Selbst Schüler haben verstanden, dass es sich nicht lohnt arbeiten zu gehen. Auch steigende Mindestlöhne helfen nicht. Wenn der Staat Faulheit alimentiert und Nichtstun fördert, wenn mündige Bürger dieses Versagen der Institutionen schweigend zur Kenntnis nehmen, gibt es bald keinen Staat mehr.
Der jüngste Bericht eines Lehrers im “Fokus” ist symptomatisch für eine problematische Entwicklung. Er ist kein Einzelfall und auch nicht wirklich überraschend. Die Sprengkraft seiner Aussagen ist aber enorm und gefährdet das deutsche Selbstverständnis eines funktionierenden Staates.
Der Lehrer Jonas Schreiber berichtet in einem Welt Interview, dass Schüler häufig nur noch physisch anwesend sind, an den Inhalten oder den Angeboten der Schule nicht mehr aktiv teilnehmen. So werde im Unterricht weder aufgepasst, noch in Klassenarbeiten mitgemacht. Sechsen werden akzeptiert und hingenommen. Auch beim Sportunterricht zeige sich das gleiche Bild: Statt zu rennen, spielen oder turnen säße die junge Generation nur noch am sprichwörtlichen Seitenrand des Spielfeldes. Mitmachen? Nein, Danke.
Falsche Bürgergeldpolitik erzeugt Generation ohne Perspektive
Nach der beruflichen Perspektive gefragt, sei vielen Schülern egal, was nach der Schule käme, so Schreiber. Das Bürgergeld scheint mittlerweile eine lukrative Alternative für junge Menschen mit geringen Bildungsabschlüssen und geringer Arbeitsmotivation darzustellen. “Jeder kommt in unserer Gesellschaft irgendwie durch. Die Schüler sehen, dass Angestellte mit einem Mindestlohn kaum mehr haben als Bürgergeldempfänger”, so Schreiber im Interview mit Welt.
Damit unterstreicht er, was längst der allgemeinen Wahrnehmung entspricht. Das Bürgergeld alimentiert das Nichtstun in einem solchen Maße, dass es von jungen Menschen sogar als akzeptable Alternative, gar als erstrebenswerter Dauerzustand nach der Schule, angesehen wird.
Kostenexplosion und mediale Dauerpräsenz des Bürgergeldes
Die Kosten des Bürgergeldes sind eine enorme Belastung des deutschen Staatshaushaltes. Für den Haushalt 2026 sind für das Bürgergeld über 50 Milliarden Euro vorgesehen, das wäre das dritte Jahr in Folge, in denen das Bürgergeld die Marke von 50 Milliarden Euro übersteigt, und damit 10% des Bundeshaushaltes übersteigt.
Gleichzeitig ist das Bürgergeld ständig medial präsent und damit für junge Menschen als Alternative zu einem selbst bestimmten Lebensweg greifbar. Eine Selbstbestimmung setzt jedoch gewisse schulische Leistungsbereitschaft voraus. Wie der Deutschlandfunk berichtet, sind Jungen dabei anfälliger, sie haben im Schnitt schlechtere Schulabschlüsse als Mädchen. Sie sind offener für Gaming und auch von einer geschlechterspezifischen Sozialisation betroffen, in der Lernen und Fleiß in der Schule häufig als “unmännlich” eingestuft werden. So kommt Erziehungswissenschaftler Jürgen Budde zu der Aussage, dass eine “gewisse Lässigkeit im Angesicht von schulischen Anforderungen“ das Ergebnis dieser männlichen Sozialisation sei.
Wie aber soll ein Staat bestehen, dessen Jüngste in der Schule nicht mehr interessiert sind, und die sich in einem Zustand der Passivität vom selbigen Staat durch das Leben tragen lassen wollen? Das, so viel steht fest, wird nicht funktionieren.

























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