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Mythos Black-Goo: Im Laby­rinth der Wirklichkeit

Im Internet kur­sieren seit län­gerem Gerüchte über eine höchst eigen­artige Sub­stanz, die als „Black Goo“ oder „sen­tient oil“ – „intel­li­gentes“ bzw. „emp­find­sames Öl“ – bezeichnet wird.

Das Thema macht vor keiner noch so wilden Ver­schwö­rungs­theorie halt – und hat unsere Autoren in einen öligen Sumpf aus Geheim­for­schungen, arti­fi­zi­ellen Hin­ter­grund­mächten, uner­klär­lichen Krank­heiten, Kin­des­miss­brauch und nano­tech­ni­scher Beein­flussung geführt, in dem sie fast ver­sunken wären. Ein kleines Lehr­stück über die Natur der Realität.

Nano­technik aus dem Abwasserrohr

Die Geschichte klingt so merk­würdig, dass sie eigentlich nur wahr sein kann. Sie handelt von einem jungen Eng­länder namens Alistair Martin (1), der Mitte der 1990er Jahre in einer Lon­doner Sou­ter­rain­wohnung lebte. Dort stellte er eines Tages fest, dass er plötzlich in der Lage war, in allem die „tie­feren Muster und Struk­turen“ zu erkennen, ja, einen regel­rechten „Durst nach Mustern und Infor­mation“ verspürte.

Das betraf zum Bei­spiel auch Sprachen, was ihn in die Lage ver­setzte, innerhalb von zwei Wochen mit­hilfe von CDs mehr oder weniger fließend Por­tu­gie­sisch zu sprechen. Gleich­zeitig ver­än­derte sich seine Per­sön­lichkeit: Er wurde ruhiger, weniger aggressiv und fühlte sich reifer – durchweg positive Eigenschaften.

Doch hatten die neu gewon­nenen Fer­tig­keiten ihren Preis: Mehrere Jahre lang litt Martin in der Folge an unspe­zi­fi­schen Schmerzen, Müdigkeit und Ener­gie­de­fi­ziten. Dazu ver­än­derte sich seine Haut, sodass sie – nach seinem Bekunden – die Sonne anders reflek­tierte. (2) Zudem –und das war wohl der selt­samste Neben­effekt – hatte er das Gefühl, dass sein „Bewusstsein kon­trol­liert“ wurde: Die beschrie­benen Cha­rak­ter­ver­än­de­rungen kamen seiner Meinung nach nicht aus ihm selbst, sondern wurden ihm von außen auferlegt.

Auf der Suche nach den Ursachen brachte ihn sein Ver­mieter, ein Inge­nieur und hoch­ran­giger Ange­hö­riger des bri­ti­schen Mili­tär­ap­pa­rates, auf eine Spur. Die wun­dersame geistige Ver­än­derung, aber auch die kör­per­lichen Beschwerden, so der anonym gebliebene Mann, könnten mit den Dämpfen aus einer defekten Abwas­ser­leitung neben dem Fenstern Martins zusam­men­hängen, denen er ein halbes Jahr lang aus­ge­setzt gewesen war.

Laut Aussage seines Ver­mieters stammten sie von den Resten einer Sub­stanz, die von Wis­sen­schaftlern einer nahe gele­genen pri­vat­wirt­schaft­lichen For­schungs­ein­richtung vor einigen Jahr­zehnten illegal in die Kana­li­sation ent­sorgt worden war und sich im Abwas­ser­system abge­lagert hatte. Martin ist sich sicher, dass er durch die Dämpfe auf DNS-Ebene „gene­tisch modi­fi­ziert“ worden war, wie er es aus­drückt, und zwar nicht irgendwie geistig-ener­ge­tisch, sondern sehr mate­riell durch eine „Nano­technik“, die über die Atemwege in seinen Orga­nismus gelangt war. Von einem anderen Freund aus dem Militär hatte Martin von einer Sub­stanz gehört, auf die die selt­samen Eigen­schaften der ent­sorgten Flüs­sigkeit zuzu­treffen schienen. Ihr Name: Black Goo.

Der Falk­land­krieg

Zu der in zwei Inter­views (3) doku­men­tierten Story gehört eine lange und ver­wobene Vor­ge­schichte, die bis zum Falk­land­krieg zurück­reicht. Zur Erin­nerung: Im Frühling 1982 schickte das bri­tische Estab­lishment eine Kriegs­flotte inklusive Atom-U-Booten aus, um im Atlantik zwi­schen Süd­amerika und der Ant­arktis ein paar karge und weit­gehend men­schen­leere Inseln zurück­zu­er­obern. Diese hatte Argen­tinien nach Ansicht der Eng­länder ein paar Wochen zuvor wider­rechtlich besetzt. Der „Krieg“ endete nach wenigen Wochen mit einem glor­reichen Sieg der British Navy. Was die Öffent­lichkeit nicht erfuhr: Der eigent­liche Anlass und die Beute soll ein „intel­li­gentes Öl“ gewesen sein – eben­jenes Black Goo, dessen Dämpfe Martin Jahr­zehnte später ein­ge­atmet haben will.

Der Ter­minus geht auf einen Pionier der Nano­technik zurück: Eric Drexler skiz­zierte 1986 ein Welt­un­ter­gangs­sze­nario, in dessen Zentrum ein fik­tiver, sich selbst repli­zie­render Nanobot-Orga­nismus namens „Grey Goo“ (dt: „Graue Schmiere“) stand. Einmal außer Kon­trolle geraten, hätte dieser Nanoor­ga­nismus sich rasant ver­mehren und binnen kür­zester Zeit seine Umwelt infil­trieren und regel­recht „auf­fressen“ können – das „Grey“ hatte für Drexler also nichts mit der Farbe der Sub­stanz zu tun, sondern sollte aus­drücken, dass sie trotz ihrer pri­mi­tiven Natur dazu fähig sei, „alles Leben aus­zu­lö­schen“. (4) Ganz ähn­liche Eigen­schaften werden dem Black Goo attes­tiert – wobei das „Black“ darauf zurückgeht, dass die Sub­stanz ursprünglich in Rohöl gefunden worden sein soll.

