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Klima-Demos: Die Spur der Scheine und die „hassle barrier“

Spricht man am Rande der Klima-Demos mit Teil­nehmern, ist man oft über­rascht von der inhalt­lichen Ahnungs­lo­sigkeit und Nai­vität. Haltung und Moral sitzen zwar perfekt, sind jedoch bis obenhin gefüllt mit Phrasen, Über­trei­bungen oder gar absurden Ideen von der völ­ligen Abschaffung des CO2. In gewisser Weise beneide ich die Teil­nehmer. Denn während ich den ganzen Tag mit Zweifeln und Bedenken kämpfe, ist ihr Tag ange­füllt mit Gewiss­heiten. Es geht eben nichts über ein klares Feindbild.
(von Roger Letsch)
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Nichts von all dem, was Vor­redner und Ein­peit­scher ihnen vor­geben, stellen sie in Frage. Ande­rer­seits leben sie natürlich in der unbe­quemen „Gewissheit“, dass in elf Jahren die Welt unter­gehen wird, woran ich natürlich auch so meine Zweifel habe. Das macht mir den Blick nach vorn ange­nehmer, lässt mich aber an der Gegenwart ver­zweifeln. Es ist natürlich sinnlos, sich mit den Demons­tranten in ihrem Habitat, an Frei­tagen auf der Straße unter Schildern mit CO2-Kil­ler­mo­le­külen und wei­nenden Eis­bären inhaltlich aus­ein­an­der­zu­setzen. Die Kinder sind nur das lau­teste Glied in einer ganzen Kette von Akteuren und ihre Jugend ist ein per­fekter Schutz­schild gegen Kritik. Ein Blick hinter die Kulissen, dorthin, wo die Ängste der Kinder gepäppelt werden, wo man ihnen den Weg frei macht und für ange­messene mediale Auf­merk­samkeit sorgt, ist deshalb loh­nender. Folgen wir also dem Geld und den Argu­menten, mit denen die Skep­tiker zum Schweigen gebracht werden sollen.
Die Spur der Scheine
Die Anzahl der Player auf den Feldern Ener­gie­wende, Ver­kehrs­wende und Kli­maalar­mismus ist groß, die Ver­knüp­fungen sind zahl­reich und teil­weise unüber­sichtlich. Die NGOs, Ver­bände, Vereine und Initia­tiven sorgen schon durch ihre Anzahl dafür, dass ihnen der größte Teil der Medi­en­auf­merk­samkeit gewiss ist. Zum Bei­spiel grün­deten die European Climate Foun­dation (ECF) und die Mer­cator-Stiftung gemeinsam die „Agora Ener­gie­wende“. Die Mer­cator-Stiftung ist auch Gründer der European Climate Foun­dation selbst, ebenso wie der Rocke­feller Bro­thers Fund. Die „schmut­zigen“ Öl-Gelder fließen also nicht wie gern behauptet an die „Leugner“, sondern in breiten Strömen in die Ener­gie­wen­de­töpfchen, aus denen sich dann Dritt- und Viert­mit­tel­ver­werter bedienen. Zu nennen sind hier Schwer­ge­wichte wie WWF, NABU, DUH (Deutsche Umwelt­hilfe), „Green Budget Germany“, die Klima-Allianz und viele mehr. Auch die Web­seite „klimafakten.de“, von der noch die Rede sein wird, ist ein Kind der ECF. Es ist deshalb auch kaum ver­wun­derlich, dass die Deutsche Umwelt­hilfe den von ihr gestif­teten „Umwelt­me­di­en­preis 2017“ aus­ge­rechnet an die Web­seite klimafakten.de vergab. Man kennt sich, man zitiert sich, man steht wech­sel­seitig im Impressum oder bei den För­derern, man finan­ziert sich, man hängt sich gegen­seitig Preise um den Hals. So bleibt alles hübsch in der Fami­li­en­bubble. Clan­wirt­schaft mal anders.
