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Jetzt zahlen wir die Rechnung für Lockdowns und grüne Politik: Versorgungslücken, Lieferengpässe, Teuerung bei Nahrungsmitteln

28. September 2021

Studien haben zwar herausgefunden, dass die Lockdowns wenig bis gar keine Wirkung auf das Covid-Geschehen hatten, auch nicht mehr haben konnten, weil sie einsetzten, als die Infektionswelle schon durch war. Obwohl dieser Frühjahrslockdown tiefe Spuren in den betroffenen Volkswirtschaften verursachte, gab es einen zweiten Lockdown. Und das, nachdem Minister Spahn kurz vorher noch versprochen hatte, es werde keinen Zweiten geben, da die Schäden des Ersten schon so groß waren. Und nun gehen wir schnurstracks auf den Dritten zu.

Das wirtschaftliche Herz des Planeten hat Herzrhythmusstörungen bekommen. Die Lockdowns haben kleine und mittlere Unternehmen in die Pleite getrieben und Grenzen zu riesigen Hindernissen gemacht. Lastwagenschlangen stehen vor den Grenzübergängen und warten auf die Covid-Testergebnisse, um passieren zu können. Stundenlang, tagelang – und die Frischware verdirbt. Waren stauen sich in und vor den Häfen Asiens, die Waren liegen fest. Gerade Billigwaren lohnen den Aufwand und den teuer gewordenen Schiffsdiesel nicht mehr.

Die Hygienemaßnahmen, die eingehalten werden müssen, verlangsamen und blockieren alles. Die Container, die noch in Verkehr sind, sind Mangelware geworden und kosten eben zu viel für billige Waren. Die Disbalance zwischen Angebot und Nachfrage für Schiffsplätze, Container, Lieferslots, LKWs und LKW-Fahrern lassen die Frachtkosten in die Höhe schießen. Auf viele Waren muss man sehr lange warten.

Die Branchen-Insider schlagen Alarm: Den deutschen Lieferketten droht der Kollaps, heißt es unumwunden:

„Dann sprechen wir nicht mehr bloß davon, dass Klopapier knapp wird. Auch der Lebensmittelbereich, die Chemieindustrie oder der Maschinen- und Anlagenbau werden davon deutlich betroffen sein.“ Es sehe so aus, als würden die Lieferketten Stück für Stück „geschädigt und zerschlagen“, und wie sich der anstehende, neue „harte Lockdown“ auf diese Lieferketten auswirken werde, bleibe abzuwarten. Die Lage der verschiedenen Branchen sei schlecht.

Stockende Lieferungen der Fischereibetriebe aus Alaska sorgen zum Beispiel für Engpässe bei Fisch in den deutschen Supermärkten. Frosta hat Probleme, kann sie aber auch nicht durch heimische Fischerei ausgleichen, da die Anlagen in Bremerhaven bereits ausgelastet seien – da werden nicht nur Fischstäbchen produziert, berichtet die Lebensmittelzeitung.

Die HNA fragte bei Aldi nach, wie sich der Top-Discounter Deutschlands auf die vor der Tür stehenden Lieferengpässe vorbereiten will. Die Antwort von Aldi ist nicht beruhigend. Man habe nach den Erfahrungen mit den bisherigen Lockdowns, den leeren Regalen und gereizten Kunden beschlossen, eine größere Bevorratungsstrategie zu fahren. Voraussetzung dabei sei allerdings, „dass Umstände vorliegen, die objektiv die Annahme rechtfertigen, dass sich die Nachfrage nach der vom Verkäufer zu liefernden Ware kurzfristig deutlich erhöhen wird.“ Und jetzt kommt‘s: „Diese Umstände seien beispielsweise Pandemien, wie in Corona-Zeiten, soziale Unruhen oder Krieg“, heißt es weiter. Wunderbar.

