Neue Artikel Islamismus & Terror

Das Kopftuch-Abitur – Oder: BILD als Bevölkerungs-Erziehungsanstalt

18. Juli 2017

Die Volkserzieher kommen

Zwei Meldungen in der BILD, die sich mit dem Islam beschäftigen, mit Migration und Integration, die auf eine ganz spezifische weise miteinander zu tun haben und doch nicht so einfach in einen Topf zu werfen sind.

Da ist eine Abiturklasse mit dem üblichen Klassenfoto. Auf den zweiten Blick sieht man, dass von den 25 Mädels, die stolz ihr Abiturzeugnis in die Kamera halten, 13 einen Al-Amira Schleier tragen. Auch bei den Jungs sieht man, dass ein Gutteil der jungen Männer Migrationshintergrund hat.

BILD feiert diese Abiturklasse in großen Lettern: „Dieses Abi-Foto ist eine deutsche Erfolgsgeschichte“ und darunter steht: „Die Abiturienten der Duisburger Theodor-König-Gesamtschule sind der Beweis, dass in unserem Land jeder die Chance auf Bildung und Erfolg hat – wenn er sie nutzt“

Bild: Screenshot BILD-Zeitung

Natürlich freut man sich für die jungen Leute, es ist ein stolzer Tag, das Abitur in der Tasche zu haben. Startklar für die Zukunft zu sein.

Aber warum bringt BILD diesen groß aufgemachten Artikel?

Man muß nur etwas genauer auf den Titel und die Unterzeile schauen und zwischen den Zeilen lesen. Es ist eine Lektion und Botschaft für sehr verschiedene Rezipienten.

Zuerst einmal macht die etwas überzogene Fanfare klar, dass es eben eine Besonderheit ist und gefeiert werden muss, dass eine Abiturklasse einen bedeutenden Anteil an Migranten hat – weil das eben nicht die Normalität ist. Die wenigsten jungen Migranten schaffen einen qualifizierten Schulabschluss.
Das ist kein rechtsradikales Vorurteil, sondern Fakt.

Die Forschungsgruppe des Bundesamtes für Schulische Bildung von Migranten in Deutschland brachte 2008 das Working Paper 13 heraus, in dem zu Beginn unter „Zentrale Ergebnisse“ steht: Ausländische Schüler gehen seltener auf Realschulen oder Gymnasien als deutsche, dafür aber deutlich häufiger auf Hauptschulen und auf Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Dabei zeigen sich zwischen den einzelnen Nationalitäten deutliche Unterschiede: Polnische, russische und kroatische Schüler können sich im deutschen Bildungssystem vergleichsweise gut positionieren, Schüler aus der Türkei, aus Italien und vor allem aus Serbien und Montenegro dagegen eher schlecht.“
Im August 2016 handelte „die Zeit“ das Themenfeld Bildung und Migranten ab und titelte: „Bildung von Migranten klappt nicht recht.“

Daher mutet die Überschrift von Bild reichlich pädagogisch absichtsvoll an. So schön und hoffnungsgebend dieser Fall ist, er ist ein ungewöhnlicher Fall und wird deshalb auch so prominent plaziert.

Die Botschaft an die jungen Migranten soll Leuchtfeuer und Ermahnung gleichzeitig sein und lautet: „Seht her, was diese jungen Leute hier schaffen, die sind so, wie Du! das schaffst Du auch!“  … und der erhobene Zeigefinger kommt sofort hinterher … Wenn Du nur wirklich willst!

Die Botschaft an die Deutschen, alias „die, die schon länger hier leben“ soll heißen: „Seht her, die Zuwanderer sind genauso gut wie ihr und können dasselbe, wenn sie eine Chance bekommen!“

Nun ist das ja sicher ein richtiger pädagogische Ansatz und soll auch nicht kleingeredet werden. Doch er verschweigt, dass es eben nur eine kleine Zahl von Migranten ist, die die sozialen Voraussetzungen, den Willen und die Möglichkeit dazu haben. Und das ist – unverdient für die erfolgreichen Schüler – auch das Problem.

