Gesundheit, Natur & Spiritualität

Die ignorierten Opfer des Pandemie-Kultes – „Triage“ in der Kinderpsychiatrie

27. Mai 2021

Fast ein Drittel aller Kinder in Deutschland zeigt Hinweise auf psychische Belastung, das ergibt eine Befragung des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE). Die Untersuchung wurde im Rahmen der COPSY-Studie („Corona und Psyche“) erhoben. Die traurige Bilanz: Die Lebensqualität und psychische Gesundheit der Kinder ist noch schlechter geworden als im Coronajahr 2020. Weiterhin kristallisiert sich heraus, dass Kinderseelen in problematischen Familien oft in einen still-verzweifelten oder auch auto-aggressiven Zustand fallen, während funktionierende Familien die Zumutungen für die Kinder noch recht gut abfedern.

In der COPSY-Studie untersuchen die UKE-Forscher die Folgen der Corona-Pandemie auf die seelische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) findet harte Worte: „Kinder und Jugendliche wurden in der Pandemie von Anfang an massiv vernachlässigt“, sagte BVKJ-Sprecher Jakob Maske. Obwohl bekannt ist, dass Kinder sich kaum infizieren und die Covid-Infektion auch kaum weiterverbreiten, enthält man ihnen weiterhin alles vor, was zu einer gesunden Entwicklung nötig ist: Altersgenossen, Kommunikation, Hobbies, zusammen Musik machen, Spielen, Kindergeburtstag, Gruppenerfahrung, Lernen, Sport, Entwicklung der Fähigkeiten, soziale Kontakte … alles verboten. BVKJ-Sprecher Jakob Maske zieht eine schockierende Bilanz der Corona-Eindämmungspolitik in Bezug auf den Umgang mit Kindern:

„Es gibt psychiatrische Erkrankungen in einem Ausmaß, wie wir es noch nie erlebt haben. Die Kinder- und Jugendpsychiatrien sind voll, dort findet eine Triage statt. Wer nicht suizidgefährdet ist und ’nur‘ eine Depression hat, wird gar nicht mehr aufgenommen.“

Das zum Schreckensbegriff gewordene Wort „Triage“ ist an sich überhaupt nichts Neues. Triage ist das französische Wort für Auswahl, Gewichtung. Es stammt aus dem Sprachgebrauch der militärischen Sanitäter, die die verletzten Soldaten zu versorgen hatten. Die Gewichtung ist im zivilen Leben umgekehrt zur militärischen Situation. Dort versorgte man in den Napoleonischen Kriegen zuerst die leicht Verletzten, um sie schnellstmöglich wieder einsatzfähig zurück an die Front zu schicken. Die oft aussichtslos Schwerverletzten wurden nur nach den verbliebenen Möglichkeiten und zuletzt behandelt.

In der heutigen Medizin ist das anders. In Katastrophensituationen, in denen nicht alle sofort optimal behandelt werden können, wird so verfahren, dass möglichst viele Menschen überleben. Sanitäter und Ersthelfer lernen das in der Ausbildung. In einer katastrophalen Situation, wo die Helfer nicht gleich alle Betroffenen „full spectrum“ behandeln können, wird eben nach Dringlichkeit sortiert. Das führt meist dazu, dass die am meisten Gefährdeten auch sofort so behandelt werden, dass sie erst einmal stabilisiert sind.

Insofern stellt die Priorisierung suizidgefährdeter Kinder schon eine Triage dar. Dass es soweit kommen musste, ist keine Überraschung. Es gibt schon lange viel zu wenig Kinderärzte. Die wenigsten davon sind für psychische Probleme von Kindern ausgebildet. Werden Kinder irgendwie verhaltensauffällig, geht der Trend schon länger dahin, Kinder einfach mit Medikamenten „unproblematisch“ zu machen. Nicht selten diagnostizieren genervte Lehrer, unter souveräner Missachtung ihrer fehlenden medizinischen Kompetenz, nervige Schüler mal eben locker aus dem Handgelenk mit ADHS oder Aggressionsstörungen oder als minderbegabt und empfehlen Eltern Ritalin, Beruhigungsmittel, erhöhen des erzieherischen Drucks oder schieben in die Sonderschule ab (keine Unterstellung, eigene Erfahrung).

Fast jedes dritte Kind zeigt Hinweise auf eine psychische Belastung“, berichtete Professorin Ulrike Ravens-Sieberer, Forschungsdirektorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKE und Leiterin der Studie. „Vor der Pandemie waren es nur 20 Prozent. Fast 85 Prozent der Kinder finden die Corona-Krise belastend. (…) Vor der Krise lag der Anteil der Kinder mit reduzierter Lebensqualität bei drei von zehn. In der ersten Befragung stieg dieser Anteil auf sechs von zehn und in der zweiten Befragung schließlich auf sieben von zehn.“ 

Sehr junge Menschen zeigen ihre Probleme anders als Erwachsene. Sie haben keine Außenbetrachtung ihrer selbst, „analysieren“ ihre eigene Befindlichkeit kaum und können sie auch nicht gut beschreiben. Sie entwickeln beispielsweise Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit, Hyperaktivität oder Lethargie, Gleichgültigkeit oder Aggressivität.

