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Flüchtlingskatastrophe – Das Narrenschiff mit Kurs aufs Riff

9. Juni 2017

24.05.2015   von Falk Schmidli

Seit einigen Monaten gibt es kein brisanteres innen- und außenpolitisches Thema in Deutschland und ganz Europa als die sogenannte Flüchtlingswelle aus Nordafrika. Millionen Immigranten sind bereits in Europa gelandet. Schon jetzt überfordern sie die Aufnahmekapazitäten, vor allem die ohnehin schon geschwächten Sozialsysteme. Auffällig planlos reagiert die Politik – oder handelt sie gar hinterhältig planvoll?

Selbstfabrizierte Katastrophe mit Ansage

In einem Interview mit der französischen Zeitung Dimanche im Februar 2011 warnte der damalige libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi vor Versuchen, ihn zu entmachten: »Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt, werdet Ihr Verwirrung stiften, al-Qaida in die Hände spielen und bewaffnete Rebellenhaufen begünstigen. Folgendes wird sich ereignen: Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa schwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten. Al-Qaida wird sich in Nordafrika einrichten.«

Was als Drohung gemeint war, entpuppte sich als äußerst treffsichere Prognose. Gaddafi hatte nicht nur einen ausgeprägten Machtinstinkt, er kannte die Region auch sehr viel besser als die Regierungen in Europa oder den USA. Natürlich schlug man dort seine Warnungen in den Wind. Stattdessen wurde am 17.3.2011, also nur einen Monat später, die »robuste« UNO-Resolution 1973 verabschiedet.

Danach wurde Libyen durch die NATO völlig zerstört. Wir wollen Ihnen hier die unappetitlichen Details ersparen, aber das heutige Flüchtlingsdrama wurde »im Namen der Humanität« selbst geschaffen. Seitdem rollt eine Immigrationswelle von Afrika Richtung Europa – ein regelrechter Menschen-Tsunami.

Exponentielles Wachstum trifft auf Zauberlehrlinge

Im Jahr 2015 werden bereits 600 000 Flüchtlinge in Deutschland erwartet. Für nächstes Jahr werden sogar über eine Million prognostiziert. Weitere Millionen potenzieller Immigranten stehen in Afrika buchstäblich in den Warteschlangen vor den dortigen Schlepperschiffen – das Problem wächst gerade exponentiell. Ein ernsthaftes Konzept, wie der Ansturm zu bewältigen sein könnte, gibt es nicht – nicht für dieses Jahr und für die Folgejahre schon zweimal nicht. Unsere »Zauberlehrlinge« in der Politik agieren ebenso rat- wie kopflos: »Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd‘ ich nun nicht los.«

Gegacker von der Kommandobrücke

An »Nachhaltigkeit« – ansonsten das Schlagwort der Politik schlechthin – ist bei dem hilflosen Agieren der deutschen und der EU-Politik nicht einmal zu denken. Politiker gackern herum wie aufgescheuchte Hühner und legen den Bürgern ein faules Ei nach dem anderen – wirre Worte und Taten aus dem Hühnerstall Europa. Schilda wäre dagegen inzwischen ein Hort der Vernunft.

Missbrauchtes Asylrecht

Sobald die illegalen Einwanderer ihren Fuß auf europäischen Boden setzen und dort Asyl beantragen, werden sie wie selbstverständlich aufgenommen und rundumversorgt. Die Anzahl der wirklich Asylberechtigten ist dabei mit etwa ein bis zwei Prozent der Neuankömmlinge verschwindend gering. Das großzügige Asylrecht wird also offenbar massiv missbraucht. Zum Mitschreiben: Von 50 Asylbewerbern ist nur ein Einziger tatsächlich asylberechtigt! Jeder, der – in welchem Bereich auch immer – mit solchen Trefferquoten arbeitet, ohne die dringende Notwendigkeit zur Umkehr zu erkennen, ist entweder überfordert, deplatziert oder verrückt.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich mittlerweile Hunderttausende rechtskräftig abgelehnte Asylbewerber in Deutschland aufhalten, weil sie nicht mehr ausgewiesen werden. Warum nicht? Die Rechtslage scheint unserer Regierung vollkommen egal zu sein. Man sieht freundlich darüber hinweg, dass ein abgelehnter Asylbewerber nichts anderes ist als ein Betrüger – oder netter formuliert, ein illegaler Einwanderer. Die Regierenden beugen auch hier nach Belieben das Recht und bürden der Bevölkerung schamlos die Kosten dieser Verschleppungspolitik auf.

