Politik & Aktuelles

Amadeu-Antonio-Stiftung will 10 Millionen Euro für ein Sofortprogramm gegen “Verschwörungsideologie”

6. Oktober 2020

Seit jeher ist es das Begehren von autokratischen und totalitären Herrschern gewesen, ein System zu errichten, in dem eine Staatsdoktrin als Wahrheit durchgesetzt, abweichende Meinungen bekämpft, diejenigen, die sie verbreiten, interniert und ein Heer von Helfershelfern geschaffen wird, das bis in den letzten Winkel der Privatheit das Leben individueller Menschen zu durchsuchen und zu überwachen trachtet.

Das Ministerium für Staatssicherheit und sein Heer der Inoffiziellen Mitarbeiter ist das beste Beispiel dafür, wie das Bemühen um vollständige Kontrolle in den faschistischen, den totalitären Strukturen eines kommunistischen Staates durchgesetzt wurde, am besten beschreibbar als Schaffung eines Klimas der Angst, denn niemand wusste, ob der, mit dem er gerade redet, nicht insgeheim Notizen macht und den Gesprächsinhalt an seinen Führungsoffizier der Stasi berichtet.

An(n)etta Kahane, die heute der Amadeu-Antonio-Stiftung vorsteht, hat dies getan, Gesprächsinhalte und Verhaltensweisen von Menschen, die ihr mehr oder weniger vertraut haben, an ihren Führungsoffizier beim Ministerium für Staatssicherheit gemeldet. Im Gutachten über die Stasi-Tätigkeit von Kahane, das Helmut Müller-Enbergs erstellt hat, wir haben hier darüber berichtet, heißt es:

“Frau Kahane hatte zu Beginn der Kooperation über ihr näheres Umfeld, Freunde und Studienkollegen zu berichten. Sie berichtete darüber nach den Niederschriften ihres Führungsoffiziers auch ‚belastend‘.”

Vielleicht ist es kein Zufall, dass aus der Stiftung, der Kahane vorsteht, nun eine Broschüre kommt, die den Titel trägt “Deradikalisierung bedeutet Infektionsschutz. Maßnahmen zur Eindämmung verschwörungsideologischer Radikalisierung im Zuge der Corona-Pandemie”. Der Begriff “Verschwörungsideologie” ist der neueste Ausdruck der gesammelten Dummheit, die sich bei Leuten findet, die sich für intellektuell halten, ohne auch nur eine Spur Ahnung davon zu haben, was sie gerade wieder in die Welt posaunen. Jede Ideologie basiert auf einer Verschwörung, linke Ideologien gar auf einer an Primitivität einzigartigen Verschwörung der Klassenantagonisten durch die Jahrtausende, die letztlich die Besitzer der Produktionsmittel die Produktivkräfte ausnutzen sieht. Auch die manische Fixierung auf die Opferrolle, quasi eine negative Form der Verschwörungserzählung, die eine gesellschaftliche Gruppe als generelles Opfer einer anderen gesellschaftlichen Gruppe festschreibt, findet sich in allen linken Verschwörungsideologien, vom Trotzkismus, über den Sozialismus bis zum Kommunismus.

In Broschüren, besser: Pamphleten, die eine gewisse “Gebildetheit” vorgaukeln wollen, findet sich regelmäßig eine wolkige Sprache, die unter Verwendung unzähliger Ismen und in unzähligen Behauptungen, die freilich alle ohne Beleg bleiben, versucht, den Eindruck zu erwecken, diejenigen, die dieses Pamphlet zu verantworten haben, seien gebildet, seien Experten in ihrem Gebiet, was immer das auch sein mag. In der Broschüre der Amadeu-Antonio-Stiftung kann man das sehr gut beobachten: Auf seinen spärlichen 20 Seiten, die sich zudem durch eine hohe Redundanz auszeichnen, kommt der Begriff “Radikalisierung” 22 Mal vor, der Begriff “Rechtsextremismus” 17 Mal, “Antisemitismus” 14 Mal und der Begriff “Verschwörung” in wechselnder Begleitung von einmal Erzählung und einmal Ideologie 68 Mal. Hinzu gesellen sich eine Menge leerer Plastikworte, wie “Maßnahme”, “milieuübergreifend” und die übliche Kakophonie der Begriffe, die all das beschreiben sollen, was man in der DDR als regimefeindlich bezeichnet hat: Nationalismus, Autoritarismus, Antifeminismus, Migrations- und Religionsfeindlichkeit und natürlich Antisemitismus. Antisemitismus wird derzeit zum Chardonnay unter den Weinen entwickelt, mit dem man sich einen großen Marktanteil verschaffen kann, denn darum geht es vor allem: Die Schaffung von Marktanteil.

