Tiere auf zwei Beinen und der Ablass­handel des Westens

Die Bun­deswehr schickt drei Sol­daten nach Israel. Drei!

(Von Antonio Messina)

Das ist der deutsche Beitrag zum Welt­frieden, ein Drei­erpack Hoffnung, ein­ge­schweißt in Uniform und mora­li­scher Selbst­ge­fäl­ligkeit. Man nennt es „Unter­stützung im Gaza-Frie­dens­prozess“. Ein Satz, der schon beim Aus­sprechen stinkt.

Denn was bitte soll eine Armee im Frie­dens­prozess? Das ist, als würde man einem Metzger bei­bringen, was Mit­gefühl ist. Die Geste zählt, nicht die Wirkung. Deutschland liebt Symbole, vor allem solche, die nichts kosten außer Haltung.

Während also drei Sol­daten als PR-Foto posieren, bereitet sich Deutschland auf seine alt­be­kannte Rolle vor, den Scher­ben­haufen zu bezahlen. Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­terin Reem Alabali Radovan spricht von einem „drei­stel­ligen Mil­lio­nen­betrag“ für Gaza, andere nennen die Zahl beim Namen: 300 Mil­lionen Euro.

Aber das Geld wird nicht einfach gespendet, es wird über­wiesen, bezahlt, abge­bucht. Und wir wissen, dass die Summe, die man uns zeigt, nicht das Ende der Rechnung ist.

Denn was der Öffent­lichkeit prä­sen­tiert wird, ist immer nur der Teil, den die Sys­tem­sklaven begreifen dürfen.

Deutschland bereitet sich erneut darauf vor, die Trümmer eines Nah­ost­kon­flikts weg­zu­räumen, diesmal wieder mit deut­schem Geld, deut­scher Moral und deut­schem Schweigen. Ein Déja-vu der beson­deren Art.

Wie oft wollen wir eigentlich noch die Scherben finan­zieren, die andere zer­schlagen haben, und das dann „huma­nitäre Ver­ant­wortung“ nennen?

Und ja, in diesem Krieg gibt es Worte, die stinken. Es gibt Men­schen, die Paläs­ti­nenser als „Tiere auf zwei Beinen“ bezeichnen, eine Per­version der Sprache, die zeigt, wie weit die Ent­mensch­li­chung schon gekommen ist. Wer so redet, ver­liert selbst das Recht, von Frieden zu sprechen. Denn wer andere zu Tieren erklärt, bereitet immer schon die nächste Tat vor.

Das ist der „Heilige Krieg des Westens“. Man predigt Frieden, liefert Waffen, zahlt Wie­der­aufbau und nennt das Zivi­li­sation. Man spricht von Werten, während man sie expor­tiert wie Munition. Und das Volk der geduckten Men­schen nickt brav, weil es gelernt hat, dass Schweigen bequemer ist als Denken.

Die Gehirne sind gelenkt, dres­siert durch Angst, Medien und Mora­lin­saeure. Wir sind keine freien Bürger mehr, sondern Sys­tem­sklaven, die brav applau­dieren, wenn ihnen wieder jemand erklärt, warum 300 Mil­lionen Euro alter­na­tivlos sind. Man hat uns Empörung bei­gebracht, aber nicht Erkenntnis. Betrof­fenheit, aber keine Wahrheit.

Drei Sol­daten. Drei Bilder. Und 300 Mil­lionen Euro, die über­wiesen werden, damit das System seine Schuld­ge­fühle in Zahlen ver­wandeln kann. Das ist kein Frieden. Das ist ein Ablass­handel. Eine Ersatz­re­ligion, in der man Geld zahlt, um sich reinzuwaschen.

Wer das begreift, kotzt – nicht aus Ekel, sondern aus Klarheit. Denn wer klar sieht, kann kaum noch still­halten. Wir wie­der­holen die­selbe Lüge: zer­stören, zahlen, wieder auf­bauen, und nennen es Fortschritt.

Viel­leicht ist das die letzte Wahrheit, die niemand hören will. Wir retten nichts.

Wir finan­zieren nur das Wie­der­kehren. Und solange wir geduckt und gelenkt bleiben, werden wir auch wei­terhin die Rechnung bezahlen.

 

Bild­quelle: https://pixabay.com/photos/people-adult-man-hand-rope-3248054/

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