Politik

War zu erwarten: US-Rüstungslobby-ThinkTank beschuldigt Russland, die Gelbwesten „aufzuhetzen“

12. Dezember 2018

Heimliche Medienzentralen, die offen sichtbar sind

Egal, ob bei Pegida oder bei Höcke-Auftritten, russische Medien sind live dabei und übertragen die Botschaften der Rechten. Doch nun gibt es auch russische Kanäle für Linke und Ökos. Ihre Zentrale haben sie nicht in Moskau oder St. Petersburg, sondern in Berlin.“ schreibt T-Online empört.

Ja, und? ARD, ZDF und Deutschlandfunk, alle staatlich – und diverse andere, nichtstaatliche Nachrichtenagenturen -, unterhalten in fast allen Hauptstädten der Welt ihre Niederlassungen, Korrespondenten und Teams. Das ist normal. Aber, sobald diese Niederlassungen russisch sind, ist das schon ein Beleg für Einflussnahme, Wahlmanipulation und Sabotage durch den bösen Russen.

T-Online hat sich auf Recherche begeben und – man glaubt es kaum – „Mitten in Berlin Russlands heimliche Medienzentrale“ gefunden. RT habe dort seinen Sitz, Ruptly, Redfish und Maffick. „Dahinter stecken Facebook-Kanäle mit teilweise Millionen Followern, die vor ihren Fans die wahre Identität mit viel Aufwand verschleiern. Das haben Recherchen von t-online.de ergeben.“

Die Adresse der Firmen der „heimlichen Medienzentrale der Russen“ steht zwar brav in den Impressi der Webseiten, sowohl bei RTdeutsch, Ruptly, Redfish und Maffick, und man findet die auch sofort mit zwei Mausklicks heraus. Dass alle zu RussiaToday gehören, weiß jeder, der zweimal auf deren Seiten war. Ja, und? Es ist immer gut, in dem russophoben, globalistischen Einheitsbrei der hiesigen Medien wenigstens mal ein Gegengewicht zu finden.

Proteste der Gelbwesten – alles russische Propaganda

Nicht nur in Deutschland mischt der böse Russe den Staat auf. Auch in Frankreich sieht T-Online und manch anderes Mainstreammedium das böse Zersetzungswerk. „Schürt Russland mit Desinformation die Proteste, um Macron zu schaden?“

Gibt es Belege?

Möglicherweise spielen auch 600 Twitter-Profile dabei eine Rolle, die laut einer US-Stiftung dafür bekannt sind, die Agenda des russischen Kremls zu befördern. „#giletsjaunes“, die französische Bezeichnung für die Gelbwesten, sei in den vergangenen Wochen der bedeutendste Hashtag der Profile gewesen, sagte Bret Schafer vom German Marshall Funds der Nachrichtenagentur Bloomberg.“

Wer ist diese US-Stiftung? Das wird nicht genannt. Vielleicht die OpenSociety oder eine andere der vielen, russlandfeindlichen Stiftungen des Herrn Soros? Man erfährt es nicht. Und „sind bekannt dafür“ ist ebenfalls eine mehr als schwammige Behauptung. Also ist das schon einmal kein valider Hinweis. Sehr wahrscheinlich ist die Stiftung aber der genannte German Marshall Funds, und der ist uns doch wohlbekannt.

Ein ThinkTank der US-Rüstungsindustrie, der gewählte Regierungen stürzt und Kriege sucht, bezichtigt Russland der Einmischung in Frankreichs Proteste

Dieser US-ThinkTank ist eine von mehreren Organisationen von US Interventionisten, die im Interesse ihrer eigenen globalen Wirtschaftsinteressen, insbesondere im Rüstungsbereich, einen weltweiten Interventions- und Hegemonialanspruch für sich selbst in Anspruch nehmen und ständige Kriegshetze gegen Russland betreiben. Die Seite Heise schreibt dazu:

Barack Obama und Hillary Clinton, aber auch die Bush Familie und McCain oder Lindsey Graham sind die Frontleute dieser kriminellen Organisation. Diese Deep State Gruppe nimmt sich selbst das Recht, in USA und anderen Ländern gewählte Regierungen zu stürzen und bedient sich dabei bedenkenlos auch des millionenfachen Mordes durch Krieg, aber auch Folter und organisiertem Verbrechen. (…) Beim German Marshall Fund findet man die Sympathisanten und Unterstützerkreise von Nazikiev und dem US-Regimechange Satrapen, der so genannten „Opposition“ in Moskau, wie der Ex-US-Botschafter in Moskau, Michael McFaul, bei der „Alliance for Securing Democracy“.

