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Palliativ-Politik: Corona-Ansprache der Bundeskanzlerin – warme Worte, keine Inhalte, keine Maßnahmen, nicht einmal „Wir schaffen das!“

19. März 2020

Mit großer Spannung erwarteten die braven Bundesbürger die Ansprache der Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela „Mutti“ Merkel. Wer gedacht hat, nun wirklich etwas Zielführendes zu hören, wie es weitergehen soll, was uns erwartet, was sie, die „mächtigste Frau der Welt“ nun Mächtiges tun wird… Fehlanzeige. Nicht einmal zu einem  „Wir schaffen das!“ langte es. Es muss schlimm um Deutschland stehen.

13:15 Minuten an leeren Worthülsen stoßen im Netz durchaus auf bittere und ätzende Kommentare. Etwa 80 Prozent der Kommentatoren empfinden die Rede als inhaltsleeres, moralisierendes „Blabla“ und enttäuschend. Der Tenor schwankt zwischen Ironie, Resignation und Zorn. Nur wenige Schäfchen folgen ihr noch.

Was hätte man erwarten dürfen, ja, müssen? Konkrete Informationen, was genau getan wird, um die Menschen zu schützen. Welche Anstrengungen die Regierung unternimmt, um Mittel für zusätzliche Pflegekräfte, Intensivbetten, weitere Räumlichkeiten für Erkrankte bereitzustellen. Was jeder konkret für andere tun kann, wo es Anlaufstellen gibt für Menschen, die sich bereit erklären, als Hilfskräfte zu unterstützen. Welche gemeinsamen Maßnahmen in Europa getroffen werden. Welche Organisationen welche Aufgaben übernehmen. Was die Staatschefs gemeinsam auf den Weg bringen können. Wie genau denen geholfen werden wird, die auf einmal existenziell vor dem Nichts stehen. Wie tatsächlich die Nachschubsituation für lebenswichtige Güter aussieht. Was es mit den Unmengen an Militär und Material auf sich hat, das in Deutschland auf irgendetwas wartet.

Nichts dergleichen.

„Die Rede hätte auch ein Pfarrer halten können.

sie ist eine sprachlose Schwätzerin.“

(Kommentar Youtube)

Sie beginnt mit der Beschreibung dessen, was wir sowieso schon mitbekommen haben. Danke, Frau Kanzlerin, das haben wir tatsächlich auch schon bemerkt. Und ja, natürlich sind wir alle „voller Fragen und voller Sorgen, wie es denn weitergeht“. Nur genau das erfahren wir eben nicht von ihr. In einer „offenen Demokratie“, wie sie sagt, sollte man aber die Bürger nicht mit pastoralen Worthülsen abfertigen, mögen sie noch so gekonnt im beschwörend-begütigenden Mutti-Singsang flöten. Sie kündigen an und liefern nicht, Frau Bundeskanzlerin.

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Die Kanzlerin bietet ein Bild der Hilflosigkeit. Letztendlich überlässt sie es jedem, irgendwie den unmöglichen Spagat zu schaffen zwischen „Herzlichkeit und Zusammenhalt“ einerseits und Abstand halten und Abschottung andererseits. Und die wenigen konkreten Vorschläge, die sie macht, sind weltfremd. Ein Beispiel: Die meisten alten Menschen können mit einem Podcast ihrer Enkel gar nichts anfangen. Sie wissen nicht einmal, was das ist und wo sie den finden könnten. Nicht viele alte Menschen haben ein Smartphone oder einen Computer. Und selbst die es haben, sind nicht unbedingt erfahren in den sozialen Medien und Messengern. Diejenigen Großeltern, die sich damit auskennen, benutzen diese Kommunikationsmöglichkeiten sowieso schon länger und brauchen wiederum diesen tollen Tipp der Kanzlerin nicht.

Das „exzellente Gesundheitssystem Deutschlands“ ist seit vielen Jahren kaputtgespart und hoffnungslos unterbesetzt. Schon im Normalbetrieb ist es überlastet. Ich habe eine Krankenschwester in der Familie, die ein Lied davon zu singen weiß. Eine nahe Verwandte, die Medizin studiert hat, musste schon vor zehn Jahren in ihrem Praktikum, das sie an einem Kreiskrankenhaus leistete, mehrfach über‘s Wochenende ganz allein eine ganze Station betreuen. Sie musste Dinge tun (Infusionen legen, Kanülen und Blasenkatheter legen), die sie als Praktikantin gar nicht hätte verrichten dürfen. Sie hatte lediglich einen Pager, falls ein medizinischer Notfall eintritt, um einen Arzt irgendwoher zu alarmieren. Der berühmte Pflegenotstand wird sich als komplette Katastrophe erweisen, wenn es wirklich zu einer kritischen Situation und haufenweise schweren Verläufen kommt.

