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Aufarbeitung des Massakers der 80er Jahre: Mario Draghi gibt Freimaurerlogen-Dokumente frei

5. September 2021

»Dramatische Ereignisse, die die jüngste Geschichte unseres Landes geprägt haben« sollen aufgearbeitet werden.

Der Premierminister Italiens, Mario Draghi, hat sich entschlossen, die Dokumente der P2-Loge und der Gladio-Organisation freizugeben, um die jüngste Geschichte und die geheimen Machenschaften dieser beiden Institutionen aufzuarbeiten, wie La Repubblica berichtet.

Die Entscheidung wurde am Jahrestag vom Massaker von Bologna unterzeichnet. Die Richtlinie deklassifiziert Akten und legt die Abgabe der Unterlagen an das Zentrale Staatsarchiv fest. In einer Erklärung erklärte der Palazzo Chigi, dass sich der Ministerpräsident mit dieser Entscheidung »verpflichtet fühlte, gegen die Vertuschung anzugehen. Die angenommene Initiative kann sich als nützlich für die Rekonstruktion der dramatischen Ereignisse erweisen, die die jüngste Geschichte unseres Landes geprägt haben.«

Der Anschlag von Bologna (italienisch Strage di Bologna) war ein Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof der italienischen Stadt am Morgen des 2. August 1980. Bei dem Anschlag starben 85 Menschen, mehr als 200 wurden verletzt. Unmittelbar nach dem Anschlag wurden sowohl links- wie auch rechtsextremistische Terrorgruppen der Täterschaft bezichtigt, für beide Seiten gingen verschiedene Bekenneranrufe bei der Polizei ein. Zwei Agenten des italienischen Geheimdienstes SISMI und der Vorsitzende der Propaganda Due (P2), Licio Gelli, wurden wegen Behinderung der Ermittlungsarbeiten verurteilt.

Auf das Attentat folgten ein langes, verworrenes und umstrittenes Gerichtsverfahren und politische Diskussionen. Die Hinterbliebenen der Opfer gründeten eine Organisation (Associazione tra i familiari delle vittime della strage alla stazione di Bologna del 2 agosto 1980), um die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Fall zu lenken. Der 2. August wurde als Gedenktag an die Opfer ausgerufen.

Draghis Entscheidung erweitert die vorherige Richtlinie von 2014, die die Veröffentlichung von Dokumenten zu den Ereignissen auf der Piazza Fontana in Mailand (1969), Gioia Tauro (1970), Peteano (1972), der Questura in Mailand (1973), der Piazza della Loggia in Brescia (1974), Italicus (1974), Ustica (1980), dem Bahnhof von Bologna (1980) und dem Rapido 904 (1984) vorsieht.


Quelle: freiewelt.net