Als die Satiresendung „die Anstalt“ den bekannten und einflussreichen Zeit-Redakteur Jochen Bittner als Mitwirkenden an einem Projekt dieses German Marshal Funds aufs Korn nahm, versuchte Herr Bittner jede Verbindung dahin abzustreiten, insbesondere, dass er die Ziele und Inhalte einer Rede des damaligen Bundespräsidenten Gauck im Sinne des German Marshall Funds geschrieben habe. Herr Gauck forderte in der Rede, dass Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernehmen müsse, auch militärisch.

Er war zwar nicht der Redenschreiber. Er hat aber im Auftrag des German Marshall Fund und zusammen mit dessen ehemaligem Direktor Thomas Kleine-Brockhoff – der übrigens auch mal Zeit-Redakteur war – an diesem Papier zur neuen deutschen Außenpolitik gearbeitet, während derselbe Thomas Kleine-Brockhoff in demselben Sinn und Geist die Münchner Rede für Gauck geschrieben hat. „Third-Party-Technique“ heißt dieser Lobbyisten-Kniff in der Fachsprache: Wenn mehrere scheinbar voneinander unabhängige Quellen dasselbe sagen, wirkt das überzeugender auf das Publikum.“

Es dürfte mithin klar sein, dass der German Marshall Fund die so ziemlich letzte Institution ist, die sich anmaßen kann, andere der Einmischung und Einflußnahme zu bezichtigen.

Dass der Hashtag „#giletsjaunes“ in den vergangenen Wochen der bedeutendste Hashtag der Russophilie-verdächtigen Profile war, besagt genau gar nichts. Auch in den Mainstreammedien von ARD, ZDF, FAZ, BILD,Welt, Zeit, usw. usf. beherrschte die sich anbahnende Revolution der Gilets jaunes die Schlagzeilen. Alles kryptorussische Propagandamedien?

Soviel zu den haltlosen Unterstellungen. Dass Russland selbstverständlich sehr interessiert ist, was in Europa passiert und auch bemüht ist, seine Sicht der Dinge zu publizieren, dürfte klar sein. RussiaToday sagt es ja auch ganz offen. Unter „Die Sicht der anderen“ werden immer wieder interessante Beiträge aus der Sicht Russlands gesendet, die durchaus wertvoll und fundiert sind. Eine eigene Meinung kann sich jeder selbst dazu bilden.

Welches Interesse hätte Moskau an einem Sturz der Macron-Regierung?

Um es kurz zu machen: Keines.

Es sind Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Merkel, die versuchen, die Pipeline Nordstream 2 zusammen mit Russland gegen den erbitterten Widerstand der USA durchzuziehen. Es sind ebenfalls Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Merkel, die immer wieder daran mitwirken, den Ukraine-Konflikt nicht aus dem Ruder laufen und zu einem Krieg in Europa ausarten zu lassen. Es ist Präsident Macron, der unbedingt eine eigene EU-Armee schaffen will, die von der NATO weitgehend unabhängig operiert und mit europäischen Waffen ausgestattet wird. Es war Präsident Macron, der mit seiner Rede zum 100sten Jahrestag des Endes des ersten Weltkrieges die Einheit eines (von den USA unabhängigen) Europas betonte. Er watschte Präsident Donald Trump öffentlich ab, indem er sich auf dessen Bekenntnis bezog, er sei Amerikanischer Nationalist. Präsident Macron machte laut und öffentlich vor den Staatsoberhäuptern aus aller Welt die Ansage, dass Nationalismus schlecht sei, weil er die Position „Ich zuerst!“ einnehme – eine allzu deutliche Bezugnahme auf Präsident Trumps „America first!“. Dagegen setzte er den guten Patriotismus, die Liebe und Verantwortung zum eigenen Land. Darüber kann man streiten, aber der Affront gegen Präsident Trump war heftig.

Frau Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Macron haben den antirussischen Kurs der USA immer geschickt halb mitgetragen, halb ausgebremst. Ein echter Krieg in Europa gegen Russland, wie ihn ThinkTanks wie der German Marshall Fund vorbereiten, wäre überhaupt nicht im Sinn der EU.

Wenn also jemand Interesse daran haben könnte, Präsident Macron und Bundeskanzlerin Merkel „abzusägen“ sind es genau diese US-amerikanischen Kreise der Rüstungslobby, Bushs und Clintons.


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