Politik

Die Epstein-Connections fliegen auf: Bekannte Model-Agentur versorgte ihn mit über 1000 Minderjährigen, Österreich mit einem Pass

23. August 2019

Der mutmaßlich durch Selbstmord gestorbene Milliardär Epstein hatte weitreichende Verbindungen, die jetzt Stück für Stück ans Licht kommen. Nun kommt heraus, dass er nicht nur Dutzende blutjunger Mädchen missbrauchte, sondern dass die Zahl bei über 1000 liegt. Die „Jerusalem Post“ berichtet, dass eine französische Model-Agentur ihn mit jungen Mädchen zum Missbrauchen „beliefert“ haben soll.

Eine Model-Agentur zur Beschaffung junger Mädchen

Die internationale Model-Agentur mit dem Label MC2 mit Sitz in Miami wurde von einem damaligen Geschäftspartner Epsteins gegründet, Jean-Luc Bruno (oder auch Brunel). Epstein unterstützte Brunel dabei finanziell. Er soll eine Million Dollar in das Geschäft investiert haben. Laut einer ehemaligen Angestellte von Herr Brunel, soll dieser für die minderjährigen Mädchen Visa zur Einreise in die Vereinigten Staaten besorgt und mit Epstein und den mitgebrachten Mädchen zusammen diverse Weltreisen unternommen haben. Mehr als 1000 minderjährige Tennagermädchen – viele nicht älter als 12 Jahre – sollen es gewesen sein.

Jeffrey Epstein besaß quer über den Globus verschiedene Anwesen, so auch eine luxuriöse Wohnung in der Pariser Innenstadt. Dort sollen viele minderjährige Mädchen zusammen mit Prominenten gesehen worden sein. Die Namen dieser Celebrities durften bisher jedoch nie genannt werden.

Eines der Opfer Epsteins machte hierzu eine wichtige Zeugenaussage. Sie gab an, sie habe für die Modelagentur Jean-Luc Brunos gearbeitet und sei zusammen mit Epstein in Südfrankreich gewesen. Dort sei sie von Jeffrey Epstein und einem Hotelketten-Mogul vergewaltigt worden.

Auch die Hauptzeugin, Virginia Giuffre (geb. Roberts) gab vor Gericht zu Protokoll, dass die Mädchen im jungen Teenager-Alter von Jean-Luc Brunel mithilfe von Model-Visa in die USA geschleust wurden und dann an Epstein und andere Prominente zum Missbrauch ausgeliefert wurden. Auch sie selbst, Virginia Roberts, sei von Brunel mehrfach in Epsteins Häusern missbraucht worden.

12-jährige Drillingsschwestern als Geburtstagsgeschenk zum Missbrauch

Sie beschrieb auch, wie Monsieur Brunel ein 12-jähriges Drillings-Schwestern-Kleeblatt als Geburtstagsgeschenk für Epstein zum oralen vergewaltigen einflog. Epstein soll sich nach ihrer Aussage sogar damit gebrüstet haben, dass die Familie der Mädchen arm sei und das Geld, das sie für ihre drei Töchter erhalten hat, dringend brauchte. Epstein sei völlig von den „niedlichen Mädelchen“ begeistert gewesen und dass sie so wunderbar jung gewesen seien. Immer wieder habe er davon gesprochen. Brunel habe in Paris die drei Kinder den Eltern unter den üblichen Versprechungen einer Modelkarriere abgekauft und Epstein habe sich sehr darüber amüsiert, wie leicht man doch alles und jeden kaufen könne. Das enthüllen nun entsiegelte Dokumente.

Brunel bestreitet dies alles.

Es gibt aber noch andere, damals sehr junge und recht bekannte Models, die dies von Herrn Brunel behaupten:

Thysia Huisman, then an 18-year-old Dutch model staying at the apartment, alleged that one such evening in September 1991, she began feeling woozy after being given a drink by Brunel, and was taken to his bedroom. I recall him lying on top of me, me trying to push him off,” she said in an interview. “I remember trying to move, but not really being able to. Like almost being paralysed. I heard the sound of my blouse – a black blouse – ripping. I had a black skirt, too. I felt him – this is difficult – between my legs. Pushing.” Huisman said the rest was a blur. She woke the next morning in a kimono that wasn’t hers, with soreness on her inner thighs. “I felt we had had sex,” she said. “I knew. I know.”