Das ist natürlich alles nicht illegal und wofür private Stif­tungen wie Mer­cator und Rocke­feller-Bro­thers ihr Geld aus­geben, ist deren Sache. Doch an vielen Stellen fließt direkt und indirekt auch Steu­ergeld in dieses beein­dru­ckend dichte Netz, so dass der Bürger nicht nur die fort­wäh­rende Pro­pa­ganda ertragen muss, sondern auch noch dafür zahlt. Nur ein Bei­spiel: Das Bun­des­um­weltamt ist einer der För­derer des ICCT (inter­na­tional council on clean trans­por­tation), als einzige staat­liche Orga­ni­sation neben vielen Privaten.
Ein Blick in die Tiefen dieses Klima-Netz­werkes, etwa in die Liste der Klima-Allianz-Mit­glieder, offenbart eine wichtige Stra­tegie, welche uns noch oft begegnet. Die schiere Masse an Ver­bänden, Lob­by­or­ga­ni­sa­tionen, Insti­tuten, Stif­tungen, Kirchen, cari­ta­tiven Ein­rich­tungen, Islam­ver­bänden, Bewe­gungen und Gewerk­schaften soll beein­drucken und über­wäl­tigen. Man muss für die Recherche mühsam jeder Spur folgen und die Anknüp­fungs­punkte auf­zeigen. Gibt es Ver­träge? Bei­tritts­er­klä­rungen? Mit­glieds­bei­träge? Was ver­bindet zum Bei­spiel den Islamic Relief Deutschland e.V. tat­sächlich mit dem Netzwerk Berg­bau­ge­schä­digter? Und gibt es in diesem Land noch Jour­na­listen, die sich aus­ge­rechnet mit diesen Netzen kri­tisch aus­ein­an­der­setzen? In einem The­men­umfeld, das geradezu sakro­sankt ist?
Das alles wird man ohne viel Zeit­einsatz und die Rücken­de­ckung eines sol­venten Ver­lages nie her­aus­finden und das soll man auch nicht. Denn hier ist eine so genannte „hassle barrier“ auf­ge­türmt, die nur unter großem Aufwand über­wunden werden kann. Es ist einfach sehr zeit­auf­wändig, all den Ver­äs­te­lungen und Abhän­gig­keiten zu folgen, zumal viele davon im Nichts enden. Die Akteure begraben gewis­ser­maßen die wich­tigen Fakten unter einem Berg von Belang­lo­sig­keiten. Als Kri­tiker soll man vor einer Wand stehen, die mög­lichst unüber­windlich, all­um­fassend und mächtig erscheint. Eine äußerst erfolg­reiche Strategie.
Nun ist es in diesem Land kein Ver­brechen, Geld für poli­tische Zwecke anzu­nehmen, solange es trans­parent zugeht. Dass die Lob­by­ver­bände von Wind und Solar auf allen Ebenen in die Pro­teste invol­viert sind, kann deshalb kaum über­ra­schen. Es ist jedoch merk­würdig, dass den Kri­tikern der Kli­ma­hys­terie oft vor­ge­worfen wird, nur bezahlte Pro­vo­ka­teure der Kohle‑, Öl- und Gas­in­dustrie zu sein, obwohl ganz offen­sichtlich das Gegenteil der Fall ist. Wäre es anders, hätten sich die „Leugner“ sicher längst eine ver­gleichbare Medi­en­präsenz zusam­men­ge­trommelt und wären ein ähnlich attrak­tiver Magnet für ange­hende oder in den Ver­lagen ent­lassene Jour­na­listen, die als Refe­renten, Pres­se­sprecher und Redak­teure auf der Seite der Kli­ma­pa­nik­macher wieder auftauchen.
Mein Ein­druck ist, dass sich in dem Maße, in dem sich die Redak­tionen der Zei­tungen leeren, die gut bezahlten Reihen der Kli­ma­ak­ti­visten-NGOs füllen. Wenn Sie also das nächste Mal einen ARD-Kom­mentar des Inhalts „Ver­bietet uns endlich irgend etwas“ sehen, liebe Leser, ist das viel­leicht nicht nur Aus­druck einer lupen­reinen Gesinnung des Kom­men­tators. Sie könnten auch gerade Zeuge eines Bewer­bungs­ge­sprächs geworden sein. So ver­heerend ich dies für die Mei­nungs­freiheit in diesem Land halte, so ver­ständlich ist es auf der per­sön­lichen Ebene. Wer möchte schon gern recht behalten, während man ver­hungert. Um die Anschluss­be­schäf­tigung zahl­reicher Ent­las­sener in der Auto­mobil- und Zulie­fe­rer­in­dustrie ist es da schon deutlich schlechter bestellt.