NEU!!! Hier bestellen!

Die Amadeu-Antonio-Stiftung ist ein Extremismus-Unternehmer, ein Entrepreneur, der seinen Umsatz daraus bestreitet, dass er Steuergelder einkassiert, um eine Gefahr zu bekämpfen, die er zuvor kunstvoll beschrieben und in Teilen vermutlich auch erst geschaffen hat. Und so ist es kein Wunder, dass sich die AAS-Stiftung die Gelegenheit, die Demonstrationen derer, die durchweg von den steuerfinanzierten Leugnern der Demonstrationsfreiheit der AAS-Stiftung als “Corona-Leugner*innen” verunglimpft werden, zunutze machen will, um mehr Geld für ein Sofortprogramm gegen “Verschwörungsideologie” zu fordern, schlappe 10 Millionen Euro schweben den AASlern vor und darüber hinaus zu fordern, dass Fortbildung und Beratungsangebote geschaffen werden. Die AAS-Stiftung ist in eigener Sache unterwegs und ständig bemüht, Arbeitsplätze für Personen zu schaffen, die auf dem freien Arbeitsmarkt nicht unterkommen können.

Es ist übrigens kaum ein Zufall, wenn in einer Broschüre, in der Antisemitismus zum “ideologischen Kitt” erklärt wird (natürlich ohne Belege), der die Milieus, also die Teilnehmer von Anti-Corona-Maßnahmen-Demonstrationen vereine, von Corona-Leugnern die Rede ist. Der Anklang an Holocaust-Leugner ist offenkundig beabsichtigt – was die Verwendung des Begriffs noch schäbiger macht.

Es ist auch kein Zufall, dass die AAS-Stiftung versucht, nicht nur durch die Verwendung von Begriffen, denen die AAS-Mitarbeiter offenkundig einen wissenschaftlichen Erkennungswert zuweisen, eine wissenschaftliche Fundierung zu gaukeln. Ein Bezug auf Wissenschaft steht unter Linken hoch im Kurs, was insofern misslich ist, als Linke institutionalisierte Wissenschaft nahezu vollständig zerstört haben. Offenkundig glaubt man bei der AAS-Stiftung, Wissenschaft bestehe darin, mit leeren Begriffen um sich zu werfen und die wilden Behauptungen, die in der Broschüre aufgestellt werden, mit einer Fußnote zu versehen, um damit den Eindruck zu erwecken, die Behauptung sei wissenschaftlich belegt. Überhaupt nicht belegt, ist die zentrale Behauptung der AAS-Broschüre, nach der “die Radikalisierung in den Sozialen Netzwerken … zunehmend auf den Straßen ankommen” solle. Es gibt dazu weder eine Studie noch einen geeigneten Forschungsansatz, was kein Wunder ist, denn die entsprechende Behauptung ist eine ideologische Behauptung, wie man unschwer an ihrer Primitivität, die homogen radikalisierte “soziale Netzwerke” behauptet und eine Kausalität zwischen Sprache und Demonstration herstellt, erkennen kann. Das stellt so zielmich alles auf den Kopf, was in Jahrzehnten empirischer Sozialforschung über den Zusammenhang von Einstellung (Gedanken und Behauptungen) und Verhalten geforscht wurde, über einen Zusammenhang, den es kaum gibt. Situationen, die sich dadurch auszeichnen, dass man nichts Genaues weiß, bieten besten Boden, um wilde Behauptungen wie die folgende aufzustellen:

“Insbesondere im sogenannten „Dark Social“ – geschlossenen oder halböffentlichen Medien und Messengerdiensten – bilden sich digitale Parallelgesellschaften, die immer mehr Menschen in ihren Bann ziehen.”

