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Studie: Nach Corona kommt der „Feuersturm“, der soziale und wirtschaftliche Niedergang, und es werden Sündenböcke gesucht – wen wird es treffen?

7. Oktober 2020

Eine Studie der italienischen Wissenschaftler Roberto Censolo und Massimo Morelli zeigt auf, dass die Gesellschaft schon immer in der Geschichte nach Sündenböcken suchte, wenn eine Epidemie die Strukturen zum Einbrechen brachte, Tote und Armut und Niedergang zu beklagen war. Und immer, so die Autoren, haben die Herrschenden Eliten dann versucht, die Wut des Volkes auf irgendwelche Minderheiten zu schieben, um selbst ungeschoren zu bleiben.

Zuerst einmal stellen die beiden Wissenschaftler fest, was Greta & CO. schon bitter beklagt hatten. Irgendwie waren sie an den Rand gerutscht bei dem ganzen Corona-Spektakel. Irgendwie interessierten die ganzen, welterschütternden Protestbewegungen plötzlich keinen mehr. Von FridaysForFuture, die französischen Gelbwesten oder „Liberate Hongkong“ war kaum noch was zu hören. Eigentlich schon verdächtig. Zwanzig größere Protestbewegungen soll es Ende 2019 noch gegeben haben, nur zwei oder drei lassen noch etwas von sich hören, schreibt die Studie in ihrem „Abstract“.

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Dafür aber baue sich innerhalb der Gesellschaft Spannung auf. Es gebe Unmut über die von den Regierenden auferlegten Beschränkungen. Die einen witterten eine „Virusverschwörung“ und lehnen die Behauptung der „Schweren Epidemie“ ab, wie sie die „politischen Führer“ ständig verbreiten, anderen kann es in ihrer Angst gar nicht weit genug gehen. Das Ganze führe zu einer anwachsenden Spannung in der Gesellschaft, die sich am Ende der Covid-19-Pandemie entladen werde und möglicherweise heftig:

„Angst, Depression und stressige soziale Beziehungen bringen die Menschen dazu, sich im privaten Bereich einzuigeln, so dass sich die sozialen Bindungen innerhalb von Protestbewegungen dadurch lockern. Dieser psychologische Effekt kann aber soziale Stimmungen auf ein höheres Maß an Aggressivität bringen, so dass zu erwarten steht, dass das Ausmaß sozialer Konflikte in der Zeit nach der Epidemie zunimmt. Aus dieser Perspektive können wir sagen, dass die sozialen und psychischen Unruhen, die aus der Epidemie entstanden sind, die Konflikte der Zeit vor der Epidemie zwar verdrängen, aber gleichzeitig den fruchtbaren Boden bilden, auf dem der globale Protest umso aggressiver wieder auferstehen kann, sobald die Epidemie vorbei ist.“ 

Sie führen einige Beispiele aus der Geschichte dazu auf. So gab es während und nach der Zeit, wo die Pest 1665 in London wütete einige Gründe, dass die Leute die Seuche auf den „Dreck der Armen“ zurückführten. In Indien schrieben die britischen Kolonialherren den Cholera-Ausbruch von 1817 bis 1824 den zerlumpten Armen und ihrem „unverantwortlichen Verhalten“ zu. Sie sahen in dem „barbarischen Aberglauben“ der Hindu-Pilger die Ursache für die Ausbreitung der Krankheit. In Russland, während der Pest von 1771 in Moskau, machte man die osmanische Türkei für den Ausbruch der tödlichen Seuche verantwortlich. In den USA gab es ebenfalls eine Cholera-Epidemie, die mit der Ankunft von Afroamerikanern zusammenfiel und sie in den Augen der Leute als die Verbreiter der Krankheit dastehen ließ. Die Europäer wiederum klassifizierten die Cholera als „asiatisch“ und betrachteten Asiaten als gefährlich und feindlich.

Es könnte also auch jetzt durchaus am Ende so sein, dass jemand für das, was „Corona“ angerichtet hat, verantwortlich gemacht und geächtet wird. Ganz offensichtlich befürchtet das zurzeit die obere Riege der Politiker, die sich am meisten vorgewagt hatte. So beugte Gesundheitsminister Spahn ja schon vor, als er sagte, man werde „nachher“ wohl „einander verzeihen müssen“. Und Herr Bundespräsident Steinmeier bereitete schon im April die Deutschen darauf vor, dass sie von dem „gemeinsam erarbeiteten Wohlstand einiges preisgeben müssen“ werden.

