Die Große Depression ist in Gang gesetzt, Lie­fer­ketten brechen bereits: Was sollte man jetzt tun? — Teil 2 (+Video)

Gestern habe ich die Situation ein wenig beschrieben, heute kommen wir dazu, was man jetzt im Vor­hinein, wo noch alles da ist, tun kann. In erster Linie natürlich für das Über­leben sorgen und Vor­rats­haltung betreiben. Die Bun­des­re­gierung hat hier zum Bei­spiel eine gute Seite ins Netz gestellt. Eine per­sön­liche Check­liste kann man her­un­ter­laden und aus­drucken – so dass man immer nach­schaun kann, was noch – oder wieder fehlt. Auch die öffentlich-recht­lichen Sender machen immer wieder einmal darauf auf­merksam. Der NDR gibt sogar Tipps zum Halt­bar­machen von Lebensmitteln.

Das sind schonmal ganz gute Anhalts­punkte. Aber wer sich richtig infor­mieren will, der sollte sich den Hardcore mal geben und eine Unter­su­chung des „Büros für Tech­nik­fol­gen­ab­schätzung beim Deut­schen Bun­destag“ durch­lesen. Schlaflose Nacht garan­tiert, kann man da nur sagen. Diese Arbeit stammt aus 2008, da waren die Strom­kraft­werke noch ziemlich zuver­lässig. Wir sind heute noch viel näher an einem flä­chen­de­ckenden Blackout, als damals. Ins­be­sondere, wo immer mehr Stromer auf den Straßen fahren und immer weniger Backbone-Kraft­werke das Netz stabil halten müssen.

Wie gestern schon geschrieben, ist die Wahr­schein­lichkeit groß, dass auch wir in Deutschland Nach­schub­mangel, Aus­fälle von Lie­fer­ketten und leere oder nur noch teil­weise bestückte Super­markt­regale sehen werden.

Wer auf dem Land lebt, einen großen Garten hat, sein eigenes Gemüse, Obst, Kar­toffeln, Korn, eigene Hühner und Eier hat, ein paar Kaninchen die zur Not als Fleisch­lie­fe­ranten dienen und zwei Milch­bauern um die Ecke sowie befreundete Jäger, der muss sich da keine Sorgen machen. Ein Raff- und Lese­schein für Wald­spa­zier­gänge zum Holz sammeln kostet nur wenige Euro im Jahr (bisher jeden­falls) und ein Kaminofen sorgt dafür, dass zumindest ein Raum angenehm warm zu halten ist. Die meisten Kri­sen­rat­geber emp­fehlen deshalb für eine halbwegs autarke Lebens­weise die Flucht aufs Land.

Für viele Men­schen ist diese Art der Vor­sorge aller­dings finan­ziell nicht machbar. Daher ist es not­wendig sich auch damit zu befassen, wie man im Ernstfall auch in der Stadt eine Weile über­leben kann. Je nach Art der Krise, kann man unter Umständen in seinen eigenen vier Wänden bleiben. Die ver­traute Umgebung ist der beste Ort, an dem man sich im Kri­senfall zurück­ziehen kann. Man muss aller­dings darauf ein­ge­stellt sein, dass weder Strom noch Tele­kom­mu­ni­kation funk­tio­nieren. Auch die Super­märkte sind geschlossen und bereits nach 48 Stunden leer­ge­hamstert. In dieser Situation sind 5 ent­schei­dende Dinge überlebenswichtig:

-Wärme
‑Trinken
‑Essen
‑Hygiene
‑Sicherheit

Ein guter Mix aus mate­ri­eller Vor­sorge und dem Wis­sens­schatz, der einen durch die Krise begleitet sind ohne größere finan­zielle Auf­wen­dungen im vorn­herein umsetzbar. Man muss es nur tun!

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Wärme

Der Mensch ver­hungert nach 3 Wochen, ver­durstet nach 3 Tagen, erfriert aber bereits nach 3 Stunden. Viele Men­schen unter­schätzen oft die Gefahr der Kälte. Bereits eine leichte Unter­kühlung kann auch in Som­mer­nächsten bereits zu einem Teu­fels­kreislauf werden, denn schon eine Absenkung der Kör­per­tem­pe­ratur um 2 Grad führt zu einer Käl­te­idiotie. Ab diesem Zeit­punkt sind Sie nicht mehr in der Lage richtige Ent­schei­dungen zu treffen. Auch in der eigenen Wohnung droht schnell eine Aus­kühlung, sollte die ange­schlossene Heizung nicht mehr funk­tio­nieren, was im Falle der Krise zu erwarten wäre. Abhilfe hierbei kann ein Kaminofen schaffen, der sich aller­dings nicht in jede Eta­gen­wohung inte­grieren lässt. Wenn es aller­dings um das Über­leben geht, sollten Sie nicht davor zurück­schrecken, einfach ein Loch in die Wand zu hauen für das Abluftrohr. Ein­facher und effi­zi­enter ist eine „Küchenhexe“.