Die „hassle barrier” der Argumente
Folgen wir im nächsten Schritt einigen Argu­menten. Und zwar denen der Skep­tiker. Mit deren am häu­figsten geäu­ßerten befasst sich nämlich die Seite Klimafakten.de, um diese mög­lichst gründlich und nach­haltig unter dem Geröll einer „hassle barrier“ zu begraben.
Argument: Die Erde wird immer grüner.
Dem stellt Klimafakten.de fol­gendes gegenüber:
Fakt ist: Ein Dün­ge­effekt von CO2 aufs Pflan­zen­wachstum in der Land­wirt­schaft wird von nega­tiven Aus­wir­kungen der Erd­er­wärmung mehr als wettgemacht“
Teilen leicht gemacht. Text markieren und ab mit dem "Fakt" zu Twitter und Facebook

Viel­leicht ist Ihnen auf­ge­fallen, dass hier der Begriff „wett­ge­macht“ ver­wendet wird, ganz so, als sei hier ein Rück­stand auf­zu­holen gewesen oder ein Malus aus­ge­glichen worden. Das wäre ja auch noch schöner, wenn man einen posi­tiven Effekt einer leicht erhöhten CO2-Kon­zen­tration einfach so hin­nehmen würde! Vielen Akti­visten wird bereits diese Headline als Beweis genügen, fangen deren Sätze doch auch gern mit „Fakt ist…“ an. Für ganz bequeme haben die Sei­ten­be­treiber gleich noch eine schicke Teilen-Funktion ein­gebaut. Einfach den gewünschten „Fakt“ als Text mar­kieren und es ist nur noch ein Klick zu Twitter oder Facebook, um dort einen Kli­ma­l­eugner zu erschlagen. Lasst Fakten sprechen! Im nächsten Satz des Artikels dann noch eine „wis­sen­schaft­liche Begründung“:
Ein höheres CO2-Angebot führt in den meisten Fällen nicht zu mehr Wachstum, weil die Pflanzen wichtige Nähr­stoffe aus dem Boden beziehen (z.B. Phosphor) – und das Angebot dieser Stoffe nimmt ja nicht par­allel zum Koh­len­dioxid zu (Ells­worth et al. 2017). Auch Was­ser­mangel und über­höhte Tem­pe­ra­turen können das Wachstum begrenzen.“
Der Satz ist ein Meis­terwerk und lädt zum Ver­weilen ein. „In den meisten Fällen“ rela­ti­viert, erklärt aber nichts. Höher als was? Höher als Null oder 300 ppm? 800 ppm? Man legt sich aber bei der Quan­tität fest: die meisten Fälle (also Pflanzen) hätten davon nichts, weil es ihnen an Nähr­stoffen mangele, die Tem­pe­ra­turen höher werden und auch Was­ser­mangel herrsche. Kurz: die meisten Pflanzen pro­fi­tierten nicht, sondern litten unter dem Klimawandel.
Als „Beweis“ ist ein Paper von Ells­worth ver­linkt, von dem wir leider nur das Abs­tract sehen können. Doch wer sich nicht blenden lässt und die „hassle barrier“ an dieser Stelle über­windet um die Aussage zu über­prüfen, liest bei Ells­worth Erstaunliches:
Stei­gendes atmo­sphä­ri­sches CO2 sti­mu­liert die Pho­to­syn­these und Pro­duk­ti­vität der Wälder und gleicht die CO2-Emis­sionen aus. Expe­ri­mente mit erhöhtem CO2-Ausstoß in gemä­ßigten Wäldern ergaben in den ersten Jahren eine Stei­gerung der Pro­duk­ti­vität um 23%. Ob eine ähn­liche CO2-Sti­mu­lierung in aus­ge­wach­senen immer­grünen Laub­wäldern auf Böden mit nied­rigem Phos­ph­or­gehalt auf­tritt, ist weit­gehend unbe­kannt, da keine expe­ri­men­tellen Beweise vorliegen.“
Ells­worth und Kol­legen unter­suchten in einer großen Studie immer­grüne Euka­lyp­tus­wälder, deren Pho­to­syn­these zwar um 19% zunahm, das Baum­wachstum aber nicht.