Derartiger ideologischer Stumpfsinn, den man auch als “Verschwörungsideologie” bezeichnen könnte, trägt den Nukleus der Selbst-Falsifizierung schon in sich, denn wenn “Dark Social” sich dadurch auszeichnet, dass es “Dark Social” ist, geschlossen und nur Eingeweihten zugänglich, dann kann man bei der AAS-Stiftung nur dann Aussagen über Dark Social machen, wenn man selbst Teil von Dark Social ist. Lustige Vorstellung: Die Kämpfer gegen Rechtsextremismus als Teil von Rechtsextremismus.

Doch zurück zum Versuch, Wissenschaftlichkeit zu gaukeln. 24 Fußnoten haben sich auf die 19 Seiten der Broschüre verirrt. 9 davon verweisen auf einen Beitrag in einer Zeitungen (ZEIT, Cicero) oder Rundfunk (MDR), 6 verweisen auf eine andere Broschüre der AAS-Stiftung, drei auf eine Veröffentlichung durch einen politischen Verein der Parteien, einmal die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU), zweimal die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD), drei Fußnoten verweisen auf die Behauptungen anderer Extremismus-Unternehmer, je eine Fußnote auf eine Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung und des Bundesverfassungsschutzes. Die verbleibende Fußnote hat einen der umstrittenen (wir können das auch) Mitte-Berichte, für die Andreas Zick, ehemals Mitglied und Vorsitzender im Stiftungsrat bei der AAS-Stiftung, verantwortlich zeichnet, zum Gegenstand. Das alles kommt nicht einmal in die Nähe eines wissenschaftlichen Fußnoten-Apparates und macht in seiner Ausrichtung deutlich, dass die Broschüre der AAS-Stiftung eine verschwörungsideologische Schrift ist, deren Zweck der Griff in die Taschen von Steuerzahlern ist, verschwörungsideologisch deshalb, weil die gesamte Broschüre auf behaupteten, nicht belegten Zusammenhängen basiert.

Aber die Broschüre ist noch mehr: Sie ist antidemokratisch, eine Reminiszenz an alte DDR-Zeiten, als man noch Stasi durfte, eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir wollen das in aller Kürze entlang der 11 Punkte, die die Broschüre umfasst, deutlich machen (Die Überschriften sind die Original-Überschriften aus der AAS-Broschüre):

“1. Sofortprogramm gegen Verschwörungsideologie und Antisemitismus”

Die Gunst der Stunde, die ein paar Menschen mit Reichsflaggen auf den Stufen des Bundestages, der selbst linksextremen Befall überlebt hat, darstellen, wird gleich unter Punkt 1 in eine Forderung nach dem transferiert, was die AAS-Stiftung am meisten bewegt: GELD. 10 Millionen sollen in ein Sofortprogramm fließen, das “Extremismusprävention und Demokratieförderung” zum Gegendstand hat. Mit anderen Worten: Das Bundesprogramm “Demokratie leben!”, aus dem derzeit bereits 115 Millionen Euro an Personen verteilt werden, die irgend etwas machen, um irgend etwas zu bekämpfen oder irgend etwas vorzubeugen und von denen niemand weiß, ob das, was sie gegen irgendwas schreiben oder tun oder denken, irgendeinen konkreten Nutzen hat, jenseits des konkreten Steuerschadens von 115 Millionen Euro, soll um 10 Millionen Euro aufgestockt werden.

