12 Jahre nach Deep­water Horizon und vielen wei­teren Ölka­ta­strophen: Tau­sende Liter Diesel zer­stören das fragile Öko­system von Galá­pagos-Inseln (+Videos)

Nirgend sonst auf der Welt gibt es solche Arten­vielfalt, so viele geschützte Mee­res­tiere wie vor den Gala­pagos-Inseln. Und nicht nur, dass Chi­ne­sische Fische­rei­flotten das fragile Gala­pagos-Öko­system bedrohen, schon wieder zer­stört eine Ölka­ta­strophe das fragile Öko­system. Das Gebiet ist auch die Heimat von Rie­sen­schild­kröten. Nachdem 2019 in den Gewässern vor den Gala­pagos-Inseln 600 Gal­lonen Öl aus­ge­laufen sind, sank jetzt ein Schiff  mit 47 Die­sel­fässern vor der Küste. Erst im Januar 2022 die schreck­liche Ölka­ta­strophe  im Ama­zonas-Regenwald von Ecuador und jetzt laufen Tau­sende Liter Diesel ins Meer, des öko­lo­gisch sen­siblen Gebiets von Ecuador. Die Galá­pagos-Inseln gehören zu Ecuador. Immer wieder kommt es zu schreck­lichen Ölka­ta­strophen und zahl­reiche Ölka­ta­strophen haben 2021 und auch bereits 2022 viele tote Mee­res­tiere gefordert. So wurde Strand im Osten Thai­lands, nachdem aus einer Unter­was­ser­pipeline Öl aus­ge­treten war, zum Kata­stro­phen­gebiet erklärt. In Peru ver­ur­sachte ein Tsunami ein Ölpest nach einem Vul­kan­aus­bruch im Pazi­fi­schen Ozean. Noch immer leidet Perus Küsten unter dieser schreck­lichen Ölka­ta­strophe. Genau vor 12 Jahren explo­dierte die Bohr­insel Deep­water Horizon. Und genau diese Ölka­ta­strophe hat dazu geführt, dass Ölka­ta­strophen sehr schnell aus den Medien verschwinden. 

Immer wieder kommt es zu schlimmen Kata­strophen durch Öltanker oder Con­tai­ner­schiffe, doch selten erfährt man, welche Schäden diese Kata­strophen hin­ter­lassen haben. Ob die Havarie vor Mau­ritius, die eine Umwelt­ka­ta­strophe ver­ur­sachte und Treib­stoff die Strände der Urlaubs­insel ver­seuchten, oder die Grande America in der Biskaya in Brand geriet und eine Umwelt­ka­ta­strophe ver­ur­sachte.  Die Ölpest im Golf von Mexiko 2010 wurde durch die Explosion der Ölbohr­plattform Deep­water Horizon aus­gelöst und ist eine der schwersten Umwelt­ka­ta­strophen dieser Art. Sie kostete den Ölkonzern BP 20,8 Mil­li­arden Dollar. Wenn ein Konzern eine Ölka­ta­strophe ver­ur­sacht, geht es um viel Geld und auch um Akti­en­kurse. Daher wird lieber eine Ölka­ta­strophe ver­schwiegen, denn wo kein Kläger, da auch kein Richter. Eigentlich wollte Ecuadors Prä­sident das Schutz­gebiet der Gala­pagos-Inseln sogar erweitern, doch was bleibt von dem fra­gilen Öko­system nach all der Kata­strophen wirklich noch übrig?

Warum Ölka­ta­strophen schnell aus Medien verschwinden!

Genau 12 Jahre ist es her, als am 20. April 2010 kam es durch ver­schiedene schwere Ver­säum­nisse zu einem Blowout, bei dem die Plattform in Brand geriet und infol­ge­dessen zwei Tage später unterging. Elf Arbeiter kamen ums Leben. Das aus­strö­mende Öl führte zur Ölpest im Golf von Mexiko, der schwersten Umwelt­ka­ta­strophe dieser Art in der Geschichte. 580 000 Mil­lionen Liter Öl – etwa der Inhalt von 300 olym­pi­schen Schwimm­bädern – liefen 2010 ins Meer. 12 Jahre später leidet das Öko­system immer noch unter den Folgen, die sich in redu­zierten Fisch­fängen, Mas­sen­sterben, Fehl­bil­dungen, Ste­ri­lität oder Immun­schäden bei Mee­res­tieren äußern. Der Golf von Mexiko hat schon jahr­zehn­telang viel durch kon­ven­tio­nelle Öl- und Gas­för­derung zu erleiden und noch immer werden tote Mee­res­tiere angeschwemmt. 

Deep­water Horizon kostete den Ölkonzern BP 20,8 Mil­li­arden Dollar. Die Rekord­summe ging an die Ver­ei­nigten Staaten, fünf US-Bun­des­staaten und Hun­derte Kom­munen. Wenn ein Konzern eine Ölka­ta­strophe ver­ur­sacht, geht es um viel Geld und auch um Akti­en­kurse.

Am 2. Juli 2021 platzte im Golf von Mexiko eine Erd­gas­pipeline von Pemex . Das Erdgas wurde dann ent­zündet, wodurch ein „Feu­erball“ auf der Was­ser­ober­fläche erschien und Cthulu und God­zilla auf Twitter zum Trend wurden Der Brand wurde nach ungefähr fünf Stunden mit Stick­stoff gelöscht, auch diese Kata­strophe ver­schwand schnell wieder aus den Medien.

