Der neue Trend – Pla­zenta auf Toast, als Smoothie oder als Pille und Creme – sogar Pla­zenta-belegte Pizza!

Was es nicht alles gibt! Die Pla­zenta wird gewa­schen, voll­ständig getrocknet, pul­ve­ri­siert und in Kapseln ver­ar­beitet. Die meisten Pla­zenten erzeugen zwi­schen 75 und 200 Tabletten. Was man viel­leicht nur in Asien ver­mutet hätte, da die süd­ko­rea­ni­schen Behörden 2.000 Kapseln aus pul­ve­ri­siertem Men­schen­fleisch von toten Babys und Föten beschlag­nahmten, ist bereits weltweit ein Trend geworden. 

Braten Sie es, dünsten oder einfach als Getränk, so wird Frauen ange­raten, die Pla­zenta zu sich zu nehmen. Einige Frauen ent­scheiden sich für Pla­zenta-Lasagne, Pla­zenta Chili oder Pla­zenta-belegte Pizza. Eben­falls ein neuer Trend: einfach die Pla­zenta in Form von Pillen. Laut Forbes kostet so eine The­rapie in der Regel rund $ 200 bis $ 350. „Die Pla­zenta wird in veganen Kapseln ver­ar­beitet, was für die meisten Men­schen sehr angenehm ist,“ so eine Mutter aus York, Groß­bri­tannien. Es gibt auch bereits Unter­nehmen, die sich auf „Pla­centa Encap­su­lation“ spe­zia­li­siert haben. Es ist eine jahr­hun­der­tealte Praxis, die in der chi­ne­si­schen Medizin am häu­figsten anzu­treffen ist. Diese Tra­dition ist jedoch in den USA immer beliebter geworden und wird auch in Groß­bri­tannien massiv beworben. Es gibt auch bereits SMOOTHIES für etwa 30,00 Euro. Nicht nur in Asien ist man der Ansicht, dass Pla­zen­ta­pulver zur Behandlung und Heilung vieler Krank­heiten genutzt werden kann, auch in Europa. 

Der neue Trend – Pla­zenta auf Toast oder als Pillen und Creme – sogar Pla­zenta-belegte Pizza!

„Viele pro­mi­nente Mütter haben sich auf Grund der umfas­senden Gesund­heits- und Well­ness­vor­teile nach der Geburt für Mutter und Kind für diesen Service ent­schieden“,  wirbt ein Unter­nehmen aus Schottland. Es handelt sich um die Kapseln aus Pla­zenta. After Glow Luxury Pla­centa Encap­su­lation, mit Sitz in Glasgow / Edin­burgh, deckt nach eigener Aussage ganz Schottland ab. „Mit Hilfe unseres pro­fes­sio­nellen und ver­trau­ens­wür­digen Kurier­dienstes bieten wir unseren her­vor­ra­genden Service jetzt allen Frauen in den meisten Teilen des Ver­ei­nigten König­reichs an. Es werden nur die besten, bio­lo­gisch ange­bauten Pro­dukte mit natür­lichem Ursprung ange­boten, die von Hand mit per­sön­licher Note her­ge­stellt werden,“ so das Unternehmen.

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Die Sozialen Medien sind voll mit Wer­bungen, die anpreisen, wie toll es ist, die Pla­zenta zur Kapsel ver­ar­beiten zu lassen. Es gibt unzählige Unter­nehmen, die sich darauf spe­zia­li­siert haben und mit der Pla­zenta viel Geld verdienen.

Wie schon erwähnt, kommt diese Art der Ver­wendung von Pla­zenten aus der Chi­ne­si­schen Heil­kunst, doch mitt­ler­weile ist sie auch in west­lichen Ländern zu einem Erfolgs­schlager geworden.