Begründet wird diese Forderung u.a. wie folgt:

“Der milieuübergreifende Zusammenschluss der Demonstrationen und die Einigkeit in Forderungen und Feindbildern ist nicht ohne den Antisemitismus zu erklären. Antisemitismus und Verschwörungserzählungen bilden den ideologischen Kitt, der vermeintlich politisch entgegengesetzte gesellschaftliche Milieus auf den Corona-Demos vereint. Antisemitismus grundiert eine antimoderne, demokratie- und letzten Endes menschenfeindliche Weltanschauung, deren einzelne Elemente wie Irrationalismus, völkischer Nationalismus, Autoritarismus, Antifeminismus und Migrations- und Religionsfeindlichkeit sich hier verbinden (exemplarisch etwa in der rechtsextremen Verschwörungserzählung vom „Großen Austausch“).”

Was wir in roter Farbe gesetzt haben, sind unbelegte, wilde Behauptungen, deren einziger erkennbarer Zweck darin besteht, eine Bedrohungslage zu suggerieren, die mit GELD bekämpft werden soll. Was wir in orangener Farbe gesetzt haben, sind hohle Phrasen ohne erkennbaren Inhalt, ein Beispiel für das, was pseudo-Intellektuelle liefern, wenn sie versuchen, wissenschaftliche Sprache zu imitieren, ein Kauderwelsch der ideologischen Einfalt.

“2. Pandemie-Bekämpfung und Radikalisierungsprävention zusammen denken”

Neben Geld für die direkte Bekämpfung von etwas, dessen Existenz man gerade behauptet hat, gibt es natürlich auch noch Geld dafür, dem, dessen Existenz man gerade behauptet hat, vorzubeugen. Ganze Zweige der schmarotzenden Industrie widmen sich dieser Form des Spiegelfechtens, die darin besteht, Maßnahmen zu erfinden, die geeignet sein sollen, dem vorzubeugen, dessen Existenz man erst noch zeigen müsste.

Neu ist hier, dass – quasi als kleine Reminiszenz an die Strukturen, die das Ministerium für Staatssicherheit so effizient gemacht haben – Wissenschaftler, Pfleger, Gesundheitspersonal und Ärzte zu einer schnellen Eingreiftruppe gegen das, was die AAS-Stiftung als Verschwörungsideologie bezeichnet, gemacht werden sollen. Wir haben den Begriff der Verschwörungsideologie, wie oben bereits erwähnt, hier als den Unfug dargestellt, der er ist. Seine Attraktivität für Extremismus-Unternehmer gewinnt er natürlich aus seiner Schwammigkeit, die dazu führt, dass man auch Frank-Walter Steinmeier als Verschwörungsideologen bezeichnen kann.

Steinmeier hat gerade eine Rede anlässlich des Jahrestages des Attentats auf das Oktoberfest gehalten, in der er eine erstaunliche Verschwörungstheorie vorträgt, die wir in seinen Worten wiedergeben:

“Aber sie haben zu einer klaren Einordnung des Generalbundesanwalts geführt: Der Anschlag auf das Oktoberfest 1980 war ein rechtsterroristischer Anschlag.
[…]
Nach der Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens 2014 aber fehlten die Asservate für eine Beweisführung, etwa durch DNA-Anhaftungen. Es fehlten wichtige, vielleicht entscheidende Beweismittel. Eine Tatbeteiligung der Wehrsportgruppe Hoffmann oder anderer rechtsextremer Netzwerke konnte nicht mehr nachgewiesen werden.
[…]
Sind rechtsextreme Netzwerke in der Strafverfolgung zu selten wahr- und noch weniger ernstgenommen worden? Die Geschichte rechtsextremer Straftaten und Mordanschläge in unserem Land lässt zwei Antworten zu. Entweder hat sich die Erkenntnis, dass auch diese Attentäter ein Umfeld haben, in Netzwerke eingebunden sind oder sich von ihnen inspirieren lassen, erst spät – zu spät – durchgesetzt, oder diese Erkenntnis wurde bewusst missachtet.”

