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Die Ver­blödung schreitet voran!

Die jüngsten Aus­wüchse eines päd­ago­gi­schen Prag­ma­tismus, wie er von der vor­herr­schenden neo-mar­xis­tisch geprägten „Pro­gressive Edu­cation“ ver­treten wird, lassen vielen noch klar den­kenden, mün­digen Bürgern die Nacken­haare zu Berge stehen. Unter dem Deck­mantel von Chan­cen­gleichheit, Inklusion und ver­meint­licher Moder­ni­sierung wird das Bil­dungs­niveau Schritt für Schritt abge­senkt – mit lang­fristig fatalen Folgen für Gesell­schaft und Demokratie.

(Von Dr. Erwin Rigo)

So wird etwa in Nie­der­sachsen darüber berichtet und dis­ku­tiert, an Grund­schulen das Divi­dieren aus dem Lehrplan zu streichen oder zumindest stark zu ent­schärfen, da es angeblich zu kom­plexes Denken erfordere und viele Kinder über­fordere. Anstatt Schüler sys­te­ma­tisch an geistige Anstrengung her­an­zu­führen, scheint der ein­fa­chere Weg gewählt zu werden: der Stoff wird dem Leis­tungs­niveau ange­passt, nicht umgekehrt.

Par­allel dazu werden an Gym­nasien zunehmend Lite­ra­tur­klas­siker in „leichter Sprache“ ange­boten. Was ursprünglich als Zusatz­an­gebot gedacht war, ent­wi­ckelt sich mehr und mehr zur Nor­ma­lität. Wer glaubt, Nach­richten oder Texte in ein­facher Sprache seien lediglich ein Hilfs­an­gebot für Neu­an­kömm­linge oder Men­schen mit beson­deren Bedürf­nissen, irrt sich. Die gene­relle Absenkung sprach­licher und inhalt­licher Ansprüche betrifft längst breite Teile der Schü­ler­schaft – und damit auch deren Fähigkeit, dif­fe­ren­ziert zu denken und sich präzise auszudrücken.

Ein wei­teres Bei­spiel ist die schlei­chende Abschaffung von Leis­tungs­be­wer­tungen. In immer mehr Bun­des­ländern werden Noten rela­ti­viert, durch wohl­klin­gende Kom­pe­tenz­raster ersetzt oder ganz abge­schafft – angeblich, um den „Leis­tungs­druck“ zu redu­zieren. Tat­sächlich aber wird damit ein zen­trales Feed­back­in­strument beseitigt, das Ori­en­tierung, Ver­gleich­barkeit und Leis­tungs­anreiz bietet. Wenn alles gleich­wertig ist, ist am Ende nichts mehr messbar – und auch nichts mehr ernsthaft erstrebenswert.

Besonders pro­ble­ma­tisch erscheint die zuneh­mende ideo­lo­gische Ein­fluss­nahme im Unter­richt selbst. Wie ver­blendet müssen Lehr­kräfte sein, wenn sie ihre Schüler unge­filtert der Kli­ma­pro­pa­ganda pro­mi­nenter Akti­visten wie Luisa Neu­bauer aus­liefern, anstatt kon­tro­verse Posi­tionen sachlich ein­zu­ordnen und kri­tisch zu dis­ku­tieren? Und darf man zumindest die Frage stellen, ob finan­zielle Zuwen­dungen oder insti­tu­tio­nelle Ver­flech­tungen mit NGOs hierbei eine Rolle spielen könnten? Ein Schelm, wer bei dieser Ein­sei­tigkeit gewisse Inter­essen vermutet.

Wie ich in meinem Buch „Umer­ziehung zum neuen Men­schen“ beschrieben habe, droht auf diese Weise aus dem eins­tigen Land der Dichter und Denker ein Land des betreuten Denkens zu werden. Eine Gene­ration, die nie gelernt hat, Kom­ple­xität aus­zu­halten, Wider­sprüche zu erkennen oder Auto­ri­täten zu hin­ter­fragen, wird kaum noch zu sach­licher Kritik fähig sein. Wer Denken sys­te­ma­tisch ver­ein­facht, macht Men­schen nicht freier – sondern form­barer. Und genau darin liegt die eigent­liche Gefahr.

 

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