Wirtschaft

Globaler Trend: »Versklavung« durch Schulden

15. Mai 2019

Wer Schulden hat, ist nicht frei. Private Haushalte und die öffentliche Hand verschulden sich weltweit immer mehr. In den USA haben allein die College- und Universitätsabsolventen mehr als eine Billion Dollar Bildungsschulden angehäuft. Ihr Leben wird ein Kampf gegen die Zahlen sein.

In den USA drohen bald neue Spekulations- und Schuldenblasen zu platzen. Viele Amerikaner sind hoch verschuldet. Der Schuldenberg der US-Privathaushalte hat sich auf rund 13,5 Billionen, also rund 13.500 Milliarden Dollar erhöht.

Schuldenfallen drohen an vielen Stellen:

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Da sind zum einen die Immobilienschulden. Viele Amerikaner träumen vom Eigenheim und in den Städten von einer Eigentumswohnung, die notfalls auch als Kapitalanlage dienen soll. Doch die Einkommenserwartungen werden oft nicht erfüllt, sodass Probleme entstehen, die Raten und Zinsen zu bedienen.

Konsumschulden sind ebenfalls in den USA weit verbreitet. Die Amerikaner zahlen gerne mit Kreditkarte oder digital mit ihrem Smartphone. Viele behalten die Ausgaben nicht im Blick. Ein Problem ist auch, dass viele Amerikaner sich schwer damit tun, dass sie sich wegen der Inflation und niedrigen Einkommen nicht mehr den Lebensstandard leisten können, den sich die Eltern einst noch leisten konnten. Stattdessen versuchen sie es über Darlehen und Schulden, in der Hoffnung, später einmal mehr zu verdienen und alles abbezahlen zu können. Doch diese Hoffnung wird oft enttäuscht.

Zum anderen gibt es enorme Schulden im Bereich der Gesundheitsversorgung. Es gibt nahezu keine Krankenversicherung, die einerseits alle Gesundheits-Fälle abdeckt und andererseits für Normalverdiener bezahlbar ist. Viele Amerikaner, auch solche die krankenversichert sind, können durch Krankheiten, Unfälle oder Verletzungen, die teuer behandelt werden müssen, in hohe Schuldenfallen geraten, die sie ein Leben lang abtragen müssen.

Und dann gibt es noch die Bildungsschulden. Die US-Amerikaner haben bereits weit mehr als 1,4 Billionen bzw. mehr als 1.400 Milliarden US-Dollar an Bildungsschulden angehäuft. Ein Studium an einem College oder gar an einer Universität gilt als Investition in die eigene Zukunft. Viele Studenten müssen große Kredite von manchmal mehr als 100.000 US-Dollar aufnehmen, um ihr Studium bezahlen zu können.

Wenn nach dem Studium die Gehaltserwartungen im Berufsleben nicht den Planungen entsprechen, können die Zinsen nicht mehr rechtzeitig bedient werden, und die Schulden steigen weiter. So geraten viele Absolventen in eine Schuldenspirale, aus der sie nicht mehr herauskommen. Mittlerweile gibt es in den USA mehr als acht Millionen Bürger, die ihre Bildungsschulden nicht mehr abtragen können.

Hinzu kommt, dass viele Kreditinstitute zweifelhafte Bildungskredite verkaufen. Sie locken hauptsächlich junge Menschen aus schwierigen sozialen Verhältnissen an und versprechen ihnen den sozialen Aufstieg. Doch anstatt an den Top-Universitäten zu landen, studieren diese jungen Menschen dann an schlechten Colleges und mittelmäßigen Universitäten, haben dann am Ende dennoch ähnlich hohe Schulden, weil die Kreditkonditionen so miserabel sind, dass am Ende die Falle des Zinseszins zuschlägt.

In Großbritannien gibt es bereits ähnliche Entwicklungen. Seitdem vor zwei Jahrzehnten die Studiengebühren eingeführt wurden, sind diese immer weiter gestiegen. Jetzt kostet ein Studium an vielen britischen Universitäten rund 9.000 Pfund. In drei bis fünf Jahren kommen auf diese Weise große Summen zusammen. Mittlerweile geht man in Großbritannien davon aus, dass mehr als 45 Prozent der Absolventen später ihre Studienschulden nicht zurückzahlen können. Hier wird wohl der Staat eingreifen müssen. Am Ende könnte es für den Staat teurer werden als zur Zeit vor der Einführung größerer Studiengebühren.

Zu den privaten Verschuldungen kommen die Verschuldungen der öffentlichen Haushalte. In vielen Staaten wächst der Anteil des Steueraufkommens, der direkt in die Tilgung von Schulden oder Bedienung der Zinsen geht. Umso weniger bleibt für wichtige Investitionen übrig.

Auch hier müssen die Bürger bürgen. Denn mit ihren Steuern helfen sie der öffentlichen Hand, die Schulden zu bedienen. So müssen auch jene Bürger Schulden auf sich bürden und abtragen, die privat alles im schwarzen Bereich gehalten haben. Sie zahlen eben mit ihren Steuern.

Viele Entwicklungen, die bereits heute in den USA sichtbar sind, werden auch über kurz oder lang in Deutschland spürbar sein. Die USA sind uns in vielen Dingen ein Jahrzehnt voraus, im Guten wie im Schlechten.

Die Zahl der Menschen wird steigen, die in jungen Jahren mit einem großen Berg an Schulden ins Leben starten. Diese jungen Menschen werden ihr weiteres Leben darauf auslegen müssen, ihre Schulden zu bedienen. Die Lebensplanung wird unfrei und defensiv statt frei und offensiv sein.


Ein Beitrag von FreieWelt.net