Politik & Aktuelles

Sklaven- und Rassenfrage als Mittel der Inquisition

6. September 2020

„Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen.”

 Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph (1788-1860)

(von Daniel Lehe)

Vorbemerkung

Dieses Thema kann man wohl nur mit dem Kompass des gläubigen orthodoxen Christen Dostojewski angehen, nämlich dass die Menschen mit unsichtbaren Fäden der Schuld miteinander verbunden sind. Heute sind diese Fäden der Schuld für die Deutungseliten des Westens – seien es sogenannte Volksparteien in Deutschland oder sogenannte Volkskirchen – besonders unsichtbar, weil ihnen sowohl historische Erkenntnis oder Geschichtswissen ebenso fehlen wie ein notwendiger ethischer Kompass, der ihnen hilft, zumindest nach einem Zipfelchen der Wahrheit zu suchen. Wahrheit ohne Rückkehr zur Vernunft liegt naturgemäß weniger in ihrem Interesse, weil nun einmal nicht allzu selten der Applaus der von der Wort- und Bilderflut gesteuerten Masse bzw. Mehrheit im Vordergrund zur Durchsetzung ihrer ideologischen Zielsetzung steht.

Auch Schwarze versklaven Schwarze

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Vom 16. Bis 19. Jahrhundert wurden ca. zehn bis fünfzehn Millionen schwarze Sklaven aus Afrika verschifft. „Afrika wurde noch in der Neuzeit Jahrhunderte lang von arabischen Menschenjägern terrorisiert, die an portugiesische Händler die Sklaven für die Plantagen Amerikas verkauften.“ (Sch S. 214) An der Sklavenjagd beteiligten sich auch schwarzafrikanische Sklavenfänger, wie die in Ghana geborene, in den USA aufgewachsene Autorin Yaa Gyasi nach sieben Jahren intensiver Recherche schreibt. Sie erwähnt hier insbesondere das westafrikanische Volk der Fante im Süden Ghanas. Das westafrikanische Königreich Dahomey expandierte durch den Handel mit Sklaven. Hier beteiligten sich selbst schwarzafrikanische Frauen an der Jagd auf Sklaven. Es war König Agadya (1708 bis 1732) der „ein Brigade uniformierter Kriegerinnen, die mit Pfeil und Bogen oder Donnerbüchsen bewaffnet, in seinem Auftrag Dörfer im Innern seines Landes überfielen und alle Männer, Frauen und Kinder an die Küste schleppten, um sie an portugiesische Sklavenhändler zu verkaufen…“ (Sch S. 293)

Die US-Amerikanerin Zora Neale Hurston (1891-1960) war eine der bedeutendsten Autorinnen der afroamerikanischen Literatur. Sie hatte über den letzten amerikanischen Sklaven, Cudjo Lewis, ein Buch geschrieben und war bei ihren Recherchen zu diesem Buch über die Tatsache entsetzt, dass die Sklaven von afrikanischen Kriegern eingefangen und als Ware an weiße Händler verkauft worden sind. „Cudjo Lewis wurde Ende der 1950er-Jahre von Kriegern der Dahomey eingefangen, während die meisten Bewohner seines Dorfes massakriert wurden. Dann wurde er auf der Clotilda nach Amerika verschifft und, da Sklavenhandel bereits verboten war, in einer Nacht- und Nebelaktion veräußert. Fünfeinhalb Jahr lang war er Sklave, bis zum 12. April 1865, als Soldaten der Nordstaaten ihm mitteilten, er sei frei.“ (SZ 23. Juni 2020).

Der afroamerikanische Schriftsteller Edward P. Jones erzählt von einer heute beinahe unglaublichen historischen Tatsache, die in der amerikanischen Geschichtsschreibung bislang keinerlei Rolle spielte, ja den meisten Menschen völlig unbekannt ist, nämlich dass es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, vor dem Sezessions-Krieg, in den Südstaaten Schwarze gab, die selbst Sklaven hielten.