Die Ergeb­nisse legen nahe, dass die Ver­füg­barkeit von Phosphor die CO2-gestei­gerte Pro­duk­ti­vität in Wäldern mit P‑Begrenzung mög­li­cher­weise einschränkt.“
Wälder mit „P‑Begrenzung“ meint Pflanzen, die offenbar mehr Phosphor als andere, etwa boreale Pflanzen, brauchen. Aus dem Test­objekt Euka­lyptus jedoch eine „Mehrheit“ zusam­men­zu­fiedeln, wie bei „kli­ma­fakten“ geschehen, ist schon ein starkes Stück! Nichts der­gleichen behauptet die Studie. Dort plä­diert man nur dafür, die unter­schied­liche Phosphor-Abhän­gigkeit der Pflanzen bei der Abschätzung künf­tiger Koh­len­stoff­senken (in diesem Fall Wälder) zu berück­sich­tigen. Für die Wälder in den gemä­ßigten Zonen ist eine Stei­gerung der Pro­duk­ti­vität bei erhöhter CO2-Zufuhr sogar unstrittig. Ells­worth bestätigt also das, was Kli­ma­fakten leugnet.
Das stärkere Pflan­zen­wachstum könnte man sich also durchaus zunutze machen, aber das zu betonen wäre nicht im Sinne des Kli­ma­zirkus, für den CO2 der Feind schlechthin bleiben muss. Übrigens: Pho­to­syn­these gibt es in vielen Ver­schie­denen Formen. Jede Pflanze arbeitet ein wenig anders. Bei Nutz­pflanzen am ver­brei­tetsten sind die soge­nannten C3- (die meisten unserer Getreide, Gräser usw.) und C4-Pflanzen (Mais, Zuckerrohr, Hirse). Die Bezeich­nungen C3 und C4 leiten sich übrigens aus der Anzahl der Koh­len­stoff-Atome im Molekül des ersten sta­bilen Zwi­schen­er­geb­nisses der Pho­to­syn­these ab. Über C4-Pflanzen schreibt Wiki­pedia diesen viel­sa­genden Satz:
Die Evo­lution des C4-Stoff­wechsels ist eine bio­che­mische Anpassung auf die sin­kende CO2-Kon­zen­tration der Atmosphäre.“
Besonders C3-Pflanzen pro­fi­tieren demnach sehr von einer leicht erhöhten CO2-Kon­zen­tration. Schaut man sich die Karte mit den Vege­ta­ti­ons­zu­wächsen an, fällt neben Indien und China – wo jeweils große Wie­der­auf­fors­tungen im Gange sind – besonders die Randlage der Wüsten durch Zuge­winne auf. Die an Tro­ckenheit ange­passten Pflanzen dort pro­fi­tieren auf andere Weise vom CO2-Über­schuss, indem sie die Blatt­spalten für den Gas­aus­tausch nämlich nicht so oft öffnen müssen, um CO2 herein und O2 hinaus zu lassen. Dadurch ver­ringert sich auch der Was­ser­verlust, was in heißen, tro­ckenen Umge­bungen ent­scheidend sein kann.
Unter dem Strich gibt es also sehr wohl einen posi­tiven Effekt höherer CO2-Kon­zen­tra­tionen auf Pflanzen, ganz gleich wie sehr man sich auch bemüht, ihn für irrelevant zu erklären. Der Effekt mag durch einen Mangel an Wasser und Phosphor begrenzt sein, er ist aber immer vor­handen. Und Phosphor und Wasser, liebe Kli­ma­faktis, kann man sogar noch dazu­geben, damit so richtig die Post abgeht.
Argument: Die Zahl der Eis­bären nimmt trotz Kli­ma­wandel zu
Dem stellt Klimafakten.de fol­gendes gegenüber: Fakt ist: Der Kli­ma­wandel bedroht die Lebens­grund­lagen von Eis­bären – wie auch etliche andere Tier­arten können sie sich nicht einfach auf ein ver­än­dertes Klima einstellen“

Tagesspiegel, Spiegel, Süddeutsche, DLF, Guardian. Klimafakten.de muss für Surftipps die eigene Informationsbubble nicht verlassen. Empfohlen werden nur Artikel, die perfekt in die hassle barrier passen. Die Bemerkungen auf der rechten Seite sind natürlich von mir.
