Die Dichterin Emily Dickens und der Entdecker und Philosoph Charles Darwin sind prominente Beispiele für eine Krankheit mit einem schier unaussprechlichen Namen: Kryptopyrrolurie, kurz KPU. Sie waren hoch intelligent, kreativ und reagierten hochsensibel auf Stress. Beide gingen im Alter von etwa 30 Jahren in ein freiwilliges Exil. Nur durch den Rückzug vom Leben war es ihnen möglich, weiter schriftstellerisch tätig zu sein. Entdeckt wurde die KPU schon in den 1960er-Jahren und jeder Zehnte leidet darunter. Die Schulmedizin ignoriert die Krankheit.

Die Stoffwechselstörung kann angeboren sein, vor allem Kinder von psychisch Kranken haben ein erhöhtes Risiko. KPU kann aber auch erworben sein. Der Internist und Umweltmediziner Dr. Bodo Kuklinski, der die KPU erforscht und bekannt macht, hat beobachtet, dass auch Halswirbelerkrankungen die KPU auslösen können (siehe dazu das Buch „Schwachstelle Genick“ von Dr. Bodo Kuklinsi).
Da das Immunsystem bei den Betroffenen nicht richtig funktioniert, erhöht die KPU nach Einschätzung Kuklinskis auch das Risiko, an Krebs zu erkranken. Häufig kommt es auch zu Funktionsstörungen von Schilddrüse, Nebenniere, Bauchspeicheldrüse und Magen.
Jede Art von Stress, emotionaler, aber auch physischer – etwa durch Infektionen, Verletzungen, Operationen – verstärkt die Stoffwechsel-Störung.

Eine psychische Erkrankung war es denn auch, die Mediziner Ende der 1950er-Jahre auf die Spur der KPU brachte. Die US-amerikanischen Ärzte Dr. Pfeiffer und Dr. Irvine suchten eine Substanz, mit der sich die Schizophrenie erklären ließ. Sie entdeckten Pyrrole, bestimmte Stoffwechselprodukte, die im Urin ausgeschieden werden. Sie stellten fest, dass bei 52 % der Schizophrenen Pyrrole im Urin auftauchten. Pyrrole finden sich nach heutigem Stand der Forschung im Urin bei 42 % der Psychiatriepatienten, bei 24 % der geistig behinderten Kinder, bei 30 bis 40 % der ADHS-Kinder und bei 11 % der gesunden Bevölkerung. Fatalerweise werden bei den Betroffenen auch sehr viele wichtige Mikronährstoffe mit ausgeschieden. Das führt zu gravierenden Mangelerscheinungen. Für den britischen Ernährungsberater und Autor Patrick Holford gehört die Pyrrolurie „zu den biochemischen Unausgewogenheiten, die zu Symptomen psychischer Erkrankungen führen können“.
Pyrroliker bekommen oft schulmedizinische Falsch-Diagnosen wie „Burnout“, „Reizdarm“ oder „Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS)“. Gerne schickt man die Betroffenen in eine psychosomatische Klinik. Die Beschwerden bleiben. Die Odyssee geht weiter. Der Betroffenen wird immer schwächer. Es kommt zu Folgeerkrankungen. Dabei wäre eine schnelle Diagnose möglich. Der Therapeut müsste nur nach Pyrrol im Urin suchen. Es gibt einen Test. Er ist einfach und kostet nicht viel.

Links:
https://www.vakverlag.de/leseproben/978–3‑86731–152‑6.pdf
https://lebenmitkpu.wordpress.com/author/lebenmitkpu/
