Diese Argumentation ist eine perfekte Verschwörungstheorie: Der Generalbundesanwalt sagt, das Attentat 1980 sei ein rechtsterroristischer Akt gewesen, ob von einem Einzeltäter oder nicht, das sagt er nicht. Das kann er auch nicht, denn eine Verbindung des Attentäters in rechtsextreme Kreise, namentlich die Wehrsportgruppe Hoffmann, ist nicht nachweisbar, wie Steinmeier explizit feststellt, was ihn jedoch nicht daran hindert, zu behaupten, dass rechtsextreme Netzwerke hinter dem Attentat in München und dem NSU stünden. Als Student wäre Steinmeier mit dieser wilden Assoziationskette durchgefallen. Zum Bundespräsidenten reicht es noch.

“3. Repressionsdruck auf Reichsbürger erhöhen”

Es gibt Menschen, die orgiastische Gefühle entwickeln, wenn sie den Eindruck haben, sie könnten anderen Menschen, die sie aus welchen Gründen auch immer nicht mögen, Schwierigkeiten bereiten. Diese Menschen sind natürlich nicht im Stadium eines Erwachsenen angekommen. Sie haben eine Entwicklungsstörung, die sie daran hindert, über das Stadium der vorlauten besserwissenden Göre hinauszukommen. Bei der AAS-Stiftung scheint diese Art von Mensch zu finden zu sein:

“Dem unter Reichsbürgern weit verbreiteten Gefühl, für ihr Handeln keine Konsequenzen fürchten zu müssen, ist nur mit erhöhter Repression beizukommen. Wo öffentlich zu Straftaten aufgerufen wird und menschenfeindliche Verschwörungserzählungen verbreitet werden, braucht es entschlossenes Handeln der Sicherheitsbehörden und juristische Konsequenzen.”

Wem fällt nicht die verzogene Göre ein, die es nicht ertragen kann, dass der Nachbarjunge beliebter ist als sie? Einmal mehr haben wir die unbelegten, wilden Behauptungen in rot gesetzt und die leeren Floskeln in orange. Aufgrund von keinerlei Beleg und Vermutung die Einschränkung der Freiheitsrechte von Menschen zu fordern, ist schändlich. Egal, wie absurd das, was Reichsbürger erzählen, auch sein mag, eine Demokratie zeichnet sich dadurch aus, es zu tolerieren. Die AAS-Stiftung steht nicht mehr auf dem Boden der Demokratie.

“4. Rechtsextremismus-Begriff schärfen.”

Dieser Absatz dient dazu, das Gedankenverbrechen als strafbares Verhalten zu propagieren. Es wird bemängelt, dass Polizei und Verfassungsschutz Rechtsextremismus in seiner Erscheinungsform, also als Ergebnis von Verhalten betrachten und nicht als Ergebnis von Ideologie und “Einstellungsmuster”. Mit anderen Worten, hier soll der Weg bereitet werden, um das zu bekämpfen, was man in der DDR Regimefeinde genannt hat, Menschen, die die offizielle Wahrheit des sozialistischen deutschen Paradieses angezweifelt, die sich gedanklich daran vergangen haben. IMs haben eine wichtige Rolle dabei gespielt, die regimefeindlichen Gedanken ihrer Freunde und Bekannten auszuspähen. Wie es scheint, hängt manchen in der AAS-Stiftung die gute alte Schnüffelzeit noch nach.

“5. Digitale Hass-Communities ins Visier nehmen”

In diesem Abschnitt findet sich der Unsinn der “Dark Social”s, der “Parallelgesellschaften”, in denen “rechts-alternative Echokammern ohne jeglichen Widerspruch” entstehen. Die Behauptung, dass es die Dark Socials gebe, die hinter verschlossenen Türen austauschen, was auch immer sie austauschen, soll auf Seite 11 der AAS-Broschüre mit dem Verweis auf eine andere AAS-Broschüre belegt werden. Fast, dass man von der AAS-Parallelgesellschaft reden müsste, dem linksextremistischen Echozimmer, in dem keinerlei Widerspruch, gegen die herrschende Idiotie geduldet wird und die den sektenhaften Charakter mit Organisationen wie Al Kaida teilt, denen ebenfalls ihr Echozimmer zu klein wird, die deshalb in die Welt gehen, um andere zu schädigen:

“Konspirative Hass-Communities können nur mit höherem Verfolgungsdruck durch Netzwerkbetreiber und besser geschulte Sicherheitsbehörden aufgelöst werden”.

