Gretas und Luisas offener Brief an die Führer der Welt – sie wollen den „Sys­tem­wechsel“

Greta Thunberg und Luisa Neu­bauer haben mit zwei Kol­le­ginnen aus Belgien einen offenen Brief an die Führer der Welt geschrieben, in dem es irgendwie um alle „En vogue“-Themen geht, die die aka­de­mische Elite des Westens gerade so umtreibt – Klima-Welt­un­tergang, Ras­sismus, Gen­de­rismus, Corona-Virus – tat­sächlich geht es ihnen um den „Sys­tem­wechsel“. Und ganz wichtig: Straf­ver­folgung für den „Ökozid“ – drohen EIKE und seinen Lesern Haft­strafen für Unter­stützung von Straftaten?

(von AR Göhring)

Solche Texte sind inter­es­san­ter­weise immer wieder nur Auf­güsse. Schon vor einigen Monaten hatte die fran­zö­sische Schau­spie­lerin Juliette Binoche mit einen Kli­maprof einen ganz ähn­lichen Aufruf in Le Monde, gestartet, wir berich­teten.

Und auch dieser Aufruf war recycelt, da er vor zwei Jahren weit­gehend ungehört publi­ziert wurde. Erst als Madonna und Robert den Niro 2020 mit­machten, wurde er sogar in den Tages­themen von Rainald „Wirr­köpfe-Rufer“ Becker erwähnt.

Hier der gesamte über­setzte Text von Gretas und Luisas Aufruf:

Offener Brief und For­de­rungen an die Führer der Welt und der EU

von Luisa Neu­bauer, Greta Thunberg, Anuna de Wever van der Heyden, Adé­laïde Charlier (bel­gische Klimaaktivistinnen)

#Face­The­Cli­ma­teE­mer­gency

Dieses Schreiben wurde am 16. Juli 2020 an alle Staats- und Regie­rungs­chefs der EU versandt.

Sie müssen auf­hören, so zu tun, als könnten wir die Klima- und Umwelt­krise lösen, ohne sie als Krise zu behandeln

Hier sind unsere For­de­rungen an diesen offenen Brief:

Dies sind einige erste Schritte, die für unsere Chance, eine kli­ma­tische und öko­lo­gische Kata­strophe zu ver­meiden, von wesent­licher Bedeutung sind.

  1. Stoppen Sie ab sofort alle Inves­ti­tionen in die Explo­ration und Gewinnung fos­siler Brenn­stoffe, beenden Sie sofort alle Sub­ven­tionen für fossile Brenn­stoffe und trennen Sie sich sofort und voll­ständig von fos­silen Brennstoffen.

  2. Die EU-Mit­glied­staaten müssen sich dafür ein­setzen, daß der Ökozid vor dem Inter­na­tio­nalen Straf­ge­richtshof zu einem inter­na­tio­nalen Ver­brechen wird.

  3. Beziehen Sie die Gesamt­emis­sionen in alle Zahlen und Ziele ein, ein­schließlich Ver­brauchs­index, inter­na­tionale Luft­fahrt [sic! Der ist gut – ob das Luisa selber geschrieben hat?] und Schifffahrt.

  4. Ab heute – erstellen Sie jähr­liche, ver­bind­liche Koh­len­stoff­budgets auf der Grundlage der derzeit besten ver­füg­baren wis­sen­schaft­lichen Erkennt­nisse und des IPCC-Budgets, wodurch wir eine 66%ige Chance haben, den glo­balen Tem­pe­ra­tur­an­stieg auf unter 1,5 ° C zu begrenzen. Sie müssen den glo­balen Aspekt von Gerech­tigkeit, Wen­de­punkten und Rück­kopp­lungs­schleifen berück­sich­tigen und sollten nicht von Annahmen mög­licher zukünf­tiger Tech­no­logien für negative Emis­sionen abhängen.