Es ist nämlich das Eine, in einer Schule zum Abitur zu kommen, die sich engagiert um Integration bemüht und die jungen Leute fördert, auf ihre Probleme eingeht, Verständnis für die sozialen Schwierigkeiten hat, denen die jungen Leute noch durch ihre Eltern-, Onkel-, Tanten, und Grosselterngeneration – und deren Verwurzelung in einem ganz anderen Kulturkreis – ausgesetzt sind.
Für die Schulleitung ist es sicher und ohne Zweifel eine Errungenschaft, dieses Ergebnis erreicht zu haben. Hochachtung vor Schulleiter Dirk Winkelmann.

Das Andere aber ist, wie sie sich dann in der freien Arbeitswelt zurechtfinden werden. Außer in staatlich geförderten Projekten oder Spezialbeschäftigungen zur Integrationsförderung gibt es da kein Verständnis für diverse kulturelle Eigenheiten oder teure Förderungen. Der Arbeitgeber verlangt Leistung. Der Arbeitnehmer muss „sich rechnen“. Muslime, die ihre religiöse Überzeugung allzu deutlich postulieren, werden keine große Karriere zu erwarten haben. Fairerweise muss man dazu sagen, Leute die offen Scientologen sind oder ihre Mitgliedschaft bei den Zeugen Jehovas heraushängen lassen, ergeht es auch nicht anders. Religion ist Privatsache und vom Grundrecht geschützt. Die Öffentlichkeit ist eben öffentlich und der Arbeitsplatz kein Ort für die Zurschaustellung von Weltanschauungen und Glaubenssätzen.

Dies ist nicht der einzige pädagogische Artikel, mit dem gleichzeitig „die Deutschen“ und „die Migranten“ erzogen werden sollen. Das System – und dazu gehört die Volkserziehungszeitung BILD – hat ganz offensichtlich auf den Kurs eingeschwenkt, die Bevölkerung für die neue, offene Zuwanderungsgesellschaft zurecht zu schleifen.

Damit die Vorbehalte der autochtonen Bevölkerung gegen Zuwanderer nicht noch weiter angeheizt werden und den Migranten klar macht, wie der Hase zu laufen hat, schießt man sich bei BILD auf die auffälligste Fahne des Islam im Alltagsbild ein, die Verschleierung der Frau:

Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut. Sie sollte keinesfalls angetastet werden. An der Verschleierung der muslimischen Frau aber scheiden sich die Geister. Ist eine Burka oder Verschleierung Bestandteil der Religionsfreiheit?

Plötzlich hören wir von Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) klare Ansagen:„Für mich steht schon lange fest: Burka und Nikab sind mit Menschenwürde und Gleichberechtigung von Mann und Frau unvereinbar. Und nicht nur das: Ohne offene Kommunikation keine freie Gesellschaft und keine funktionierende Demokratie. Gut, dass der Europäische Gerichtshof nochmals deutlich gemacht hat, dass ein Staat Gesichtsschleier verbieten darf, um die Bedingungen des Zusammenlebens zu garantieren. Deshalb keine falsch verstandene Toleranz gegenüber den Intoleranten!“

CDU- Julia Klöckner legt nach: „Zu einer offenen Gesellschaft gehört ein offenes Gesicht. Wir müssen den Mut haben, zu unseren Werten zu stehen und sie zu verteidigen. Deshalb: Keine Vollverschleierung in Deutschland. Sie ist frauen-, integrations- und teilhabefeindlich.“

Wir werden sehr sicher noch weitere volkspädagogische Maßnahmen erleben, durch die das Lager der Migranten und das der autochtonen Deutschen mit Lob, Tadel und harter Hand zu einer neuen Bevölkerung heranerzogen werden sollen.


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