Spahn legt Gesetz zur Impf­pflicht gegen Masern vor

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nister Jens Spahn (CDU) hat sein Gesetz zur Impf­pflicht gegen Masern vor­gelegt. “Wir wollen alle Kinder davor schützen, sich mit Masern zu infi­zieren. Des­wegen sollen alle, die eine Kita oder Schule besuchen, gegen Masern geimpft sein. Wer dort neu auf­ge­nommen wird, muss das nach­weisen”, sagte Spahn der “Bild am Sonntag”. Wer dort schon jetzt betreut werde, müsse “den Nachweis bis zum 31. Juli nächsten Jahres nach­reichen. Alle Eltern sollen sicher sein können, dass ihre Kinder nicht von anderen mit Masern ange­steckt und gefährdet werden”, so der Gesund­heits­mi­nister weiter.
Der Nachweis soll über den Impfpass oder eine Impf­be­schei­nigung erfolgen. “Wer aus medi­zi­ni­schen Gründen nicht geimpft werden kann, muss auch das mit einer ärzt­lichen Beschei­nigung nach­weisen”, sagte Spahn. Kinder ohne Impf­schutz sollen künftig vom Kita-

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Besuch aus­ge­schlossen werden. “Schließlich sind in Kitas auch Kinder unter zehn Monaten, die noch nicht geimpft werden dürfen und damit besonders gefährdet sind”, so der CDU-Poli­tiker weiter. Bei Schulen sei dies nicht möglich, da dort die Schul­pflicht gelte. “Aber wer sein Kind nicht impfen lässt, dem drohen Buß­gelder in Höhe von bis zu 2.500 Euro”, so der Gesund­heits­mi­nister. Diese würden durch die Gesund­heits­ämter ver­an­lasst. Obwohl laut jüngsten Zahlen des Robert-Koch-Instituts 93 Prozent der Kinder in Deutschland gegen Masern durch­ge­impft sind, hält der CDU-Poli­tiker eine Impf­pflicht für uner­lässlich. “Ich will die Masern aus­rotten. Aber dafür müssen nicht 93, sondern min­destens 95 Prozent zwei Masern­imp­fungen haben. Diese Quote erreichen wir trotz aller Kam­pagnen und guten Appelle einfach nicht. Impfen ist eine der größten Errun­gen­schaften der Menschheit. Wir haben Infek­ti­ons­krank­heiten quasi aus­ge­rottet, die in frü­heren Gene­ra­tionen viele Mil­lionen Men­schen dahin­ge­rafft haben”, sagte Spahn der “Bild am Sonntag”.
Die Risiken von Imp­fungen hält er für über­schaubar: “Wis­sen­schaftlich sind die Risiken einer Impfung um ein Viel­faches geringer als die Risiken einer Erkrankung. Das gilt besonders bei Masern. Im Übrigen: Die sehr sel­tenen Impf­schäden werden gesetzlich ent­schädigt.” Für den ein­zelnen Bürger würden keine Kosten durch die Impf­pflicht ent­stehen. “Das zahlen die Kran­ken­kassen. Die Masern-Impfung kostet rund 60 Euro. Eine Masern­in­fektion mit mög­lichen Fol­ge­er­kran­kungen ist dagegen ein Viel­faches teurer”, so der Gesund­heits­mi­nister weiter. Imp­fungen gegen Masern sollen künftig bei allen Ärzten (außer Zahn­ärzten) möglich sein. “Es geht darum, jeden Arzt­besuch zu nutzen, um den Impf­status zu über­prüfen und zu impfen”, sagte Spahn. Auch der öffent­liche Gesund­heits­dienst solle dabei eine stärkere Rolle über­nehmen. “Er könnte an Schulen und Kitas Imp­fungen anbieten”, so der CDU-Poli­tiker. Spahns Entwurf wird derzeit in der Regierung abge­stimmt. Er geht davon aus, dass das Gesetz noch 2019 ver­ab­schiedet wird: “Ich rechne noch in diesem Jahr mit einer Ent­scheidung des Bun­des­tages”, sagte Spahn der “Bild am Sonntag”. Er selbst habe alle emp­foh­lenen Schutz­imp­fungen, so Spahn. “Ich habe kürzlich meinen Impf­status gecheckt und einige nötige Auf­fri­schungen bekommen, etwa gegen Tetanus und Diph­therie. Ich bin jetzt sogar gegen Zecken­bisse geimpft. Gerade bin ich dabei, meinen Mann zu über­zeugen, noch ein, zwei Imp­fungen mehr zu machen”, so der Gesund­heits­mi­nister weiter.
 

Berlin (dts Nach­rich­ten­agentur) — Foto: Eine Spritze wird gesetzt, über dts Nachrichtenagentur