  5. Sichern und ver­tei­digen Sie die Demo­kratie [sic!]

  6. Ent­werfen Sie eine Kli­ma­po­litik, die die Arbeit­nehmer und die am stärksten gefähr­deten Per­sonen schützt und alle Formen der Ungleichheit ver­ringert: Wirt­schaft, Rasse und Geschlecht.

  7. Behandeln Sie den kli­ma­ti­schen und öko­lo­gi­schen Notfall wie einen Notfall.

Wir ver­stehen und wissen sehr gut, dass die Welt kom­pli­ziert ist [sic! mit Sicherheit nicht] und daß das, was wir ver­langen, mög­li­cher­weise nicht einfach ist. Die Ände­rungen, die zum Schutz der Menschheit erfor­derlich sind, mögen sehr unrea­lis­tisch erscheinen. Es ist jedoch viel unrea­lis­ti­scher zu glauben, dass unsere Gesell­schaft die globale Erwärmung, auf die wir zusteuern, sowie andere kata­stro­phale öko­lo­gische Folgen des heu­tigen nor­malen Geschäfts­lebens über­leben kann.

In den letzten Monaten hat die Welt mit Ent­setzen beob­achtet, wie die COVID-19-Pan­demie Men­schen auf der ganzen Welt getroffen hat. Während dieser Tra­gödie sehen wir, wie viele – nicht alle – Führer und Men­schen auf der ganzen Welt sich für das Wohl der Gesell­schaft ein­ge­setzt haben.

Es ist jetzt klarer denn je [sic! Wieso?] , daß die Kli­ma­krise weder von Poli­tikern noch von Medien, Wirt­schaft oder Finanzen als Krise behandelt wurde. Und je länger wir so tun, als wären wir auf einem ver­läss­lichen Weg zur Emis­si­ons­re­du­zierung und die Maß­nahmen zur Ver­meidung einer Kli­ma­ka­ta­strophe sind im heu­tigen System ver­fügbar – oder um eine Krise zu lösen, ohne sie wie eine zu behandeln – desto mehr wert­volle Zeit werden wir verlieren.

Eine andere Sache ist klarer denn je: Klima- und Umwelt­ge­rech­tigkeit kann nicht erreicht werden, solange wir die sozialen und ras­sis­ti­schen Unge­rech­tig­keiten und Unter­drü­ckungen, die den Grund­stein für unsere moderne Welt gelegt haben, wei­terhin igno­rieren und von ihnen weg­schauen [sic! Was hat Black live matters etc mit Klima zu tun?]. Der Kampf für Gerech­tigkeit und Gerech­tigkeit ist uni­versell. Sei es der Kampf für soziale, ras­sische, Klima- oder Umwelt­ge­rech­tigkeit, Gleich­stellung der Geschlechter, Demo­kratie, Menschen‑, indigene Völker – LGBTQ- und Tier­rechte, Mei­nungs- und Pres­se­freiheit oder der Kampf für ein aus­ge­gli­chenes, Wohl­be­finden und ein funk­tio­nie­rendes Leben unter­stüt­zendes System. Wenn wir keine Gleichheit haben, haben wir nichts. Wir müssen uns nicht ent­scheiden und uns darüber auf­teilen, welche Krise oder welches Thema wir prio­ri­sieren sollen, da alles mit­ein­ander ver­bunden ist.

Als Sie das Pariser Abkommen unter­zeichnet haben, haben sich die EU-Staaten ver­pflichtet, den Weg zu weisen. Die EU hat die wirt­schaft­liche und poli­tische Mög­lichkeit dazu, daher liegt es in unserer mora­li­schen Ver­ant­wortung. Und jetzt müssen Sie Ihre Ver­sprechen tat­sächlich einhalten.