Eigentlich endete der Falk­land­krieg mit dem Waf­fen­still­stands­ab­kommen in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni, doch vorbei war er im Grunde erst eine Woche später – nämlich an dem Tag, als die Briten die quasi nebenbei eroberte argen­ti­nische „For­schungs­station“ Corbeta Uruguay buch­stäblich in die Luft jagten. Offi­ziell war die Station mit der Erfassung von meteo­ro­lo­gi­schen, ozea­no­gra­fi­schen und gla­zio­lo­gi­schen Daten betraut; (5) gleich­zeitig diente sie als wich­tiger Außen­posten der argen­ti­ni­schen Mili­tär­junta. Sie befand sich nicht direkt auf den Falk­land­inseln, sondern auf einer der Süd­lichen Sand­wich­inseln, die in der gleichen Region nahe der Ant­arktis liegen. Die Insel trägt den Namen Morrell, eine andere Bezeichnung lautet jedoch Thule Island – ein Name, der an einen anderen modernen Mythos gemahnt. Dass es tat­sächlich um mehr gegangen sein könnte als die Zer­störung der Station, zeigt nicht nur die Gewalt der Explosion; auch die Anwe­senheit einer großen Einheit von Spe­zi­al­ein­satz­kräften, flan­kiert von drei statt­lichen Kriegs­schiffen, weist mög­li­cher­weise auf einen anderen Hin­ter­grund als den offi­zi­ellen hin.

Die ET-Ver­bindung und seltsame Todesfälle

Einigen Quellen (6) zufolge waren die Argen­tinier weniger an irdi­schen Mess­daten inter­es­siert. Vielmehr sollen sie auf Thule Island Kontakt zu einer huma­noiden blauen ET-Rasse gepflegt haben, die dort in einer Unter­grund­basis mit dem Black Goo gear­beitet haben soll. David Griffin, Gründer von Exo­po­litics UK, ver­weist in einem Vortrag (7) über Black Goo an dieser Stelle auf Alec Newald, einen neu­see­län­di­schen Inge­nieur, der angeblich 1989 von den Blauen ent­führt worden ist. (8) Newald will von seinen Ent­führern erfahren haben, dass das Black Goo einst von einer bos­haften ET-Gruppe auf der Erde zurück­ge­lassen wurde. Die Sub­stanz sollte es ihnen ermög­lichen, den Pla­neten Erde auf Knopf­druck ter­ra­for­mieren zu können; als Aus­löser sollte ein aus dem All gesen­detes Signal dienen. Für den Fall, dass die „bösen ETs“ durch eine andere Rasse von der Erde ver­trieben würden, könnten sie den Pla­neten durch den Ter­ra­forming-Prozess auch für die poten­zi­ellen Eroberer unbe­wohnbar machen.

Laut Newald haben die blauen ETs das Black Goo als pla­netare Bedrohung ver­standen und ver­sucht, es „unschädlich zu machen“ – Newald spricht von de-engi­neering. Die Falkland-Region hätten sie für ihre Expe­ri­mente gewählt, weil die Sub­stanz in kalten Tem­pe­ra­turen besser zu hand­haben sei und sich in einer wär­meren Umgebung explo­si­ons­artig repli­zieren würde.

Die kom­plette Geschichte seiner Ent­führung hat Alec Newald in seinem Buch „CoEvo­lution“ (9) fest­ge­halten. Es trägt den Unter­titel „Die wahre Geschichte eines Mannes, der für zehn Tage zu einer außer­ir­di­schen Zivi­li­sation mit­ge­nommen wurde“ und ist 2011 neu auf­gelegt worden, als Newald durch visi­ons­artige Träume „reak­ti­viert“ wurde. Den Neu­see­länder kann man in unserer Geschichte durchaus als einen der Haupt­ak­teure bezeichnen, denn der Topos „intel­li­gentes“ bzw. „bewusstes Öl“ scheint auf ihn zurückzugehen.

Das Thema „Blaue ETs“ bzw. „blaue nicht-irdische Wesen“ wie­derum findet sich in jahr­tau­send­alten Mythen ebenso wie in modernen Ent­füh­rungs­ge­schichten, doch würde eine Erör­terung ihrer Präsenz hier zu weit führen –genau wie Ver­weise auf den Mythos Neu­schwa­benland, die Expe­dition Highjump des Admiral Byrd und die eng­lische Ant­arktis-Ope­ration Tabarin, die in diesem Zusam­menhang oft erwähnt werden. (10)

Newald war es schließlich auch, der später über einen Infor­manten des Süd­afri­ka­ni­schen Geheim­dienstes erfahren haben will, dass das auf Morell bzw. Thule Island erbeutete Black Goo nach England gebracht worden sei, wo es in den For­schungs­la­boren zweier Rüs­tungs­un­ter­nehmen landete: Marconi Elec­tronics und Plessey Telecommunications.

Über die kon­kreten Gescheh­nisse in beiden Unter­nehmen ist wenig bekannt. Newalds süd­afri­ka­ni­scher Informant will von einem ehe­ma­ligen Stu­di­en­kol­legen erfahren haben, dass man dort mit dem Öl zu expe­ri­men­tieren begonnen habe und es mittels Radio­wellen pro­gram­mieren wollte. Eines Tages sei das Öl dann „akti­viert“ worden, wodurch es zu einer „Inter­ferenz mit Wet­ter­sa­tel­liten“ gekommen sei – ein Hinweis auf die Ter­ra­forming-Absichten der „bös­ar­tigen“ ETs?

 

(Bild: Szene aus der Serie „Helix“ und dem schwarzen Virus Narvik)

An die Öffent­lichkeit gelangt und als Faktum bestätigt ist immerhin, dass es innerhalb der fol­genden fünf Jahre eine unge­wöhnlich hohe Zahl von „Selbst­morden“ und „Unfällen“ meist junger Elek­tronik- und Com­pu­ter­spe­zia­listen gab, die allesamt im Dienst der beiden Unter­nehmen standen. „Ihre Firma hat Ver­bin­dungen zu ‚Star Wars‘: Der Tod bri­ti­scher Wis­sen­schaftler – Selbst­morde oder Ver­schwörung?“ titelte damals die Los Angeles Times. (11) Doch ist nicht allein die Anzahl bemer­kenswert, sondern mehr noch die Todes­um­stände, die die Auf­merk­samkeit der Öffent­lichkeit erregten. Diese waren teils bizarr: So ent­hauptete sich ein 26-jäh­riger Pro­gram­mierer, indem er sich eine Schlinge um den Hals legte, das andere Ende an einen Baum band, in sein Auto stieg und mit Gas­pedal im Anschlag durch­startete. Zwei seiner Kol­legen wurden im Abstand von drei Monaten mit einer Plas­tiktüte um den Kopf und mit Seil bzw. Kle­beband fixiert tot zu Hause auf­ge­funden. Die Gerichts­me­dizin ging von einem „Unfall“ aus. Die ein­zelnen Geschichten sind in dem 1991 erschie­nenen Buch „Open Verdict“ des Jour­na­listen Tony Collins doku­men­tiert, das ins­gesamt 25 Opfer auf­listet. (12)

