Merkel - pixabay
Politik

Gibt es so etwas wie „Demanzipation“?

8. März 2019

Das ist eine überaus interessante Frage. Besonders in einer Gesellschaft, die sich inzwischen derart liberal gibt, dass selbst neue Züge von Totalitarismus nebst Frauenfeindlichkeit wieder an der Tagesordnung sind. Solche Tendenzen sind jetzt allerdings im Wege einer „von oben verordneten Toleranz“ zu akzeptieren. Vor Jahren noch hätte man solches als einen extremen „Werteverfall“ gebrandmarkt und wäre offen dagegen zu Felde gezogen. Heute zieht man exakt gegen die Menschen zu Felde, die genau diesen Verfall bitterlich beklagen.

Kanzlerin Merkel liefert dazu jüngst ein überaus interessantes Beispiel. In Deutschland gilt gemeinhin eine Schulpflicht. Die Schule zu schwänzen wurde gegenüber den Erziehungsberechtigten bislang als Ordnungswidrigkeit betrachtet und im Zweifel wurde die Schulpflicht hernach mit Polizeigewalt durchgesetzt. Wenn jetzt die Kinder Freitags für Klima blaumachen, dann wird das sogar von der Kanzlerin gelobt… von Schulpflicht und Schulschwänzern ist da gar keine Rede mehr.

In diesem Fall steht die neue „Klima-Ideologie“, aus Gründen der Dringlichkeit und der Staatsräson, deutlich über der allgemeinen Schulpflicht. Solche Veranstaltungen sind nicht minder wichtig, wie damals, zu den Parteitagen der SED am Straßenrand zu stehen. Da war es von übergeordneter Bedeutung, Ruhm und Ehre der Partei und ihrer Bonzen, mittels der zuvor sorgsam an die Schüler ausgeteilten Winkelemente zu unterstreichen.

Beispiel: ein heutiges Frauenbild

Das allgemeine, bzw. heutige Frauenbild lohnt einen weiteren Lackmustest. In einer Glitzer- und Glamour-Gesellschaft ist es hipp, die Frauen besonders herauszustellen. Beispielsweise die schönsten Fußballerfrauen. Was sagt das über die hofierten Frauen? Sie werden in diesem Zusammenhang, wie früher schon einmal, wieder Objekte. Diesmal allerdings mit der geballten Zustimmung der Gesellschaft. Das mutet ein wenig seltsam an, ist aber bei weitem nicht das einzige Indiz in Richtung „Demanzipation“.

Erinnern wir uns einfach an andere Kulturkreise. Gehen wir nach Afghanistan oder den Iran der 70er-Jahre. Dort liefen die Frauen damals mit nackten Beinen und kurzen Röcken herum. Also wie in dem aufbegehrenden Europa der Zeit. Der neuerlich erreichte Fortschritt für die Frauen in den zuvor erwähnten Gesellschaften beschränkt sich auf eine Renaissance der Verschleierung in all ihren Facetten. Vom Kopftuch bis zur Vollverschleierung ist wieder alles möglich. Nur nackte Beine und offenes Haar sind nicht mehr so sehr angesagt.

Das führt uns zu dem Schluss, dass es sehr wohl so etwas wie die „Demanzipation“ gibt. Streckenweise ist die unter dem Deckmantel der Toleranz auch noch gutzuheißen, um nicht in irgendeiner von den politisch korrekt geschulten Mitmenschen mit der Endung „…phob“ bedacht zu werden. Alles in allem ist es leider kein gutes Zeichen, aber dafür ein umso verlässlicheres, dass sich die Gesellschaft in riesigen Schritten weiterentwickelt. Nur ist die Richtung tatsächlich so begrüßenswert? Da muss jeder Leser einmal für sich innere Einkehr halten.


Ad

Jetzt eintragen und News kostenlos per E-Mail erhalten:

Ad
Ad
Ad
Ad
Ad
Ad
Ad
Ad
Ad