Wieso werden die Illegalen nicht ausgewiesen, obwohl sie die Plätze für wirklich Asylberechtigte wegnehmen? Statt das Rechtmäßige und einzig Logische zu tun, wird über den Platzmangel lamentiert. Mit gutmenschlich frömmelnden Sponti-Sprüchen à la »Kein Mensch ist illegal« lassen sich die handfesten Probleme vor Ort jedenfalls nicht lösen.

Planloser Aktionismus auf Kosten der Steuerzahler

Die Massen an illegalen Einwanderern – offizielle Bezeichnung »Flüchtlinge« – überfordern mittlerweile praktisch alle europäischen Länder – allen voran Deutschland. Aktionistisch werden Kasernen, Schulhallen, Hotels, Altersheime und andere mehr oder weniger geeignete Unterkünfte aufgekauft, großzügig auf Kosten der Steuerzahler renoviert und hektisch in Flüchtlingsheime umgewandelt. Containerdörfer schießen wie Pilze aus dem Boden. Die Kosten explodieren, während die Grundstückspreise in unmittelbarer Nähe solcher Orte gewöhnlich implodieren – die Immobilienbesitzer haben dann eben Pech gehabt.

Parallel wächst der »sozial-industrielle Komplex«, die Kriminalität steigt und Slums nach amerikanischem Vorbild breiten sich aus – die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wächst. All die getroffenen Maßnahmen reichen natürlich nie aus – können gar nicht reichen, solange der Nachschub an illegalen Einwanderern de facto unbegrenzt ist. Jeder »Flüchtling«, der alimentiert wird und dies nach Hause kommuniziert, setzt den Anreiz für weitere illegale Einwanderer nachzukommen.

Gaga-Politik

Mittlerweile schwadronieren Politiker schon davon, Flüchtlinge in Privatunterkünften unterzubringen, sie den Bürgern also praktisch ins Wohnzimmer zu setzen. Nicht nur das: Es gibt sogar schon Diskussionen über die Einquartierung von Flüchtlingen in Altersheimen – wohl um etwas »bunte« Abwechslung in den grauen Alltag der Alten zu bringen?! Reichen werden die Kapazitäten und das Geld dennoch nicht.

Wie also wäre es mit einem »Flüchtlings-Soli« im Hochsteuerland Deutschland? Auch das ist bereits diskutiert worden, z.B. von der schleswig-holsteinischen Finanzministerin Monika Heinold. Deutschland hat im Moment zwar rund 2,2 Billionen Euro Schulden, aber wen stören schon schnöde Zahlen, wenn grenzenlose Naivität, politisches Sendungsbewusstsein und Pseudo-Gutmenschentum auf Kosten Dritter eine unheilvolle Allianz zum radikalen Umbau des Landes schmieden. Und wenn jemand an der Notwendigkeit dieser neuen »Fachkräfte« zweifelt oder sich durch den Zustrom nicht ganz so »bereichert« fühlt, dann empören sich Politiker und Profiteure dieses neuen deutschen Geschäftsmodells und holen – ganz ohne die sonst stets angemahnte Dialogbereitschaft – unmittelbar die »Nazikeule« aus der Mottenkiste.