David Griffin ver­mutet, diese Todes­fälle seien vor allem darauf zurück­zu­führen, dass die Briten damals im Gegensatz zu den Ame­ri­kanern weder über die Erfah­rungen noch die Vor­aus­set­zungen ver­fügten, „mit diesen Dingen umzu­gehen“. Sowohl er als auch Alistair Martin gehen davon aus, dass Firmen wie Marconi und Plessey als Tarn­or­ga­ni­sa­tionen dienten, um das Black Goo expe­ri­mentell – unter anderem auch am Men­schen –zu erfor­schen, ohne sich über die Folgen im Klaren zu sein und ohne sich und vor allem die Ver­suchs­teil­nehmer vor den poten­ziell nega­tiven Aus­wir­kungen zu schützen.

Ab diesem Punkt ver­liert sich die Spur des Öls zuse­hends. Alistair Martin behauptet, von seinem Ver­mieter erfahren zu haben, dass man die Expe­ri­mente zumindest in einer der Lon­doner For­schungs­ein­rich­tungen abbrach, um das Black Goo dann aus­ge­rechnet in der städ­ti­schen Kana­li­sation zu ent­sorgen – womit wir wieder bei Martins selt­samer „Ver­wandlung“ ange­langt wären.

Expe­ri­mente an Kindern

Während Martin eher zufällig mit dem Black Goo kon­fron­tiert wurde, soll es anderen ganz bewusst ver­ab­reicht worden sein. Wir betreten nun die dunkle Welt der Mind-Control-Expe­ri­mente und schwarz­ma­gi­schen Rituale. So berichtet zum Bei­spiel die 27-jährige Rachel Adams in meh­reren Inter­views, (13) erstmals als Sieben- und später als 14-Jährige zusammen mit hun­derten (in einer anderen Aussage sogar mit tau­senden) anderen Kindern in einem unter­ir­di­schen Geheim­labor ver­schie­denen „Expe­ri­menten“ und Tor­turen aus­ge­setzt worden zu sein, und das mit­unter sogar im Beisein der Queen of England und anderer hoch­ran­giger Ange­hö­riger der bri­ti­schen Elite. Unter anderem soll den Opfern auch Black Goo inji­ziert worden sein, was angeblich wahn­sinnige Schmerzen verursachte.

Rachel erzählt, dass ihr das Black Goo während eines Expe­ri­ments in einem solchen Unter­grund­labor direkt ins Kno­chen­gewebe gespritzt wurde. Mit den bren­nenden Schmerzen ging das Gefühl einher, als ob etwas Intel­li­gentes durch ihren Körper kroch, und ihre Nase fing zu bluten an. Als sie darauf in den Waschraum eilte und in den Spiegel sah, waren ihre Augen völlig schwarz. Was dann folgte, war laut Rachel das Gefühl, in eine Art schwarzes Loch gezogen zu werden, ver­knüpft mit schreck­licher Angst und sehr starkem Unwohlsein. Ihr kam es vor, als würde das Black Goo ihre nega­tiven Emo­tionen nicht nur über­steigern und ver­stärken, vielmehr erkannte sie diese gar nicht mehr als ihre eigenen – ganz ähnlich wie Alistair Martin.

Rachel ver­suchte, gegen den Sog anzu­kämpfen, was ihren Zustand nur ver­schlim­merte. Schließlich gab sie auf und kon­zen­trierte sich statt­dessen auf sich selbst, bis sie einen „inneren Frieden“ gefunden hatte. Mit Erreichen dieses Ruhe­ge­fühls wurden auch ihre Augen schlag­artig wieder klar. Wieder spürte sie ein Kriechen in sich, das sie mit der Injektion in Ver­bindung brachte, doch diesmal schien es, als würde die Sub­stanz – das Black Goo – ver­suchen, ihren Körper zu ver­lassen. Am dar­auf­fol­genden Abend litt sie abermals unter Nasen­bluten und erbrach sich; es schien ihr, als wolle die Sub­stanz „auf jedem erdenk­lichen Weg hinauskommen“.

Rachel berichtet, dass sie zu den wenigen Kindern gehört habe, die durch der­artige Erleb­nisse „stärker geworden“ seien. Die meisten Kinder aber sollen sie nicht überlebt haben. Sinn und Zweck der Expe­ri­mente sei es gewesen, die Wider­stands­fä­higkeit und Über­le­bens­fä­higkeit zu testen, um die „Pro­banden“ später mög­li­cher­weise als gehirn­ge­wa­schene „Super Sol­diers“ zu instru­men­ta­li­sieren – Sol­daten mit her­aus­ra­genden kör­per­lichen und geis­tigen Fähig­keiten. Die Kinder seien daher nicht will­kürlich aus­ge­wählt und ent­führt worden, sondern ent­stammten bestimmten „Blut­linien“ aus der ganzen Welt. Rachel selbst gibt – wie auch Alistair Martin – an, medial begabt zu sein, also über tele­pa­thische und hell­se­he­rische Fähig­keiten zu ver­fügen. Ihren Aus­sagen zufolge seien die Über­le­benden nach dem Kontakt mit Black Goo aber zu mit­fühlend und offen und damit kriegs­un­tauglich geworden.

Weiter erzählt sie, den Ent­führern sei es außerdem darum gegangen, die „Energie“ aus den Schmerz-Emo­tionen der Kinder mittels magisch anmu­tender Prak­tiken „abzu­saugen“.

Ver­rückt? Nicht weniger als der Rest der Geschichte. Noch ver­rückter aber ist, dass Rachel kein Ein­zelfall ist und wie die meisten anderen Betrof­fenen durchaus glaub­würdig erscheint, sodass man die gesamte Ange­le­genheit nicht einfach vom Tisch wischen kann. Um später weitere Unter­su­chungen zu ermög­lichen, hat deshalb der irische Ex-Radio­jour­nalist Miles Johnston seit den 1970er Jahren hun­derte Stunden Inter­views mit Ent­füh­rungs­opfern wie Rachel Adams und ähn­lichen Zeugen geführt.

