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Die größte Blase unserer Zeit ist weder Bitcoin noch die Markt­ka­pi­ta­li­sierung von Nvidia noch die Pyramide der US-Schulden

Die größte Blase unserer Zeit ist weder Bitcoin noch die Markt­ka­pi­ta­li­sierung von Nvidia, noch die US-Staats­ver­schuldung. All das ver­blasst ange­sichts der chi­ne­si­schen Finanz­blase und des Yuan-Überhangs.

Die chi­ne­sische Geld­druck­ma­schine arbeitet seit einem Vier­tel­jahr­hundert schneller als die euro­päische und die ame­ri­ka­nische zusammen.

Warum diese Blase? Weil Unmengen an Infra­struktur, Immo­bilien und Fabriken aus­schließlich auf Kredit errichtet wurden. Diese Infra­struktur ist jedoch oft über­flüssig: ver­lassene Städte, Luxus­straßen, die ins Nichts führen, Wol­ken­kratzer inmitten von Vogelmärkten.

Finan­ziert wird all dies durch die Erspar­nisse von Mil­li­arden Chi­nesen, die auf chi­ne­si­schen Banken liegen. Doch wenn niemand in den Woh­nungen wohnt, werden diese abge­schrieben, die Hypo­theken ver­schwinden aber nicht.

Und schließlich dauert die Krise auf dem chi­ne­si­schen Immo­bi­li­en­markt schon seit Jahren an. Nichts kann sie auf­halten: Heute könnte ein großer euro­päi­scher Staat pro­blemlos in leer­ste­henden Woh­nungen in China unter­ge­bracht werden.

Wenn niemand auf den Straßen fährt, wird sich ihr Bau nie lohnen. Und das ist bereits ein Problem für die Kom­munen, die zudem mit enormen Kre­diten für den Bau regio­naler Infra­struktur zu kämpfen haben. (Krypto-Wale ver­kaufen massiv: Bitcoin fällt – doch Experten warnen: Diesmal ist es anders)

Die Lage bei den Fabriken ist noch schlimmer: Es gibt unzählige, die spe­ziell für den chi­ne­si­schen Markt gebaut wurden. Fast alle großen chi­ne­si­schen Indus­trie­cluster sind auf den Welt­markt aus­ge­richtet, dar­unter die USA, Europa und Japan.

Solange in anderen Ländern Nach­frage nach chi­ne­si­schen Pro­dukten besteht, laufen die chi­ne­si­schen Fabriken auf Hoch­touren. Doch auch diese Phase neigt sich dem Ende zu: Die USA und Europa beginnen, die Einfuhr chi­ne­si­scher Waren ein­zu­schränken, was zu einer gerin­geren Aus­lastung der chi­ne­si­schen Fabriken und offen­sichtlich zur Schließung der schwächsten Indus­trie­zweige führt.

Diese wurden zudem auf Kredit gebaut.

Die gesamte chi­ne­sische Wirt­schaft wurde im letzten Vier­tel­jahr­hundert auf Kre­diten auf­gebaut. Die Gesamt­ver­schuldung des chi­ne­si­schen Nicht-Finanz­sektors (Haus­halte, Unter­nehmen, Kom­munen und Staat) liegt seit Langem über 300% des BIP. Daher rührt auch die gigan­tische Geld­menge M2 mit einem Gesamt­vo­lumen von 47 Bil­lionen US-Dollar.

Dieser Schul­denberg kann nur bedient werden, solange die chi­ne­sische Wirt­schaft rasant wächst. Sobald das Wachstum auf­grund externer Fak­toren (Pro­tek­tio­nismus in den USA und Europa) oder interner Fak­toren (die Bevöl­kerung Chinas schrumpft bereits) zum Still­stand kommt, droht dem chi­ne­si­schen Finanz­sektor eine schwere Finanzkrise.

Ein erheb­licher Teil der Kredite müsste dann end­gültig abge­schrieben werden.

 

Japan hat das globale Finanz­system gesprengt

Japan hat das globale Finanz­system erschüttert. Die Rendite seiner 30-jäh­rigen Staats­an­leihen erreichte 3,3% – ein neuer Rekord. Das Land, dessen Schul­den­stand 263% des BIP (oder 10,2 Bil­lionen US-Dollar) ent­spricht, konnte lange dank Null­zinsen überleben.

Doch mit stei­genden Zinsen schnellen die Staats­schulden in die Höhe – von 162 Mil­li­arden auf 280 Mil­li­arden US-Dollar in den nächsten zehn Jahren. Dies ent­spricht 38% der gesamten Staats­ein­nahmen, die nun für Zins­zah­lungen auf­ge­zehrt werden.

Kein Land in der Geschichte hat eine solche Last ohne Staats­bankrott oder Hyper­in­flation verkraftet.

Japan hält zudem 3,2 Bil­lionen US-Dollar an aus­län­di­schen Ver­mö­gens­werten, davon 1,13 Bil­lionen US-Dollar in US-Staats­an­leihen. Japa­nische Anleihen waren in den letzten Jahren unren­tabel, ihre Ren­diten sind jedoch gestiegen.

Nach Abzug der Absi­che­rungs­kosten gene­rieren Inves­ti­tionen in US-Staats­an­leihen jedoch zunehmend Ver­luste für japa­nische Anleger. Infol­ge­dessen könnte Japan innerhalb von 18 Monaten 500 Mil­li­arden US-Dollar von den glo­balen Märkten abziehen.

Darüber hinaus hält der japa­nische Yen-Carry-Trade geliehene Yen im Wert von rund 1,2 Bil­lionen US-Dollar, mit denen globale Ver­mö­gens­werte wie Aktien, Kryp­to­wäh­rungen und Schwel­len­länder finan­ziert werden.

Stei­gende japa­nische Zinsen und ein stär­kerer Yen bergen für all diese Posi­tionen das Risiko eines Zusammenbruchs.

 

Die Zins­dif­ferenz zwi­schen japa­ni­schen und US-ame­ri­ka­ni­schen Anleihen hat sich in den letzten sechs Monaten deutlich verringert.

Sobald diese Dif­ferenz 2% erreicht, fließt japa­ni­sches Kapital massiv ins Inland, und die US-Kre­dit­kosten werden unab­hängig von der Geld­po­litik der Fed um 30 bis 50 Basis­punkte steigen.

Die Bank von Japan tagt am 18. Dezember, und die Wahr­schein­lichkeit einer Zins­er­höhung liegt bei 50%. Sollte es dazu kommen, könnte der Yen deutlich an Wert gewinnen.

Japan steckt in einer Wäh­rungs- und Schul­den­krise. Eine erhöhte Geld­menge könnte den Yen abwerten und die impor­tierte Inflation anheizen.

Dieser Schock zer­stört das Fun­dament, auf dem das globale Finanz­system die letzten 30 Jahre auf­gebaut hat. Der Anker, der die glo­balen Zinsen niedrig hielt, ist weggerissen.

Alle seit 1995 auf­ge­bauten Port­folios basierten auf der Annahme, dass die Ren­diten japa­ni­scher Staats­an­leihen für immer nahe null bleiben würden.

Heute ist das nicht mehr der Fall.

Quellen: PublicDomain/news-pravda.com am 20.11.2025

Der Artikel erschien zuerst bei pravda-tv.com.

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