In Deutschland ist es erlaubt, die Pla­zenta mit nach Hause zu nehmen. Es gibt bereits Koch­bücher mit Rezepten, wie man die Pla­zenta zube­reiten kann. Wie schon oben erwähnt, gibt es eine Vielzahl von Mög­lich­keiten. Es ist ein Trend, der sich weiter ver­breitet. Denn das «New York Magazine» berichtete bereits 2011, dass immer mehr Mütter ihre Pla­zenta ver­zehren, übli­cher­weise prä­pa­riert als Pillen. Ihr Wirk­stoff soll gegen postpartale Depres­sionen wirken, die Milch­pro­duktion anregen, die Gebär­mutter stärken und dem Körper alle Nähr­stoffe zurück­geben, die er während der Schwan­ger­schaft über die Pla­zenta dem Nach­wuchs abge­geben hat. Aber wenn eine Frau ver­sucht, durch die Pla­zenta zusätz­liches Eisen zu bekommen, werden diese teuren Pla­zenta-Pillen nicht viel helfen, so eine Studie . Die 3000 mg täglich, die „emp­fohlen“ und von der tra­di­tio­nellen chi­ne­si­schen Medizin ange­boten werden, haben kei­nerlei Nutzen. US-ame­ri­ka­nische Wis­sen­schaftler haben sich des Themas ange­nommen und den Effekt der Pla­zen­to­phagie spe­ziell auf den Eisen­status ran­do­mi­siert, dop­pel­blind und pla­ce­bo­kon­trol­liert unter­sucht (Journal of Mid­wifery & Women´s Health 2016, online 3. November).

Schönheit von Innen und Außen? Iss Pla­zenta nach Geburt oder als Creme

https://twitter.com/BeautyC83718413/status/1223789047488712704?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1223789047488712704&ref_url=https%3A%2F%2Fnetzfrauen.org%2F2020%2F02%2F02%2Fplazenta‑2%2F

Eine Meldung im Netz sorgte für Auf­regung, nachdem die bri­tische Künst­lerin Amy Childs, als sie Mutter einer Tochter wurde, bekannt gab, dass sie nicht nur ihre Pla­zenta essen will, sondern diese auch als Gesichts­creme ver­wendet. Andere Stars haben eben­falls dieses soge­nannte Wun­der­mittel für sich ent­deckt. Eine frisch­ge­ba­ckene Mutter riet zu einen Smoothie, denn man muss die Nach­geburt nicht unbe­dingt kauen. Trinkt man das Pla­zenta-Blut, soll dies die gleiche heilsame Wirkung haben. Man könne es, so ein wei­teres Rezept, einfach in eine Bloody Mary tröpfeln lassen. All diese Tipps, die aus 2017 stammen, haben für einen regel­rechten Boom gesorgt, wie wir 2020 fest­stellen können., denn Smoothies gibt es bereits für ca. 40 Euro bei afterglowpes.co.uk zukaufen.  Jetzt bekommt der Begriff „Boody Mary“ eine ganz andere Bedeutung.

Die Nach­geburt kann aber auch als Creme ver­ar­beitet werden. Dies halten viele für ein Super-Beauty-Produkt und kann auch über AMAZON bestellt werden.

Pla­zenta-Extrakt

Pla­zenta-Extrakt wird aus mensch­lichen oder tie­ri­schen Pla­zenten gewonnen und in Haar­con­di­tionern, Shampoos und anderen Kör­per­pfle­ge­mitteln ver­wendet. Das NTP hat Pro­ges­teron, den vor­ran­gigen hor­mo­nellen Kon­ta­mi­nanten in Pla­zent­aex­trakt, als vor­aus­sichtlich krebs­er­regend iden­ti­fi­ziert. Siehe Che­mi­kalien in Kos­metika sogar Parabene, Blei und Pla­zenta-Extrakt – Che­micals in Cosmetics!

