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„Mozart Effekt“ – deutlich weniger epileptische Anfälle durch tägliches Hören von Mozart Sonate

28. Juli 2020

Der “Mozart Effekt” beschreibt positive Auswirkungen beim Hören von Mozarts Musikstücken. Während dieser Effekt bisher als umstritten galt, zeigt eine neue Studie nun, dass regelmäßiges Anhören der Sonate D-Dur für zwei Klaviere, K. 488 bei Epileptikern die Anzahl der Anfälle signifikant senkt. Eine mit einem Computerprogramm bearbeitete Version der Sonate, zeigte hingegen keine vergleichbare Wirkung.

Positive Auswirkungen beim Hören von Mozarts Musikstücken beobachtet man seit langem. Besonders die Sonate D-Dur für zwei Klaviere, K. 488 rückt seit der ersten wissenschaftlichen Studie aus dem Jahre 1993 immer wieder in den Fokus der Wissenschaftler. In der damaligen Untersuchung beschrieben Forscher, dass die Leistungsfähigkeit, sowie die neurologische Aktivität beim Anhören dieser Sonate ansteige. Dies prägte den Begriff „Mozart Effekt“.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie zeigten kanadische Forscher einen neuen Effekt der Sonate K. 488: Das regelmäßige Anhören des Musikstückes reduzierte das Auftreten von epileptischen Anfällen um bis zu 35 Prozent. Als Kontrolle, diente eine mittels Computer und Algorithmus veränderte Version des Stückes. Bei dieser rhythmisch veränderten Variante gab es keinen vergleichbaren Effekt.

Dieses Ergebnis war für die Forscher überraschend, da ihre Hypothese eigentlich lautete, dass es „keinen Unterschied geben würde“.

Mozarts Sonate als zukünftige Therapie

Für die Studie wiesen die Forscher 13 Epilepsiepatienten an, drei Monate lang täglich sechs Minuten der originale Sonate K. 488 anzuhören. Die Kontrollgruppe hörte über den gleichen Zeitraum die am Computer veränderte Version des Musikstückes. In dieser Version wurden rhythmische Komponenten unter der Verwendung eines Algorithmus variiert. Dadurch änderten sich das Muster und die Abfolge der Töne des Stückes.

Alle Patienten, bis auf eine Ausnahme, zeigten deutliche Verbesserungen beim Hören des Originalstückes im Vergleich zur Kontrollgruppe. Bei einem 42-jährigen Patienten stoppten die Anfälle während der drei Monate vollständig.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass tägliches Anhören von Mozart K. 448 zu einer geringeren Häufigkeit von Anfällen bei Erwachsenen Menschen mit Epilepsie führt“, sagt Dr. Rafiee, Erstautorin der Studie. „Dies deutet darauf hin, dass man das tägliche anhören von Mozart als ergänzende Therapie zur Reduktion von Anfällen bei Epileptikern einsetzten kann“.

Weitere Untersuchungen mit mehreren Teilnehmern und Parametern sind geplant.

Dies war jedoch nicht die erste Studie, die den „Mozart Effekt“ bei Epilepsie untersuchte. Bereits 1998 gab es Erkenntnisse, dass diese Sonate von Morzat Epileptikern helfen kann. Damals diente ein Pop-Song als Kontrolle, der wesentlich schlechtere Wirkungen zeigte als das klassische Werk. Allerdings zweifelten andere Wissenschaftler die statistische Auswertung dieser Studie an und wiesen auf Limitierungen der Methoden hin.

Muster in Mozarts Musik

Eine mögliche Erklärung des „Mozart Effekts“ fand der Arzt und Studienautor, Jenkins im Jahr 2001: die auffällige Langzeit-Periodizität, die in klassischen Werken immer wieder vorkommt. Dies bezieht sich auf bestimmte Muster, die sich in längeren Abständen wiederholen und eine bestimmte Systematik aufweisen. In Werken von Mozart oder Bach kommen diese Muster jedoch besonders systematisch und verstärkt vor.

Laut Dr. Jenkins, gehe die Auswirkung von Mozarts Musik auf ebendiese Muster zurück. Welche neurologischen Effekte im menschlichen Gehirn im Detail ausgelöst werden, ist bisher jedoch unklar.

Diese Erklärung passt zu der kürzlich veröffentlichten Studie. In dieser wurde gezeigt, dass wenn das Muster der Musik verändert wird, der Effekt nicht mehr vorhanden ist.

Obwohl Wissenschaftler sich nicht einig sind, wie und in welchem Ausmaß der „Mozart Effekt“ zustande kommt, lässt sich nicht bestreiten, dass Mozarts Sonate K. 488 ein zeitloser Klassiker und im Vergleich zu vielen anderen medikamentösen Therapien frei von Nebenwirkungen ist.


Quelle: epochtimes.de