Die Behauptung, dass es etwas gebe, was indes “konspirativ” also verdeckt ist,
die Behauptung, dass das, was konspirativ sein soll und deshalb weitgehend unbekannt, eine Hass-Community sei,
die Behauptung, dass diese angebliche Hasscommunity in irgendeinem Zusammenhang mit den Anschlägen in Hanau oder Halle stehe,
das sind schon drei Behauptungen, deren verschwörungsideologische Basis man nicht bestreiten kann, denn aus dem, was unbekannt ist, zu schließen, dass das Unbekannte sich durch eine bestimmte Eigenschaft auszeichnet, die wiederum in unbekannter Weise mit einem Verhalten zusammentrifft, das ist schon eine fortgeschrittene geistige Störung – eine, die sich rechnet, wenn man es schafft, sie in eine Extremismus-Unternehmung zu transferieren.

Wir treffen bereits an zweiter Stelle auf die Forderung der AAS-Stiftung, Repression, Druck auf Menschen, deren einzige bislang bekannt Schuld darin besteht, in ihrem Denken von dem abzuweichen, was die AAS-Mitarbeiter als politisch korrektes Denken ansehen, auszuüben. Der Eindruck, dass hier die Stasi wiederbelebt werden soll, weil die angebliche deutsche Demokratie es nicht schafft, ein paar Kritiker zu überleben, verdichtet sich.

“6. Antidemokratische Angsträume verhindern”

Wenn A nach B kommt, um in B zu demonstrieren und C sich von D einreden lässt, dass A ein Böser ist, der C hauen will, und C deshalb zuhause bleibt, aus Angst, dann ist nach Ansicht der AAS-Stiftung ein “antidemokratischer Angstraum” geschaffen. Wir sehen das anders. Wir neigen der Verschwörungshypothese zu, dass von D bewusst Hysterie geschaffen wird, um die eigenen Ziele durchsetzen zu können, wobei die Ziele vornehmlich dann durchgesetzt werden können, wenn eine gesellschaftliche Spaltung herbeigeführt wird, die verhindert, dass C A trifft, und feststellt, dass A auch nur ein Mensch mit Sorgen, Nöten und Hoffnungen ist, wie er selbst.

Die Leerformel der “Angsträume” die Demonstranten schaffen, die nach Berlin kommen, um gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu demonstrieren, dient offenkundig dazu, die Legitimität von Demonstrationen, die Wahrnehmung des Rechts auf Versammlungsfreiheit daran zu knüpfen, dass nicht irgend ein hysterischer Spinner Angst vor denen hat, die demonstrieren wollen. Diese Form des Freiheitsraubs ist aus dem bekannt, was als Identitätspolitik vertrieben wird. Jene Identitätspolitik, die Schneeflocken geschaffen hat, die es nicht ertragen, wenn andere anderer Meinung sind und deshalb Räume schaffen will, die diesen angstmachenden Anderen vorenthalten werden. Kurz: Es geht darum, Meinungsfreiheit zu zerstören und den öffentlichen Raum für Parteiaufmärsche und andere Veranstaltungen, die überlebensgroße Köpfe von Steinmeier und Merkel durch die Straßen tragen, vorzubehalten.

“7. Beratungsangebote ausbauen”

Das spricht für sich: Am Gelde hängt, zum Gelde drängt, doch alles – und je antikapitalistischer und sozialistischer die Akteure sind, desto geiler sind sie auf GELD.

