Bild: US-Basen in Deutschland

Die Amis sind mitten unter uns – aber Merz und Co. schwa­dro­nieren von einem „zer­rüt­teten trans­at­lan­ti­schen Verhältnis“

In einem Bericht der „Tages­schau” zur Münchner Sicher­heits­kon­ferenz hieß es, Merz gehe auf Distanz zu den USA. Siehe Anlage 1. Der Ber­liner Tages­spiegel fragt: Haben Deutschland und Europa ohne die USA eine Chance?

Siehe Anlage 2. Offen­sichtlich ist es höchste Zeit für eine Ein­ladung an den Bun­des­kanzler nach Rheinland-Pfalz und nach Nord­bayern. Ein Artikel von: Albrecht Müller

„In der Kai­sers­lautern Military Com­munity leben rund 52.000 US-Ame­ri­kaner“ … Ram­stein ist ein Dreh­kreuz. Von hier aus „bedienen“ die USA Europa und Afrika. Seit 1945 sind sie hier. Das sind rund 80 Jahre. Und es gibt kei­nerlei Hin­weise und Ansatz­punkte dafür, dass sie unser Land und unsere Region ver­lassen würden.

Noch wichtig in diesem Zusam­menhang: Mit finan­zi­eller Unter­stützung unseres Landes bauen die USA in Wei­lerbach das größte Mili­tär­kran­kenhaus außerhalb der USA. Albrecht Müller.

 

Das hier ist eine Karte, die einen Über­blick ver­schafft über mili­tä­rische Ein­rich­tungen der USA, der NATO, von Groß­bri­tannien und Frank­reich in Deutschland:

Das ist eine Karte auf dem Stand von 2019. Seitdem wurde ver­mutlich wenig verändert.

Diese Karte zeigt: Weitere mili­tä­rische US-Basen in Rheinland-Pfalz gibt es in Spang­dahlem, in Baum­holder, in Pir­masens, in Miesau, in Ger­mersheim und in Landstuhl.

Eine große Bedeutung haben auch die Mili­tär­basen in Wies­baden, in Stuttgart und im nord­baye­ri­schen Gra­fenwöhr – ein Trup­pen­übungs­platz. (BRD, eine Mario­nette: Jetzt wissen sie, von wem wir wirklich abhängig sind (Video))

Die süd­lichen Bun­des­länder Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Würt­temberg und Bayern sind also offen­sichtlich auch 80 Jahre nach Ende des Zweiten Welt­kriegs noch eine Art Besatzungsgebiet.

Das hat sich offen­sichtlich noch nicht bis zum Sau­erland, dem Hei­matland des Herrn Bun­des­kanzler, rum­ge­sprochen. Eigentlich müsste er nur mal googeln. Dort steht zu lesen:

„Deutschland ist ein zen­traler Stütz­punkt für das US-Militär in Europa mit rund 37.000 bis 39.000 Sol­daten (Stand Anfang 2026). Haupt­standorte sind die Ram­stein Air Base (Luft­waffe) und Gra­fenwöhr (Heer/Übungsplatz).

Die Präsenz ist essen­ziell für die NATO-Ver­tei­digung, dient als Logis­tik­dreh­kreuz und hat große wirt­schaft­liche Bedeutung für die Standortregionen.

Die US-Armee unterhält über 40 Mili­tär­stütz­punkte in Deutschland, von denen zwei geschlossen werden sollen. Über 220 weitere wurden bereits still­gelegt, die meisten nach dem Ende des Kalten Krieges in den 1990er Jahren. 

Viele waren stra­te­gisch günstig gelegen, um im Falle eines Krieges gegen die UdSSR als vor­ge­schobene Stütz­punkte zu dienen.“


Anlage 1:

Münchner Sicher­heits­kon­ferenz
Merz geht auf Distanz zu den USA
Stand: 13.02.2026 15:36 Uhr

Das zer­rüttete trans­at­lan­tische Ver­hältnis stand im Mit­tel­punkt der Eröff­nungsrede von Bun­des­kanzler Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz. 

Europa müsse ein „selbst­tra­gender Pfeiler“ der NATO werden – etwa mit einem euro­päi­schen Atomschirm.

Bun­des­kanzler Friedrich Merz ist bei der Münchner Sicher­heits­kon­ferenz auf Distanz zum lang­jäh­rigen Ver­bün­deten USA gegangen.

Europa müsse sich aus seiner selbst ver­schul­deten Abhän­gigkeit von den USA befreien und „eine neue trans­at­lan­tische Part­ner­schaft begründen“, sagte der CDU-Poli­tiker zum Auftakt der Konferenz.


Anlage 2:

Tages­spiegel

Haben Deutschland und Europa ohne die USA eine Chance? Die Münchner Sicher­heits­kon­ferenz ist vorbei, nun beginnt die Nachlese der Exper­tinnen und Experten.

