Kanzler Friedrich Merz lässt offenbar massenhaft Bürger von der Polizei verfolgen. Seit seinem Amtsantritt sind 170 neue Verfahren wegen Paragraf 188, Politikerbeleidigung, eingeleitet worden.
Schon im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass er gegen solche Kritiker vorgeht, und neuere Recherchen enthüllen das volle Ausmaß: Bis Ende November lagen über 140 Meldungen bei Polizei und Staatsanwaltschaften vor, seit seinem Amtsantritt als Bundeskanzler sind bereits 170 Anzeigen bis heute aufgelaufen.
Was sagt die Anzeigenwut über Merz´ Charakter?
Dieses Vorgehen wirft ein fragwürdiges Licht auf Merz’ Charakter, besonders im Vergleich zu Helmut Kohl. Der verstorbene Bundeskanzler hat einst in einem Interview betont, dass ein Politiker wie ein Hahn auf dem Kirchturm stehe – niemand zwinge ihn zum Amt, daher müsse er harte Angriffe und Kritik aushalten. Merz hingegen scheint jede Form von Spott oder Kritik als Anlass für strafrechtliche Schritte zu nutzen.
Statt Deeskalation Verfolgung und Einschüchterung
Merz hat die Strafanträge zwar nicht persönlich unterschrieben, doch er hätte die Verfolgungen jederzeit stoppen können. Der Paragraf 188 im Strafgesetzbuch erlaubt es Politikern explizit, durch Widerspruch ein Verfahrenshindernis zu schaffen, was weitere Ermittlungen blockiert. Dass Merz diese Möglichkeit ignoriert, deutet auf eine unnachgiebige, rücksichtslose Strategie hin.
Merz beauftragte professionelle Abmahnfirma
In seiner Zeit als Oppositionsführer beauftragte Merz die bereits in diesen Zusammenhängen berüchtigte Abmahnfirma “So Done”, die im Auftrag von Politikern das Internet systematisch nach Beschimpfungen durchkämmt. Diese Firma erhält 50 Prozent aller eingetriebenen Schadensersatzzahlungen als Provision – eine professionelle Jagd auf Kritiker, die nun offenbar nahtlos in Merz´ Kanzlerschaft übergeht.
Widersprüche in der Selbstdarstellung
Solche Praktiken stehen in scharfem Widerspruch zu Merz’ eigenen Aussagen. Er hat wiederholt versichert, dass alle Schadensersatzzahlungen und Geldstrafen vollständig für soziale Zwecke in seinem Heimatlandkreis gespendet würden. Die Beteiligung einer gewinnorientierten Firma an den Einnahmen lässt diese Beteuerungen jedoch als hohl erscheinen und unterstreicht eine kalkulierte, profitorientierte Herangehensweise.
Zuerst erschienen bei freiewelt.net.
























