Gesundheit, Natur & Spiritualität

Deutsche essen gesünder – werden aber trotzdem dicker

29. Dezember 2020

In der gegenwärtigen Zeit findet sich deutlich mehr gesundes Essen auf deutschen Mittags- und Abendtellern. Mehr Gemüse bzw. Tee und Wasser stehen weniger Schweinefleisch und zuckerhaltigen Speisen gegenüber. Doch obwohl sich flächendeckend Umdenken eingestellt hat, steigt die Quote der Übergewichtigen an – dies geht zumindest aus einer aktuellen Studie hervor. 

Abgesehen von der Reduktion ungesunder Speisen konsumieren Deutsche gegenwärtig auch wesentlich weniger Alkohol als in jüngster Vergangenheit. Aus dem aktuellen Bericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind allerdings nicht nur positive Erkenntnisse herauszulesen. Unterm Strich steigt trotz jener Veränderung die Anzahl an übergewichtigen Personen weiter an.

Aus den aktuellen Zahlen des Ernährungsberichts wird auch ein Trend bestätigt, der bereits seit längerer Zeit Bestand hat. Männer – in allen Altersgruppen – sind häufiger von Übergewicht betroffen als Frauen. Im Durchschnitt macht der Anteil übergewichtiger Männer in etwa 60 Prozent, jener der Frauen üblicherweise 40 Prozent – dies ist aus bisher veröffentlichten Kennzahlen zu entnehmen. Jenen bestätigten Trend und auch andere Entwicklungen in puncto Gewichtsdurchschnitt sieht Ernährungsexperte Helmut Heseker von der Universität Paderborn problematisch. “Ab 60 Jahren sind auch normalgewichtige Frauen in der Minderheit. Das heißt unterm Strich: Übergewichtig werden ist fast als Normalzustand anzusehen, wenn nicht gezielt gegengesteuert wird”, spricht Heseker eine Warnung für die Zukunft aus. Außerdem bezeichnete er es als Fluch der steinzeitlichen Gene, dass der Körper bei einer positiven Energiebilanz Fettzellen bilde, wenn man nichts dagegen tue.

In Bezug auf die steigende Anzahl übergewichtiger Personen in Deutschland sind jedoch nicht nur durchschnittliche Bürger betroffen. Auch schwangere Frauen schneiden im veröffentlichten Ernährungsbericht wesentlich schlechter ab – auch in jenem Fall war Deutschland schon besser aufgestellt. “Zunehmendes Übergewicht bzw. Adipositas sind hier auch häufig der Auslöser für sogenanntes Schwangerschaftsdiabetes. Diesbezüglich entwickelte sich außerdem über die Jahre hinweg ein Negativtrend. Im Zeitraum von 2007 bis 2017 stieg die Anzahl an übergewichtigen Schwangeren von 34 auf 40 Prozent an”, heißt es in etwa vonseiten des Gesundheitsjournals Sundt.de. Diesbezüglich bestehe laut Heseker besondere Gefahr, da dies zu Komplikationen beim Baby bzw. der vorstehenden Geburt führen könnte.

Problematisch sieht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung auch den durchschnittlichen Fleischkonsum. Dieser befindet sich seit Jahren bei etwa 60 Kilogramm pro Kopf und ließe keinerlei Schwankungen zu. Laut Experten des DGE ist dieser Wert viel zu hoch. Obwohl in den letzten Jahren Schweinefleisch deutlich weniger gegessen wurde, ist bei Rind- und Kalbfleisch sowie auch beim Geflügel ein Anstieg zu erkennen.

Rückgänge sind hingegen in Bezug auf Obst, frische Kartoffel und auch Erzeugnisse aus Getreide festzustellen. Hier betonten die Verfasser des Berichts, dass es sich um einen Widerspruch zur empfohlenen und pflanzenbasierten Ernährungsempfehlung des DGE handelt. Beim Obst ist vor allem ein Rückgang beim Verzehr von Äpfeln zu verzeichnen. Vom Höchstwert aus dem Jahr 2004 liegt man mit gegenwärtig 20 Kilo pro Jahr etwa 30 Prozent entfernt.