Selbstverständlich war und ist die Versklavung von Menschen eine absolut verwerfliche Angelegenheit, erst recht, wenn noch ein rassistischer Ansatz dazu kommt. Nur ist die Änderung von Straßennamen oder die Zerstörung von Statuen von Generälen der Südstaaten eine Hilfe bei der Wahrheitsfindung und führt die von vielen Führungskräften von Unternehmen, Universitätsprofessoren, Medien-, Sport und Kulturpersönlichkeiten getragene Bewegung „Black Lives Matter“ (BLM) nun auch zum heroischen Kampf gegen die heutige Sklaverei?

Lincoln – der unfreiwillige Sklavenbefreier

Noch nicht einmal die gestrige Sklaverei in den USA ist den meisten wirklich bekannt. Sie glauben, dass der US-Präsident Abraham Lincoln den Krieg gegen die konföderierten Staaten zur Befreiung der Sklaven geführt hatte. Nichts lag ihm ferner. Die Sklavenfrage als primäres Argument für diesen Krieg stimmt nicht. „Mein oberstes Ziel ist es, die Union zu retten.“, schrieb er 1862, „nicht, die Sklaverei beizubehalten oder sie abzuschaffen.“ „Könnte ich die Union retten, ohne einen einzigen Sklaven zu befreien, würde ich es tun, und könnte ich sie retten, indem ich alle Sklaven befreite, würde ich es tun; und könnte ich sie retten, indem ich manche befreite und andere in Ruhe lasse, würde ich es ebenfalls tun.“ (Sch S. 202 / 203)

Lincoln selbst schwebte die Aussiedlung der befreiten Schwarzen nach Lateinamerika oder nach Afrika vor. Im Wahlkampf selbst äußerte er sich „dagegen, dass zwischen der schwarzen und der weißen Rasse in irgendeiner Form soziale oder politische Gleichheit herbeigeführt“ werde.

Tatsächlich aber gab es in den Nordstaaten keine Mehrheit für die Abschaffung der Sklaverei. Selbst während des Krieges blieben Abolitionisten in der Minderheit. Missouri, Kentucky, Maryland und Delaware waren Sklavenhalterstaaten und verblieben in der Union – mit ihren Sklaven.

Die Nordstaaten hatten große Probleme, weil sich freiwillig für diesen Krieg nicht genügend Männer meldeten, und die Einführung der Wehrpflicht 1863 im Norden für diesen Krieg stieß auf starken Widerstand. „In der Stadt New York kam es zu einem Aufruhr: Regierungsgebäude wurden niedergebrannt, Lagerhäuser gestürmt, und der Mob setzte eine Waisenhaus für schwarze Kinder in Flammen, was offenbar eine Rache dafür sein sollte, dass es die schwarzen Sklaven waren, derentwegen nun jedermann Soldat werden musste. Die New Yorker Zeitungen nahmen großenteils für die Aufrührer Partei, und soweit sie dagegen waren (wie die „New York Times“) bewaffneten sie ihre Redakteure mit Gewehren. Aus Gettysburg rückte die Armee an, die den Aufruhr blutig niederschlug (die halbamtlichen Schätzungen über die Zahl der Todesopfer gehen von 75 bis 1200). Die Wehrpflichtigen, die nun einrückten, nannte man im Volksmund „Freiwillige in Handschellen“. Im Übrigen konnte man sich für 300 Dollar vom Wehrdienst freikaufen. „’Des reichen Mannes Krieg, des armen Mannes Kampf!’, sagte der arme Mann dazu.“ (Sch S. 122)

Unbeschadet der verwerflichen Existenz der Sklavenhaltung im Süden und in einigen Staaten des Nordens standen als Schlusslicht in der Bevölkerung nicht die Schwarzen, sondern ganz unten stand das weiße Proletariat, der sogenannte „poor white trash“ (armer weißer Abfall). Dieser machte immerhin 10 v. H. der Bevölkerung aus. Dieses Proletariat wurde auch von den Schwarzen verachtet.