Eine alte „Küchenhexe, Heizung, Koch­ge­le­genheit, Backofen und Warm­was­ser­be­reiter in einem. Ein geniales Tool und sehr stim­mungsvoll. Das Ofenrohr heizt auch nochmal kräftig die Stube. Bild: Wiki­media Commons, Ziko‑C, GNU Free Docu­men­tation License.

Oma hat noch darauf geschworen, denn die kleine Einheit bietet nicht nur Wärme, sondern ist gleich­zeitig noch der per­fekte Küchenherd. Dieses Gerät ist nämlich mul­ti­funk­tional – eine Heizung mit inte­griertem Backofen und Herd­platte. Meistens ist sogar noch ein Was­ser­be­hälter mit drin, wo das Herd­feuer ständig einige Liter Wasser heiß hält.

Trinken

Kein Strom – kein Wasser. Wer in der Krise seinen Was­serhahn auf­dreht wird sich über den Luftzug wundern, der für einen kurzen Moment daraus zischt. danach tut sich nichts mehr, denn die Pump­kraft­werke benö­tigen Strom und ist dieser weg, kommt auch kein Wasser. Was also tun? Natürlich kann man sich im Vorfeld einen Was­ser­vorrat anlegen. Hierfür gibt es ver­schie­denste Mög­lich­keiten der Ein­la­gerung. Wichtig ist eine dunkle Lagerung, um Algen­bildung zu vermeiden.

Wasser lässt sich über längere Zeit­räume gut auf Vorrat halten, benötigt aller­dings auch ein bisschen Platz. Zwei Liter pro Person und Tag sind ein guter Wert. Ewig wird so ein Was­ser­vorrat aller­dings nicht reichen, denn er wird nicht nur fürs Trinken benötigt, sondern auch für Hygiene und Kochen. Län­ger­fristig benötigt man also eine Was­ser­quelle. Idea­ler­weise hat man einen eigenen Brunnen – in der Stadt ist dies aller­dings eher selten der Fall.

Abhilfe schafft hier ein Was­ser­filter, der es ermög­licht, auch Schmutz­wasser als Quelle zu erschließen. Egal ob aus Pfützen, Badeseen, Regen­wasser oder Abwasser, mit einem Fil­ter­system können Sie sich dieses Wasser zu Trink­wasser auf­be­reiten. Auch kleine Keramik-Aktiv­koh­le­filter können schon tau­sende Liter Trink­wasser her­stellen. Wichtig: Nicht gleich das stark ver­schmutzte Wasser mit allen Schweb­teilchen in den Filter geben, der sottet dann schnell zu. Besser ist es sich einen Metall-Kaf­fee­filter anzu­schaffen. die haben feine Löcher in der sta­bilen Metall­folie, meistens zwei Filter inein­ander, einen grö­beren Vor­filter innen und einen sehr feinen außen. Der ist immer ein­satz­bereit, geht nicht kaputt, eine ein­malige Anschaffung. Das so vor­ge­fil­terte Wasser dann noch durch den Keramik-Aktiv­koh­le­filter gedrückt, und es ist glasklar.

Essen

Ein Lebens­mit­tel­vorrat bestehend aus Not­nahrung kann über die ersten Tage, viel­leicht sogar zwei Wochen der Krise hin­weg­helfen. Spaß macht diese Kost nicht, richtig lecker ist anders und gesund ist das auf Dauer auch nicht – und oben­drein auch teuer. Wesentlich besser sind Kon­serven aller Art, Schwarzbrot in Dosen, das sich lange hält, Nudeln und Reis.

Denn dauert die Krise länger an, knurrt bald der Magen und man will etwas „Anstän­diges“, was auch halbwegs schmeckt. Hier kann ein fun­diertes Wissen über Wild­pflanzen und Früchte wei­ter­helfen. Hat man Nudeln oder Reis, kann man eine die garen, in eine Pfanne tun, mit etwas Öl anbraten und das ganze mit jungen Bren­nes­sel­blättern, jungen Löwen­zahn­blättern, Feld­rauke (Rucola), Buch­eckern, Hasel­nüssen, Pilzen (genau kennen!), Bär­lauch etc. zu einem sogar richtig leckeren Gericht ver­ar­beiten. Auch ein süßer Reis mit gesam­melten Brom­beren, Him­beeren oder wilden Erd­beerchen ist auch lecker und hebt die Stimmung wieder deutlich.

Aber nicht nur bei der über­le­bens­wich­tigen Ernährung kann das Wissen um die Wild­pflanzen nützlich sein, denn viele Pflanzen sind außerdem als Heil­pflanzen bekannt. Hat man bisher gänzlich auf Fleisch ver­zichtet oder führt sogar einen veganen Lebensstil, so kann man defi­nitiv sagen, dass ein Über­leben im Ernstfall und über längere Zeit kaum ohne tie­rische Nahrung möglich ist. Es gibt zuwenig Eiweiß­quellen.  Auch in der Stadt kann man auf seinem Balkon im Notfall Tiere halten, welche einem mit tie­ri­schen Pro­dukten ver­sorgen. Hühner zum Eier­legen und Hasen als Fleisch­lie­ferant sind unschlagbar!

In dem Vortrag oben (Video) verrate ich Euch viele weitere nütz­liche Tipps, die ein Über­leben in der Stadt sichern können.