Jan van Helsing

Hintergrund ist eine Kampagne von Campact gegen Werbung auf Kanälen, die die Organisation als „Hass- und Hetzkanäle“ einstuft. Insgesamt werden 62 Medien aufgelistet, darunter Nius, Apollo News, Tichys Einblick und die Schweizer Weltwoche. DieUnbestechlichen fand ich nicht darunter.
Juristisch ist das natürlich keine staatliche Zensur. EDEKA darf selbst entscheiden, wo es wirbt, und Campact darf Unternehmen dazu auffordern, bestimmte Medien zu meiden. Aber darum geht es gar nicht. Die entscheidende Frage lautet: Was passiert mit der Meinungsvielfalt, wenn politische Aktivisten Unternehmen dazu bringen, unliebsame Medien wirtschaftlich unter Druck zu setzen? Denn dann versucht man nicht mehr, eine Meinung zu widerlegen. Man versucht, ihre Verbreitung zu erschweren. Und das ist ein gewaltiger Unterschied.
Besonders interessant ist der Zeitpunkt: Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Die AfD liegt dort in aktuellen Umfragen deutlich vorn. Und was macht Campact? Wenige Wochen vor der Wahl startet die Organisation eine eigene Kampagne gegen eine AfD-geführte Landesregierung und ruft ausdrücklich zum strategischen Wählen von SPD und Grünen auf. Dafür stellt Campact nach eigenen Angaben 620.000 Euro zur Verfügung. Campact macht daraus auch überhaupt kein Geheimnis: Hier wird Wahlkampf betrieben. Nicht für die AfD, sondern gegen sie. Das ist legitim. Jeder darf politisch für seine Überzeugungen kämpfen. Aber dann muss auch die Frage erlaubt sein: Was hat der gleichzeitige Kampf gegen sogenannte „rechte Medien“ damit zu tun? Denn wer die AfD politisch schwächen will, muss sich zwangsläufig auch mit der Frage beschäftigen, woher ihre Wähler ihre Informationen beziehen.
Und genau hier wird es interessant. Früher hätte man gesagt: „Das darfst du nicht sagen.“ Heute klingt es viel freundlicher: „Natürlich darfst du das sagen – aber wir sorgen dafür, dass es möglichst niemand mehr hört.“ Keine Polizei steht vor der Redaktion. Kein Gericht verbietet die Veröffentlichung. Stattdessen werden Werbekunden mobilisiert, Listen unerwünschter Medien erstellt und Unternehmen moralisch unter Druck gesetzt. Und anschließend heißt es: „Das ist doch keine Zensur. Das sind private Entscheidungen.“ Formal stimmt das. Politisch kann 
Das ist übrigens nicht das erste Mal, dass EDEKA politisch Stellung bezieht. Bereits im Sommer 2024 positionierte sich EDEKA mit der Kampagne „Warum bei EDEKA Blau nicht zur Wahl steht“ unübersehbar gegen die AfD. Der dazugehörige Slogan lautete: „Die Evolution hat uns gelehrt: Blau ist keine gute Wahl.“ Das kam damals bei der Kundschaft nicht besonders gut an. Und das wird es auch diesmal nicht!
Wer entscheidet eigentlich, was „Hass“ ist? Ob es in einen Land, in dem die Meinungsfreiheit garantiert ist, überhaupt strafbare Äußerungen geben kann, ist eine Grundsatzfrage. Mir wurden ja zwei Buchtitel beschlagnahmt und sie sind bis heute zum Verkauf verboten – zumindest in Deutschland. Das Verfahren wurde nach zehn Jahren wegen Verjährung eingestellt. Ich hatte darin weder zu Gewalt aufgerufen noch gegen irgendjemanden gehetzt. (Mein Buch „Geheimgesellschaften und ihre Macht im 21. Jahrhundert“ aus dem Jahre 2025 ist übrigens frei erhältlich!) Genau deshalb sollte man hellhörig werden, wenn politische Etiketten wie „Hass“, „Hetze“, „rechtspopulistisch“ oder „menschenfeindlich“ zunehmend darüber entscheiden, welche Stimmen noch als gesellschaftlich akzeptabel gelten. Eine kritische Position zur Migration? „Menschenfeindlich!“ Kritik an der Regierung? „Rechtspopulistisch!“ Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk? „Angriff auf die Demokratie!“ Und wenn solche Etiketten am Ende darüber entscheiden, welches Medium noch Werbekunden bekommt, wird es gefährlich. Denn wer entscheidet dann, welche Meinung noch legitim ist? Eine unabhängige Justiz – oder politische Kampagnenorganisationen?
Das eigentlich Interessante ist jedoch: Diese Strategie könnte gewaltig nach hinten losgehen. Denn Menschen sind neugierig. Wenn man ihnen ständig erklärt, welche Medien sie nicht lesen und welche Kanäle sie nicht anschauen sollen, entsteht irgendwann eine ziemlich einfache Frage: Warum eigentlich? Wer einen Artikel schlecht findet, kann ihn ignorieren. Wer eine Meinung für falsch hält, kann ihr widersprechen. Aber wer den Eindruck bekommt, dass jemand verhindern möchte, dass er eine bestimmte Meinung überhaupt zu Gesicht bekommt, wird sie sich womöglich erst recht ansehen. Das Internet lässt sich ohnehin nicht mehr über einzelne Werbekunden kontrollieren. Newsletter, Podcasts, YouTube, soziale Netzwerke, Spenden und direkte Abonnements haben die alten Abhängigkeiten längst verändert. Wer versucht, ein Medium auszutrocknen, kann es dadurch sogar zum Symbol des Widerstands machen. Und genau das könnte am 6. September zum Bumerang werden.

Wenn Sie wissen möchten, wer genau hinter diesem Vorgehen steckt, wer es finanziert und was das Ziel dieser linksverstrahlten Agitatoren ist, so empfehle ich drei Bücher dazu:
„Umerziehung zum neuen Menschen“ von Erwin Rigo,
„Grünland – Wie eine grüne Sekte den Rest der Welt terrorisiert“ von Werner Pilipp und „Gendern, bis der Arzt kommt“ von Alexander Kohlhaas und mir.























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