Die unvorbereitete Befreiung – eine Quelle der heutigen Armut und Kriminalität?

Ob die Befreiung der nicht zur Freiheit erzogenen schwarzen Bevölkerung für diese insgesamt immer ein Glück darstellte, wäre einmal eine hochinteressante Aufgabe, die von an der Wahrheit interessierten Sozialwissenschaftlern untersucht werden sollte. Könnte es nicht sein, dass ein in die Freiheit gestoßener Sklave, gewöhnt an patriarchalische Strenge und vielleicht sogar in gewissem, wenngleich auch sicherlich bescheidenem Umfange an Fürsorge, ein verlorenes Menschenkind ohne wirklichen Halt und Kompass ist? Die ohne Vorbereitung in die Freiheit und Selbstverwaltung entlassenen Völker Afrikas zeigen ja auch heute noch beispielhaft das Dilemma und nicht allzu selten die Hilflosigkeit unserer ohne Anleitung und Ausbildung in die Selbstregierung entlassenen schwarzen Geschwister.

Vielleicht steht hier die diesbezügliche, ahnungsvolle Sicht des späteren Südstaatengenerals Robert E. Lee für die Auffassung von nicht wenigen Plantagenbesitzern. Lee schrieb am 7. Dezember 1856 an seine Frau und konstatierte, dass die Sklaverei ein „moralisches und politisches Übel“ sei und folgerte: „Es ist nutzlos, sich über deren Nachteile auszulassen. Ich denke aber, dass sie ein größeres Übel für die Weißen darstellt als für die Schwarzen. Und wenn ich doch großes Mitleid mit Letzteren habe, so sind meine Sympathien doch bei den Ersteren. Die Schwarzen sind hier [in Nordamerika] unermesslich besser dran als in Afrika, moralisch, sozial und physisch. Die leidvolle Disziplin, der sie sich hier unterwerfen müssen, ist nützlich für die Weiterentwicklung ihrer Rasse und wird sie, so hoffe ich, auf bessere Zeiten vorbereiten und hinführen. Wie lange ihre Unterwerfung nötig ist, weiß nur und kann nur bestimmt werden durch die weise und gnadenvolle Voraussehung. Ihre Befreiung wird eher durch milden und sanften Einfluss gelingen als durch stürmische Auseinandersetzungen und Streitereien. Dieser Einfluss, obwohl langsam, ist sicher. […]. Während wir sehen, dass die Abschaffung der Sklaverei auf dem Weg ist und wir sie mit unseren Gebeten und allen rechtlichen Mitteln unterstützen, bleibt doch der Prozess und sein Ausgang in den Händen desjenigen, der das Ende kennt, der langsam arbeitet und für den tausend Jahre nur ein einziger Tag sind.“

In der Tat waren beispielsweise, so schreibt der 1868 geborene schwarze Bürgerrechtler W.D.B. Bu Bois, 1860 lediglich geschätzt 5 Prozent der Schwarzen in bescheidenem Umfang alphabetisiert worden. Du Bois studierte von 1892 bis 1894 in der deutschen Hauptstadt Berlin und war erstaunt über seine Bekannten, Lehrer und Studienkollegen, die ihn mit Respekt und Interesse begegneten, nie als Abnormalität oder als Untermenschen ansahen, wie er es aus den USA her kannte.

Eine wesentliche Hilfe mag die Christianisierung gewesen sein, die seit den 1830er-Jahren auch von den meisten Sklavenhaltern unterstützt wurde – sicherlich nicht von allen nur aus edlen Motiven. Aber eine nicht geringe Anzahl von Pflanzern war von aufrichtigem Missionsgeist beseelt.

