Jahrzehntelang erforschte der US Geheimdienst Methoden zur Manipulation des menschlichen Verhaltens. Freigegebene Dokumente des US Kongresses belegen ein Programm, das als eines der umstrittensten Geheimdienstprojekte des Kalten Krieges gilt.
Vor diesem Hintergrund erhielt die CIA den Auftrag, eigene Forschungen auf diesem Gebiet voranzutreiben. Das Programm umfasste im Laufe der Jahre mehr als 100 einzelne Teilprojekte, die an Universitäten, Krankenhäusern, Forschungseinrichtungen und anderen Organisationen durchgeführt oder finanziert wurden. Häufig geschah dies über Tarnorganisationen, sodass die eigentliche Finanzierung durch die CIA verborgen blieb.
Forschung an Drogen und psychologischen Methoden
Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen verschiedene Möglichkeiten, das menschliche Verhalten gezielt zu beeinflussen. Besonderes Interesse galt der Droge LSD, deren Wirkung damals noch weitgehend unerforscht war. Daneben wurden zahlreiche weitere chemische Substanzen getestet.
Auch Hypnose, Schlafentzug, sensorische Isolation, Stresssituationen sowie verschiedene Verhörmethoden gehörten zum Forschungsprogramm. Die Hoffnung der Verantwortlichen bestand darin, Verfahren zu entwickeln, mit denen sich Informationen gewinnen oder menschliches Verhalten gezielt verändern ließ.
Versuche ohne Einwilligung der Betroffenen
Besonders schwer wiegt aus heutiger Sicht, dass zahlreiche Experimente ohne das Wissen oder die Zustimmung der Versuchspersonen durchgeführt wurden. Betroffen waren unter anderem Patienten psychiatrischer Einrichtungen, Gefängnisinsassen, Soldaten, Studenten sowie ahnungslose Zivilisten.
In einigen Fällen erhielten Menschen LSD oder andere Substanzen, ohne darüber informiert zu werden. Mehrere Betroffene erlitten schwere psychische Belastungen. Das Programm verstieß damit gegen grundlegende medizinische und ethische Prinzipien, die bereits damals in weiten Teilen der Wissenschaft anerkannt waren.
Frank Olson und einer der bekanntesten Fälle
Zu den bekanntesten Einzelschicksalen zählt der Biowaffenforscher Frank Olson. Ihm wurde 1953 im Rahmen eines CIA Experiments ohne sein Wissen LSD verabreicht. Wenige Tage später stürzte er aus dem Fenster eines Hotels in New York und starb.
Jahrzehnte später räumte die US Regierung die Beteiligung der CIA an dem Experiment ein. Präsident Gerald Ford entschuldigte sich bei der Familie. Der Fall gilt bis heute als eines der bekanntesten Beispiele für die Risiken und Folgen der geheimen Menschenversuche.
Vernichtete Akten und späte Aufarbeitung
1973 ordnete der damalige CIA Direktor Richard Helms die Vernichtung eines Großteils der Unterlagen zu MK Ultra an. Dennoch blieben mehrere Tausend Dokumente erhalten, weil sie versehentlich in den Finanzunterlagen der Behörde archiviert worden waren.
In den 1970er Jahren untersuchten der Church Ausschuss des US Senats sowie die Rockefeller Kommission die geheimen Aktivitäten amerikanischer Nachrichtendienste. Ihre Berichte bestätigten die Existenz von MK Ultra und machten zahlreiche Details des Programms öffentlich.
Eine Mahnung für Ethik und Kontrolle
Heute gilt MK Ultra als eines der umstrittensten Geheimprogramme in der Geschichte der CIA. Historiker und Juristen sehen darin ein Beispiel dafür, welche Folgen fehlende demokratische Kontrolle und mangelnde Transparenz staatlicher Institutionen haben können.
Die freigegebenen Dokumente und die Ergebnisse der offiziellen Untersuchungen haben wesentlich dazu beigetragen, die Vorgänge zu rekonstruieren. Trotz der Vernichtung vieler Akten besteht unter Historikern kein Zweifel daran, dass MK Ultra über viele Jahre existierte und dass im Rahmen des Programms Menschenversuche durchgeführt wurden, die grundlegende ethische und rechtliche Grenzen überschritten.
https://www.freiewelt.net/artikel/redaktion/politik/cia-geheimprogramm-mk-ultra-das-dunkle-kapitel-der-gedankenkontrolle/44685
























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