Inflation zieht wieder kräftig an: Ener­gie­preise explodieren

Die Hoffnung auf eine nach­haltige Ent­spannung bei der Inflation bekommt einen neuen Dämpfer. In Deutschland stiegen die Ver­brau­cher­preise im August vor­aus­sichtlich um 2,9 Prozent gegenüber dem Vor­jah­res­monat. Noch deut­licher fällt der Preis­schub in der Eurozone aus.

Die Inflation ist zurück auf dem Vor­marsch. Nach vor­läu­figen Berech­nungen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amtes lag die deutsche Infla­ti­onsrate im August bei 2,9 Prozent. Im Juli waren es noch 2,8 Prozent, im Juni lediglich 2,3 Prozent. Damit ent­fernt sich die Teuerung wieder deutlich von der Zwei-Prozent-Marke. Besonders dras­tisch ist die Ent­wicklung bei der Energie. Gegenüber August 2025 ver­teu­erten sich Ener­gie­pro­dukte in Deutschland um 10,5 Prozent. Im Juli hatte der Anstieg noch bei 8,3 Prozent gelegen. Die soge­nannte Kern­in­flation, bei der Energie und Lebens­mittel her­aus­ge­rechnet werden, ver­harrte dagegen bei 2,4 Prozent.

Noch ungüns­tiger sieht es in der gesamten Eurozone aus. Nach der ersten Schätzung von Eurostat sprang die jähr­liche Infla­ti­onsrate von 2,9 Prozent im Juli auf 3,3 Prozent im August. Es handelt sich um den höchsten Wert seit drei Jahren. Haupt­preis­treiber ist auch hier die Energie: Sie ver­teuerte sich binnen Jah­res­frist um 14,3 Prozent. Damit wächst auch der Druck auf die Euro­päische Zen­tralbank. Ihr mit­tel­fris­tiges Infla­ti­onsziel liegt bei zwei Prozent. Eine Teue­rungsrate von 3,3 Prozent im Euroraum und ins­be­sondere der massive Anstieg der Ener­gie­preise dürften deshalb die Debatte über eine straffere Geld­po­litik und höhere Zinsen neu entfachen.

Für die Bürger sind solche Pro­zent­zahlen ohnehin weniger abs­trakt, als sie auf den ersten Blick erscheinen: Stei­gende Ener­gie­preise schlagen über Heizung, Strom, Kraft­stoffe, Transport und Pro­duk­ti­ons­kosten auf zahl­reiche Bereiche des täg­lichen Lebens durch. Nach den großen Kauf­kraft­ver­lusten der ver­gan­genen Jahre zeigt die Ent­wicklung im August jeden­falls, dass die Inflation kei­neswegs erledigt ist.

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