Sie sind unter dem Stichwort AMMACH Project im Internet zu finden und bilden in ihrer Gesamtheit einen Teil des großen Puzzles ab, in dem auch das Black Goo eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Seit Herbst letzten Jahres sind darüber hinaus Zeu­gen­aus­sagen über rituelle Kin­der­morde mit Betei­ligung des nie­der­län­di­schen Königs­hauses öffentlich zugänglich. (14) Ent­spre­chende Vor­würfe sind zwar nicht neu, doch sind sie kon­kreter geworden und die Akteure werden beim Namen genannt. Die „Beschaffung“ der Opfer war unter dem Pro­jekt­namen Octopus organisiert.

Doch ver­suchen wir, die Spur des Black Goo wei­ter­zu­ver­folgen. Um zu zeigen, welche Ausmaße die Spe­ku­la­tionen um die geheim­nis­volle Sub­stanz ange­nommen haben, müssen wir noch etwas weiter aus­holen und uns mit einem his­to­risch-mytho­lo­gi­schen Thema aus­ein­an­der­setzen, das Betroffene – etwa Rachel Adams – und ein­schlägige For­scher immer wieder in ihre Über­le­gungen zur Natur des Black Goos mit ein­be­ziehen: die Archonten.

Wer oder was sind die Archonten?

Der Begriff Archonten (engl.: archons) stammt aus dem Alt­grie­chi­schen und hat je nach Kontext unter­schied­liche Bedeu­tungen. Eine ist „Herr­scher“; das „Erz“ im deut­schen „Erz­engel“ ist vom eng­li­schen arch-angel abge­leitet. Den Nag-Nammadi-Schriften (15) zufolge, die als wichtige Zeug­nisse der früh­christ­lichen Gnostik gelten, sind jedoch keine mensch­lichen Herr­scher gemeint, sondern anor­ga­nisch-arti­fi­zielle Wesen mit Tier­köpfen, die in einer frühen Phase der Schöp­fungs­ge­schichte die Erde geentert haben und sich seitdem im Hin­ter­grund als unsere Erschaffer auf­spielen. Im Hin­ter­grund des­wegen, weil sie meist von einer Geistebene aus agieren, also keine mate­riell-realen Wesen im üblichen Sinne sind. Zu diesen Aktionen gehören zum Bei­spiel auch Ent­füh­rungen von Men­schen durch ihre Diener, die als „kleine graue Wesen“ beschrieben werden. Die Archonten selbst werden von den frühen Gnos­tikern als „Geist­wesen des Bösen“ bezeichnet, die sich zumindest zeit­weise auch auf unserer Rea­li­täts­ebene mani­fes­tieren können.

Trotz dieser exis­ten­zi­ellen Beschrän­kungen ver­kündet selbst­be­wusst der höchste Archont (der zudem noch blind ist; er wird in anderen Texten auch Demiurg genannt): „Es gibt keinen Gott außer mir!“

Die Aussage deckt sich mit der aus dem Alten Tes­tament, wo JHWH bekanntlich sinn­gemäß das Gleiche behauptet. Sie taucht auch in einer neueren Ent­füh­rungs­ge­schichte in einer Traum­vision auf, wo das weib­liche Opfer von einem ihrer Pei­niger zu hören bekam: „Ich bin der einzige und wahre Gott, und du bist mein Eigentum.“ (16) Auch dass die Archonten den Men­schen befallen, indem sie den mensch­lichen Geist besetzen, ist in den alten Texten bereits beschrieben. Ihr Ziel besteht laut dem Mys­te­ri­en­for­scher John Lash (17) darin, das ori­ginäre mensch­liche Schöp­fungs­be­wusstsein (griech.: ennoia) zu erfor­schen und aus­zu­schalten, weil sie dieses als arti­fi­zielle Intel­ligenz nicht selbst besitzen. Dem­zu­folge werden sie in den Texten auch als Täu­scher und Betrüger bezeichnet, zu deren Masche unter anderem gehört, der Menschheit einen kom­menden Erlöser zu sug­ge­rieren – eine mes­sia­nische Masche, die uns sowohl in den fun­da­men­ta­lis­ti­schen Aus­prä­gungen der drei großen mono­the­is­ti­schen Reli­gionen begegnet als auch in zahl­reichen New-Age-Strömungen.

Die gnos­tische Schöp­fungs­ge­schichte mit den Archonten zieht sich seit der Frühzeit wie ein roter Faden durch alle mög­lichen Mys­te­ri­en­schulen, Ver­kün­dungen und sons­tigen eso­te­ri­schen und reli­giösen Schriften. Ein pro­mi­nentes Bei­spiel in der neu­zeit­lichen Lite­ratur ist der ame­ri­ka­nische Dichter H. P. Love­craft, der besonders in seinem Cthulhu-Mythos von den „großen Alten“ auf die Archonten Bezug nimmt. Sein bekann­testes Werk ist das „Necro­no­micon“. (18) Auch David Icke spricht in seinen neueren Werken nicht mehr von Rep­ti­loiden, sondern von eben­jenen Wesen­heiten. Die moderne Film­in­dustrie hat den Faden eben­falls auf­ge­nommen: Sowohl eine schwarze ölige Flüs­sigkeit als auch eine mächtige, hoch­tech­ni­sierte fremde Spezies als Schöpfer der Menschheit bilden die Basis einiger Film­ge­schichten. Jüngstes Bei­spiel ist der Hol­lywood-Block­buster „Pro­me­theus“ von „Alien“-Regisseur Ridley Scott. Wie stark der Mythos selbst in die Wis­sen­schafts­kultur hin­ein­reicht, zeigte der 2006 aus­ge­schriebene „Archon Genomics XPRIZE“, der zehn Mil­lionen Dollar für die Erfindung einer Technik zur Ent­schlüs­selung des mensch­lichen Genoms auslobte.

 

Was das Black Goo angeht, so scheint Rachel Adams die Erste zu sein, die eine Ver­bindung zwi­schen ihm und den Archonten her­ge­stellt hat. Im oben erwähnten Interview spricht sie davon, dass das Black Goo „mit den gnos­ti­schen Lehren über die Archonten ver­knüpft ist […]. Auch sie sollen tief­schwarze Augen haben“. Adams ver­mutet, dass die Wesen mit Black Goo ange­füllt sind oder gar teil­weise daraus bestehen. Offenbar geht sie davon aus, dass das Goo den „geis­tigen“ Archonten als eine Art Trä­ger­sub­stanz dient, um in der stoff­lichen Welt zu wirken und den Men­schen ihre Energie abzu­zapfen. Sie spricht davon, dass die Archonten – respektive das Black Goo – einen Wirts­körper mit einem sauren pH-Wert benö­tigen und über Löcher in der Aura bzw. dem Ener­gie­körper in diesen gelangen. Das alles klingt reichlich schräg – aber offenbar nicht schräg genug, um nicht von anderen auf­ge­griffen und wei­ter­ge­sponnen zu werden …

Die Mor­gellons-Ver­bindung

Einer davon ist Harald Kautz-Vella, (19) ein deut­scher „Pri­vat­for­scher“, Autor und Unter­nehmer, der ver­sucht, para­normale und umstrittene „grenz­wis­sen­schaft­liche“ Phä­nomene mit natur­wis­sen­schaft­lichen Ansätzen zu verbinden.

