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„Reichsbürger“-Flyer sorgt für Verunsicherung in der niedersächsischen Provinz

11. Juli 2017

Ein Buch bzw. viel mehr der Flyer für ein Buch aus dem Amadeus Verlag sorgte letzte Woche in Hasbergen im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen für Verunsicherung im Rathaus. Ein Hasbergener Bürger hatte, wie die Neue Osnabrücker Zeitung (Neue OS) berichtete, Flyer für das Buch „Geheimsache Staatsangehörigkeit“ von Max von Frei in rund 500 Briefkästen von Anwohnern der Gemeinde geworfen.

„Wie wird man am schnellsten zum ‚Reichsbürger‘?“ Die Antwort auf diese Frage haben Bürger aus der Gemeinde Hasbergen in ihren Briefkästen gefunden. In den vergangenen Wochen verteilte ein Hasberger Flugblätter und sorgte damit für Unruhe im Ort. Details auf den Flyern weisen auf Verbindungen zum Rechtsextremismus hin.“, schrieb die Neue OS und weiter heißt es im Artikel: „Der Text hat mich sehr verunsichert“, schrieb eine Leserin an unsere Redaktion. Als sie sich in ihrem Wohnort zunächst an das Bürgerbüro gewandt hat, habe man ihr zwar nicht wirklich helfen können, aber dennoch einen Tipp parat gehabt: „Mir wurde geraten, das Papier einfach zu entsorgen und bei der nächsten Wahl mein Kreuz an der richtigen Stelle zu machen, um die sogenannten ‚Reichsbürger‘ erst gar nicht hochkommen zu lassen“, so die Leserin.

Spätestens nach der ersten Pressemeldung wurde in dem kleinen Ort „Reichsbürger-Alarm“ ausgerufen und der Bürgermeister informiert, dieser versuchte zu beschwichtigen: „Die örtliche Polizei wird grundsätzlich über derartige Sachverhalte in Kenntnis gesetzt“, sagt Bürgermeister Holger Elixmann (CDU). Er sehe allerdings aktuell keine Gefahrenlage. Auch wenn er die Aussagen des Flyers als „ausgemachten Unsinn“ bezeichnet, halte er die Verbreitung des Flyers „durch das gar nicht hoch genug einzuschätzende Recht auf freie Meinungsäußerung für gedeckt und zulässig“.

Der Flyerverteiler, ein Mann Anfang 50, der die Flyer anscheinend auch handschriftlich mit seinem Namen versehen hat, wollte im Gespräch mit der Redaktion der Neuen OZ nur wenig Angaben machen. So sei sein Ziel mit der Flyerverteilung „Mitbürger mit interessanten Informationen aufzuklären, die der Öffentlichkeit ansonsten vorenthalten werden“.

Zum Schluss des Artikels kam selbstverständlich auch eine Expertin in Sachen Rechtsextremismus zu Wort, Gabriele Nandlinger, Mitarbeiterin des SPD-nahen Informationsportal „Blick nach Rechts“, und sagte der Zeitung: „Die Verbindungen zum Rechtsextremismus sind da“ und verwies darauf, dass beim Verleger des Buches Jan Udo Holey (Jan van Helsing) eine gewisse „rechtslastigkeit“ zu vermuten wäre.

Das angeblich ominöse Buch „Geheimsache Staatsangehörigkeit“ erfreut sich im Amazon-Ranking im Übrigen gerade einer sehr großen Nachfrage.

Den kompletten Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung finden Sie >> hier <<