen Zeitpunkt und bitte um Bestätigung meiner Kündigung.

Und schicken Sie mir ab sofort kein ADAC-Heft mehr zu, denn es landet bei mir nur im M Ü L L. Vergessen Sie nicht: Es gibt „Alternativen“. Hier herrschen Zustände wie einst in der DDR, die meinte alles im Griff zu haben.

Klaus Hildebrandt

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Dem Schreiben Hildebrandts war folgender Schriftwechsel vorausgegangen: 

Gesendet: Montag, 03. September 2018 um 14:07 Uhr
Von: „N. Sch.“ An: service2@adac.de
Betreff: AW: ADAC – Mitgliedsnummer: 158882744, Vorgang: 8743636

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre verlogene Heuchelei können Sie denen erzählen, die das glauben.

Wenn man als modernes weltoffenes Unternehmen auf sein internationales Standing verweisen möchte und ein vernünftiger Unternehmer mit Wurzeln in einem Land ist, zu welchem man wahrhaft steht, dann schreibt man „Wir sind international“ und nicht „wir sind nicht Deutsch“. Letzteres hat ein ganz anderes Bild und das ist Ihnen, ja, soviel Verstand traue ich Ihnen und dem ADAC-Vorstand durchaus noch zu, wohl bewusst. Ihre „Offenheit, Toleranz und Diversität“ schieben Sie sich also bitte dahin wo es hingehört. Mein „Club“ ist der ADAC nicht mehr!

Hiermit kündige ich umgehend meine Mitgliedschaft beim ADAC, ebenso meine ADAC-Kreditkarten und etwaige Versicherungen.

Bitte informieren Sie mich zeitnah über den Vollzug meine Kündigung nebst sämtlicher etwaiger „Restlaufzeiten“, von welchen ich wünsche, dass diese so kurz als möglich sind, weil mir aus Gewissengründen ein weiterer Verbleib in Ihrem „diversen Club“ schlicht unerträglich ist.

Norbert Schwarzer

PS: Zum Zwecke der Absicherung BCC-Leser

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Von: service2@adac.de [mailto:service2@adac.de] Gesendet: Montag, 3. September 2018 13:32
An: n.sch., Betreff: ADAC – Mitgliedsnummer: 158882744, Vorgang: 8743636

Sehr geehrter Herr Dr. Sch.,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Für den ADAC ist es wichtig, nicht nur die positive Meinung seiner Clubmitglieder zu erfahren, sondern auch über deren Kritikpunkte informiert zu werden. Dies gibt uns die Gelegenheit, etwaige Unstimmigkeiten zu klären.

Erlauben Sie uns bitte zu der aktuellen Imagekampagne folgende Stellungnahme:

Der ADAC ist tief in Deutschland verwurzelt und steht als starke Marke für Offenheit, Toleranz und Diversität.

Was die verknappte Botschaft wir sind nicht Deutsch aus einem von vier Motiven unserer neuen Werbekampagne aussagt ist, dass der ADAC nicht nur in Deutschland, sondern weltweit Leistungen für seine Mitglieder erbringt.

Bei unserer Kampagne geht es ausschließlich darum zu zeigen, dass wir als ADAC viel mehr sind als Allgemein, Deutsch, Automobil und Club. Dazu gehört natürlich ein ordentlicher Schuss Selbstironie. Zum Beispiel damit zu arbeiten, dass wir als deutsche Institution erstmal irritieren, wenn wir unser „Deutsch sein“ vermeintlich verneinen, um es im selben Atemzug dann wieder aufzulösen.

Wer da was falsch versteht und wer was falsch verstehen will, um von unserer Bekanntheit zu profitieren, lassen wir mal außen vor. Unsere Werbekampagne hat keinerlei politischen Hintergrund und soll ausschließlich das breite Leistungs-Portfolio unseres Clubs darstellen. Da ist vielen Menschen vieles über den ADAC gar nicht bekannt.

Sehr geehrter Herr Dr. Schwarzer, es wäre schön Sie auch künftig zum Kreise unserer zufriedenen Mitglieder zählen zu dürfen.

Freundliche Grüße, Andrea Häußler

Mitgliederservice (Mitgliedschaft & Versicherungen)
ADAC e.V., 81360 München, Tel. (0 89) 76 76 46 86, Fax (0 89) 76 76 40 60, E-Mail: service2@adac.de, www.adac.de/impressum

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Von: N. Sch.
Gesendet: Donnerstag, 30. August 2018 14:57, An: ‚ambulance@adac.de

Betreff: Frage eines langjährigen Mitglieds – Wichtigkeit: Hoch

Sehr geehrte Damen und Herren,

ist es wahr, dass Sie Werbung mit dem Spruch „Wir sind nicht Deutsch“ machen (s. Anlage) oder ist dies ein Fake der Konkurrenz um gerade die lukrativere Kundschaft zum Übertritt zu motivieren?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. N. Sch.

Mitglied (Plus) seit: 1993, ADAC-Nr.: 158882744

An: Bcc-Leser: Diese Information darf geteilt werden

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Ein Kommentar zur ADAC-Werbung: „Wir sind nicht deutsch“

Von Felizitas Küble *)

Reklame kann ja gerne etwas schräg sein, vor allem, wenn die Sprüche witzig und originell sind. Allerdings trifft das auf die aktuelle ADAC-Werbung nicht zu, in der es heißt: „Wir sind nicht deutsch.“  – Dabei steht das ADAC-Kürzel bekanntlich für: Allgemeiner Deutscher Automobil-Club.

Der Buchstabe „D“ bedeutet also  natürlich deutsch – müßte man meinen.

Aber in der Plakat-„Beschreibung (siehe Foto) heißt es stattdessen  – durch eine weiße Fläche auch noch eigens hervorgehoben: „Wir sind nicht deutsch.“ – Sodann weiter: „Wir sind überall. Und an Grenzen machen wir nicht halt.“

Daß der ADAC-Service auch Grenzen überwindet, wird die Mitglieder freuen, wenn sie mit ihrem Wagen außer Landes eine Panne erleben bzw. erleiden.

Aber für diese „Botschaft“ hätte dieser Werbe-Slogan  – der auch in einem ADAC-Video auftaucht –  doch besser lauten können: „Wir sind deutsch und noch viel mehr“ – oder „Wir sind deutsch und zugleich grenzenlos“ oder dergleichen.

So klingt der Spruch links-zeitgeistig, als handle es sich um ein ausländisches Unternehmen, das „grenzenloserweise“ auch in Deutschland seinen Service anbietet.

Das finde ich weder kreativ noch originell, sondern einfach nur noch peinlich. (Quelle: https://charismatismus.wordpress.com/2018/09/03/zur-adac-werbung-wir-sind-nicht-deutsch/)


*) Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk (CHR) in Münster – eine Aktionsgemeinschaft katholischer und evangelischer Christen zur christlichen Öffentlichkeitsarbeit. Küble verantwortet auch das „Christliche Forum“ (https://charismatismus.wordpress.com)

conservo.wordpress.com


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