Die Netto-Null­emis­sionen bis 2050 für die EU sowie für andere finan­ziell glück­liche Teile der Welt sind gleich­be­deutend mit Kapi­tu­lation. Dieses Ziel basiert auf einem Koh­len­stoff­budget, das nur eine 50%ige Chance bietet, die globale Erwärmung unter 1,5°C zu begrenzen. Dies ist nur ein sta­tis­ti­scher Münzwurf, der nicht einmal einige der Schlüs­sel­fak­toren wie den glo­balen Aspekt der Gerech­tigkeit, die meisten Wen­de­punkte und Rück­kopp­lungs­schleifen sowie die bereits durch zusätz­liche giftige Luft­ver­schmutzung ver­borgene zusätz­liche Erwärmung berück­sichtigt. In Wirk­lichkeit ist es also viel weniger als eine 50%ige Chance.

Und ent­fernte Emis­si­ons­ziele werden nichts bedeuten, wenn wir das Koh­len­stoff­budget wei­terhin igno­rieren – was für heute gilt, nicht für eine ferne Zukunft.

Über ein „Next Generation EU“ ‑Inves­ti­ti­ons­pro­gramm zu sprechen und dabei die Kli­ma­krise und das voll­ständige wis­sen­schaft­liche Bild wei­terhin zu igno­rieren, ist ein Verrat an allen „Next Genera­tions“. Die Wis­sen­schaft sagt uns nicht genau, was wir tun sollen. Aber es liefert uns Infor­ma­tionen, die wir stu­dieren und bewerten können. Es liegt an uns, die Punkte zu ver­binden. Nun, wir haben unsere Haus­auf­gaben gemacht und werden Ihr äußerst ver­ant­wor­tungs­loses Spiel nicht akzep­tieren. Das unzu­rei­chende Budget von 50% bedeutet auf­zu­geben. Und das ist für uns einfach keine Option.

Natürlich begrüßen wir nach­haltige Inves­ti­tionen und Maß­nahmen, aber Sie dürfen nicht eine Sekunde lang glauben, dass das, was Sie bisher besprochen haben, auch nur annä­hernd genug sein wird. Wir müssen uns dem Gesamtbild stellen. Wir stehen vor einer exis­ten­zi­ellen Krise, und diese Krise können wir nicht kaufen, bauen oder inves­tieren. Das Ziel, ein Wirt­schafts­system „wie­der­her­zu­stellen“, das die Kli­ma­krise von Natur aus befeuert, um Kli­ma­schutz­maß­nahmen zu finan­zieren, ist ebenso absurd, wie es sich anhört. Unser der­zei­tiges System ist nicht „kaputt“ – das System macht genau das, was es soll und soll. Es kann nicht mehr „repa­riert“ werden. Wir brauchen ein neues System.

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Der Wettlauf um die Sicherung der zukünf­tigen Lebens­be­din­gungen für das Leben auf der Erde, wie wir ihn kennen, muss heute beginnen. Nicht in ein paar Jahren, aber jetzt. Dazu muss ein wis­sen­schaftlich fun­dierter Weg gehören, der uns die best­mög­lichen Chancen bietet, den glo­balen durch­schnitt­lichen Tem­pe­ra­tur­an­stieg auf unter 1,5°C zu begrenzen. Wir müssen die andau­ernde Zer­störung, Aus­beutung und Zer­störung unserer lebens­er­hal­tenden Systeme beenden und uns zu einer voll­ständig dekar­bo­ni­sierten Wirt­schaft bewegen, die sich um das Wohl aller Men­schen und der Natur dreht.

Wenn alle Länder die von ihnen gesetzten Emis­si­ons­min­de­rungen tat­sächlich durch­führen würden, würden wir immer noch einen kata­stro­phalen glo­balen Tem­pe­ra­tur­an­stieg von min­destens 3–4 ° C anstreben. Die Men­schen an der Macht haben heute prak­tisch bereits die Mög­lichkeit auf­ge­geben, eine anständige Zukunft für kom­mende Genera­tionen zu über­geben. Sie haben auf­ge­geben, ohne es zu versuchen.