Sie können dabei mit­machen: Bei unserem heu­tigen digi­talen „High Noon“-Talk von 12 bis 13 Uhr geht es um Ame­rikas Kurs­wechsel und Europas unbe­queme Zukunft. Melden Sie sich hier an.

„Wir wollen eure Kriege nicht“

Auf der Demo gegen die Münchner Sicher­heits­kon­ferenz hat am Samstag auch Sevim Dagdelen gesprochen. Wir doku­men­tieren hier ihre Rede.

Liebe Freun­dinnen und Freunde,

wer glaubt, auf der Mün­chener Sicher­heits­kon­ferenz ginge es um Ver­stän­digung, der hat recht. Aber um welche Ver­stän­digung geht es hier? Wer ver­ständigt sich eigentlich mit wem?

Es geht nicht um eine Ver­stän­digung mit Russland oder China, nicht um eine Politik der Ent­spannung. Im Gegenteil: Man will sich innerhalb der NATO ver­stän­digen, wie die Kon­fron­tation zu führen ist, wie man die Vision einer vom Westen beherrschten Welt durch­setzen kann.

Aber wir sagen: Euer Traum, andere Völker zu beherr­schen, ist ein Alp­traum für die Welt. Wir sagen Nein zum US-Impe­ria­lismus und seinen euro­päi­schen Helfershelfern.

Und jetzt prä­sen­tieren die den Dik­ta­to­rensohn Pahlevi auf ihrer NATO-Sicher­heits­kon­ferenz als den Mann, dem sie in Teheran den Weg frei­bomben wollen. Das zeigt doch, dass das alles mit Demo­kratie und Men­schen­rechten nur pure Heu­chelei ist. Wie viele Men­schen hat der Schah zusammen mit der CIA im Iran ermordet und gefoltert? Deshalb: Nein zum Krieg der USA gegen den Iran. Eine neue Kata­strophe im Nahen und Mitt­leren Osten muss ver­hindert werden.

Und wir stehen einem US-Impe­ria­lismus gegenüber, der jede Scham ver­loren hat. Vene­zuela wird über­fallen, der Iran bedroht und Kuba aus­ge­hungert. In Gaza wird zusammen mit der Bun­des­re­gierung der Völ­kermord Israels an den Paläs­ti­nensern unterstützt.

Wir sagen: Ihr geht über Leichen. Aber wir wollen leben. Wir sind soli­da­risch mit den unter­drückten Völkern. Ihr Kampf um Befreiung ist unser Kampf.

Nun gibt es immer wieder in der Geschichte Leute, die meinen, sie müssten einen Pakt mit dem Teufel ein­gehen, weil sie sich davon Vor­teile versprechen.

Wir aber sagen: Henry Kis­singer hatte so recht: Die USA haben keine Ver­bün­deten, sie haben Inter­essen. Wann wird das von den will­fäh­rigen Helfern endlich einmal begriffen?

Da freut sich diese Bun­des­re­gierung auch noch, dass ab diesem Jahr US-Hyper­schall­ra­keten sta­tio­niert werden sollen. Auch hier in Bayern, in Gra­fenwöhr, keine 200 Kilo­meter von München. Aber was heißt das denn? Diese Raketen können binnen Minuten in Moskau sein. Die einzige Folge ist, dass Deutschland zum ato­maren Schlachtfeld wird, während sich die USA auf der anderen Seite des Atlantiks in Sicherheit wiegen. Ja, wie ver­blödet muss man denn sein, um sich daran zu freuen?

Nein, nein und nochmals nein: Sollen sie weiter die Nibe­lungen spielen in ihrer Unter­gangs­be­sof­fenheit, aber ohne uns. Wir sagen: Macht die US-Basen dicht, ob in Ram­stein, ob in Wies­baden, ob in Gra­fenwöhr. Wir sagen: Amy, go home.

Liebe Freun­dinnen und Freunde, ver­deckt von den aktu­ellen Ver­hand­lungen zwi­schen der Ukraine, Russland und den USA geht der Stell­ver­tre­ter­krieg der NATO unver­mindert weiter. Und wisst ihr, wer sich jetzt auf den Fah­rersitz des Krieges geschwungen hat? Es ist diese Bun­des­re­gierung, die zum größten finan­zi­ellen Unter­stützer der Ukraine mutiert ist, während die USA seit 2025 sich finan­ziell zurück­ge­zogen haben.

Und ein Herr Merz, der ist noch stolz darauf, dass er in die erste Reihe gegen Russland geschickt wird. Ja, aber wir sagen: Stopp mit den Zah­lungen an die kor­rupte Ukraine.

Und wenn ich jetzt lese, dass sich für die dau­er­hafte Sta­tio­nierung der Bun­deswehr an der rus­si­schen Grenze nur 10 Prozent der not­wen­digen Sol­daten gemeldet haben, dann bin ich stolz auf jeden Bun­des­wehr­sol­daten, der nicht an die Ost­front – pardon Ost­flanke – der NATO geht. Der hat tau­sendmal mehr Rea­li­tätssinn als die Herren Merz und Klingbeil. Wir sagen mit ihnen zusammen: Wir wollen keinen Krieg mit Russland, wir wollen Frieden mit Russland!