Die Branchen, die er damals aufzählte und die er seines Mitgefühls damals versicherte, werden wenig gemeinsam Erarbeitetes mit Herrn Steinmeier finden. Die „vielen Kleinunternehmer, Gastwirte, Hoteliers, Freiberufler und Kulturschaffenden“, die er anführte, die oft nicht „wissen, wie lange sie noch durchhalten können“, wissen es jetzt zumeist schon: Gar nicht mehr. Unglücklicherweise hatte Herr Bundespräsident mit diesem Ausspruch aber schon klar gemacht, dass die Politiker schon damals wussten, was sie taten.

Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass die Politiker sich alle Mühe geben, die Protestierenden als Rechtsradikale, Reichsbürger, Covidioten, Corona-Leugner etc. zu brandmarken. Aber auch harmlos klingende Begriffe, wie dass bei dem Fleischverarbeiter Tönnies die „Billiglohn-Leiharbeiter“ die Pandemie eingebracht haben sollten oder die immer wieder erscheinenden Meldungen über Hotspots an Covid-19-Infektionen, die durch „Großfamilien“ in Wohnblocks (Sinti- und Romafamilien) oder „Hochzeitsgesellschaften“ (türkische Familienfeiern) ausgelöst worden sein sollen, lassen aufhorchen, wer hier eigentlich dezent verantwortlich gemacht werden soll.

In China haben die Behörden während der Covid-19 Epidemie geschickt den Eindruck erweckt, die Afrikaner in China hätten die Pandemie in China verbreitet. Der kenianische „Star“ schrieb dazu einen langen Artikel, in dem er berichtete, dass sogar eine schwangere Afrikanerin der Zugang zu einer Klinik verwehrt wurde und dass es Hetzjagden gab, in denen Chinesen Afrikaner mit Stöcken wegprügelten. Afrikaner wurden aus ihren Wohnungen auf die Straßen gejagt, wo sie vor Kälte zitternd nirgends mehr Schutz oder Unterschlupf fanden.

Die Studie merkt auch an, dass eine Seuche oder Epidemie zwangsläufig zu wirtschaftlichen Ausfällen, absterbender Handelstätigkeit und Reisetätigkeit führt, die Volkswirtschaften schädigt und die Menschen ärmer macht. In solchen Situationen, schreiben die Autoren, neigen die Eliten dazu, sich das, was noch zu ergattern ist, für sich zu sichern, was vom Volk nicht unbemerkt bleibt. Das Abgreifen der letzten Werte und Assets macht einen Neuanfang aber für alle schwerer und feuert den Zorn des Volkes noch mehr an. In der Studie heißt es zurückhaltend: „Dies birgt enormen sozialen Sprengstoff in sich“.

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten schrieben im August in dem Beitrag „Corona Fehlalarm? Wenn die Bundesregierung sich geirrt hat, wird sie „stürzen“: „Wenn sich der Verdacht erhärten sollte, dass der wirtschaftsschädliche Corona-Lockdown falsch gewesen ist, wird die Bundesregierung große Probleme bekommen. Es besteht nun die Gefahr, dass die Politik einen geschickten Kausalzusammenhang zwischen dem Virus und ethnischen ‚Minderheiten‘ herstellt, um ihre Maßnahmen zu rechtfertigen. Die Mehrheitsbevölkerung könnte auf dieses Täuschungsmanöver anspringen.“

Nur, dann gibt es noch weitere Unruhen und Tote. Das verschlimmert die Sache noch weiter – mit ungewissem Ausgang. Das wissen auch die Eliten. Sie werden also, sagt die Studie, wie immer in solchen Fällen, so lange es nur geht, die Stabilität des Status Quo, in dem sie an der Macht sind, halten. Um sich selbst zu schützen und ihre Vermögen zu bewahren oder zu mehren. Dazu müssen sie die Repressionen gegen die Aufmüpfigen verstärken. Demonstrationen und Protestkundgebungen würden dann als gefährliche oder illegale Versammlungen eingestuft, die „ein sofortiges Eingreifen rechtfertigen. Die Rechtfertigung dafür wird durch das Säen von Ansteckungsängsten, große Bereitwilligkeit zur Anwendung staatlicher Überwachungsmaßnamen und Billigung von Strafverfolgungsmaßnahmen gegen Personen, die die geltenden Regeln verletzen, begründet.“

Die Autoren ziehen das Fazit: „Auf jeden Fall scheinen die meisten der großen Epidemien der Vergangenheit in unterschiedlichem Maße Inkubatoren sozialer Unruhen gewesen zu sein.“