Politik

Der Untergang des Paradieses: Warum die Umweltlügen so glaubwürdig wirken

2. Februar 2019

Claas Relotius hat im großen Stil Reportagen gefälscht. Ein besonders dicker Fisch war sein Märchen vom Untergang der Südseeinseln durch den Klimawandel. Die Aufarbeitung des Falles zeigt, in welchem Umfang und mit welcher Hingabe gelogen wurde – und warum es so gut funktioniert hat.

Der Spiegel will nun in vorgetäuschter Reumütigkeit »transparente Nachforschungen« ermöglichen und stellt dazu beispielhaft den Artikel »Was der Erde droht. Und was wir tun können« ins Netz, der sich, wie sie zugeben, als »gefälscht« herausgestellt hat.

Wir sehen ein eindrucksvolles Bild vom Markusplatz in Venedig, der gerade unter Wasser steht, und lesen von Insulanern, die ihre Verwandten besuchen wollten.

»Als sie ankamen, waren London, Paris und Polen so gut wie menschenleer. Die drei Siedlungen auf Kiribatis östlichem Atoll Kiritimati waren einst vom Weltumsegler James Cook der Bequemlichkeit halber so benannt worden. Und jetzt standen London, Paris, Polen zur Hälfte unter Wasser.«

Da wird uns ein gruseliges Untergangs-Szenarium aufgetischt. Geschickt werden Assoziationen an europäische Hochkultur und kolonialem Schuldgefühl mit dem Zauber der Südsee verbunden – all das soll nun auf ewig verloren sein?

»Wellen erhoben sich auf der einen Strandseite und fielen, so wenig Land war übrig, auf der anderen wieder ins Meer. Die Seedeiche, die Wellenbrecher aus Mangroven und die Schutzmauern aus Beton hatten nicht gehalten, die Bewohner hatten ihre Häuser aufgegeben und ihre Heimat dem Ozean überlassen: London, Paris und Polen sind untergegangen.«

Auf der Achse des Guten wird ausgeführt, dass der Spiegel selbst dann noch schummelt, wenn er in der Pose des Aufklärers auftritt. »Als Siedlung aufgegeben wurde jedoch nur Paris – Polen und London sind nach wie vor bewohnt«, heißt es in ihrer Richtigstellung. Es wirkt so, als wäre die Meldung nur teilweise falsch.

Nicht erwähnt wird, dass der Ort mit dem bemerkenswerten Namen Paris schon länger leer steht, weil die Bewohner – so viele sind es nicht – einfach nur umgezogen sind, und zwar keinesfalls wegen eines erhöhten Meeresspiegels. Paris lag wie London auf einer Anhöhe. Der Meeresspiegel ist nicht angestiegen.

Es ist also nicht etwa nur ein kleines Detail falsch, das leicht berichtigt werden kann, es ist alles gelogen: Es gibt auf Kirimati keine »Seedeiche«, keine »Wellenbrecher aus Mangroven«, keine »Schutzmauern aus Beton«; die Bewohner hatten ihre Häuser nicht »aufgegeben« und ihre Heimat nicht »dem Ozean überlassen«. Die Städte mit den europäischen Namen sind nicht »untergegangen«. Es war alles ausgedacht.

Nun wurde eingeräumt, dass Relotius gar nicht vor Ort war, er hatte seine Recherche-Reise nur angetäuscht und Flug und Hotel rechtzeitig storniert, aber publico fragt: » … glaubt irgendjemand, die Zulieferung des Hamburger Goldjung hätte auch nur ein Deut anders geklungen, wenn er wirklich in die Südsee geflogen wäre?«

Stimmt. Lügen kann man überall. Man könnte sich aber auch informieren. Nicht nur, dass es Wikipedia gibt, es gibt auch ausführliche und seriöse Berichte wie den von dem Ozeanographen Nils-Axel Mörner, der wie kaum ein anderer Forscher Erfahrungen auf dem Gebiet hat und dem Weltklimarat IPCC schon lange vorwirft, dass er das Thema falsch darstellt. »Wir haben es hier mit einer quasi-religiösen Bewegung zu tun, die behauptet, die Umwelt schützen zu wollen«, sagt er auf bazonline. »Sie stellt mittlerweile die Bekämpfung der Erderwärmung vor die Bekämpfung der Armut.«

Es ist ein gigantischer Schwindel, der mit krimineller Energie vorangetrieben wird – ein Geschäft mit dem schlechten Gewissen. Beim Untergang der Südsee handelt es sich gewissermaßen um ein in unregelmässigen Abständen wiederkehrendes Phänomen: Südsee-Inseln gehen stets kurz vor einer Klimakonferenz unter, tauchen dann wieder auf, um dann pünktlich zur nächsten Klimakonferenz wieder untergehen zu können. So war es auch in Kattowitz und in Bonn.

Der Generalanzeiger hatte berichtet, dass anlässlich der Klimakonferenz in Bonn rund sieben Millionen Euro aus dem Haushalt des Entwicklungsministeriums zur Unterstützung der »Präsidentschaft von Fidschi« ausgegeben wurden – Fidschi sollte als besonders betroffene Region Mittelpunkt der Konferenz sein. Doch der Meeresspiegel steigt da in Wirklichkeit gar nicht, wie man hier nachlesen kann.

Warum wirkt es trotzdem so stark auf uns, selbst wenn die Fakten dagegen sprechen? In unseren Horror-Träumen sehen wir nicht etwa nur ein Urlaubs-Paradies untergehen, sondern das Paradies schlechthin. Das Paradies vermuten wir immer noch irgendwo in der Südsee. Daraus sind wir vertrieben. Wir haben, wie uns die Priester der Klima-Kirche einreden wollen, durch unseren luxuriösen Lebensstil unsere Unschuld verloren. Und so blüht der Ablasshandel für die unglaublich schlimmen Umweltsünden, die man uns einreden will ­– obwohl es solche Sünden nicht gibt.


Quelle: freiewelt.net


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