Politik

Kampagnen, Prüderie, Fleisch

14. Januar 2020

Sylvester hatte sich Don Alphonso in der WELT über die neue Fleischfeindlichkeit der ehemals „Progessiven“ beklagt. Um 1970 sei ein Foto mit einer Nudel auf der Brust einer hallewege gut aussehenden Frau in München bei der CSU noch gerade durchgegangen, heute wäre schon eine Bikiniwerbung in der Weltstadt mit Herz Anlass für hysterische Zuckungen der SPD und ihres politischen Umfelds. Die Prüderie wäre irgendwie von Rechts nach Links gewandert. Der Don ist verwirrt.

Ich nicht. Wäre Herr Meyer in seiner Jugendfrische – als er noch nicht Don Alphonso war – 1970 nach dem Osten gefahren, hätte er schon damals sehen können wie die Linken sind, wenn sie die Macht haben: Total prüde, misstrauisch und verklemmt. Ein Rat an den Don: Man muss immer nachschauen wie regiert wird, nicht wie agitiert wird.  Worte sind billiger Tand, an ihren Taten erkennt man sie.

Ich bin mal in Ramallah in Arabien gewesen. Da hängt die ganze Stadt voll halbnackter Mädchen, und offenen Protest dagegen gibt es aus bestimmten Gründen nicht. Obwohl das Zeigen von nacktem Frischfeisch nicht moslembruderkonform ist. Hier mal ein Beispiel aus der Edelkaufhalle im Regierungsviertel. Oben mitte der Bildschirm.

München ist heute von Soros seinen Moslembrüdern unterwandert, Ramallah noch nicht. Bayern ist groß und Bürgermeister Reiter mit seiner Nationalen Front aus SPD, CSU und Grünen ist weit weg von uns in Thüringen. Aber ein kleines Häuflein Grüne gibt es auch hier.

Im Landkreis Weimarer Land kämpfen sie seit mindestens 2012 gegen Fleisch, und zwar speziell gegen einen Schweinestall in der nahrhaften Stadt Neumark. Die Argumente sind bekannt: Tierwohl, Emissionen, Bienen, Fleischessen schädlich, für die Schulspeisung aus „interkulturellen“ Gründen ungeeignet und es würden nur wenige Arbeitsplätze dabei rüberkommen.

Zu Anfang verfing die Propaganda gegen den Stall noch ganz gut: Im April 2012 erreichte der Kandidat der Grünen Dr. Augsten bei der Landratswahl 20,8 % der Stimmen in der am Vippach gelegenen Stadt. Das waren immerhin 40 Leute. Bei der Kommunalwahl im Mai 2014 reichte es in Neumark noch für 14 %. Bei der Landtagswahl im September des gleichen Jahres waren noch 5,4 % übriggeblieben. Bei der nächsten im Oktober 2019 ließen sich nur noch bescheidene 1,6 % oder ganze 4 Wähler als Schweinefleischgegner mobilisieren, obwohl die Grünen im Wahlkampf mit einer Unterschriftensammlung gegen den Schweinestall durch die Stadt gelaufen waren.

Man kann an diesem Beispiel gut sehen, dass sich jede widernatürliche Kampagne nach Monaten oder Jahren totläuft. Die Leute lassen sich eine Weile aufhetzen, aber nicht alle und nicht für immer, zum Schluss wird ein totes Schwein geritten. Ein sehr schönes Beispiel für den jämmerlichen Zusammenbruch eines Hypes war auch der Schulzzug 2017. Der stand schon nach vier Monaten vor dem Prellbock. Oder die besonders skurrile Offenstallkampagne 1961, die nach einem Jahr sehr aprupt mit festgefrorenen Tieren und dem hektischen Zunageln der Ställe endete.

Unter dem Regiment von Dr. Merkel sind wir wieder in den Sozialismus geschlittert. Er lässt sich ohne die Szenerie immerwährender exaltierter Kampagnenwirtschaft und ohne Entfaltung weitläufiger psychotechnischer Künste in den Öffentlich-unrechtlichen mit dem Ziel, das Volk möglichst dicht zu integrieren und ein allgemeines Mobilmachungsbewusstsein zu erzeugen, nicht aufrechterhalten. Dabei wird die Politik zur Magd grandioser Theatereffekte, wie man am Beispiel der Energiepolitik sehen kann, die kein zielgerichtetes Handeln mehr ist, sondern ein verlogener Kirschgarten aus hochmögenden Gefühlen, Impulsen, Stimmungen und Haltungen; hinter dem Vorhang romantischer und moralischer Phrasen werden schlussendlich niedrigste Egoismen bedient. Das Drehbuch wird nicht im Bundestag, sondern in den NGO-Hinterzimmern geschrieben, womöglich nicht einmal in Deutschland.

Aber irgendwann kommt trotz aller Agitation und Propaganda immer die Stunde der Wahrheit, wo sich die Sachen hart im Raume stoßen. Mal nach vier Jahren, mal nach 12 und mal nach 40. Die derzeitige Fleischfeindlichkeit und Verludertheit wird auf die eine oder andere Art enden.


Quelle: prabelsblog.de