„Wir schaffen das“ hätte gereicht.

Alles andere wusste man doch schon vorher …“

(Kommentar Youtube)

Die Philippika an die „Hamsterer“ wird ins Leere gehen, soviel ist klar. Ihre Rede wird das Hamstern eher noch anheizen. Denn das panische Vorräte hamstern ist nur zum Teil ein „unsolidarischer Akt“, sondern hauptsächlich ein Misstrauensvotum gegen die Merkel-Regierung. Was sich eben auch in den meisten Kommentaren widerspiegelt. Ein paar Kostproben:

„Merkel ist doch Coronafan, Merz hat es doch erwischt!“ 

„13 Minuten geredet ohne dabei irgendwas zu sagen 🤔 

„Wie soll ich als Friseurin 1 1/2 meter abstand halten?“ 

„x0,5 Wiedergabegeschwindigkeit für eine maximal authentische Merkel-Erfahrung“ 

„Wir schaffen das“ hätte gereicht. Alles andere wusste man doch schon vorher …“ 

„Frau Merkel es gibt Dr. Wolfgang Wodarg vielleicht einmal anhören. Ich schäme mich Ihnen so lange vertraut zu haben. Wo war mein Verstand.“ 

„Ich kann sie mir echt nicht mehr angucken! Wann macht sie endlich eine Biege!? Guckt euch bitte mal die normalen Grippezahlen an die wir jeden Jahr haben und wie viele davon sterben!!! Dann werdet ihr euch sehr wundern!!!“ 

„Und im Singsang-Reim verkündet die was sie meint was wichtig ist. Hat die keine psychologischen Berater die zumindest etwas Ahnung von ihrem Job haben?“ 

„Die Kanzlerin und Anhänger denken noch immer im Elfenbeinturm. So wird das nix. Die friedliche Gesellschaft ist in dieser Situation und mit diesen Verantwortlichen massiv in Gefahr!“ 

„Solidarität, hahaha. Ich wohne in Frankfurt, hier hilft Keiner Keinem. Ich verstehe nicht mal die Sprachen die die Leute hier sprechen. Ich weiss nicht mal wer in meiner direkten Nachbarwohnung wohnt.“ 

„nicht das Corona Virus hat das Leben in diesem Land verändert, sondern Merkel! Meine Meinung!“ 

„Das war eine Rede ohne Aussage. Ganz Deutschland wartet auf diese rede und sie hat keine neuen Infos. Sie sagt gar nicht wie’s weitergehen wird. Nicht 1 Wort wie das Land weiter vorgeht. „Die Regeln befolgen“. Wenn das so einfach wäre“ 

„gähn ich wünschte mir das sie nicht ein vorgeschrieben Text abliest, null Emotionen das tipysche Politiker bla bla Armlänge Abstand wie Silvester in Köln … Habe mehr erwartet . Da Brauch man sich nicht wundern wenn sich alle von der Politik im Stich gelassen fühlen.“ 

„Eine Frau, die sich 5 Jahre über eine Reihe von Gesetzen hinwegsetzt, die Verfassung biegt und bricht wie es ihr passt, Wahlen rückgängig macht: sagt, wir sollen uns an Regel halten. Ja ne, is klar. !! Ich halte mich daran, weil mir meine Mitmenschen am Herzen liegen. Weil auch andere Staatsoberhäupter das sagen. Nicht wegen dieser Frau!!“

In der „ernsten Stunde“ eine inhaltsleere Rede aus der Konserve?

Diese Rede hört sich nicht nur an, wie eine Abschiedsrede, es ist offenbar eine. Die Botschaft heißt „Macht‘s gut, passt auf Euch auf, ich weiß auch nicht weiter. Liegt jetzt alles an Euch.“ Palliativ-Politik im sinnfreien Betroffenheitssingsang. Und die wichtigste Botschaft: „Glauben Sie keinen Gerüchten, nur der Regierung!“.

Ein Rat, der angesichts der Kommentare unter dem Video geradezu abstrus klingt.

Und noch etwas Interessantes fällt auf: Unsere allseits geliebte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat die letzten Verlautbarungen alle in dem exakt gleichen Outfit mit derselben, blauen Jacke, derselben Kette und derselben Frisur gemacht.
Ob sie das wohl alles der Reihe nach als Konserve abgedreht hat?

Weilt sie möglicherweise schon gar nicht mehr hier unter uns Bürgern in der wunderbaren, offenen Demokratie“?