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Jugend ver­weigert den Kriegs­dienst: Nur 530 Frei­willige auf 300.000 Angeschriebene

Die Pläne der Bun­des­re­gierung zur Stärkung der Bun­deswehr stoßen bei jungen Men­schen offenbar auf äußerst geringe Resonanz. Nach aktu­ellen Angaben haben sich von rund 300.000 ange­schrie­benen poten­zi­ellen Rekruten lediglich 530 frei­willig für den Wehr­dienst gemeldet. Das ent­spricht einem Anteil von gerade einmal 0,18 Prozent. (David Berger) 

Die Zahlen werden von Kri­tikern der Bun­des­re­gierung als deut­liches Signal gewertet. Sie sehen darin einen Aus­druck des man­gelnden Ver­trauens vieler junger Men­schen in die sicher­heits­po­li­tische Linie der Regierung unter Bun­des­kanzler Friedrich Merz und Ver­tei­di­gungs­mi­nister Boris Pis­torius. Während Berlin ange­sichts des Krieges in der Ukraine ver­stärkt auf Auf­rüstung und den Ausbau der Streit­kräfte setzt, scheint die Bereit­schaft, selbst Uniform anzu­ziehen, nach dieser Lesart äußerst gering zu sein.

Besonders in regie­rungs­kri­ti­schen Kreisen wird das Ergebnis als Absage an eine Politik inter­pre­tiert, die Deutschland zunehmend in mili­tä­rische Kon­flikte hin­ein­ziehe. Dort wird argu­men­tiert, dass sich die über­wäl­ti­gende Mehrheit der ange­schrie­benen jungen Men­schen nicht als Sol­daten für eine mög­liche Eska­lation mit Russland zur Ver­fügung stellen wolle.

Für ein Land sterben, auf das man nicht stolz sein darf?

Die Bun­des­re­gierung ver­weist hin­gegen darauf, dass die neue Wehr­dienst­re­gelung auf Frei­wil­ligkeit setze und der Aufbau der Bun­deswehr ein lang­fris­tiger Prozess sei. Ob sich die Zahl der Frei­wil­ligen in den kom­menden Monaten noch erhöht, bleibt abzuwarten.

Fest steht jedoch: Die bislang ver­öf­fent­lichten Zahlen zeigen eine erheb­liche Dis­krepanz zwi­schen den sicher­heits­po­li­ti­schen Ambi­tionen der Regierung und der Bereit­schaft vieler junger Men­schen, selbst not­falls für eine Regierung und ihren Krieg gegen Russland zu sterben, die ihnen gleich­zeitig Natio­nal­stolz ver­bietet. Zudem sind diese Zahlen ein Hinweis darauf, dass Frieden, Diplo­matie und poli­tische Lösungen bei einem Großteil der jungen Gene­ration offenbar deutlich mehr Zustimmung genießen als eine Aus­weitung mili­tä­ri­scher Verpflichtungen.

Zuerst erschienen bei philosophia-perennis.com.

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