Studien haben längst gezeigt, dass Kinder und Jugendliche durch ihre aus den Fugen geratene Welt, durch die Isolation, die Ängste vor Krankheit und Tod, die die Politik wissentlich noch geschürt hat, schweren Schaden an ihrer Seele genommen haben. Ängste, Symptome von Depressionen, stille oder laute Verzweiflung, das Gefühl der Isolation und Einsamkeit und ungesunde Gewichtszunahme mangels Bewegung und durch „Frustessen“, sowie stundenlanges, apathisches Sitzen vor irgendwelchen Bildschirmen hat drastisch zugenommen und schwere Spuren in ihrer Psyche hinterlassen – und vor allem ist ja auch kein Ende in Sicht.

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Der Ansturm auf die Kinder- und Jugendpsychiatrien und Notfallambulanzen zeigt aber auch, dass unsere Kinder und Jugendlichen in einem nicht geringen Ausmaß echte, psychische Krankheiten entwickeln. Das sind nicht mehr nur Befindlichkeiten, wie traurig sein oder Frust, die bald vergessen sein könnten.

Luise Poustka, die Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität Göttingen berichtet der Süddeutschen: „Die regulären Krisenbetten mit besonders schweren Fällen sind momentan dauerhaft überbelegt“, sagt sie. Vor allem Depressionen und Essstörungen hätten zugenommen, die Verläufe seien oft besonders schwer. Viele der depressiven Jugendlichen seien selbstmordgefährdet, Jugendliche haben so schwer ausgebildete Essstörungen, dass sie in Lebensgefahr sind und über Magensonden ernährt werden müssen.

Die Forscher gingen bis vor Kurzem noch davon aus, dass Kinder so formbar seien, dass sie als Erste das „Neue Normal“ der Verbote, Eindämmungsmaßnahmen und der Unsicherheit adaptieren. Das ist aber gar nicht der Fall. Im Gegenteil, die Situation verschlimmert sich, und da die Schulen geschlossen sind, fällt es auch keinem Außenstehenden auf, in welchem Zustand die Kinder sind. Die Familien haben oft existenzielle Probleme, so dass die Eltern gar nicht bemerken, wie es um ihr Kind steht. Viele Eltern sind mit der ganzen Situation auch bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit überfordert. Ein wütender und aggressiver Nachwuchs wird dann nicht geduldig und aufmerksam begleitet, sondern mit Druck „gezähmt“ – mit schlimmen Folgen. Ein Kind, was still, ängstlich und mutlos geworden ist, ist den überforderten Eltern dann eher noch ganz angenehm. Die Schäden in der kindlichen Psyche werden nicht wahrgenommen. Die Mediziner sehen Langzeitschäden sich entwickeln, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.

Man sollte denken, dass diese furchtbaren Auswirkungen auf unsere Kinder zu einer Besinnung führen würden, einem Überdenken und zur Umkehr des schädlichen Kurses, den die Politik eingeschlagen hat. Aber nein, wie konnte man das nur hoffen, geschweige denn erwarten?

Kaum ist die besorgniserregende Situation der Kinder und Jugendlichen plötzlich Thema in den Medien, tröten auch schon die unvermeidlichen Funktionärshupen los:

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) forderte von Bund und Ländern mehr Anstrengungen zugunsten der Schüler. ‚Die Lage der jungen Generation steht aus meiner Sicht gegenwärtig immer noch viel zu wenig im Mittelpunkt der Diskussion‘, sagte sie der ‚Bild‘. Das werde den Sorgen, die ‚wir uns machen sollten, nicht gerecht‘. Der Ausfall an Präsenzunterricht habe zu erheblichen Lernrückständen geführt.“

Ja, zum Teufel, WER verhängt denn einen Lockdown nach dem anderen? Wer hält Land und Leute seit November bis Juni unter dem bleiernen Deckel der für Kinder und Jugendliche verheerenden Maßnahmen – und WER denkt schon jetzt laut darüber nach, übergangslos bis zum Herbstlockdown ins nächste Jahr durchzuziehen? Die Politik macht das, Frau Bundesbildungsminister Karliczek. Und, darf man bescheiden fragen, von WEM genau fordern Sie das? Von den Lehrern? Die haben die Schulen nicht geschlossen. Von den Kindergärtnern? Von den Eltern? Die sind auch nicht gefragt worden und leiden darunter. Das waren Sie, die Politiker.

Die zweite schrille Tröte ist – ei, wer hätt‘s gedacht? – die Kinder alle zu impfen. Das war ja klar. Nichts wie rein mit der unausgetesteten, hochriskanten, gentechnischen Spritze in unsere Kinder, deren Sofortwirkungen furchteinflößend sind und deren Langzeitwirkungen niemand kennt. Herr, wirf Hirn vom Himmel! Wir sind in einem Freiluft-Irrenhaus gefangen.