“8. Radikalisierung erforschen und Expertise erweitern”

Hier nun findet sich die Nadel, die das wolkige Gebäude, das die AAS-Broschüre bislang aufgebaut hat, zum Platzen bringt. Wir haben bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass nahezu alles, was in der AAS-Broschüre behauptet wird, nicht belegt wird, dass es keinerlei Hinweis darauf gibt, dass auch nur eine der aufgestellten Behauptungen außerhalb der AAS-Köpfe, die sie gedacht haben, zu finden sind. Hier nun führt die Gier nach GELD dazu, dass die AAS-Köpfe, die zu Beginn der Broschüre die Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und Rechtsextremismus und Corona-Demonstranten und Rechten (und SN 2003fg der “Champagne Supernova”) beschworen haben, diese im Rausch frei assoziativer Teamwork aufgestellt haben. Die AASler schreiben:

“Zurzeit können wir nur Schätzungen darüber aufstellen, wie viele Menschen Verschwörungsideologien rund um die Corona-Pandemie anhängen. Quantitative Studien zur Anzahl, Demografie und geografischen Verbreitung von Verschwörungsgläubigen ebenso wie von Reichsbürger*innen und Souveränist*innen fehlen. Gleiches gilt für die zielgenaue Einstellungsforschung. Forscher*innen arbeiten vereinzelt und auf Basis unsicherer Förderungen [GELD!] am Thema – weiterhin gibt es bundesweit keine einzige Professur zur Rechtsextremismusforschung.

Wenn quantitative Studien und Daten fehlen, dann sind Schätzungen nichts anderes als Hirngespinste. Sehr nützliche Hirngespinste im vorliegenden Fall, denn mit ein wenig politischer Koalition aus Ministerien und Ämtern, die eigentlich zur Neutralität verpflichtet sind, kann man die Hirngespinste in das transferieren, wonach doch alle Aktivisten so sehr streben: GELD – Steuergeld, Geld von denen, die in Broschüren wie der der AAS-Stiftung als Corona-Leugner diffamiert werden.

“9. Demokratiebildung neu fassen”

Quasi eine Ironie der Broschüre, die man nicht mit ernstem Gesicht überlesen kann, findet sich auf Seite 16, also unmittelbar nach dem Kapitel über das Nichtwissen, die fehlenden wissenschaftlichen Studien und damit die fehlenden Daten. Ausgerechnet die AASler, die jeden ansatzweise kompetenten Umgang mit dem, was sie nicht wissen, vermissen lassen, die im Gegenteil wilde Behauptungen und Assoziationen aneinander reihen, um aus ihrem Nichtwissen Kapital (=GELD) zu schlagen, fabulieren darüber, wie “Ambiguitätstoleranz” entwickelt werden müsse, um “mit Nicht-Wissen” umgehen zu können. Sie sehen, warum sich uns das Bild der altklugen Göre, die zu allem ihren Senf gibt, ohne von irgend etwas eine Ahnung zu haben, eingefallen ist. Die AASler haben keinerlei Aha-Effekt, wenn sie auf Seite 16 der Broschüre, in der sie auf Seite 14 zugegeben haben, dass sie nichts wissen, von dem, über das sie so vollmundig Behauptungen aufgestellt haben, schreiben, dass es notwendig sei, den Umgang mit Nicht-Wissen, natürlich bei anderen, zu schulen. Diese Form der geistigen Unaufmerksamkeit, kann man entweder mit Demenz oder mit ideologischer Verbohrtheit erklären. Letztere führte, in der Sprache der AASler, zu der Feststellung, dass sie verschwörungsideologischen Junk unter die Leute gebracht haben.

Sie haben, wie sie unter “10. Informations- und Medienkompetenz fördern”, schreiben, sich in “Verschwörungsideologien hineingesteigert”. Diejenigen, die sich “bereits in Verschwörungsideologien hineingesteigert haben”, können nicht von “faktenbasierten Informationsangeboten überzeug[t]” werden, wie sie weiter schreiben, weshalb wir vorschlagen, was wir bereits im Dezember 2018 vorgeschlagen haben: Die öffentliche Finanzierung der AAS-Stiftung sofort zu streichen.
Wir haben damals eine Petition gestartet, die von 20.728 Bürgern unterzeichnet wurde. Es gibt die Petition immer noch. Wer dafür sorgen will, dass Vereine wie die AAS-Stiftung ihre Geldgeber am freien Markt suchen und nicht von Steuerzahlern ausgehalten werden, der kann die Petition nach wie vor unterstützen, und zwar hier.