Zu diesen Phä­no­menen zählt auch das soge­nannte Mor­gellons-Syndrom: Eine rät­sel­hafte Erkrankung, bei der Fasern und anderes Fremd­ma­terial unter der Haut der Betrof­fenen erheb­liche (auch psy­chische) Irri­ta­tionen her­vor­rufen. Unter Schul­me­di­zinern gilt das Syndrom mehr­heitlich als „Der­ma­tozoen-Wahn“; erst seit einigen Jahren ist es zumindest in den USA als rare disease gelistet, also als seltene, aber immerhin aner­kannte Krankheit. (20) Über die Ursachen ist – zumindest offi­ziell – nichts bekannt.

Kautz-Vella schließt aus den Sym­ptomen und Emp­fin­dungen Mor­gellons-Betrof­fener, dass die grund­le­genden Ursachen des Syn­droms fein­stoff­licher Natur sind. Angeblich handele es sich um „Beset­zungen“ durch nicht-irdische Wesen­heiten – die Archonten –, die den Men­schen als Ener­gie­re­servoir nutzen. Das Black Goo soll – siehe Rachel Adams – die Trä­ger­sub­stanz des Archon­ten­be­wusst­seins sein. (21) Kautz-Vella bringt an dieser Stelle eine zweite Art des Black Goos ins Spiel, die angeblich von NS-Wis­sen­schaftlern in Mil­lionen Jahre alter Ölschiefer gefunden wurde. Erschreibt dieser zweiten Art eine „bös­artige“ Qua­lität zu und asso­ziiert sie mit einem pri­mi­tiven, „rep­ti­loiden“ Bewusstsein –seine Vor­stel­lungen und Behaup­tungen in Gänze wie­der­zu­geben würde jedoch weit über den Rahmen dieses Artikels hin­aus­gehen. (22) Andere private Mor­gellons-For­scher wie der Deutsche Marc Neumann (23) hin­gegen erklären das Syndrom eher kon­ven­tionell und klingen dabei durchaus plausibel.

Ins­gesamt bleiben, was das Thema Mor­gellons, Black Goo und Archonten angeht, mehr Fragen als Ant­worten. Statt uns in Spe­ku­la­tionen zu ver­irren, ver­suchen wir lieber, die Black-Goo-Saga weiter auf­zu­rollen. Das „intel­li­gente Öl“ nämlich stand nach dem Falk­land­krieg angeblich ein zweites Mal im Zentrum eines inter­na­tio­nalen Konflikts.

Intel­li­gentes Öl im Golf von Mexiko

Im April 2010 kam es auf der Ölbohr­plattform Deep­water Horizon im Golf von Mexiko zu einer Explosion, bei der rund 800 Mil­lionen Liter Rohöl aus einem beschä­digten Bohrloch aus­traten. Im Juni des­selben Jahres eröffnete ein anonymer Nutzer (OP) des Ver­schwö­rungs­forums GodLikeProductions.com (GLP) einen Thread namens „Some­thing Just Went BEZERK in the Gulf of Mexico“. (24) Dort ver­öf­fent­lichte er Infor­ma­tionen, die er angeblich über einen ver­schlüs­selten inter­na­tio­nalen Not­fall­kanal („DED“) der fran­zö­si­schen Regierung empfing. Aus den Nach­richten ging hervor, dass sich um die Unglücks­stelle im Golf herum mili­tä­rische U‑Boote und Schiffe aus min­destens sieben Nationen auf­hielten. Die Lage schien ange­spannt zu sein, nachdem ein fran­zö­si­sches U‑Boot von den Ame­ri­kanern atta­ckiert worden war – Grund für die Attacke und weitere kleinere Schar­mützel war offenbar eine geheim­nis­volle Fracht, die das fran­zö­sische U‑Boot ein­ge­sammelt und an Bord genommen hatte.

Im Verlauf des Threads klinkten sich immer mehr inter­es­sierte Nutzer ein und ver­suchten, aus den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­schnipseln des DED-Kanals ein sinn­volles Gesamtbild zu skiz­zieren. Mit der Zeit erhärtete sich der Ver­dacht, dass die Nach­richten des OPs Teil eines kon­trol­lierten Leaks waren – was damit bezweckt werden sollte oder wer genau dahinter stand, ist ungewiss.

Die Dis­kus­sionen um die Postings halten bis heute an. Nicht alle Punkte konnten abschließend geklärt werden, doch der BEZERK-Mythos hat gewaltige Ausmaße ange­nommen. Es folgt der Versuch einer Rekonstruktion:

Angeregt durch die Boh­rungen und schließlich die Explosion der Deep­water Horizon öffnen sich natür­liche, geo­lo­gisch bedingte Risse am Mee­res­boden des Golfs von Mexiko. Aus diesen Rissen tritt ein mut­maßlich prä­his­to­ri­scher Nano-Orga­nismus aus, der sich an das Rohöl zu binden scheint und allerlei merk­würdige Fähig­keiten an den Tag legt: Er soll „metal­lische“ oder „kris­talline“ Struk­turen auf­weisen und über magne­tische Eigen­schaften ver­fügen, die sich störend auf die tech­ni­schen Geräte von Schiffen und U‑Booten aus­wirkt. Der Orga­nismus wird als „intel­li­gentes Öl“ beschrieben.

Nachdem das fran­zö­sische U‑Boot eine Probe des Orga­nismus an Bord genommen hat, kommt es auch bei der Crew zu psy­chi­schen und phy­si­schen Effekten, die ent­fernt an die Mor­gellons-Krankheit erinnern. Die Situation gerät zuse­hends außer Kon­trolle und es gibt Tote: Einer­seits durch die mili­tä­rische Inter­vention der Ame­ri­kaner, die gewaltsam ver­suchen, an die fran­zö­sische Fracht zu kommen; ande­rer­seits wegen der unvor­her­seh­baren Effekte des Orga­nismus auf Technik und Besatzung.