Toter Wal, tote Mee­res­schild­kröten und tote Delfine an der Küste Sri Lankas angespült

Und nicht nur Pipeline-Lecks ver­pesten die Küsten, wie im Oktober 2021 an der kali­for­nische Küste, sondern immer wieder kommt es auf den „Auto­bahnen“ der Meere zu Kata­strophen. Die Havarien bei Con­tai­ner­schiffen häufen sich. Erst die Havarie vor Mau­ritius, die eine Umwelt­ka­ta­strophe ver­ur­sachte und Treib­stoff die Strände der Urlaubs­insel ver­seuchten. Tote Wale und Delfine wurden auch auf Mau­ritius ange­spült. Dann folgte nur ein Monat später der bren­nende Öltanker „New Diamond“ vor der Küste Sri Lankas. 

„Tau­sende Liter Diesel“ sind in der Nähe der Gala­pagos-Inseln ausgelaufen

Ecuador startet Not­fallplan nach Die­se­l­un­glück auf den Gala­pagos-Inseln Foto EFE

Die Direktion des Gala­pagos-Natio­nal­parks (PNG) berichtete in einer Erklärung, dass das Tou­ris­ten­schiff „Albatros“ in der Aca­demia Bay auf der Insel Santa Cruz ken­terte, wor­aufhin „sofortige Maß­nahmen ergriffen wurden, um die Aus­wir­kungen des Vor­falls auf die Öko­systeme zu ver­ringern, wie eluniversal.com. am 23.April 2022 berichtete.

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Die Behörde ging davon aus, dass sich zum Zeit­punkt des Unglücks etwa 7500 Liter Diesel an Bord des Schiffes befanden. Die vier Besat­zungs­mit­glieder konnten gerettet werden. Das Unglück ereignete sich nach Angaben des ecua­do­ria­ni­schen Umwelt­mi­nis­te­riums vor der Insel Santa Cruz. „An meh­reren Stellen der Bucht ist ein Kraft­stoff­teppich zu sehen“, erklärte das Ministerium.

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Erst 2019 kam es vor den Gala­pa­gos­inseln zu einer Ölka­ta­strophe, nachdem ein Fracht­schiff beim Beladen von Con­tainer umge­kippt war. Damals waren 600 Gal­lonen Öl aus­ge­laufen. Der Vorfall ereignete sich auf der Insel San Cris­tobal, der öst­lichsten der Gala­pagos-Inseln. San Cris­tobal ist die Heimat ver­spielter See­löwen, Rie­sen­schild­kröten und Finken sowie idyl­li­scher Strände. Wie auf den meisten Inseln des Archipels müssen sich Rei­sende dort an strenge Regeln halten, um Flora und Fauna zu schützen.

Natur­schützer haben zunehmend Bedenken geäußert, dass Gala­pagos und sein emp­find­liches Öko­system durch über­mä­ßigen Tou­rismus bedroht sind.

Chi­ne­sische Fische­rei­flotten bedrohen das fragile Galapagos-Ökosystem

Doch nicht nur über­mä­ßiger Tou­rismus, sondern auch chi­ne­sische Fische­rei­flotten bedrohen das fragile Galapagos-Ökosystem

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Erst 2021 erreichte uns eine Nach­richt, dass chi­ne­sische Fische­rei­flotten  das fragile Gala­pagos-Öko­system bedrohen. Viele der chi­ne­si­schen Schiffe, die die latein­ame­ri­ka­ni­schen Gewässer durch­kämmen, haben es auf Fut­ter­fisch abge­sehen, der zu Fischmehl gemahlen wird, einem pro­te­in­reichen, pel­le­tierten Zusatz, der an Aqua­kul­tur­fische ver­füttert wird. Die chi­ne­sische Flotte hat sich auch auf Gar­nelen und den mitt­ler­weile vom Aus­sterben bedrohten Totoaba-Fisch kon­zen­triert, der in Asien wegen der angeb­lichen medi­zi­ni­schen Eigen­schaften seiner Blase sehr geschätzt wird und für 1.400 bis 4.000 Dollar pro Stück ver­kauft werden kann. Nirgend sonst auf der Welt gibt es solche Arten­vielfalt, so viele geschützte Mee­res­tiere wie vor den Gala­pagos-Inseln, die den chi­ne­si­schen Netzen in die Fänge gehen könnten. Ecuador und Peru haben letztes Jahr ihre Marine in Alarm­be­reit­schaft ver­setzt, um Hun­derte von chi­ne­si­schen Trawlern zu ver­folgen, die sich in der Nähe der süd­ame­ri­ka­ni­schen Küsten befinden, um deren Fisch zu fangen.

Ecuador wird das Mee­res­schutz­gebiet rund um die Galá­pagos-Inseln erweitern, kün­digte Prä­sident Guil­lermo Lasso am 1. November auf dem COP26-Kli­ma­gipfel in Glasgow, Schottland, an. Der Jubel war groß, doch wie bei vielen  Ver­sprechen auf einem Kli­ma­gipfel, es bleibt nur bei Worten und es folgen keine Taten. Der Archipel gilt als eines der letzten Natur­pa­ra­diese auf Erden.Netzfrau Doro Schreier

Quelle: netzfrauen.org