Übersetzung: Thysia Huisman, ein 18jähriges, niederländisches Model, die in dem Appartement lebte, sagte aus, dass sie an einem dieser Abende im September 1991 sich benebelt fühlte, nachdem ihr Brunel einen Drink gegeben hatte und sie in sein Schlafzimmer brachte. „Ich erinnere mich, dass er auf mir lag und ich versuchte, ihn weg zu stoßen“, sagte sie in einem Interview. „Ich erinnere mich, dass ich versucht habe, mich zu bewegen, aber nicht wirklich dazu in der Lage war. Als wäre ich fast gelähmt. Ich hörte das Geräusch meiner zerreißenden Bluse – einer schwarzen Bluse. Ich trug auch einen schwarzen Rock. Ich fühlte ihn – das ist schwierig – zwischen meinen Beinen. Stoßend.“ Huisman sagte, der Rest sei verschwommen. Sie wachte am nächsten Morgen in einem Kimono auf, der nicht ihr gehörte, und hatte Schmerzen innen, an den Schenkeln. „Ich fühlte es, wir hatten Sex“, sagte sie. „Ich wusste es. Ich weiß es.“

Der Guardian berichtet auch noch von einem weiteren Opfer Brunels, Courtney Soerensen und ihren Erfahrungen mit Jean-Luc Brunel.

Das Kinderschänder-Freundespaar Jean-Luc Bruno und Jeffrey Epstein habe sich aber vor vier Jahren verstritten, berichtet die Jerusalem Post, und Bruno verklagte Epstein wegen Verleumdung.

Fluchtvorbereitungen: Diamanten, stapelweise Bargeld und ein österreichischer Pass

Laut der Staatsanwaltschaft von New York wurde in einem Safe in Epsteins Herrenhaus in Manhattan ein anscheinend echter, aber abgelaufener österreichischer Reisepass mit dem Bild Epsteins, aber einem falschen Namen, und Wohnsitz in Saudi Arabien neben 70.000 Dollar Bargeld und 48 Diamanten gefunden. Den Reisepass soll Epstein benutzt haben, als er in den 1980er Jahren nach Frankreich in seine Pariser Wohnung flog, um dort Sexparties zu feiern. Einreisestempel in dem Pass sollen laut dem „business insider“, der Einsicht in die Unterlagen der Staatsanwaltschaft erhielt, belegen, dass der Pass auch zu Einreise nach Spanien, Großbritannien, Saudi Arabien und Frankreich benutzt wurde.

„The passport contains numerous ingress and egress stamps, including stamps that reflect use of the passport to enter France, Spain, the United Kingdom, and Saudi Arabia in the 1980s,“ they said in the court documents seen by Business Insider.”

Das Dokument kann hier eingesehen werden.

Der Fund dieses Passes untermauerte zu Beginn des Prozesses gegen Epstein die Bedenken der Staatsanwaltschaft, den Angeklagten Epstein auf Kaution freizulassen. Er habe zu viele Mittel und Möglichkeiten, sich dem Zugriff der Behörden zu entziehen. Diese Vermutung werde durch die große Menge an bereitliegendem Bargeld und die Diamanten noch bestärkt. Das erwecke den Verdacht einer gut vorbereiteten Flucht.

Die französische Regierung will nun untersuchen, ob Epstein auch in Frankreich einen Sexhandelsring mit Minderjährigen betrieben hat und ob die Pariser Wohnung auch dazu diente.

Die österreichische Seite „unzensuriert“ fragt:
„Hatte Epstein einen gefälschten österreichischen Pass oder hatte er einen echten falschen Pass, der ihm in Österreich verschafft wurde? Wenn der Pass aus Österreich stammte, wer hat ihm einen solchen verschafft? Das Innenministerium war von 1970 bis 1997 in der Hand der SPÖ. Was wissen die Innenminister der 1980er Jahre, in deren Zuständigkeit das Passwesen fällt?“

In dem New Yorker Anwesen von Epstein fand die Polizei jedenfalls bei der Durchsuchung nicht nur Kinderpornos, sondern auch den (abgelaufenen) österreichischen Reisepass. Epstein war wirklich überraschend gut mit allem ausgestattet. Wahrscheinlich hatte er mehrere solche Wohnungen mit perfekter Fluchtvorbereitung, Geld und Papieren. Ob er wohl tatsächlich irgendwo sicher und gut ausgestattet in einem Luxus-Versteck sitzt?


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