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Frankreich verhängt Geldstrafe gegen Monsanto wegen illegaler Sammlung von Daten von Aktivisten und Journalisten (+Video)

3. September 2021

Schon lange stehen Gegner von Monsanto auf der „Abschussliste“.  Monsanto hat sogar eine geheime Liste von Kritikern in Frankreich geführt. Kritische Politiker, Wissenschaftler und Journalisten wollte der Konzern demnach „erziehen“, besonders hartnäckige Gegner von Monsanto sogar „überwachen“. Darunter auch die damalige Umweltministerin Segolene Royal, sie war bekannt für ihre negative Haltung gegenüber Monsanto und sein Glyphosat. Sie wurde auf der Liste als  „null beeinflussbar“ gelistet. Auch Neil Young gehört  zu den Opfern. Der Agrochemiekonzern ermittelte auch gegen den Sänger und schrieb ein internes Memo zu seinen Social-Media-Aktivitäten und seiner Musik. Etwa 1.500 Personen wurden von Monsanto in Europa gelistet. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete 2019 ein Ermittlungsverfahren gegen den Saatgut- und Pestizidhersteller ein. Jetzt hat Frankreich eine Geldstrafe in Höhe von  400.000 Euro gegen Monsanto wegen illegaler Sammlung von Daten von Aktivisten und Journalisten verhängt.

Unter den aufgeführten Namen sind auch siebzehn NGOs

Glyphosat hat in Mexiko eine schreckliche Spur hinterlassen

Die Dokumente dieser „Monsanto-Akte“ datieren von Ende 2016. Damals war Glyphosat, der Wirkstoff von Roundup und das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid, bereits von er Internationalen Agentur für Krebsforschung als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft worden. Monsanto hatte nur ein Ziel:  die Verlängerung der Zulassung von Roundup für fünfzehn Jahre auf europäischer Ebene zu erhalten. Kritiker waren nicht erwünscht. Mit Erfolg für BayerMonsanto, denn das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wurde trotz Kritik 2017 zwar nicht um 15 Jahre verlängert aber in der EU bis 2022 zugelassen. Mittlerweile kämpfen die Konzerne wie BayerMonsanto um eine weitere Verlängerung nach 2022 und haben dazu eine Webseite eingerichtet. Siehe Schlechte Nachrichten! Müssen wir uns weiterhin durch Glyphosat vergiften lassen? Wiederzulassung von Glyphosat! – These studies‘ results will be taken into account in the forthcoming EU re-assessment of glyphosate!

 

„Monsanto-Akte“: Dutzende von Persönlichkeiten illegal nach ihrer Position zu Glyphosat klassifiziert

https://www.lemonde.fr/planete/article/2019/05/09/fichier-monsanto-le-monde-porte-plainte_5460196_3244.html

Der öffentlich-rechtliche Sender „France 2“ und die Tageszeitung „Le Monde“ haben 2019 über das Vorgehen von zwei Agenturen, FleishmanHillard und Publicis, im Auftrag von Monsanto berichtet. Mindestens zweihundert Personen wurden erfasst und nach ihren Ansichten, speziell zu Glyphosat, in Kategorien eingeteilt.

Unter den aufgeführten Namen sind auch siebzehn NGOs, wie die Vereinigung zur Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft, von denen einige speziell als „Anti-Monsanto“ gekennzeichnet sind.

Laut „Le Monde“ ist die Erstellung von Datenbanken mit personenbezogenen Daten, welche die politischen Meinungen einer Person ohne deren Zustimmung offenbaren, verboten. Die Monsanto-Liste ist laut „Le Monde“ zumindest „problematisch“.

Die Verteidigung von Glyphosat ist kein kleines Geschäft.

Laut Lemonde : Sechzehn Millionen Dollar (14,4 Millionen Euro) Vertrag, ein Verbund von einem halben Dutzend PR-Firmen, mehr als sechzig Vollzeit-Berater, fast 1.500 Mitarbeiter in sieben Ländern und 7 Millionen Dollar zweckgebunden für die Anwerbung von „Dritten“ – nicht verbundene Persönlichkeiten mit Monsanto, die in der öffentlichen Debatte oder im wissenschaftlichen Bereich für das Unternehmen sprechen. Die Kernelemente des am Donnerstag, 5. September 2019, veröffentlichten Berichts der Anwaltskanzlei Sidley Austin zur „Monsanto-Affäre“ geben ein Maß für das Ausmaß der Einflussnahmen des amerikanischen Agrarchemikers, der heute zu Bayer gehört, in Europa.

Zuerst erklärte der Bayer-Konzern erklärte auf Anfrage der Agentur AFP,  „keine Kenntnis“ von den Vorgängen bei seiner heutigen Tochter gehabt zu haben. Doch dann engagierte der Chemiekonzern nach den Vorwürfen, die internationale Anwaltskanzlei Sidley Austin LLP. Bayer hatte die Untersuchung durch die externe Anwaltskanzlei im Mai 2019 in Auftrag gegeben, um die zunächst in französischen Medien erhobenen Vorwürfe aufzuklären, FleishmanHillard oder Monsanto hätten auf diesen Listen vertrauliche oder private Daten gesammelt und so gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen.

Sidley Austin LLP hat das Ergebnis der Untersuchung in einem schriftlichen Bericht für Bayer zusammengestellt. Bayer hat den Bericht im September 2019  inklusive der Projektbeschreibung zwischen Monsanto und FleishmanHillard veröffentlich. Im Rahmen ihrer Untersuchung sammelte und durchsuchte die Kanzlei Sidley Austin LLP mehr als 2,4 Millionen elektronische Dateien aus Quellen von Monsanto. Mehr als 25.000 Dokumente wurden ausgewertet u.s.w.  

Mit dem Ergebnis:  „Wir freuen uns, dass die unabhängige Untersuchung ohne Erkenntnisse zu illegalem Verhalten abgeschlossen wurde. Das verschafft uns eine gute Grundlage für den künftigen Austausch mit unseren Stakeholdern“, sagte Matthias Berninger im September 2019. „Wir bei Bayer stehen für offenen Dialog und gegenseitigen Respekt und wir werden in Zukunft neue Maßstäbe für Transparenz setzen.“ Sicher nicht im Sinne von Bayer, denn am 28.Juli 2021 wurde der Konzern wegen illegaler Sammlung von Daten von Aktivisten und Journalisten verurteilt.

Frankreich verhängt Geldstrafe gegen Monsanto wegen illegaler Sammlung von Daten von Aktivisten und Journalisten

Der amerikanische Agrochemiekonzern wurde am Mittwoch, 28. Juli 2021 zu einer Geldstrafe von 400.000 Euro verurteilt, weil er Personen des öffentlichen Lebens, Journalisten und Aktivisten ohne deren Wissen „überwacht“ hatte, um die öffentliche Debatte um das Glyphosat-Verbot zu beeinflussen.

Die Liste wurde 2019 von der französischen Tageszeitung Le Monde und dem französischen Sender France 2 veröffentlicht, aber erst jetzt wurde das Urteil über die Klage bekannt gegeben.

Auch in mindestens sechs weiteren Ländern (Deutschland, Italien, Niederlande, Polen, Spanien, Großbritannien) sowie für die europäischen Institutionen gebe es Listen mit Persönlichkeiten (Politiker, Wissenschaftler, Journalisten), sagte Bayer, der sich entschuldigt hatte. Insgesamt sollen mehr als 1400 Personen betroffen sein.

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Netzfrau Doro Schreier


Quelle: netzfrauen.org