“11. Situation von Eltern ins Auge fassen: Radikalisierungspotenzial und Kindeswohl”

Wer noch ein Argument dafür braucht, die AAS-Stiftung von öffentlicher Förderung zu entfernen, dem sei Punkt 11, der letzte Punkt des AAS-Pamphlets empfohlen. Hier wird das Kindeswohl zum Feigenblatt genommen, um Elternrechte zu beseitigen und Zugriffsrechte des Staates auf die Erziehung von Kindern, deren Eltern sich der Gedankenverbrechen schuldig machen, zu schaffen:

“Es ist zu befürchten, dass im Zuge der Ausbreitung von Verschwörungsmythen unter Eltern auch eine neue Generation von Kindern geprägt wird, die künftig empfänglicher für demokratie- und wissenschaftsfeindliche Einstellungen sind. Hierzu sollte unbedingt die Expertise von Kinderschutzorganisationen und Sektenberatungsstellen einbezogen werden.” [Wir können den Brechreiz nur mit Mühe zurückhalten, wenn wir bei der AAS lesen, wie der Begriff der Wissenschaft missbraucht wird.]

Die Kinder von Regimefeinden wurden in der DDR in Heime gesteckt, damit sie trotz ihrer Eltern noch zu nützlichen Wasserträgern des Regimes indoktriniert werden konnten. Die AAS-Stiftung scheint auch hier in nostalgischer Reminiszenz an die gute alte IM-Zeit zu schwelgen und die behauptete “Radikalisierung von Eltern” zum Anlass nehmen zu wollen, um das Erziehungsrecht der Eltern zu beseitigen.

  • All das kann in Deutschland 2020 veröffentlicht werden.
  • All das kann in Deutschland 2020 von einer Organisation veröffentlicht werden, die weitgehend von Steuerzahlern ausgehalten wird.
  • All dies trägt das Bouquet von Überwachung und den Stallgeruch der Stasi.
  • All dies basiert auf der vollkommenden Abwesenheit von Ambiguitätstoleranz, denn es ist offenkundig, dass sich die AAS-Stiftungs-Gesellen im Besitz der Wahrheit, der reinen Wahrheit und nichts als der Wahrheit wähnen, während diejenigen, die sich der Corona-Leugnung schuldig machen, kurz davor stehen, Coronagläubige in Konzentrationslagern zu sammeln und mit SARS-CoV-2 zu infizieren.
  • All dies richtet sich gegen Menschen, die gegen Mundschutz und die Regeln demonstrieren, die wirtschaftliche Existenzen vernichten und die nur dadurch gerechtfertigt werden können, dass die Kosten eines frei-flottierenden Virus höher sind als die Kosten der Zerstörung wirtschaftlicher Existenzen.

Natürlich ist man sich bei der AAS-Stiftung sicher, dass die Regierung alles richtig macht und wer dagegen demonstriert, des Virus-Advokat sein muss.
In der Wissenschaft, bei denen, die sich mit SARS-CoV-2 befassen, sieht das ganz anders aus.
Hier wird gestritten und argumentiert.
Modelle, die im März und April entwickelt wurden, haben sich als falsch erwiesen.
Annahmen, die die Transmissibilität von SARS-CoV-2 betreffen, haben sich als in Teilen falsch erwiesen. Eine aerosole Übertragung ist schlechter als befürchtet.
Vieles, was mit SARS-CoV-2 und COVID-19 verbunden ist, ist im Fluss.

Nur bei der AAS-Stiftung will man wissen, welche Ansichten über SARS-CoV-2 richtig und welche “verschwörungsideologisch” sind. An solchen Anmaßungen erkennt man die Unintelligenten. Sie werden dann ein Problem, wenn sie sich – aus Eigennutz – in die Diskussionen derer einmischen wollen, die vom Thema Ahnung und im Thema Expertise haben. Die AAS-Stiftung ist eine Gefahr für die Demokratie. Nie war es wichtiger, die AAS-Stiftung von öffentlicher Finanzierung auszuschließen als heute.
Unterschreiben Sie unsere Petition!


Quelle: sciencefiles.org