Den Fran­zosen gelingt es schließlich, die Fracht in Sicherheit zu bringen. Wie und ob der U‑Boot-Krieg wei­tergeht, ist nicht bekannt. Dafür ergibt sich ein mehr oder minder kohä­rentes Bild über die tie­feren Hin­ter­gründe der Geschichte, die sich in einigen Punkten mit Alec Newalds Inter­pre­tation des Black Goos deckt. In einem seiner letzten Postings fasst der OP zusammen:

„Der Orga­nismus […] ist aus dem Win­ter­schlaf erwacht und leistet die nötige Vor­arbeit, um die Ozeane zu trans­for­mieren. […] [Es] wird spe­ku­liert, dass er mit Bak­terien […] oder anderen Orga­nismen auf DNS-Ebene kom­mu­ni­zieren kann. […] Obwohl der Orga­nismus selbst urzeit­licher Abstammung ist, scheint er von einer außer­ir­di­schen Präsenz / Rasse darauf pro­gram­miert zu sein, still zu über­wintern und zu einer bestimmten Son­nenzeit und ‑position auf­zu­wachen – kurz vor deren Rückkehr. Wir wissen leider nicht, was dieses ‚kurz zuvor‘ bedeutet; es könnte sich um Monate oder Jahre handeln. […] Ich glaube nicht, dass der Orga­nismus absichtlich ver­sucht, alles Leben auf dem Pla­neten zu töten. Er ver­sucht nur, die Umgebung für seine Meister etwas bewohn­barer zu machen.“ (25)

 

Inter­essant ist, dass die Russen in der Ver­gan­genheit bereits Erfah­rungen mit dem intel­li­genten Öl gesammelt und eine Technik ent­wi­ckelt haben sollen, um es zurück­zu­drängen. Darüber hinaus soll es im Wesent­lichen zwei inter­na­tionale, kon­kur­rie­rende Frak­tionen zu geben: Eine Gruppe, die sich als „Wächter“ des Orga­nismus und als Abkömm­linge seiner außer­ir­di­schen Erschaffer sieht (China), (26) und eine zweite; ein inter­na­tio­nales Kom­mando namens ODESSA, das ver­schiedene Methoden erwägt, um das Aus­breiten des Orga­nismus einzudämmen.

Wenn Sie die geo­po­li­ti­schen Dimen­sionen dieses Themas inter­es­sieren und sie über die neu­esten Mut­ma­ßungen und Ver­bin­dungen auf dem Lau­fenden bleiben möchten, sollten Sie die BEZERK-Threads im Chani Con­spiracy Forum ver­folgen. (27) Hierhin hat sich der „harte Kern“ der ursprüng­lichen GLP-Recher­cheure zurück­ge­zogen.Ver­loren im Labyrinth?

Auf dem Boden der Tat­sachen zu bleiben ist, wie Sie sicherlich gemerkt haben, bei diesem Thema nahezu unmöglich. Hinzu kommt die Pro­ble­matik, dass die Begriffe „Black Goo“ oder „intel­li­gentes Öl“ in so vielen Zusam­men­hängen fallen, dass niemand weiß, ob über­haupt immer die­selbe Sub­stanz gemeint ist: Mal ist sie schmierig-schleimig, mal flüssig und intel­ligent, mal in Steinen ver­steckt. Zudem wird oft nicht deutlich, ob bestimmte Schlüs­sel­be­griffe meta­pho­risch gemeint sind oder wörtlich. Und wenn wörtlich, so ist immer noch unklar, wie ein Begriff defi­niert ist, was also genau damit gemeint ist. Eine Droge ver­ändert schließlich auch unser Bewusstsein (wie das Black Goo es tun soll), trotzdem würde man sie deshalb nicht als „bewusste, emp­fin­dende Sub­stanz“ bezeichnen; radio­aktive Stoffe können ebenso wie einige Bak­terien oder Pilze die DNS ihres Wirts ver­ändern – doch werden sie damit zu Nanomaschinen?

Eine mög­liche Version der Geschichte wäre die Fol­gende: Irgendwann in grauer Vorzeit lagerte eine fremde Macht – bös­artige ETs, oder eben die Archonten –irgendwo auf dem Pla­neten einen Orga­nismus ein, der zu einer bestimmten Zeit akti­viert werden sollte, um die Lebens­be­din­gungen auf der Erde nach den Vor­gaben ihrer Erschaffer zu ver­ändern. Die­je­nigen, die das ver­hindern wollten, wurden ihrer­seits über­rumpelt, und die Sub­stanz geriet in den Fokus streng geheimer For­schungs­pro­jekte – die aller­dings aus dem Ruder liefen, und mit ihnen die Sub­stanz, die nun dabei ist, den Pla­neten zu terra- bzw. transformieren.

Doch in welche Richtung? Und was hat sie vor? Warum ver­hilft sie einem Alistair Martin zu außer­ge­wöhn­lichen Fähig­keiten, während sie sich in anderen als bloße Krankheit mit selt­samen Nano-Aus­wüchsen mani­fes­tiert – und in wieder anderen nur negative Gefühle bestärkt, während sie das Weite sucht, wenn man medi­tiert? Und wem darf man über­haupt Glauben schenken, wo doch niemand mehr in der Hand hat als einige lose Fakten, eigene, kaum zu erklä­rende Erfah­rungen und einen bunten Strauß aus Mutmaßungen?

Die rich­tigen Fragen stellen

Wer befrie­di­gende Ant­worten erhalten will, muss zuvor die rich­tigen Fragen stellen – doch ange­sichts der unbe­frie­di­genden Fak­tenlage rund um das Thema ist das leichter gesagt als getan. Brechen wir dazu einmal aus unseren gewohnten Denk­mustern aus und betrachten das Thema aus einer Per­spektive, die uns über den Black-Goo-Mythos hinaus etwas lehren kann.

Im kon­ven­tio­nellen Denken unter­teilen wir die Welt gewöhnlich streng in mate­riell (gleich „real“ bzw. objektiv exis­tierend) und geistig (nicht oder weniger real und nur sub­jektiv exis­tierend), dazu kommt eine strikte Trennung zwi­schen „Ich“ und „Welt“, was gleich­be­deutend ist mit „Innen“ und „Außen“.

Was aber, wenn das gar nicht stimmt? Wenn beide Unter­tei­lungen nur künstlich sind, mithin Konstrukte?

