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Energiewende-Wahnsinn: Ab 2022 reicht der Strom nicht mehr

6. Juli 2020

In unserem letzten Beitrag zum Energiewende-Wahnsinn haben wir aufgrund von Daten des Umweltbundesamtes berechnet, welchen Beitrag zur Stromversorgung Windenergieanlagen überhaupt erbringen. Die Berechnung hat ergeben, dass onshore-Windkraftanlagen gerade einmal 24,2% der Leistung erbringen, die beim Umweltbundesamt als “installierte Leistung” bezeichnet wird: Windkraftanlagen erzeugen also gerade einmal ein Viertel des Stromes, für dessen Erzeugung sie angeblich ausgelegt sind.

Ein Leser von ScienceFiles hat diese Berechnung zum Anlass genommen, um uns auf den “Bericht der deutschen Übertragungsnetzbetreiber zur Leistungsbilanz 2018-2022, mit Stand vom 18.02.2020” hinzuweisen. In diesem Bericht findet sich u.a. die folgende Abbildung:

Was man hier sieht, ist die Auslastung von onshore-Windkraftanlagen gemessen an der Menge des Stromes, den sie in das Stromnetz einspeisen. Wie man sieht, kommt es zu keinem Zeitpunkt zu einer Gleichheit von eingespeister und installierter Leistung. Die Armseligkeit der Auslastung wird an der 50% Marke sehr deutlich. 50% des Jahres speisen Windkraftanlagen bis zu 20% ihrer Nennleistung ins Stromnetz. Den Rest des Jahres liegen sie unter 20%. Um diese Aussage zu qualifizieren, muss man nur ein wenig auf der x-Achse nach links gehen, sagen wir, bis zu 10%. An 10% eines Jahres, also an rund 37 Tagen, speisen Windkraftanlagen mindestens zwischen 50% und 60% ihrer Nennleistung in das Stromnetz, an 90% der Tage eines Jahres speisen sie weniger als 50% ihrer Nennleistung in das Stromnetz ein. Bei dieser Betrachtung muss man zudem in Rechnung stellen, dass das Jahr 2018, auf das sich die durchgezogenen Kurven beziehen, ein außergewöhnlich windreiches Jahr war, das ungefähr dem Maximum der Jahre 2010-2017 entspricht, also den Spitzenwerten, die im Zeitraum 2010-2017 erreicht wurden. Wie windreich 2018 gewesen sein muss, kann man ermessen, wenn man das Minimum für den Zeitraum 2010-2017 hinzunimmt. Die Berechnung von Maximum und Minimum für die Jahre 2010-2017 erfolgt in der Weise, dass für jeden Tag der höchste bzw. der geringste Wert aus den Jahren 2010 bis 2017 eingetragen wird.

Unser Leser, bei dem wir uns an dieser Stelle recht herzlich bedanken, hat sich die Daten der Bundesnetzagentur besorgt, und für das Jahr 2019 berechnet, in welchem Verhältnis Nennleistung und tatsächlich eingespeiste Leistung bei Windkraftanlagen steht. Die folgende Abbildung zeigt das Ergebnis:

Auch 2019 war ein windreiches Jahr, dennoch beträgt der Anteil des Stromes, der in das Stromnetz eingespeist wird, nur an 10% der Tage eines Jahres mindestens 45% der Nennleistung der deutschlandweiten Windparks. An 90% der Tage liegt er unter 45% der Nennleistung. Mit anderen Worten, an 329 Tagen stehen diese hässlichen Pylone in der Gegend und produzieren nicht einmal 40% der Energie, die sie eigentlich produzieren sollen. Dass es der Windkraft-Lobby gelungen ist, derart ineffiziente, mit hohen Kosten, finanziellen Kosten und Kosten für die Anwohner verbundene Monstren in die Landschaft zu stellen, zeugt davon, wie anfällig das angeblich demokratische System Deutschlands für die Einflussnahme ist, die Wenige auf Kosten von Vielen bereichert.

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Dass man ineffiziente Methoden der Stromgewinnung nicht in großer Zahl produzieren und einsetzen kann, ohne dass dieser Wahnsinn über kurz oder lang erhebliche Folgen für die Stromversorgung hat, wird im Bericht der Übertragungsnetzbetreiber sehr deutlich. Sie berechnen die Sicherheit der Stromversorgung für die Jahre 2021 und 2022 auf Grundlage von zwei Szenarien, die sich vornehmlich dadurch entscheiden, dass in Szenario 2 der Ausstieg aus der Kohleverstromung, wie er im Entwurf zum Kohleausstiegsgesetz vom 29.1.2020 formuliert ist, berücksichtigt ist, in Szenario 1 nicht. Das Ergebnis lautet wie folgt:

“Durch die stetige Aktualisierung der Datengrundlage und Berücksichtigung der aktuellen Informationen zum Kraftwerkspark in Deutschland ergibt sich im vorliegenden Leistungsbilanzbericht im Szenario 1 für den betrachteten Stichzeitpunkt im Januar 2021 unter Berücksichtigung der Netzreserve und Sicherheitsbereitschaft eine positive verbleibende Leistung von ca. 2,9 GW. Für den erstmalig betrachteten Stichzeitpunkt im Jahr 2022 zeigt sich ein möglicher Importbedarf von ca. 1,5 GW. Im Szenario 2 zeigt sich für 2021 eine positive verbleibende Leistung von 2,6 GW und für 2022 ein Importbedarf von ca. 7,2 GW.

Innerhalb sehr kurzer Zeit ist Deutschland damit von einem Nettostromerzeuger zu einem Strombettler bei den Nachbarländern geworden. 7,2 Gigawatt müssen 2022 zugekauft werden, um die Stromversorgung in Deutschland sicherzustellen. Warum man sich sehenden Auges von einem Netto-Stromproduzenten, der seinen eigenen Bedarf sicherstellen und Strom exportieren kann, zu einem von Stromimporten abhängigen Land machen sollte, das ist eine Frage, die vermutlich nur ideologisch Verklärte beantworten können. Eine andere Frage formuliert ein ökonomisches Rätsel, denn eine Auslagerung von Produktion erfolgt nach Ansicht von Ökonomen genau dann, wenn dadurch ein Kostenvorteil erreicht werden kann, wenn eine externe Produktion mit geringeren Kosten verbunden ist als eine interne Produktion. Die Energiewende spottet jeder ökonomischen Rationalität, denn vorhandene Kapazitäten, die billigen Strom erzeugen, werden durch solche ersetzt, die nicht nur teuren Strom erzeugen, sondern die Nachfrage nach Strom nicht mehr zu decken im Stande sind, weshalb zwangsläufig Strom zugekauft werden muss – immer in der Hoffnung, dass er zugekauft werden kann. Der Notkauf stellt damit Exzess-Kosten dar, die dadurch verursacht werden, dass willentlich eine gesicherte Stromversorgung aufgegeben und durch eine ungesicherte und viel teurere Stromversorgung ersetzt wird.

Wie man diese Form des selbstschädigenden Verhalten nennt, das ist eine Frage, die an Psychiater gerichtet ist. In der Ökonomie ist derartiges Verhalten nicht vorgesehen, denn die gesamte Ökonomie basiert auf der Annahme rationaler Akteure. Ökonomen haben ihre Rechnungen ohne Berücksichtigung der Bundesregierung gemacht.


Quelle: sciencefiles.org