Tages­spiegel, Spiegel, Süd­deutsche, DLF, Guardian. Klimafakten.de muss für Surf­tipps die eigene Infor­ma­ti­ons­bubble nicht ver­lassen. Emp­fohlen werden Artikel, die perfekt in die hassle barrier passen. Die Bemer­kungen auf der rechten Seite sind natürlich von mir.

Eine Nicht-Antwort, denn über die tat­säch­liche Anzahl der Eis­bären wird nichts mit­ge­teilt. Im wei­teren Verlauf des Artikels hat man einige Mühe, die Beant­wortung der Ein­gangs­frage zu umschiffen. Der Clou ist die Aussage, bei den meisten Teil­po­pu­la­tionen wisse man schlicht nicht genug über die Bestände, weil man früher nur unzu­rei­chend gezählt habe. Doch wie will man wissen, dass die Zahl der Eis­bären abnimmt, wenn man angeblich keine aus­rei­chenden Daten über sie hat?
Die exakte Zahl der Eis­bären, die in der ark­ti­schen Wildnis leben, ist nicht bekannt. Aber es gibt klare Belege dafür, dass schon heute der Kli­ma­wandel die Gesundheit der Bestände beeinträchtigt.“ 
Gesund­heit­liche Beein­träch­tigung statt Eis­bä­rensterben, das soll es also sein? Lächerlich! Die Bestände erholen sich vor allem, weil sie nicht mehr bejagt werden und weil auch die Bestände ihrer Haupt­nah­rungs­quelle, der Robben, sich durch Schutz­maß­nahmen erholt haben. Die Bären folgen den Robben, nicht dem Eis. Auch in diesem Kli­ma­fakten-Artikel wurden, um eine klare Antwort zu ver­meiden, Studien, Fach­be­griffe und Links zu einer „hassle barrier“ aus Packeis auf­ge­türmt, nur um einen Fakt nicht bestä­tigen zu müssen: Dem Eis­bären geht es im Großen und Ganzen gut. Das ist eigentlich eine gute Nach­richt, die man jedoch so nicht gelten lassen will, weil sie den „Leugnern“ in die Karten spielen könnte. Um die Panik auf­recht und die Kassen der Regie­rungen offen zu halten, darf es einfach keine positive Mel­dungen aus der Natur geben.
Es ist oft nicht einfach, auf Klimafakten.de unter Bergen von respek­tablen aber zweck­ent­frem­deten und falsch inter­pre­tierten wis­sen­schaft­lichen Arbeiten und zwei­fellos rich­tigen Aus­sagen die absichts­volle Ver­drehung zu ent­decken. Plumpe Lügen ver­meidet man, von Pro­pa­ganda im Dienst in der ver­meintlich guten Sache jedoch kann man die Finger nicht lassen. Die errichtete „hassle barrier“ soll dem Leser sagen, dass seine Suche nach Ant­worten bei Klimafakten.de enden soll. Grabe nicht weiter, Netz­wan­derer, denn hier findest du alles, was du je gesucht hast. Dass es sich jedoch nicht um eine unab­hängige wis­sen­schaft­liche Plattform, sondern um ein poli­ti­sches Projekt mit Agenda handelt, sollte man beim Lesen nie ver­gessen. Wo Kli­ma­fakten drauf steht, sind Kli­ma­be­haup­tungen drin.
