Elliot R. Goodman beschreibt in seinem Werk »The Soviet Design for a World State« die ideologische Blaupause der Sowjetunion für eine zentralisierte Weltordnung – eine Warnung, die bis heute aktueller ist als je zuvor.
Als 1960 Elliot Raymond Goodman sein Buch »The Soviet Design for a World State« veröffentlichte, stand die Welt am Scheideweg zwischen Freiheit und kollektivistischer Kontrolle. Goodman, Politikwissenschaftler an der Columbia University, legte in akribischer Detailarbeit offen, wie der sowjetische Marxismus-Leninismus nicht nur eine nationale Revolution, sondern ein globales Projekt war – das Projekt einer politisch und geistig einheitlichen Weltgesellschaft unter Moskaus Führung.
Goodman zeigt, dass der sowjetische Internationalismus nie bloß ein Ideal des Friedens war, sondern der ideologische Überbau eines Systems, das darauf abzielte, jede souveräne Ordnung durch eine einheitliche Weltmacht zu ersetzen. Die »Weltgemeinschaft des Sozialismus« sollte kein pluralistisches Forum der Nationen sein, sondern ein zentral gelenkter Apparat, in dem ökonomische, kulturelle und moralische Vielfalt abgeschafft würden. Ziel: die totale Kontrolle über Denken, Wirtschaft und Religion – global, nicht nur national.
Der Marxismus als Ersatzreligion
Goodman erkennt in der sowjetischen Idee des Weltstaats den Versuch, die religiöse Sehnsucht des Menschen nach Einheit zu pervertieren. Der Kommunismus ersetzt Gott durch die Partei, und das Heil durch die planwirtschaftliche Utopie. Die Sowjetunion verstand sich als »Erlöserin« der Welt – ein säkularer Messianismus, der die Gewalt rechtfertigte. Für Goodman ist diese Universalideologie das eigentliche Herz des Totalitarismus: der Glaube, durch die Abschaffung der Freiheit könne der Mensch erlöst werden.
Aktuelle Parallelen
Was Goodman 1960 analysierte, klingt heute wie eine prophetische Vorwegnahme moderner Globalismus-Ideologien. Die Idee eines »Weltstaats«, der durch technokratische Planung Frieden, Gleichheit und Fortschritt sichern soll, lebt fort – diesmal unter dem Banner von Klimapolitik, digitaler Governance oder »globaler Gesundheit«. Auch hier wird Vielfalt als Problem, Zentralisierung als Lösung dargestellt. Der alte Traum vom »einheitlichen Menschen« kehrt wieder, nur mit neuen Begriffen und digitalen Werkzeugen.
Ein Appell an die Gegenwart
Goodman schrieb sein Buch als Warnung an den Westen: Wer den Universalismus des Kommunismus nicht versteht, wird ihm früher oder später zum Opfer fallen. Freiheit, so sein impliziter Appell, existiert nur dort, wo der Mensch sich selbst gehört – nicht einer »Weltordnung«, die ihn erziehen, steuern oder erlösen will.
Sein Werk bleibt ein historisches Dokument und zugleich ein Schlüssel zur Gegenwart. Denn auch heute gilt: Die Idee des Weltstaats mag sich modern geben, doch ihr Kern bleibt derselbe – der Anspruch, den Menschen von außen zu perfektionieren. Goodman entlarvt diesen Anspruch als das, was er ist: der schön verpackte Traum vom Ende der Freiheit.
Zuerst erschienen bei freiewelt.net.

























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