Dass diese Trennung min­destens pro­ble­ma­tisch ist, zeigt schon der Umstand, dass die Außenwelt im Bewusstsein erscheint, weil sie dort abge­bildet wird; andern­falls könnten wir sie gar nicht wahr­nehmen. Dazu kommt das Problem, dass es Materie im Sinne kleinster Teilchen gar nicht gibt. (28) Wenn es aber keine Materie gibt, was ist dann „da draußen“? Oder gibt es mög­li­cher­weise gar kein „Außen“? Wenn es kein „Außen“ gibt, würde es – logisch – auch kein „Innen“ geben. Die dritte Mög­lichkeit: Beides wäre eins. Kann das sein?

Dafür spricht immerhin, dass sich Bewusst­seins­in­halte mate­riell mani­fes­tieren können. Ein geläu­figes Bei­spiel sind die Brand­blasen, die sich nach hyp­no­ti­schen Feuer-Sug­ges­tionen auf der Haut zeigen können; (29) auch die soge­nannten Syn­chro­ni­zi­täten kann man so deuten, bzw. hat sie C. G. Jung so gedeutet: als Krea­tionen des Geistes, die sich mate­ria­li­sieren. So wurde zu Jungs Zeiten auch das soge­nannte Ekto­plasma inter­pre­tiert, eine merk­würdige Masse, die oft während spi­ri­tis­ti­scher Sit­zungen erschien.

Wenn der (mensch­liche) Geist jedoch Brand­blasen ohne Feuer mani­fes­tieren kann, warum sollte das nicht auch mit anderen „Dingen“ und sogar kom­pletten Sze­narien möglich sein? Mit Aliens, Ent­füh­rungen, Archonten und bewusstem Öl?

Könnte das sein?

Der bereits erwähnte John Lash siedelt die Archonten in genau einer solchen Zwi­schenwelt an, wenn er schreibt:

„Der onto­lo­gische Status der Archonten ist dual: Sie exis­tieren unab­hängig von der Menschheit als eine Alien-Spezies, [und] sie exis­tieren als Präsenz in unserem Bewusstsein, vielmehr als eine Reihe von Pro­grammen, die in unserer geis­tigen Umwelt wirken.“ (30)

Doch woher will er wissen, dass Archonten auch unab­hängig von uns exis­tieren? Und wen oder was „sieht“ ein medial Begabter, wenn in seiner Welt-Wirk­lichkeit archon­ten­ähn­liche Wesen, Kleine Graue oder die Queen bei okkulten Expe­ri­menten an Kindern auf­tauchen? Haben seine Visionen über­haupt eine all­ge­meine Gül­tigkeit oder beschränken sie sich nicht vielmehr auf seinen per­sön­lichen Bewusstseinsrahmen?

Ande­rer­seits gibt es in vielen fan­tas­tisch anmu­tenden Berichten über­ein­stim­mende Ele­mente, die doch auf die objektive Existenz solcher Phä­nomene hin­weisen, oder etwa nicht?

Die Antwort: Sub­jek­ti­vität oder Objek­ti­vität gibt es nur, wenn man von getrennten „Bewusst­seinen“ ausgeht. Dann aller­dings würden para­psy­cho­lo­gische Phä­nomene nicht exis­tieren (können). Und dass sie exis­tieren, daran besteht schließlich nur noch bei sehr hart­lei­bigen Mate­ria­listen ein Zweifel.

So gesehen kann man „inter­di­men­sionale“ Gescheh­nisse auch als Beleg für eine Art kol­lek­tiven Bewusst­seinsraum sehen – der (nicht ver­gessen!) mit der Welt iden­tisch wäre. Der moderne Black-Goo-Mythos lehrt uns damit genau wie seine antiken Vor­gänger auch etwas über unser „Innen“, unsere Psyche: die Angst vor der Über­nahme durch etwas Fremdes etwa, vor einer all­mäch­tigen Technik, oder den Wunsch nach einer Trans­for­mation, sei sie pla­netar oder individuell.

Ob der Mythos – und damit das „intel­li­gente Öl“ – auch ein Teil der „greif­baren“ Rea­lität ist, das müssen Sie selbst ent­scheiden. Für Rachel Adams, Alec Newald und Alistair Martin bestehen in dieser Frage sicherlich keine Zweifel.

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Ver­weise und Videos:

  1. Die fol­genden Infor­ma­tionen beruhen auf einem vier­tei­ligen Interview, das Alistair Martin in der 18. Folge des Web­casts „Bases“ gegeben hat. Teil eins finden Sie auf dem Youtube-Kanal von Miles Johnston: „Bases 18 Sen­tinel Fluid Session One“, 26.09.2012; http://youtu.be/iv-hJUOnLik. Eine Playlist mit allen vier Teilen finden Sie unter http://bit.ly/1wVcln4. (alle auf­ge­rufen: Januar 2015)
  2. Ebd., Teil zwei
  3. Ein zweites aus­führ­liches Interview mit Alistair Martin zeigt das Bases-nahe AMMACH-Projekt, zu sehen auf dem Youtube-Kanal von Miles Johnston: „AMMACH Witness Sen­tient Fluid Alistair Part One“, 26.09.2012;http://youtu.be/iVGUUkYm3U0 (Teil zwei: http://youtu.be/hV7d5HLTZ64) (alle auf­ge­rufen: Januar 2015)
  4. Drexler, E. K.: „Engines of Creation. The Coming Era of Nano­tech­nology“ (New York, NY: Anchor Books, 1986), online lesbar auf e‑drexler.com;http://bit.ly/1C3LgBn (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  5. Fund­ación Marambio: „Base Corbeta Uruguay“ auf marambio.aq;http://bit.ly/15nPFVh (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  6. David Griffin ver­weist im Bases-17-Interview (siehe Miles Johnston: „Bases 17 ET Con­nection with Falk­lands War Parts One and Two 2nd Edition“ auf youtube.com, 24.08.2012; http://youtu.be/BCJSKhtTtC0; auf­ge­rufen: Januar 2015) zum Bei­spiel auf einen Argen­tinier namens Ricardo Jesus Velasques, der von seiner Ent­führung in eine ET-Basis in den Anden berichtet. Dort wurden ihm zwei Monate vor Beginn des Falk­land­kriegs bewegte Bilder von diesem gezeigt.
  7. Miles Johnston: „David Griffin Lecture at the Bases Con­fe­rence 2014“ aufyoutube.com, 15.09.2014; http://youtu.be/lHAecXKVUtk (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  8. Was für den Nor­mal­bürger nach einer offen­sicht­lichen Psy­chose klingt, scheint nach Sichtung des Gesamt­ma­te­rials weit weniger offen­sichtlich, denn wie die vielen im Internet ver­öf­fent­lichten Inter­views zeigen, sind die Ent­füh­rungs­opfer – soweit man das aus solchen Auf­zeich­nungen beur­teilen kann – ganz offen­sichtlich nicht psy­chisch gestört. Zu diesem Schluss kam Anfang der 1990er Jahre nach über 200 Unter­su­chungen auch der inter­na­tional renom­mierte Harvard-Psych­iater und Pulitzer-Preis­träger John E. Mack – und das trotz der mas­siven Kol­le­gen­schelte, die ihm fast seinen Job kostete. (Vgl. Mack, J. E.: „Ent­führt von Außer­ir­di­schen“ (Essen: Bet­tendorf, 1995))
  9. Newald, A.: „CoEvo­lution – The True Story of a Man Taken for Ten Days to an Extra­ter­restrial Civi­liz­ation“ (Kempton, IL: Adven­tures Unli­mited Press, 1999; 2011 Neu­auflage als Ebook, erhältlich auf nexusmagazine.com)
  10. Robert, J.: „Groß­bri­tan­niens geheimer Krieg in der Ant­arktis, Teil 1“ in NEXUS-Magazin, 2006, (2):37–44; online auf nexus-magazin.de;http://bit.ly/14TbkVJ (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  11. Mar­shall, T.: „Their Firm Linked to ‚Star Wars‘: British Sci­en­tists’ Deaths – Sui­cides or Con­spiracy?“ aufarticles.latimes.com, 08.04.1987;http://lat.ms/1ycz7v1 (auf­ge­rufen: Januar 2015). „Star Wars“ ist der populäre Name für das US-Rake­ten­ab­wehr­pro­gramm Stra­tegic Defense Initiative (SDI).
  12. Collins, T.: „Open Verdict“ (London, GB: Sphere Books, 1991)
  13. z. B. Miles Johnston: „Bases 25 Part Two SSS Rachel (Black Goo)“ auf youtube.com, 07.06.2013; http://youtu.be/ohx7bSeD5bQ (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  14. Blecker, J.: „Blacklist-Ent­hüllt: Ein unglaub­liches Netzwerk von Pädo­philen“ aufiknews.de, 04.01.2015; http://bit.ly/1yhkTYn (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  15. Einen großen Teil der Nag-Hammadi-Texte finden Sie in eng­li­scher Über­setzung auf den Seiten der Gnostic Societyunter www.gnosis.org/naghamm/nhl.html. (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  16. Miles Johnston: „Bases 10 The Sarah Stanga Blogs part 1“ auf youtube.com, 06.01.2012; http://youtu.be/60HP-668rBE (Teil zwei:http://youtu.be/XIHAv0m5s94, 07.01.2012) (alle auf­ge­rufen: Januar 2015)
  17. Lash, J.: „What Is An Archon?“ auf bibliotecapleyades.nethttp://bit.ly/1AQ1wq4(auf­ge­rufen: Januar 2015)
  18. Siehe z. B. Hil­len­brand, T.: „Neunzig Jahre Necro­no­micon: Das Buch, das niemals war“ auf tomhillenbrand.de, 17.04.2014; http://bit.ly/1z9c45N (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  19. Siehe www.timeloopsolution.de (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  20. Genetic and Rare Diseases Infor­mation Center (GARD): „Mor­gellons“ aufrarediseases.info.nih.govhttp://1.usa.gov/1Eikabt (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  21. Vgl. Interview mit Kautz-Vella auf dem Youtube-Kanal von extremnews: „ExtremNews unterwegs: Black Goo & das mög­liche Ende des Sün­den­falls“, 18.07.2014; http://youtu.be/JnnbzcPPhM4 (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  22. Vgl. „FAQ“ auf timeloopsolution.dehttp://bit.ly/1yAC0rd und „Mor­gellons und Trans­hu­ma­nismus“ auf bewusst.tv, 01.05.2014; http://bit.ly/15EgbdS (beide auf­ge­rufen: Januar 2015)
  23. Für ein aus­führ­liches Interview mit Marc Neumann siehe Wagner, D.: „Mor­gellons: Die Büchse der Pandora ist geöffnet“ in NEXUS-Magazin, 2010, (32):23–32, online auf nexus-magazin.dehttp://bit.ly/1IZ8E7q (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  24. Anonymous Coward (User ID: 1011531): „Some­thing Just Went BEZERK in the Gulf of Mexico. The US Navy just sunk a French Sub­marine“ aufgodlikeproductions.com, 26.06.2010; http://bit.ly/18bwkZ8 (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  25. Für eine Zusam­men­fassung des Threads und die Wie­dergabe wich­tiger Abschnitte in deut­scher Sprache siehe Cengiz, R.: „Was geschieht wirklich im Golf von Mexiko?“ in NEXUS-Magazin, 2010, (31):81–88; ein kos­ten­loses Epaper des Hefts finden Sie auf nexus-magazin.de unter http://bit.ly/1z43iGF (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  26. Außerhalb der Dis­kus­si­ons­fäden findet sich diese Aussage auch bei Duff, G.: „Chinese Alignment with Hostile Alien Force Brings Pacific War Threat“ aufveteranstoday.com, 04.08.2013; http://bit.ly/1urzmgs (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  27. „BEZERK“ (Kate­gorie) auf forums.thechaniproject.com; http://bit.ly/1CCH6mQ(auf­ge­rufen: Januar 2015)
  28. Vgl. z. B. GCN1GCN: „Hans-Peter Dürr. ‚Es gibt keine Materie‘ (1)“ auf youtube.com, 23.08.2008; http://youtu.be/rT6ekqvt42k (Teil 2:http://youtu.be/Wik_bas2Sbw, 24.08.2008) (alle auf­ge­rufen: Januar 2015)
  29. Paul, G. L.: „The Pro­duction of Blisters by Hyp­notic Sug­gestion: Another Look.“ inPsy­cho­so­matic Medicine, Mai 1963, 25(3); Abs­tract online auf journals.lww.com;http://bit.ly/1wcclOa (voller Artikel kos­ten­pflichtig) (auf­ge­rufen: Januar 2015)
  30. Lash, J.: „What Is An Archon?“, a. a. O.

Quelle: anti-matrix.com