Schluss­be­merkung
Im ersten Teil dieses Artikels ging es um die Frage, warum man das „Problem“ CO2 nicht direkt angeht. Dazu bräuchte man die tech­no­lo­gische Kraft der Indus­trie­staaten und könnte darauf ver­zichten, die dritte Welt an der eigenen Ent­wicklung zu hindern. Doch das geschieht nicht. Statt­dessen zer­schlagen wir die Fähig­keiten der Indus­trie­staaten und nehmen die Mög­lichkeit, uns durch Anpassung an ver­än­derte kli­ma­tische Bedin­gungen zu helfen, völlig aus dem Blick. Kein Plan „B“. Zu den global ablau­fenden Pro­zessen, von denen wir die meisten bisher nur unzu­rei­chend ver­stehen, gehören auch die seit der letzten Eiszeit stei­genden Pegel (im Mil­li­meter pro Jahr Bereich) und Phasen der glo­balen Erwärmung und Abkühlung. Nicht nur ich halte das für natür­liche Pro­zesse, auf die der Mensch nur sehr wenig Ein­fluss hat. Es war schon deutlich wärmer und auch deutlich kälter in der Ver­gan­genheit. So etwas wie ein Optimum für die Globale Durch­schnitts­tem­pe­ratur gibt es nicht. Es zeugt von Grö­ßenwahn zu glauben, das Klima habe gefäl­ligst an einem sta­bilen Ide­al­zu­stand, den eine Handvoll Men­schen defi­niert, Halt zu machen.
Der Schrift­steller Friedrich Sieburg sagte (bezogen auf die Fran­zö­sische Revo­lution, passt aber auch hier), der Mensch kann im beschei­densten Zustand, aber nicht in der hoch­tra­bendsten Bewegung leben und glücklich sein. Die im Zeit­maßstab relativ neue Erkenntnis, dass es neben Wetter auch so etwas wie Klima gibt und dass sich auch dieses ändern kann, findet die Menschheit offenbar uner­träglich. Schmel­zende Glet­scher, laue Winter, heiße Sommer…unwillkürlich pro­ji­ziert der Ver­stand solche Ereig­nisse in die Zukunft, wo sie scheinbar immer schlimmer und schlimmer werden.

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Drei Tage im Juli über 30°C und der ver­un­si­cherte Deutsche glaubt, er werde nie wieder weiße Weih­nachten erleben. Doch wenn die zurück­wei­chenden Glet­scher in den Alpen Baum­stümpfe frei­geben, die, noch in der Erde ste­ckend, zu einst hun­dert­jäh­rigen Bäumen gehörten, kann das Abschmelzen der Glet­scher dann zwingend mensch­liche Ursachen haben? Doch statt mit Ver­än­de­rungen zu leben, träumen wir von einer Art all­mäch­tigen Geo-Engi­neering, um das Klima auf einen für uns genehmen kon­stanten Wert ein­zu­stellen. Dass wir dies zukünftig wohl nur mittels Holz­löffel und Wün­schelrute tun können, weil wir gleich­zeitig unsere indus­tri­ellen Fähig­keiten ver­teufeln und ver­nichten, blenden wir aus.
Und die Eis­bären? Die hatten Glück, dass der Mensch auf­grund seiner tech­no­lo­gi­schen Ent­wicklung seit einigen Jahr­zehnten in der Lage ist, sich mit den Folgen des beden­ken­losen Raubbaus an der Natur aus­ein­an­der­zu­setzen und diese zu ver­meiden. Der Eisbär ist kein Nah­rungs­kon­kurrent und kein gefähr­licher Nachbar mehr, er genießt den Schutz des Men­schen. Das hat seinen Beständen offenbar gut getan. Tech­no­logie ist nicht der Feind der Natur, sondern deren Retter – sofern die Tech­no­logie wirklich exis­tiert und nicht durch poli­tische Beschlüsse her­bei­ge­redet wird. Dass es heute z. B. noch Wale gibt, ver­dankt sich der Ent­de­ckung der Anwen­dungs­mög­lich­keiten und der indus­tri­ellen För­derung von Erdöl. Ande­ren­falls wären sie schon vor der Gründung von Green­peace zur Gewinnung von Lam­penöl, Schmier­stoffen und „Fischbein” aus­ge­rottet worden.
Und weil heute Freitag ist und vie­lerorts wieder Kinder unterwegs sind, um die Eis­bären zu retten, zum Abschluss ein wenig Lyrik. Ich hoffe, Eugen Gom­ringer wird mir verzeihen.
Kinder
Kinder und Eisbären
Eis­bären
Eis­bären auf Schildern
Kinder mit Eis­bären auf Schildern
Schilder
Schilder mit Eis­bären mit Tränen
Kinder mit Schildern mit Eis­bären mit Tränen 
und keine Zweifel.

Quelle: unbesorgt.de