Die weltweit geplante Pro­duktion fos­siler Brenn­stoffe bis zum Jahr 2030 macht 120% mehr aus, als mit dem 1,5 ° ‑Ziel ver­einbar wäre. Es passt einfach nicht zusammen.

Wenn Sie den IPCC SR1.5‑Bericht und den UNEP Pro­duction Gap Report sowie das, was Sie tat­sächlich im Pariser Abkommen unter­zeichnet haben, lesen, kann selbst ein Kind erkennen, daß die Klima- und Umwelt­krise im heu­tigen System nicht gelöst werden kann.

Dies ist keine Meinung mehr, sondern eine Tat­sache, die auf der derzeit besten ver­füg­baren Wis­sen­schaft basiert. [sic! „Es gibt  nur EINE legitime Ein­stellung“]

Denn wenn wir eine Kli­ma­ka­ta­strophe ver­meiden wollen, müssen wir es ermög­lichen, Ver­träge zu zer­reißen und bestehende Geschäfte und Ver­ein­ba­rungen auf­zu­geben, in einem Ausmaß, das wir uns heute noch gar nicht vor­stellen können. Und solche Maß­nahmen sind im heu­tigen System weder poli­tisch noch wirt­schaftlich noch rechtlich möglich.

Um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, sind die kom­menden Monate und Jahre ent­scheidend. Die Uhr tickt. Das Beste zu geben ist nicht mehr gut genug. Sie müssen jetzt das scheinbar Unmög­liche tun.

Und obwohl Sie mög­li­cher­weise die Mög­lichkeit haben, die Kli­ma­krise zu igno­rieren, ist dies für uns keine Option – für Ihre Kinder. Derzeit gibt es keinen Ort auf der Erde, an dem Kinder in einer sicheren Umgebung eine Zukunft vor sich haben. Dies ist und bleibt für den Rest unseres Lebens Rea­lität. Wir bitten Sie, sich dem Kli­ma­notfall zu stellen.“

Unter­zeichner (Auswahl)

  • Malala You­safzai, Nobel­preis Frieden, Founder Malala Fund
  • Billie Eilish, Sän­gerin
  • Leo­nardo DiCaprio
  • Shawn Mendes, berühmter Popstar
  • Michael Mann
  • Coldplay
  • Ben Stiller
  • Mark Ruffalo, Hol­lywood
  • Green­peace
  • Hans Joachim Schellnhuber
  • Emma Thompson
  • Naomi Klein, Kapi­ta­lis­mus­feindin und Autorin
  • Mar­garet Atwood
  • Jake Gyl­lenhaal, Hol­lywood
  • Paul Rudd, Hol­lywood
  • Chris Evans, Hol­lywood
  • PETA
  • Annie Lennox
  • Russel Crowe, Hol­lywood
  • Stefan Rahm­storf
  • Joaquin Phoenix, Hol­lywood
  • Björk
  • Prof. Dr. Maja Göpel
  • Juliette Binoche
  • Maggie Gyl­lenhaal, Hol­lywood
  • Susan Sarandon
  • Sabine Gab­rysch, Pro­fessor für Klimamedizin
  • Peter Kalmus, Data Sci­entist at NASA’s Jet Pro­pulsion Laboratory
  • Roger Waters, Artist
  • Jane Fonda
  • Stella McCartney
  • Peter Sars­gaard, Hol­lywood
  • Volker Qua­schning
  • Brian Eno
  • Udo Lin­denberg
  • Extinction Rebellion
  • Bianca Jagger, Founder, Pre­sident and Chief Exe­cutive, Bianca Jagger Human Rights Foundation
  • Dr. Frie­derike E. L. Otto, unsere deutsche „Attri­bu­ti­ons­for­scherin“ in Oxford
  • Herbert Grö­ne­meyer

Quelle: eike-klima-energie.eu