Terroristen-Alarm

Da die nordafrikanische Küste dank der Politik von USA und EU inzwischen »IS-verseucht« ist, mehren sich Warnungen, dass sich echte Terroristen als falsche Flüchtlinge ausgeben und in der Folge – der »gerechten« Verteilung über den Kontinent sei Dank – in ganz Europa Anschläge verüben werden. Selbst Politiker weisen inzwischen im Wochenrhythmus auf diese Gefahr hin. Schön, dass wir darüber gesprochen haben. Nur, was verändern solche Worte? Nichts. Vielleicht wäre inzwischen auch der Hinweis angebracht, dass man die Sicherheit der Deutschen nicht mehr garantieren kann. Es gelingt ja nicht einmal den Görlitzer Park in Berlin unter Kontrolle zu bekommen. Wie soll da die ausgedünnte Polizei die Bevölkerung noch schützen können, wenn es wirklich einmal kracht?

Sollte es tatsächlich zu koordinierten Aktionen von Islamisten in Europa kommen, dann ist gut vorstellbar, dass die Völker Europas das nicht länger hinnehmen werden. Eine Eskalation aus Aktion und Reaktion wäre dann praktisch programmiert. Keine schönen Aussichten für unsere Heimat.

Wieder »robustes« UN-Mandat und Krieg

Die neuesten »Lösungsvorschläge« beinhalten kriegerische Handlungen gegen Libyen, um die dortigen Schlepperflotten zu zerstören. Sogar von Bodentruppen ist bereits die Rede – ein »robustes« UN Mandat wurde schon beantragt – wieder einmal. Die Umsetzung dürfte allerdings schwierig sein. Wie unterscheidet man die Schiffe? Wie trifft man Vorsorge, dass keine neuen Schiffe beschafft werden? Das Ganze ist eine Sisyphusarbeit. Und wie lange soll das gehen? Mögliche Antwort: Wahrscheinlich für immer, denn das Problem wird dadurch nicht verschwinden.

Wäre es nicht viel zielführender, wenn man die Passagiere aufgebrachter Boote und die Ankömmlinge in Lampedusa postwendend per Schiff zu ihrem Ausgangshafen zurückbringen würde? Denn auch das würde sich herumsprechen, dass es sich eben nicht lohnt, Schlepper für eine Reise teuer zu bezahlen an deren Ende man wieder am Ausgangspunkt steht. Die Geschäftsgrundlage dieser Kriminellen würde damit verschwinden. Warum setzt man nicht diese einzig logische und praktikable Lösung um? Etwa, weil man das Problem in Wirklichkeit gar nicht lösen will?

Inkompetenz oder hinterhältiger Plan?

Es ist kaum zu fassen, wie inkompetent sich die deutsche und europäische Politik in der Frage verhält. Man muss kein Hellseher sein, dass die Schlepperbanden nun vermehrt Schiffe losschicken werden, die überhaupt keine Chance haben, die europäische Küste zu erreichen. Müssen sie auch gar nicht, denn künftig sticht man mit dem Ziel in See, sich retten zu lassen. Das klingt möglicherweise zynisch, aber die wahren Zyniker sind diejenigen, die auf dem Rücken der Menschen ihre Geschäfte betreiben. Die europäische Politik dagegen ist grenzenlos naiv.

Oder steckt hinter der sich kontinuierlich steigernden Migranten-Flut ein perfider Plan, eine Art »Massen-Migrationswaffe«, wie wir hier und hier bereits vermuteten? Wird diese Entwicklung nicht sofort gestoppt, dann kann man mit fast schon mathematischer Präzision eine mittelfristige Destabilisierung Europas, einen Zusammenbruch der Sozialsysteme, Terror, Radikalisierung, Chaos und letztlich einen verheerenden Bürgerkrieg erwarten. Und der Klabautermann führt das Narrenschiff volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff. Die Reaktion der Bürger auf diesen Verrat kann man ebenfalls schon prognostizieren: Sie werden die Verantwortlichen lynchen.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich hier:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/falk-schmidli/fluechtlingskatastrophe-das-narrenschiff-mit-kurs-aufs-riff.html