Und deshalb bin ich auch froh, dass wir breite Demons­tra­tionen auch von Schülern in Berlin gegen die Wehr­pflicht haben. Ich freue mich, dass meine beiden Söhne auch dabei waren. Die Bot­schaft an Pis­torius und Co ist ein­deutig: Wir wollen nicht in euren Kriegen sterben. Unsere Kinder bekommt ihr nicht.

Und wenn ich mir hier die Debatte um die NATO-Auf­rüstung anschaue, dann müssen wir doch sagen: Dieser Mili­tärpakt ist weder eine Werte- noch eine Ver­tei­di­gungs­ge­mein­schaft, nein, es ist eine Lügen­ge­mein­schaft. Denn wie sieht denn die Rea­lität aus? Die NATO gibt mehr Geld denn je in ihrer Geschichte aus: 1,6 Bil­lionen US-Dollar, das sind 55 Prozent der welt­weiten Militärausgaben.

Und mit der Ent­scheidung auf dem NATO-Gipfel in Den Haag, 5 Prozent der Wirt­schafts­leistung für Militär abzu­drücken, wird das noch mehr werden. Aber was keiner sagt, ist doch, dass dieses NATO-Ziel das Ende unseres Sozi­al­staats bedeutet und eine ganz brutale weitere Ent­eignung der Beschäftigten.

Und ich würde mir doch wün­schen, wenn die­je­nigen, die den Sozi­al­abbau beklagen und für eine Ver­mö­gens­steuer ein­treten, auch ihre Stimme gegen die gigan­tische Auf­rüstung erheben würden, sonst bleibt das Ganze eben nur pure Heuchelei.

Wenn NATO allein Krieg und selbst­zer­stö­re­rische Auf­rüstung bedeutet, dann, liebe Freun­dinnen und Freunde, wird es Zeit, dass wir Druck machen, dass Deutschland in Washington die Aus­tritts­ur­kunde hin­terlegt. Ohne einen Aus­tritt aus der NATO werden Frieden und die Ver­tei­digung des Sozi­al­staats nicht zu haben sein. Seien wir rea­lis­tisch: Ver­suchen wir das Unmög­liche. Stoppen wir die NATO-Expansion. Raus aus der NATO jetzt.

Wir brauchen eine grund­le­gende Wende in der Außen­po­litik für ein neu­trales Deutschland, das sich nicht mit Stell­ver­treter- und Wirt­schafts­kriegen selbst zer­stört. Wir brauchen gute Bezie­hungen zu unseren Nachbarn und zu den BRICS-Staaten. Warum ist die Erkenntnis, dass wirt­schaft­liche Ver­flech­tungen den Frieden erhalten können, eigentlich völlig ver­loren gegangen?

Wo waren Merz und Co eigentlich während der Geschichts­stunden, dass sie uns jetzt weis­machen wollen, unsere Freiheit werde vor Moskau ver­teidigt? Das ist doch eine Schande.

Und es ist auch eine Schande, dass dieser Wer­te­westen heu­chelt, es ginge ihm um Frau­en­rechte, während mit den Epstein-Akten klar wird, dass die US-Elite aus füh­renden Poli­tikern und Mil­li­ar­dären Min­der­jährige sys­te­ma­tisch sexuell miss­braucht und sich an der eigenen Straf­lo­sigkeit freut.

Was wir sehen, ist aber viel­leicht nur das Urbild des Impe­ria­lismus: Wie einst die römi­schen Cäsaren meint man, nach außen ganze Völker wie in Gaza oder Kuba ver­nichten zu können mit der Politik des Stär­keren, und so agiert man auch nach innen, um absolute Macht zu zeigen. Wir aber sagen: Wir haben von diesem ver­lo­genen Wer­te­westen die Nase voll. Den­je­nigen, die meinen, den römi­schen Cäsa­renwahn nach­ahmen und sich den Felsen her­un­ter­zu­stürzen zu müssen, im Glauben, sie können fliegen, den rufen wir „Guten Flug“ zu. Eure Welt ist auf Sand gebaut. Geht allein unter, ohne uns.

Wir wollen eure Kriege nicht. Wenn ihr sterben wollt, geht allein, ohne uns.

Wir stehen soli­da­risch an der Seite der Völker, die ihr Land gegen den US-Impe­ria­lismus ver­tei­digen. Wir sind soli­da­risch mit einem Jacques Baud und einem Hüseyin Doğru, die allein, weil sie die Wahrheit über den Ukrai­ne­krieg und die Poli­zei­gewalt gegen die Paläs­ti­na­so­li­da­rität the­ma­ti­sierten, von der EU ver­bannt werden.

Für die Freiheit, für das Leben: Venceremos!

Quellen: PublicDomain/nachdenkseiten.de am 17.02.2026

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