Pla­zenta-Kapseln

Die Unter­nehmen werben damit, dass Pro­dukte aus Pla­zenten in der Chi­ne­si­schen  Medizin weit ver­breitet sind. Die süd­ko­rea­ni­schen Behörden beschlag­nahmten immer wieder Kapseln aus Men­schen­fleisch. Diese waren aus China nach Süd­korea geschmuggelt worden. Es handelt sich um pul­ve­ri­siertes Men­schen­fleisch von toten Babys und Föten. Diese Kapseln sollen die Leis­tungs­fä­higkeit fördern und Krank­heiten heilen. Zur Her­stellung des Pulvers seien die Baby­leichen in kleine Teile geschnitten und dann getrocknet worden.In meh­reren chi­ne­si­schen Städten sollen sich Pro­duk­ti­ons­zentren befinden, die ihre Ware nach Süd­korea schmuggeln. Sie gehören der tra­di­tio­nellen chi­ne­si­schen Heil­kunde an. Der fort­wäh­rende Leis­tungs­druck in Süd­korea macht erfin­de­risch und so wird in die Trick­kiste der tra­di­tio­nellen chi­ne­si­schen Heil­kunst gegriffen.

Wis­sen­schaftler warnen vor dem Verzehr der Plazenten

Nachdem der Boom auch nach Kanada schwappte, wurde die kana­dische Gesell­schaft gewarnt. Nach einer Über­prüfung der wis­sen­schaft­lichen Daten zu diesem Thema warnten die Wis­sen­schaftler jede Frau, die daran denkt, ihre Pla­zenta zu essen oder zu trinken. Die kana­dische Gesell­schaft für Geburts­helfer und Gynä­ko­logen hat keine Hin­weise auf einen Nutzen einer „Pla­zen­to­phagie“ gefunden, jedoch poten­zielle Scha­dens­ri­siken, ein­schließlich der Über­tragung schwer­wie­gender bak­te­ri­eller Infek­tionen von der Mutter auf das Neugeborene.

Eine kürzlich durch­ge­führte Umfrage unter mehr als 1.000 Müttern in den USA und Kanada ergab, dass ein Viertel der Mütter ihre Pla­zenta kon­su­miert hat. Auch die Schau­spie­lerin Hilary Duff ent­hüllte in einem Podcast über Eltern, dass sie, obwohl sie anfangs von der Idee ein wenig ver­dutzt war, einige Stunden nach ihrer Geburt einen Smoothie aus Beeren und roher Pla­zenta getrunken hatte. Der Rest ihrer Pla­zenta sei zu Eis­würfeln ver­ar­beitet worden.

Auch in Süd­korea wird vor dem Verzehr von „Pla­zenta-Kapseln gewarnt. Der KFDA-Test hat  gezeigt, dass diese Kapseln  im Gegensatz zu den Gerüchten, sie seien gut für die Gesundheit, gesund­heits­schädlich sind. In nur einer Kapsel  wurden 17,7 Mil­li­arden Bak­terien ein­schließlich Hepa­titis-B-Viren gefunden.

In den west­lichen Ländern steigt die Zahl derer, die ihre Pla­zenta essen oder trinken

In den west­lichen Ländern steigt die Zahl derer, die ihre Pla­zenta essen, und besonders in den letzten zehn Jahren ist die Zahl gestiegen. Obwohl Berichte über Infek­tionen auf Grund kon­ta­mi­nierter Pla­zen­takapseln in den west­lichen Ländern selten sind, sollten Frauen auf das poten­zielle Risiko hin­ge­wiesen werden, so ein Bericht aus den USA. Häu­figer werden nur leichte Neben­wir­kungen wie Kopf­schmerzen oder ein unan­ge­nehmer Geschmack der Kapseln berichtet. Es ist beru­higend, dass die Kon­zen­tra­tionen von Toxinen wie Blei, Queck­silber und Arsen innerhalb der Grenz­werte liegen, so eine Unter­su­chung, aller­dings wurden nur geringe Mengen über­prüft. Es wurden keine Studien durch­ge­führt, um den Gehalt an orga­ni­schen Schad­stoffen oder anderen poten­ziell schäd­lichen Sub­stanzen in der Pla­zenta zu messen.

Ange­sichts der Tat­sache, dass es keine Anzeichen für einen Nutzen und Hin­weise auf mög­liche Schäden gibt, sollten Gesund­heits­dienst­leister Frauen in ihrer Pflege davon abraten, ihre Pla­zenta zu konsumieren.

Netzfrau Doro Schreier


Quelle: netzfrauen.org