Fernseher pxhere, Logo GEZ gemeinfrei, Fotomontage: Niki Vogt

Ein Rekord nach dem anderen: GEZ knackte die nächste Höchst­marke von 8,4 Mil­li­arden Einnahmen

Wussten Sie, ver­ehrter Leser, dass die öffentlich-recht­lichen Sen­de­an­stalten, die ihre Quasi-Steuern über ein Quasi-Finanzamt namens Bei­trags­service ein­treiben, genauso viel ein­nehmen, wie Gua­temala an Steuern? Nur dass die Gua­te­mal­teken immerhin einen echten Staats­haushalt davon bezahlen, wir aber nur meist lang­weilige Kon­serven oder schlechte Pro­pa­ganda davon sehen. Schon 2021 zahlten wir so viel, wie noch nie dafür, aber 2022 ist es noch mehr.

20 Prozent der Deut­schen, so eine Umfrage des Umfra­ge­instituts YouGov, müssen für ihren täg­lichen Bedarf wegen der Inflation bereits einen Dis­po­kredit in Anspruch nehmen, in der jün­geren Generation seien es schon 30 Prozent. Das Geld, was die Leute ver­dienen, reicht schon nicht mehr zum Leben. Bertolt Brecht sagte einst „erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“. Das ist heute umge­kehrt: Die Moral ist wich­tiger, und welche die richtige ist, das sagen uns ZDF, ARD und Deutsch­landfunk. Zum Bei­spiel frieren für die Freiheit.

Der Grund für die neu­er­lichen Rekorde ist die Erhöhung des Rund­funk­bei­trages seit August 2021. Die Ein­künfte aus dem Rund­funk­beitrag erreichten 2021 rund 8,42 Mil­li­arden Euro. Davon flossen 8,26 Mil­li­arden Euro an ARD, ZDF und Deutsch­land­radio, 159 Mil­lionen Euro erhielten die Lan­des­me­di­en­an­stalten, berichtet der Bei­trags­service. Das sei ein Plus von 3,8 Prozent im Ver­gleich zum Pan­de­miejahr 2020, als der brave Deutsche daheim im Lockdown saß und um seinen Job bangte. Aber wer würde sich da beschweren? Im Lockdown brauchten wir den Fern­seher ja auch schließlich aus­giebig, weil einem sonst die Decke auf den Kopf fiel. Und immerhin wurde einem da ja in den GEZ-Sendern erklärt, wie wichtig es ist, dass wir zu Hause bleiben und uns fügen. Da hatten die Sender ja auch eine höchst ver­ant­wor­tungs­volle Aufgabe.

Wie gesagt, 2022 dürfte es nochmal einen ordent­lichen Schluck aus der Pulle geben. Während andere Staaten die Rund­funkgebühren abschaffen, legt Deutschland noch eine Kohle nach. Und obwohl die Deut­schen langsam aber sicher ver­armen, sank die Zahl der Bürger, die aus sozialen Gründen von der Rund­funk­gebühr befreit waren auf 2,49 Mil­lionen. Das sind 5,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Grund: „Die Zahl der Hartz-IV-Emp­fänger (Arbeits­lo­sengeld II), die rund zwei Drittel der Befreiten aus­machten, sei eben­falls rück­läufig gewesen. Wer wegen der Pan­demie seinen Job ver­loren habe, beziehe zudem in der Regel zunächst Arbeits­lo­sengeld I und habe damit noch keinen Anspruch auf eine Befreiung. Gleiches gelte bei Kurzarbeitsregelungen.“

Aber es gab auch Aus­fälle, berichtet die FAZ:
„Bei Unter­nehmen, Insti­tu­tionen und Ein­rich­tungen des Gemein­wohls sah die Ent­wicklung hin­gegen anders aus. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 waren rund 28.800 Betriebs­stätten von der Bei­trags­pflicht frei­ge­stellt, weil sie wegen staat­licher Corona-Maß­nahmen geschlossen waren. Ein Jahr zuvor hatte die Zahl noch bei rund 1400 gelegen. Laut Bei­trags­service mel­deten zudem nach der Flut­ka­ta­strophe im ver­gan­genen Sommer zahl­reiche Betroffene vor­über­gehend ihre nicht mehr nutz­baren Häuser und Woh­nungen ab.“

Der 40 Seiten lange Bericht, den die Rund­funk­an­stalten jährlich ver­öf­fent­lichen, weist trotz all dem Rekord­ein­nahmen aus. Wären die Deut­schen nicht so gebeutelt worden von Corona und Flut­ka­ta­strophe, wären die Gesamt­ein­nahmen noch weit höher gewesen, geht aus dem Bericht hervor.

Aber es könnte auch der letzte Glanz vor dem Ende sein, denn die Öffentlich-Recht­lichen sollen ja refor­miert werden, Ein Rund­funk­beitrag sei nicht mehr zeit­gemäß, so heißt es. Die meisten würden den Öffentlich-Recht­lichen keine Träne nachweinen.