Die Befreiung führte für viele ehemalige Sklaven zum Verlust eines paternalistisch orientierten Schutzstatus, der von vielen weißen Sklavenhaltern als Selbstverständnis tradiert wurde und der besagte, dass insbesondere die Haussklaven und Sklavenkinder als Bestandteil ihrer Familie angesehen wurden. Die Befreiung bedeutete zudem, dass die befreiten Schwarzen versuchten, ihre teilweise in alle Winde verstreuten Familien zu sammeln bzw. neu aufzubauen. Letztlich führte wohl die Befreiung bei vielen der landlosen, besitzlosen und lohnabhängigen, großenteils ungebildeten Schwarzen zu einer Proletarisierung, die sich bis in die heutigen Tage auswirkt. Ihre bisherige, sicherlich verwerfliche Sozialordnung war zerschlagen und auf eine neue wurden sie nicht vorbereitet.

Der Freund und Helfer der Schwarzafrikaner, Albert Schweitzer, schrieb kurz vor dem Ersten Weltkrieg über seine Erfahrungen mit unseren schwarzen Geschwistern: „Der Neger taugt nur etwas, solange er in seinem Dorf ist und an seiner Familie und seiner Sippe moralischen Halt hat. Aus seiner Umgebung herausgenommen, geht er leicht sittlich und auch körperlich zugrunde.“ (S. 148) Das war 50 Jahre nach der Sklavenbefreiung in den Südstaaten geschrieben worden.

Der Bericht, den Daniel Patrick Moynihan, damals stellvertretender Arbeitssekretär unter US-Präsident Lyndon B. Johnson, schrieb, war insofern bahnbrechend, als er die Wurzeln der vielen Probleme der Afroamerikaner – Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Schulversagen, außereheliche Geburten – mit dem Zusammenbruch der traditionellen Kernfamilie in Verbindung bringt.

Wie kommt es, dass bei den Chinesen, deren Vorfahren desgleichen als Arbeitssklaven beispielsweise für den Bau von Eisenbahnstrecken in die USA verschleppt wurden, solche Probleme nicht auftauchen. Weil ihr Familienzusammenhalt und ihre Bildungsbeflissenheit das verhinderten, obwohl ihre Ahnen noch Analphabeten waren. Die unterste Schicht der schwarzen Gemeinschaft hat nun einmal zwingende Probleme, die wohl nicht mehr allein dem Rassismus der Weißen angelastet werden können.

Schwarze und weiße Amerikaner leben überwiegend in rassisch getrennten Wohngebieten und haben kaum Kontakt zueinander, und ohne Zweifel gibt es in bestimmten Bundesstaaten ein Rassismus-Problem. Das ist bei den Deutschen trotz allen ideologisch gefärbten Medienfeuers überwiegend nicht der Fall. Bei ihnen spielt die Hautfarbe eher eine untergeordnete Rolle, wenn sie Leistung, Bildung und Kultiviertheit des Anderen anerkennen – das ist die Erkenntnis des 1938 in einer kreolischen Familie mit afrikanischen Wurzeln in Boston geborenen Sprachwissenschaftlers Dr. Marron Curtis Fort, der zuletzt an der Universität Oldenburg lehrte.

Die schwarze Mittelklasse hat sich längst geistig und materiell, zum Teil auch örtlich von der Masse der black community in den großstädtischen Slums oder den ländlichen Distrikten des Südens entfernt. Schwarze Politiker, Firmeninhaber, Akademiker, Polizisten und Kleriker teilen nicht unbedingt die Lebenswelt der schwarzen Mehrheit, die wirtschaftlich, sozial, bildungspolitisch, am Arbeitsmarkt und gesundheitlich sowie im Lebensstandard hinter allen anderen amerikanischen Ethnien zurückbleibt, weil sie vorwiegend durch interne Fehlentwicklungen benachteiligt ist.

