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Mit Pontes erobert die EZB die Finanz­märkte: Der digitale Euro für Bürger folgt später — Digi­taler Euro zuerst für Banken und Konzerne

Screenshot YouTube – EZB Chefin Lagarde über Leitzins Teuerung und die Zukunft des – ZDFheute Nachrichten – 2026-09-30

Die Euro­päische Zen­tralbank hat mit der Plattform Pontes den ersten kon­kreten Schritt in Richtung digi­talen Euro getan. Zuerst sollen Banken, Groß­kunden und die Finanz­märkte an das neue System gewöhnt werden. Erst danach kommt der Zwang für die Bevölkerung.

Seit dem 21. Sep­tember 2026 läuft Pontes. Offi­ziell heißt es, die Plattform diene der sicheren Abwicklung toke­ni­sierter Wert­pa­piere in Zen­tral­bankgeld. In Wahrheit ist es der Ein­stieg der EZB in die digitale Wäh­rungswelt, und zwar dort, wo der Wider­stand am geringsten und der Nutzen für die Insti­tu­tionen am größten ist: bei Banken und Großkundenmärkten.

Christine Lagarde und das Euro­system sprechen von Inno­vation und Resi­lienz. Dahinter steckt eine klare Stra­tegie. Zuerst wird das neue Geld den Finanz­märkten schmackhaft gemacht. Dreizehn große Institute, dar­unter Deutsche Bank, San­tander, Société Générale und die KfW, sind bereits an Bord. Vier Regis­ter­be­treiber, dar­unter Cle­arstream, eben­falls. Die EZB selbst will sogar einen Teil ihrer Eigen­mittel in toke­ni­sierte Anleihen stecken und diese über Pontes abwickeln.

Die Rei­hen­folge ist kein Zufall

Pontes richtet sich aus­drücklich nicht an Ver­braucher. Es ist der digitale Euro für Banken. Erst wenn die Groß­kun­den­märkte und die Ban­ken­land­schaft an das System gebunden sind, folgt der nächste Schritt.

Der eigent­liche digitale Euro für den Alltag der Bür­ge­rinnen und Bürger soll frü­hestens 2029 kommen. Ein Pilot ist für 2027 geplant. Bis dahin haben die Insti­tu­tionen Zeit, die Infra­struktur zu testen, zu opti­mieren und Abhän­gig­keiten zu schaffen.

Kri­tiker sehen darin ein klas­si­sches Muster. Zuerst werden die mäch­tigen Akteure ein­ge­bunden. Danach wird das System als unaus­weichlich dar­ge­stellt und den Bürgern als Fort­schritt ver­kauft. Wer dann noch Bargeld oder her­kömm­liche Zah­lungswege bevorzugt, gilt schnell als rück­ständig oder gar als Sicherheitsrisiko.

 

Kon­trolle statt Freiheit

Die EZB betont, Zen­tral­bankgeld sei risi­kofrei und ver­trau­ens­würdig. Gleich­zeitig ent­steht mit Pontes und dem spä­teren digi­talen Euro eine direkte Leitung vom Bür­ger­konto bis in die Zen­tralbank. Pro­gram­mierung, Limits, Sper­rungen und Über­wa­chung werden tech­nisch möglich. Was heute bei Groß­trans­ak­tionen getestet wird, kann morgen den Alltag bestimmen.

Die USA setzen stärker auf private Sta­b­le­coins. Europa geht den staat­lichen Weg. Das klingt nach Sicherheit, bedeutet aber vor allem Kon­trolle. Pontes ist der Brü­ckenkopf. Die Eroberung der Finanz­märkte läuft. Die Bürger kommen danach.

 

 

Ein schlei­chender Systemwechsel

Bis 2028 soll Pontes voll aus­gebaut sein, mit län­geren Betriebs­zeiten und mehr Funk­tionen. Par­allel dazu läuft die Gesetz­gebung für den digi­talen Euro.

Die Rei­hen­folge ist stra­te­gisch. Zuerst die Banken und die Märkte. Dann die Bevöl­kerung. Was als tech­nische Moder­ni­sierung ver­kauft wird, ist der schritt­weise Übergang zu einem Wäh­rungs­system, in dem die Zen­tralbank nicht mehr nur Beob­achter, sondern direkter Akteur im digi­talen Zah­lungs­verkehr jedes Ein­zelnen wird.

 

https://www.freiewelt.net/artikel/redaktion/politik/digitaler-euro-zuerst-fuer-banken-und-konzerne/45406

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