Dann werden Lebensmittel und andere Waren knapp werden – und Aldi hätte Zugriff auf Vorräte und damit einen großen Vorteil. Die müssen aber entsprechend gelagert und dauernd umgeschlagen werden. Und das lässt ebenfalls die Warenpreise steigen. Besonders verderbliche Waren, wie Lebensmittel, werden unter diesen „Umständen“ rar. Und teuer. Dazu kommt, dass Dank grüner Politik die Spritpreise jetzt schon ordentlich steigen, und wegen ausfallender Öltanker auf den Weltmeeren kommt noch der Turbo, der auf die Warenpreise aufgeschlagene Ölpreis. Es wird ungemütlich.

Und es gibt noch weitere Probleme: Die Rohstoffknappheit schlägt sich auch im Holzmarkt nieder. Das bedeutet für die Lieferketten, dass es Probleme geben wird, genügend Holzpaletten zur Verfügung zu haben – und das behindert den Warenverkehr noch weiter. Ohne Holzpaletten kann die Logistik nicht transportieren und liefern.

Sogar Kunststoffverpackungen werden zum Problem:

„Die Hersteller von Kunststoffverpackungen in Deutschland melden weiter verschärfte Versorgungsengpässe bei verschiedenen Rohstoffen. Eine aktuelle Blitzumfrage unter den Mitgliedern der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen zeichnet dabei ein zunehmend dramatisches Bild: Dreiviertel der teilnehmenden Firmen berichten von einer schlechten bis sehr schlechten Versorgungslage. (…) Die Kunststoffverpackungshersteller sind alarmiert und in großer Sorge“, fasst IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Engelmann die aktuelle Situation zusammen. „Die Umfrageergebnisse zeigen eine deutliche Verschlechterung der Rohstoffversorgung gegenüber dem Jahresbeginn. Und im Moment deutet nichts auf ein Ende dieser Versorgungsengpässe hin. Zusätzlich belasten dramatische Preissprünge die Branche.“

Was das für uns bedeutet?

„Wenn die Produktion von Verpackungen mangels Rohstoffen still steht, gefährdet das auch die systemrelevante Versorgung der Bevölkerung mit sicher verpackten Lebensmitteln und medizinischen Produkten“, betont Dr. Engelmann.“

Landwirtschaftsminister Julia Klöckner weiß das, und in einem Interview in der WAZ erklärt sie, wie sie die Lebensmittelversorgung in Deutschland sicherstellen will. Man höre und staune, nachdem schon zwei Lockdowns einen Riesenschaden angerichtet haben, will sie nun einen dritten, noch heftigeren:

Wir brauchen einen radikalen Wellenbrecher“, sagte die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, am 9. April 2021 mit Blick auf die „dritte Infektionswelle“. Wie sich dieser „radikale Wellenbrecher“ auf die Lieferketten auswirken wird, bleibt deshalb unklar, weil die Tragweite des erwünschten „radikalen Wellenbrechers“ noch unbekannt ist.

Das klingt ganz und gar nicht nach einer Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung, sondern eher nach der bereits vermuteten Stück-für-Stück Zerschlagung der Lieferketten. Der Leser mag seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.

Die Sprecherin für Ernährungspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, kritisierte die Politik von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner. Diese sehe „tatenlos zu, wie in Deutschland Preise für Nahrungsmittel, besonders für gesunde, wie Obst und Gemüse, durch die Decke schießen“. „Gesunde Ernährung darf kein Luxus sein“, forderte auch die Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Barbara Bitzer.

Man braucht nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, wen dieses Fiasko am schlimmsten trifft. Es werden die Schwächsten der Gesellschaft sein. Es ist wohlfeil von der Politik, sich hier als die Ritter der Gerechtigkeit für die Witwen, Waisen und Bedürftigen zu inszenieren, nachdem die Politik ihr Bestes getan hat, diese Situation mit herbeizuführen und drauf und dran ist, den nächsten Schlag zu führen.

Laut Statistischem Bundesamt waren die Nahrungsmittelpreise im August im Vorjahresvergleich um 4,6 Prozent gestiegen. Besonders stark stiegen aber die Preise für Gemüse mit einem Plus von 9 Prozent sowie Molkereiprodukten und Eiern mit einem Plus von 5 Prozent. Das ist erst der Anfang.