Das verbreitete Narrativ der Mainstream-Medien

Ebenso falsch ist das auch von den Mainstream-Medien gerne verbreitete Narrativ, Rassismus würde immer nur von Weißen gegen Schwarze oder andere farbige Minderheiten ausgehen, nie aber umgekehrt. Rassismus scheint häufig eher eine Frage der Machtverhältnisse als der Hautfarbe zu sein. Dass Weiße aus Rassendünkel stets Täter seien und nie Opfer, ist ein Märchen. Dass diese Behauptung nicht zutrifft, zeigt nicht zuletzt die Shoa, also die systematische Ermordung der (weißen) Juden durch die Nationalsozialisten und ihren Helfershelfern in vielen Völkern aus erklärtermaßen rassistischen Motiven, desgleichen die Behandlung von Polen und Russen als Untermenschen. Auch die sogenannten „Zigeuner“ wurden dem Rassenhass ausgeliefert, obwohl sie indoeuropäischer Herkunft sind. Eigentlich ist das Indoeuropäische eine Sprachgemeinschaft, für die Nationalsozialisten war es jedoch die Rassegemeinschaft der Indogermanen.

Beispiele der heutigen Sklaverei und des heutige Rassismus – Afrikanischer Rassismus

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In Teilen des afrikanischen Kontinents, insbesondere in der Sahelzone, ist die Sklaverei noch immer in der traditionellen Kultur verankert, obwohl sie offiziell verboten ist. In Ländern wie Mali und Mauretanien wird die so genannte „Abstammungssklaverei“ oder „Kastensklaverei“ – bei der die Sklaverei von Generation zu Generation weitergegeben wird, so dass die Sklaven in ihre Notlage hineingeboren werden – noch immer von manchen praktiziert.

In Mauretanien wird geschätzt, dass bis zu 20% der Bevölkerung versklavt sind, obwohl die Sklaverei 1981 offiziell verboten worden ist. Die Sklaven gehören zumeist der Minderheit der Haratiner an, die Schwarzafrikaner sind, im Gegensatz zur anderen Hälfte der Bevölkerung, die Araber oder Berber sind. 2013 lebten ca. 250.000 Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen in Mali, wo Sklaverei nicht illegal ist.

Der UNO-Menschenrechtsrat heißt sogar Staaten wie den Sudan willkommen, wo Zehntausende Frauen und Kinder aus überwiegend christlichen Dörfern während der Dschihadi-Überfälle versklavt wurden.

Dass in der Türkei die Kurden als Indoeuropäer mit eigener Sprache und Tradition dem türkischen Rassismus ausgeliefert sind, nehmen die westlichen Deutungseliten ohne großen geistigen Widerstand hin. Im Gegenteil – sie ignorieren zudem den Export dieses Rassenhasses in ihre Länder. Erstaunlicherweise ignorieren sie zugleich, dass die Türken sich als Rasse bezeichnen, immerhin eine starke Minderheit in vielen europäischen Ländern, während ihr Kernproblem die Eliminierung des Begriffes „Rasse“ aus dem Vokabular ist.

Islamischer Religionsrassismus und seine andersgläubigen Sklaven

Den sogenannten christlichen Volkskirchen, von den sogenannten christlichen Parteien ganz abgesehen, ist mehr als bekannt, dass Zigmillionen ihrer Glaubensgeschwister in sklavenartigen Verhältnissen leben müssen. Beispielhaft seien nur Saudi Arabien und Pakistan erwähnt, wo christliche Arbeitssklaven auch der sexuellen Ausbeutung ausgesetzt sind. Für die Laodicae-Kirchen ist das kein Thema. Diese übersatten Wohlstandskirchen, deren Einfluss sich dem Ende nähert, haben die Inquisition wieder eingeführt, einen imaginären Rassismus mit der Verpflichtung zur Buße, mit der die Öffentlichkeit im Westen dazu gebracht wird, zu glauben, dass antiwestlicher Rassismus verdient ist. Sie vertreten die gegenwärtige Selbstgeißelung des Westens und jubeln voller Zustimmung – ihrem Untergang entgegen.

Unsere Sklaven

Auch heutzutage ist Sklavenhandel in der Welt weit verbreitet. Auch jetzt ist die Triebkraft hinter dem Sklavenhandel häufig das Geld, das man an Prostitution, Kinderarbeit unter unsäglichen Bedingungen und Saisonarbeit wie das Pflücken von Tomaten, Beeren und Nüssen verdient, unter Umständen, die an Sklavenarbeit erinnert. Und das auch in der deutschen Fleischindustrie Sklavenarbeiter rechtlose Arbeitnehmer aus Osteuropa und dem Balkan, also Weiße, ausgebeutet werden, wird erst jetzt in der Coronazeit heuchlerisch zur Kenntnis genommen, bislang nicht nur geduldet von den Parteien von Grün über Rot bis Schwarz. Die Betroffenen haben keine Rechte, werden nicht selten um ihren Lohn geprellt und hausen getrennt von ihren Familien in unwürdigen Unterkünften. Und Politiker, die wie üblich gegen diese Ausbeutung wettern, empfangen auch noch Geld für Beratertätigkeiten.

Die Prostitution auch bei uns in Deutschland hat heute ein schlimmeres Ausmaß erreicht, als vielleicht jemals zuvor in unserer Geschichte. Die Ausgebeuteten sind oft sehr jung und werden mit Gewalt gezwungen, sich zu fügen, und deren Sklavendienste werden wohl auch von den Vertretern der Deutungseliten aus allen gesellschaftlich relevanten Bereichen in Anspruch genommen.

Der weiße Westen – eine Insel zum Leben und Überleben

Es ist schon pervers, wenn die Medien und sonstige sich als Deutungseliten Betrachtende den Westen als an allem als schuldig ansehen. Bewusst wir hier impliziert, dass jeder Weiße schlecht ist… und dass jeder Schwarze oder Farbige ein Opfer ist. Sie ignorieren die Tatsache, dass die Schwarzen, Braunen, Frauen, Schwulen, Transsexuellen oder was auch immer erstaunlicherweise den weißen Westen als sicheren Zufluchtsort ansehen.

In den USA wurde ein Schwarzer Präsident – 150 Jahre nach der Sklaverei. Sie alle entfliehen der Sklaverei und dem Rassismus ihrer Heimatländer, werden aber zielorientiert und permanent von den ideologisch fixierten Medien befragt nach ihren Einzelerlebnissen hinsichtlich ihres erlebten Rassismus in ihren westlichen Fluchtburgen.

Wenn die Kräfte der inneren Zerstörung, der Unwahrheit, des Nichtwissens so weiter machen, dann wird allerdings jenes apokalyptische Bild wahr, das George Orwell wie folgt beschrieben hat: „Jede Aufzeichnung wurde zerstört oder gefälscht, jedes Buch neu geschrieben, jedes Bild neu gemalt, jede Statue und jedes Straßengebäude umbenannt, jedes Datum geändert. Und dieser Prozess geht Tag für Tag und Minute für Minute weiter. Die Geschichte hat aufgehört. Nichts existiert außer einer endlosen Gegenwart, in der die Partei immer Recht hat.“ – George Orwell, 1984.

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Weiterführende Literatur:

Wolf Schneider (Sch); „Der Soldat – Eine Weltgeschichte von Helden, Opfern und Bestien – Ein Nachruf“; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2014

Yaa Gyasi; „Heimkehren“, Dumont

Nora Neale Hurston Barracoon; „Die Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven“, Penguin Verlag, München 2020

Henning Mankell; „Treibsand – Was es heißt, ein Mensch zu sein“, dtv Verlagsgesellschaft,

München 2014

Edward P. Jones; „Die bekannte Welt“, Verlag Hoffmann & Campe, Hamburg 2005

Albert Schweitzer; „Glauben Lieben Handeln“, Europäischer Buchklub Stuttgart Zürich Salzburg